Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 29. Oktober 2013

Als der Platz wieder einigermaßen zur Ruhe gekommen ist, wird natürlich der Leichnam des Terr-oristen untersucht, ob sich vielleicht Aufschlüsse über seine Person und vor allem über seine Beweggründe finden lassen. Der Mann trägt lederne, mit Eisen besetzte Handschuhe, die offensichtlich nicht zu ein und demselben Set gehören, sondern sich leicht voneinander unterscheiden. Die verstärkende Eisenplatte auf dem rechten Handschuh ist deutlich eingedellt, was den Schluss nahelegt, dass dieser den Terr-oristen irgendwie beim Verdichten seiner Nägel geholfen hat. Sicher können die Igniculi sich natürlich nicht sein, also beschließen sie, die Handschuhe nach ihrer Rückkehr in den Bund in Ruhe zu analysieren.

Bei dem Toten findet sich ebenfalls eine Tasche, die erstaunlich wenig wiegt, obgleich sie mit diesen unnatürlich schweren Nägeln gefüllt ist. Also ist auch die Tasche eindeutig magisch, und natürlich wird auch sie mitgenommen, inklusive sovielen Nägeln, wie hineinpassen.

Das Interessanteste und Wichtigste jedoch sind die Briefe, die der Tote bei sich trägt. Sie sind über etliche Jahre hinweg geschrieben worden, alle von einem gewissen Jan Oleson verfasst und an einen gewissen “Nils Kvam” adressiert, also ist davon auszugehen, dass es sich bei diesem “Nils” um den Terr-oristen handelt.

Aus den Briefen lässt sich die Motivation für die Mordanschläge entnehmen: Unter anderem schreibt Jan Oleson, dass Galena (ahaaaa!) nun Beweise dafür habe, dass der hermetische Orden ihre (also Jans und Nils’) Meister umgebracht habe. Verantwortlich für den Mord an ihren Meistern sei ein (dummerweise nicht näher benannter) Magus ex Merinita. Außerdem sei Jan nach dem Tod seines Meisters an einen Bonisagus übergeben worden, und der mache ihm das Leben wohl ziemlich zur Hölle. Vor allem habe dieser Bonisagus, schreibt er in einem der späteren Briefe, ihm seine Magie gänzlich entzogen, Jan gewissermaßen leergesaugt, so dass er nun über keinerlei magische Fähigkeiten mehr verfüge. Galena jedoch habe ihm Hoffnung gemacht, es gebe da jemanden, der auf andere Weise zaubere. Diesen Jemand wolle Jan nun aufsuchen in der Hoffnung, seine Magie doch wieder zu erlangen.

Das erklärt die magischen Fähigkeiten des Terr-oristen und die seltsame (und inzwischen schon wieder verschwundene) gräuliche Färbung seiner Haut (sein Sigel) ebenso wie seinen Hass auf den hermetischen Orden und die Tatsache, dass er das Zeichen des Hauses Merinita als eines der gewählten Symbole in seine Nägel gebrannt hat. Warum er seinen Hass ausgerechnet an Feen auslassen wollte, das wissen die Magier noch nicht, aber vielleicht war das auch einfach nur eine relativ leichte Möglichkeit, Aufruhr gegen den Orden zu stiften.

Dass die mysteriöse Galena ex Diedne hingegen im Zusammenhang mit der Sache steht, ist überraschend und ziemlich beunruhigend. Vor allem, da die Sodales schwer vermuten, dass es sich bei diesem “anders Zaubernden” um niemand anderen handeln könnte als um Runenmagier Askeladd höchstpersönlich.

Die Briefe werden wohl verwahrt und die Informationen daraus bis auf weiteres im Hinterkopf verwahrt. Denn hier in den Nordlanden – und vor allem im Feenreich – wird sich wohl nur recht wenig damit anfangen lassen, aber sobald die Igniculi wieder zuhause sind, planen sie, natürlich Nachforschungen darüber anzustellen. Informationen über zwei Magier, die getötet wurden und von denen ein Lehrling an einen Bonisagus weitergegeben wurde, der daraufhin seine Fähigkeiten entzogen bekam, sollten sich ja wohl herausfinden lassen.

Zunächst aber wird Bjørn der Troll informiert, dass der Mörder gestellt ist und dass damit wohl hoffentlich die Sache erledigt sei. Da sich jedoch nicht garantieren lässt, dass Jan Oleson nicht eventuell auch im Feenreich auftauchen wird, um das Werk seines Freundes, geben die Sodales auch darüber noch kurz bescheid, ehe sie am nächsten Tag die unterirdische Stadt verlassen und weiter in Richtung Asgard reisen.

