Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 09. Juli 2013

Herne lässt sich natürlich doch nicht davon abbringen, am Abend noch ein Fest zu feiern. Wie unter Jägern üblich, gibt es – zur großen Erleichterung und Freude der einheimischen Feen – frisch gejagtes Fleisch am Spieß, jede Menge Ale und etliche Spiele und Wettbewerbe. Die Nordlandfeen und vor allem Tora versuchen ihre Verstimmung zu verbergen und gute Miene zum für sie bösen Spiel zu machen, was ihnen anfangs nur mäßig gut gelingt. Aber sie sind Jäger. Anfangs aus purer Höflichkeit an den Spielen teilnehmend, lassen sie sich doch bald auch wirklich mitreißen und geben ihr Bestes.
Die Igniculi hingegen beteiligen sich nur so weit am Gefeiere, wie es die Höflichkeit gebietet, halten aber ansonsten Maß und übertreiben es nicht.

Deswegen sind sie auch am nächsten Morgen mit als erstes wach und bekommen deswegen auch mit, wie ein Schwarm Raben angeflogen kommt und sich teils in den Bäumen um das Fort niederlässt, teils auf dem Hof landet und menschliche Gestalt annimmt. Ravenna ist zurück aus dem Norden.
Wolfram ex Bjørnær winkt die Rabenfee zu sich und den anderen Sodales. Sie scheint gar nicht überrascht zu sein, die Magier hier zu treffen. Ihre allererste, ziemlich drängend ausgesprochene Frage hingegen überrascht die Principa. „Bist du jetzt mit Herne verlobt?“

Dass Guri verneint, scheint die Vogelfrau ziemlich zu erleichtern. „Seid ihr sonst irgendwie selbst, oder verwandt, oder verschwägert mit Südlandfeen?“ Auch darauf lautet die Antwort „nein“, denn die Halb-Huldra stammt ja selbst aus dem Norden, genau wie Knut der Baum, und die anderen drei haben nichts Feeisches an sich. „Gut“, sagt Ravenna dann, denn mit Südlandfeen kann ich nicht darüber reden.“

Odin hat ihr einen Geas auferlegt, erfahren die Igniculi. Ravenna war ja nach Norden aufgebrochen, um mit Odin über die ganze Sache zu reden und sich Klarheit zu verschaffen. Bei der Unterredung hat Odin Ravenna eben einem Geas unterworfen, der es ihr verbietet, mit den Südlandfeen in irgendeiner Weise über das zu sprechen, was sie im Norden erfahren hat. Gleichzeitig hat der oberste Lord der Nordlandfeen ihr gegenüber zugegeben, dass Tora und ihre Leute nur die Vorhut für den eigentlichen Kriegszug seien, und dass dieser definitiv kommen werde. Denn jemand habe ja einen Teil der Kette, die Fenrir binde, herausgelöst – und das, obwohl Gleipnir eigentlich als unzerstörbar gilt. Dass dieser Teil nun im Süden sei, sei Grund genug für einen Krieg. Denn sollte die Kette je gesprengt werden, würde das Ende der Welt anbrechen… Dabei gilt das teilweise Herauslösen eines Stücks offensichtlich noch nicht als „gesprengt“, sonst hätte der Fimbulwinter bereits begonnen, aber auch das teilweise Herauslösen ist bereits schlimm und Provokation genug.

Oh, und Tora ist Lokis Tochter, hat Ravenna im Norden erfahren. Yay. Was die Zauberei sowie Toras Fähigkeiten in der kreativen Wahrheitsbeugung erklären könnte. Wobei der Gedanke an Toras Runenzauberei Gudrid nochmals zum Nachdenken über die Eiswölfin und Askeladd bringt und dazu, ob sie die Magie der beiden eindeutig auseinanderhalten könnte, wenn sie diese sähe. Auseinanderhalten können würde sie die beiden „Handschriften“ wohl schon, bzw. erkennen, ob es ein und dieselbe Person war, die bestimmte Runen gewirkt hat. Aber dazu müsste sie erst einmal die Zauberei, sprich die in den Boden geritzten Runen, mit eigenen Augen sehen. Die Große Jagd ist Monate her, von den dort verwendeten Runen wird wohl keine mehr in der Erde zurückgeblieben sein nach so langer Zeit. Und dass die Igniculi die Reste von Askeladds Magie im Boden sahen, ist noch länger her. Der Goldzirkel zählt ja nicht, der wurde bereits wieder zerstört. Aber die Merinita nimmt sich fest vor, bei der nächsten Gelegenheit die Rückstände der Zauberrunen ganz genau zu untersuchen.

Nach dem Gespräch mit Ravenna geht die Principa mit dem inzwischen erwachten Herrn des Waldes reden, während die anderen Igniculi gegebenenfalls Tora ablenken sollen.
Gudrid erklärt Herne die Sachlage: Dass Ravenna einem Geas unterliegt und selbst nicht darüber reden kann, dass Odin aber eine größer angelegte Invasion plane. Sie sollen nur kommen, erwidert Herne – weder Titania noch Oberon würden sich das Land so leicht abnehmen lassen. Aber – so weh ihm das tue – in dieser neuen Situation sei es unfair Guri gegenüber, die Verlobung aufrecht zu erhalten. Denn das bedeute Krieg, und vielleicht werde er in diesem Krieg fallen, und Herne könne es nicht verantworten, die Herrin zur Witwe zu machen, ehe sie überhaupt verheiratet waren. Andererseits sei aber auch noch nicht genug Zeit vergangen; es sei noch nicht angemessen, jetzt bereits zu heiraten. Also gebe es, so wenig ihm das gefalle, keine andere Möglichkeit. Die Verlobung müsse gelöst werden.

