Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 22. Oktober 2013

Bis zum Markt sind glücklicherweise noch ein paar Tage hin, die Igniculi haben also etwas Zeit. Gemeinsam wird hin- und herüberlegt, wie man die Nägel am besten unschädlich machen dann. Denn dass etwas geschehen muss, ist klar.

Ein erster Vorschlag ist es, mit Guris Formelspruch „Supple Iron, Rigid Rope“ die Nägel weich zu machen, nur würde das dummerweise nichts an ihrem Gewicht und ihrer grundsätzlichen Zerstörungskraft ändern, denn aus 100 Metern Fallhöhe würden auch weiche Nägel dieser Dichte und Schwere bösen Schaden anrichten.

Also anders. Die Principa verfügt noch über einen weiteren Formelspruch, „Trap oft he Entwining Vines“, der eigentlich dafür gedacht ist, Gegner einzufangen. Aber der Zauber lässt sich glücklicherweise auch für andere Dinge gewinnbringend anwenden. Statt aus dem Boden müssen die Ranken nur aus der Höhlenwand wachsen, und der Zauber muss nur oft genug und hartnäckig genug gewirkt werden, damit diese Ranken einen festen und begehbaren (wenn auch mit Lücken gefüllten und somit durchlässigen) Untergrund ergeben. Dass die Ranken aus Erde wachsen müssen und nicht aus Stein, stellt bei all den Erdfeen hier auch kein größeres Problem dar. Bjørn der Troll kann der Gruppe jemanden nennen, der eine ausreichend tiefe Schicht der Felswand in feste Erde verwandelt. Außerdem weist Bjørn den Magi noch den Weg zu einem zwergischen Schmied, der ihnen einen leicht gewölbten und für Trolle gemachten, somit ziemlich großen, leicht gewölbten Rundschild überlässt.

Derart bewaffnet, fliegt Wolfram in Gestalt eines Riesenraben die schwerelos gemachte Gudrid in die Höhe, wo diese in mühevoller Kleinarbeit etwa eine Mannslänge unter der Höhlendecke mit ihrem Formelspruch einen Rankenteppich webt. Weil es ein Formelspruch ist, den sie im Schlaf beherrscht, und ein sehr einfacher noch dazu, kostet es die Merinita zwar einiges an Zeit, aber keine Erschöpfung, bis der improvisierte Untergrund sich von Wand zu Wand quer über die gesamte Fläche zieht und so fest ist, wie Guri das haben will.

Und nun beweist sich: Die Tatsache, dass Gudrids Perdo-Magie nicht permanent ist, sondern immer nur einige wenige Minuten anhält und dann ungeschehen gemacht wird, ist nicht unbedingt immer ein Nachteil. Denn so ist es nun gar kein Problem, auf einen begrenzten Bereich der Höhlendecke ein Perdo Terram zu wirken, so dass die Nägel heraus- und in den darunterliegenden Schild fallen, woraufhin kurze Zeit später die Höhlendecke wieder erscheint. Dann wird der Schild unter den nächsten Deckenabschnitt geschoben und die Prozedur wiederholt. Die im Schild gesammelten Nägel wiederum werden von Wolfram nach unten gebracht, weil der Schild sich ja sonst irgendwann füllen bzw. so schwer werden würde, dass der Rankenteppich ihn vielleicht nicht mehr halten könnte.

Das einzige Problem ist die Feinabstimmung des Zaubers, denn bislang musste Gudrid sich um eventuelle Finesse nie sonderlich kümmern. So kommt es, dass sie anfangs die zu bezaubernde Fläche nicht so ganz genau abzirkelt und diese teilweise größer ist als der Schild, der die herausfallenden Nägel auffangen soll. Und das wiederum heißt, dass die Nägel durch die Lücken in den Ranken und in all ihrer unnatürlichen Schwere zu Boden fallen.

Aus genau diesem Grund haben die Igniculi mit ihrer Aktion bis „nachts“ gewartet, wenn auf dem Marktplatz möglichst wenig Betrieb herrscht. Aber ganz feenleer ist der Platz zu keiner Zeit, und so sperren die drei unten gebliebenen Sodales den Bereich unter den „Bauarbeiten“ eben jeweils großzügig ab, so dass die Einschläge der Nägel wenigstens nur Sachschaden anrichten, aber niemand verletzt wird.

Dummerweise bleiben die Aktivitäten der Igniculi, auffällig, wie diese mit den Absperrungen, dumpfen Einschlägen und aufgwirbeltem Staub nun einmal sind, nicht unbemerkt. Nach einer Weile hat sich eine kleine Traube an Schaulustigen angesammelt, die neugierig nach oben schaut, was denn da passiert. Und zu den Gaffern stößt auch ein menschlich aussehender Mann mit blondem Haar und Bart, gekleidet in relativ leichte Rüstung, mit seltsam grauer Haut und einem Rosenkranz in der Hand – der Terr-orist. Sein Gesicht verzerrt sich vor Wut, als er erkennt, was dort oben vor sich geht , doch da Gudrid und Wolfram fürs Erste außerhalb seiner Reichweite sind, widmet er sich dem Teil der Gruppe, an den er herankommt, also den Sodales am Boden.

