Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 13. Januar 2015

Eine kurze Sitzung war das diesmal wegen bahnbedingtem verspäteten Heimkommens und Beginn.

Wie geplant, macht sich die Gruppe am nächsten Morgen auf den Weg zur der Halle der Barden, oder besser zur Halle der Skalden, wie es hier im Norden heißt. Es hatte ja geheißen, diese Halle sei ungefähr drei Tagesreisen entfernt – das stimmt auch ungefähr so, aber ganz bis zu ihrem Ziel schaffen die Igniculi es am dritten Tag nicht, sondern finden für die Nacht in der Scheune eines gastfreundlichen Bauern Unterschlupf. Irgendwann nachts hört Knut, der nicht mit nach drinnen gekommen, sondern im Freien in die Baumgestalt gewechselt ist und sich in der Erde verwurzelt hat, für einige Zeit ein Dröhnen und Rumpeln in der Ferne, das sich aber irgendwann legt und dann auch nicht mehr wiederkommt.

Am nächsten Morgen werden die Reisenden von der Bauersfamilie freundlich und mit einem Frühstück verabschiedet, ehe sie so gestärkt den Rest des Weges zurücklegen. Es ist auch gar nicht mehr so weit bis zu dem bezeichneten Ort, einem typischen, strohbedeckten Wikingerlanghaus. Kein Mensch ist zu sehen, alles ist still, zu still dafür, dass hier ein Versammlungsort von Skalden sein soll. Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass die Tür schief in den Angeln hängt – Vorsicht ist angesagt.

Evelyn schleicht also zum Eingang und späht hinein, während Semper Secundus seinen bewährten durch-die-Wand-seh-Zauber wirkt. Beide erkennen, dass das Gebäude innen Spuren eines Kampfes aufweist: Gegenstände und Möbel sind wild herumgeworfen, und es ist niemand zu sehen bis auf einen einzelnen Mann, der verwirrt in einer Ecke sitzt, vor sich hin schaukelt und nur in Reimen redet, als die Gruppe ihn anspricht. Er erzählt etwas von einem Troll, der den Zoll habe einfordern wollen und alle bis auf ihn mitgenommen habe. Viel mehr ist aus dem Mann nicht herauszubekommen, aber immerhin deutet er mit der Hand, als er gefragt wird, wo der Troll denn hin sei.

Tatsächlich befindet sich in der angegebenen Richtung in einiger Entfernung eine Höhle, aus der ein lautes Schnarchen zu vernehmen ist. Vor dem Höhleneingang und im Eingang verstreut liegen etliche Tierknochen unterschiedlichsten Alters. Gesammelt schleicht sich die Gruppe in die Höhle, in deren Mitte ein mit einer Körpergröße von 5 Metern noch junger Troll schläft. An der Höhlenwand hängen, in Seile eingebunden, geknebelt und mehrere Meter über dem Boden, etliche Personen: vermutlich die verschleppten Skalden.

Der Mann, der den Igniculi am nächsten ist, reißt überrascht die Augen auf und macht Anstalten, unter seinem Knebel loszustammeln, weswegen Semper Secundus mit einem “Psssst” den Finger auf die Lippen legt und darüber nachzugrübeln beginnt, mit welchem Zauberspruch er die Leute wohl am besten und sichersten von der Wand bekommt. Die anderen Gruppenmitglieder zerbrechen sich indessen den Kopf nach nicht-magischen Möglichkeiten zur Rettung der Barden.

Ideal wäre natürlich eine Leiter, aber woher hier nehmen? Sowohl die Halle der Skalden als auch der Bauernhof, wo man übernachtet hatte, sind zu weit weg, um eben schnell mal eine Leiter zu holen. Aus Knochen etwas zu basteln, dürfte daran scheitern, dass weder genug Seil zur Verfügung steht, noch die Knochen lang oder stabil genug sind, um sich wirklich zu eignen. Knut die Baumgestalt annehmen zu lassen und in seinen Ästen hochzuklettern, ist ebenfalls keine Option, da ausgewachsene Nordmanntannen bis zu 40m hoch werden und Knut in Baumform somit schlicht nicht in die Höhle passt.

Der Troll schläft lange ungestört, doch irgendwann werden seine bislang regelmäßigen Schnarchgeräusche unruhiger, und er beginnt, sich zu bewegen. Der Rest der Gruppe tritt daraufhin hastig den Rückzug aus der Höhle an, Semper Secundus hingegen verstaut den Stein, den er anfangs in der Höhle aufgehoben und mit einem Lichtzauber versehen hatte, in der Tasche und zieht sich tiefer in die Höhle zurück. In der jetzt nur noch vom leichten Dämmerlicht aus dem Höhleneingang geminderten Dunkelheit erwacht der Troll mit einem Schnauben und setzt sich auf. Ein Schnüffeln ist zu hören. Einen Lautlosigkeitsspruch hatte Semper Secundus bereits zum Schleichen auf sich gelegt; jetzt lässt er auch seinen Geruch verschwinden. Dummerweise scheint der Troll aber auch im Dunkeln oder fast-Dunkeln ausgezeichnet sehen zu können, denn als er sich umschaut, bleibt sein Blick zielsicher auf dem Magus hängen, der – ausnahmsweise einmal nicht unsichtbar – dies sogleich nachholt.