Die Halb-Huldra versucht den Feenlord zu beruhigen: Es sei ja ohnehin nur ein Missverständnis gewesen und es habe nie eine Verlobung gegeben. Aber so richtig zufrieden gibt Herne sich erst, als Gudrid erklärt, ja, er könne die Verlobung (die es ja eigentlich nie gegeben habe, grummel – und ja, das muss sie nochmals betonen) als aufgelöst betrachten. Vielleicht gebe es ja nach dem Krieg eine Möglichkeit, sich wiederzusehen, sagt Herne. Spätestens, wenn es in fünf Jahren wieder an der Zeit ist, die Vis-Frage neu zu verhandeln, erwidert Gudrid trocken. Überhaupt, die Vis-Frage: Dies war ja Tora gegenüber Gudrids Grund gewesen, das Herbstlager der Feen aufzusuchen, und da sie keinesfalls lügen will (als Halbfee vielleicht auch gar nicht so gut lügen kann, jedenfalls aber auf gar keinen Fall riskieren will, eine Falschaussage gemacht zu haben, aus der man ihrer Feen-Natur später einen Strick drehen kann), spricht sie das Thema offiziell auch jetzt nochmals an. Diese „Verhandlung“ endet natürlich wie erwartet damit, dass Herne nicht nachgibt, trotz der Hilfe, die er von den Igniculi soeben erhalten hat, sondern darauf besteht, dass das Vis ihm und seinen Leuten die nächsten 4 Jahre noch zustehe, doch immerhin wurde die Frage damit verhandelt, und Guri hat nicht gelogen.

Nun macht Herne ein grimmiges Gesicht, erklärt, er habe einen Krieg zu planen, und ruft prompt nach seinem Champion. Gudrid warnt ihn, sein Champion sei die Tochter dessen, der dies alles plane, und deswegen mit Vorsicht zu genießen. Das sieht Herne ein und beauftragt die kurz darauf eintretende Tora damit, ihm Gauwron zu schicken.

Sobald Wuks Sohn angekommen ist, klärt Herne ihn über die Situation auf und gibt ihm verschiedene Anweisungen. Unter anderem, dass die Verlobung gelöst sei, er aber wünsche, dass Gudrid Schutz an die Seite gestellt werde, denn er könne es nicht verantworten, die Herrin durch den kommenden Konflikt in Gefahr zu bringen. Guris Hinweis, Igniculus-in-Arden sei gut geschützt, sie könne durchaus auf sich aufpassen, und außerdem habe sie ja noch ihre Sodales, wird kurzerhand ignoriert.
Gauwron schlägt vor, Saika für diese Aufgabe abzustellen, da die ja ohnehin bereits vor Ort sei; eine Idee, die Herne bereitwillig aufgreift, und auch die Merinita stimmt schließlich zu, da sie Herne von dem Gedanken, sie beschützen zu müssen, vermutlich ohnehin nicht abbringen kann.

Dann überlässt Gudrid die beiden Fae ihrem Kriegsrat und kehrt zu ihren Gefährten zurück. Im Hof treibt sich Tora herum – nicht auffällig um Hernes Hütte schleichend oder nichtstuend, aber obwohl die Eiswölfin versucht, sich nichts anmerken zu lassen, sieht sie vom Hof aus doch immer wieder zu Hernes Hütte hinüber. Es passt Lokis Tochter anscheinend gar nicht, dass Herne Gauwron eben nicht nur einen kurzen Befehl erteilen wollte, sondern etwas Längeres mit ihm zu besprechen hat.

Nachdem die Principa ihren Sodales von dem Gespräch berichtet hat, fragt Knut der Baum, ob Herne das Kettenstück an Odin zurücksenden werde. Guri schlägt sich vor den Kopf – vor lauter Verlobungsauflösung hat sie Gleipnir und die Tatsache, dass da offensichtlich Loki Odin auszuspielen versucht, völlig vergessen!

Also kehrt die Halb-Huldra nochmals zu Hernes Hütte zurück. Vor der Tür trifft sie auf Gauwron, der den Feenlord gerade verlässt und der sich nun bei Gudrid dafür entschuldigt, ihr Saika gewissermaßen aufgedrängt zu haben. Die Principa, die schon beim Gespräch in der Hütte aus Gauwrons Stimme und Haltung hatte erkennen können, dass die Falkenfee dem jungen Wolf mehr bedeutet, als er zugeben mag, nickt ihm zu, erklärt halb schmunzelnd, sie würden sich schon irgendwie zusammenraufen und verhindern, dass Saika ihr die Augen auskratzt, und spricht den Wolfsfae dann rundheraus auf ihre Beobachtung an. Ja, gibt Gauwron zu, das stimme wohl, auch wenn Saika das nicht sehe und vermutlich nie erwidern werde.

Natürlich interpretiert der Jäger-Lord Gudrids erneutes Auftauchen in seiner Hütte so, als könne seine „Ex-Verlobte“ nicht von ihm lassen und habe nur einen Vorwand gesucht, ihn noch einmal zu sehen. Das entlockt der Merinita einen frustrierten Seufzer, und sie gibt sich betont sachlich, als sie Herne von der Kette und der vermuteten Verbindung zwischen Loki und Odin berichtet und davon, dass ein Zurücksenden der Kette an den höchsten Lord der Nordlandfeen das kommende Blutvergießen vielleicht verhindern könnte.
Alles, was den Krieg verhindere oder verkürze, sei natürlich wünschenswert, erwidert Herne, und er werde ernsthaft darüber nachdenken.

Mehr können die Igniculi hier erst einmal nicht tun, also verabschieden sie sich freundlich und kehren in den Bund zurück, wo die Principa als allererstes eine Bundsitzung einberuft, um die neuesten Entwicklungen zu besprechen.

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Timberwere

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