Vor lauter Wut verhaspelt er sich bei seinem Spruch und stolpert über die Erde, die er eigentlich mit seinem Zauber entfesseln wollte, stürzt sogar zu Boden. Diese kurze Handlungsunfähigkeit nutzt Constantia ex Flambeau, um den Mann in einem Flammengefängnis einzuschließen, ehe Knut sich auf ihn stürzen kann, wie der menschliche Baum das eigentlich vorhatte.

Natürlich rumort es in der umstehenden Menge, was denn da los sei – und natürlich verplappert sich einer der wacheschiebenden Grogs. „Das ist der Kerl, der die ganzen Leute umgebracht hat!“ Woraufhin ein wütender Mob sich auf den Mörder stürzt und sich von den Versuchen der Grogs, sie davon abzuhalten und die Höhle zu leeren, in keinster Weise aufhalten lässt.

Der Terrorist entzieht sich diesen Angriffen, indem er einen mächtigen Rego Terram-Zauber wirkt, der den Boden unter ihm in einer Erdsäule nach oben sausen lässt. Knut kann ihn also nicht mehr erreichen, aber Constantia wirkt einen Funkenschwarm, der aus dem ihn umgebenden Flammengefängnis heraustritt und ihn zwar nicht großartig verletzt, aber immerhin ablenkt und behindert.

Während der größtenteils aus Trollen bestehende Mob damit beginnt, an der Erdsäule hochzuklettern, jagt Wolfram im Sturzflug gen Boden, auf seinen Gegner zu, und Gudrid lässt einen der bereits aus der Decke gezogenen Nägel auf den Mörder fallen. Mit leichtem Einsatz von Rego Terram gelingt es ihr, dessen Flugbahn so zu lenken, dass das Geschoss sein Ziel auch wirklich trifft. Der Mörder indessen schießt, ebenfalls per Rego Terram, auch einen Nagel ab, und zwar auf Constantia, der er ebenfalls eine Wunde verpasst.

Die vereinten Kräfte der Igniculi machen dem Terroristen immer mehr zu schaffen, und schließlich sind auch einige der wütenden Trolle oben auf der Säule angekommen und beginnen, den Mann zu Tode zu prügeln, da das Flammengefängnis inzwischen wieder erloschen ist. Da fällt Constantia etwas auf: Je schwächer der Kerl wird, umso zufriedener und triumphierender das Lächeln auf seinen Lippen. Und tatsächlich: Principa Gudrid, auf ihrem Rankenteppich direkt unter der Höhlendecke, bemerkt, dass die Nägel im Stein zu zittern beginnen und sich erste Risse im Fels auftun. Auch Constantia erkennt, dass etwas nicht stimmt, und wiederholt den Aufruf zur Räumung und die dringende Aufforderung, den Mann am Leben zu lassen, nochmals mit lauter Stimme.

Leider ist die Stimme der Flambeau nicht sonderlich laut, oder der Mob zu wütend, um wirklich einen Eindruck zu hinterlassen.
Wolfram ex Bjørnær fliegt indessen hinauf, um Gudrid aus der Gefahrenzone zu fliegen, und die Merinita brüllt aus der Luft auch noch einmal aus Leibeskräften „RAUS HIER! HIER STÜRZT GLEICH ALLES EIN!“

Entweder es ist der Kommandoton oder der Anblick der von einem Riesenraben getragenen Huldra, aber Guris Ruf erzielt eine bessere Wirkung als Constantias zuvor. Von einem kleinen, sturen Restmob abgesehen, eilen die meisten Feen nun wirklich davon. Constantia hat auch inzwischen ein zweites Flammengefängnis um den Mann herum gewirkt, damit die Lynchwütigen nicht mehr an ihr Opfer herankommen können – aber nicht einmal das hilft. Mit voller Absicht tritt der Terrorist in die Flammen und lässt sich verbrennen; grinst dabei in Constantias Richtung und zischt: „So oder so: Ich gewinne.“

Die Flammen und die Fäuste des Mobs tun das Ihre, und der Mann bricht zusammen. In diesem Moment stürzen tatsächlich die restlichen Nägel aus der Decke zu Boden, doch glücklicherweise war es Guri vorher gelungen, den größten Teil von ihnen zu entfernen, und findet nur etwa ein Zehntel der für den Anschlag geplanten Menge ihr Ziel.

Weil der Großteil der Bewohner inzwischen den Platz verlassen hat, beschränken sich die Todesfälle auf die sturen Angehörigen des Mobs, die partout den Schauplatz nicht verlassen wollten, aber der Sachschaden ist beträchtlich. Dennoch gab es deutlich weniger Verluste, als wenn der Terrorist seinen Plan ungestört durchgezogen hätte.

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Timberwere

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