Die Wanderung verläuft ereignislos; von den befürchteten Eisriesen ist nichts zu sehen. Und so kommen die Reisenden schließlich an der Asbrua an, wo sie natürlich auf Heimdall stoßen, den Brückenwächter, der alles sieht und alles hört.
Heimdall hört sich das Anliegen der Igniculi höflich an, erklärt aber, er könne sie nicht nach Asgard hinein lassen. Dort werde ein Krieg vorbereitet, und kein Außenstehender dürfe, der möglichen Spionage wegen, Zeuge dieser Vorbereitungen werden. Eine Nachricht hingegen werde er gerne überbringen.

Die Sodales ziehen sich also ein Stück zurück, um darüber zu beraten, welche Nachricht sie dem Brückenwächter mitgeben wollen, und vor allem, wie diese genau formuliert sein soll.
Als sie sich mit dem fertigen Schreiben wieder der Brücke zuwenden, hat Heimdall dort Gesellschaft von einem weiteren Mann bekommen: schlank, nicht übermäßig groß gewachsen, durchaus sympathisch wirkend.
Der Mann bietet sich an, die Nachricht an Heimdalls Statt nach Asgard zu bringen, damit der Wächter seinen Posten nicht verlassen muss. Außerdem lädt er gutgelaunt die Igniculi auf einen Umtrunk in einer nahegelegenen Taverne ein.

Auf die Frage, wer er denn sei, stellt er sich freundlich als Loki vor.

Oh-hah.

So unhöflich, die Einladung abzulehnen, können die Magier natürlich nicht sein, und außerdem kann es nichts schaden, etwas über ihren Gegner und seine Ziele herauszufinden.
Loki flirtet ziemlich unverhohlen mit Ethelred der Kräuterfrau, die sich in dieser Begegnung wieder einmal von ihrer indiskretesten und in allen anderen Belangen uninteressiert-vergesslichen Seite zeigt, so sehr, dass dem Trickster-Fae irgendwann ein “Ich bin es doch, der die Leute verwirrt, kleine hübsche Lady, nicht Ihr!” entfährt.

Im Gespräch erfahren die Igniculi einige interessante Dinge, wenngleich natürlich in Fragen und Andeutungen verbrämt, nicht in explizite Aussagen.
So könnte man aus Lokis Worten herauslesen, dass Fenrirs Kette gar nicht geöffnet wurde, um ein Stück davon an Herne abzugeben, sondern dass vielleicht von Anfang an gar nicht die ganze Kette zur Bindung Fenrirs verwendet wurde und ein Stück davon übrig war, um es verschenken zu können.

Außerdem vertritt Loki die Ansicht, der Krieg sei dringend nötig, auch und gerade, wenn er auf dem Territorium der Menschen abgehalten wird. Denn die Menschen verlieren wegen der Missionierung durch die christliche Kirche immer mehr den Glauben an die Feenwelt, sagt er, und die Feen somit immer mehr von ihrer Macht und ihrem Einfluss. Und ein Krieg werde ihnen deutlich ins Gedächtnis rufen, dass die Feen und die Asen sehr wohl existierten und den Glauben der Menschen somit entsprechend wieder stärken.

Ethelred versteht den Zusammenhang zwischen Krieg und Glauben nicht so recht, woraufhin Constantia ihr das sehr schön an einem Beispiel erklärt:
“Stell dir vor, du hättest noch nie einen Hund gesehen, nur davon gehört. Und nun kämen Leute, die dir in felsenfester Überzeugung erklären, es gebe keine Hunde. Sie sind so überzeugt davon, dass du bald selbst nicht mehr weißt, ob du glauben sollst, dass Hunde existieren. Wenn dann ein Hund kommt und dich ins Bein beißt – dann glaubst du aber wohl doch wieder an sie, oder!?”

Die Sitzung endet in der Taverne – und vor der Entscheidung der Igniculi, was sie denn nun in Sachen Krieg tun wollen. Denn einerseits hat Loki ja irgendwie recht mit dem, was er zum Thema Glauben verlieren so sagt… aber andererseits ist Loki ja nun bekannt dafür, dass er ein begnadeter Überredungskünstler ist – und es muss doch noch irgendeine andere Lösung geben als einen offenen Krieg…

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Timberwere

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