Allerdings hilft dem Tremere auch die Unsichtbarkeit nichts, denn der Troll haut wütend mit der Faust auf den Boden – gar nicht auf Secundus selbst, aber allein die Wellen, in die dieser mächtige Faustschlag dem Untergrund versetzt, reichen bereits aus, um den Magus von den Füßen zu reißen. Dummerweise schlägt dieser so unglücklich mit dem Kopf auf einen Felsen auf, dass er schwer verwundet das Bewusstsein verliert.

Sempers Aufschrei ruft jetzt aber auch die übrigen Igniculi wieder in die Höhle. Der Troll wirkt wütend, aber nicht so, als wolle er sofort und gleich auf die Gefährten losstürmen, also versuchen diese es erst einmal mit Reden.
Nun erklärt sich auch, warum der verwirrte Alte in der Halle der Skalden nur noch in Reimen geredet hat: Der Troll tut es nämlich auch – und er scheint es auch von seinen Gesprächspartnern zu erwarten… oder nicht gereimte Antworten gar nicht erst zu verstehen, denn diese ignoriert er konsequent.

Es ist vor allem Barde Cedric, der nun zusammen mit Evelyn Streona die Verhandlungen übernimmt. Obgleich des Norse ja eigentlich bislang kaum mächtig, hatten Evelyn und er in den letzten Tagen mit Knut sowie am vorigen Abend und morgens beim Frühstück im Gespräch mit ihren bäuerlichen Gastgebern ihre frisch erworbenen und noch immer ziemlich rudimentären Kenntnisse des Norse weiter geübt. Und gerade der Barde hat durch seine Balladenschreiberei in Ribe durchaus schon eine kleine Grundlage der Sprache gelegt, die es ihm jetzt zusammen mit seinem allgemeinen Sprach- und Reimtalent ermöglicht, ebenfalls in Reimen auf den Troll einzugehen – in schrecklich gebrochenen, bemühten Reimen, aber immerhin in Reimen.

Es stellt sich heraus, dass der Troll eigentlich nichts weiter will als seine Ruhe. Aber jedesmal, wenn er sich gerade zum Schlafen legte, riss ihn der “schreckliche Lärm” der Skalden wieder hoch, so dass ihm schließlich irgendwann der Geduldsfaden riss und er beschloss, endlich etwas dagegen zu unternehmen. Auch Semper Secundus wollte er eigentlich nichts Böses, erschrak aber ob der offensichtlichen Zurschaustellung von Magie des Hermetikers und wollte, derart überrumpelt, die Bedrohung durch die Magie schnell ausschalten.

Nach einigem Hin und Her und Verhandeln gelingt es der Gruppe schließlich doch, den Troll davon zu überzeugen, dass er die Barden freigibt – solange diese versprechen, ihn nicht länger mit ihrem Lärm zu belästigen. Dies ist ein Versprechen, das Cedric erst einmal für die Musiker abgibt; diese dann ebenfalls dazu zu bringen, wird hoffentlich auch gelingen, wenn alle wieder sicher in die Halle der Skalden zurückgekehrt sind.

Semper Secundus wird natürlich ebenfalls eingesammelt – zwar ist der Magus unsichtbar und noch immer bewusstlos, so dass er sich nicht bemerkbar machen kann, doch glücklicherweise ist ihm bei seinem Sturz der Lichtstein aus der Tasche gerollt, so dass die Gruppe ihn anhand dessen einigermaßen lokalisieren kann.

View
Igniculus-in-Arden, 06. Januar 2015

Am nächsten Tag schifft sich die Truppe, wie besprochen, auf Kapitän Torkells Drachenboot Richtung Dänemark ein.
Dabei sind die Nichtmagi sich gar nicht sicher, ob Semper Secundus überhaupt am Schiff auftaucht; der Tremere bleibt nämlich konsequent unsichtbar. (Das war der augenzwinkernde Umgang der Gruppe mit der Tatsache, dass Secundus’ Spieler an dem Abend nicht dabei sein konnte.)
Knut dem Baum gefällt es wie schon beim letzten Mal wenig, keinen festen Boden unter den Wurzeln zu haben, aber Cedric, der das erste Mal auf dem offenen Meer unterwegs ist, verträgt die Schiffsreise überhaupt nicht. Der Barde verbringt die Überfahrt entweder zusammengekrümmt in einer Ecke oder über der Reling hängend und würde am liebsten sterben.
Um so dankbarer ist er, als die Reise endlich vorüber ist, und zwar in Ribe, der bedeutendsten Handelsstadt des Nordens.

Kapitän Torkell warnt die Gruppe, lange könne er nicht in der Stadt vor Anker liegen bleiben, da der Herbst bereits bedenklich voranschreite und die zu erwartenden Stürme nur immer stärker würden. Einige Tage kann er schon noch riskieren, aber spätestens in drei Tagen muss er sich auf den Rückweg machen. Die Igniculi danken dem Mann und versprechen, ihm am nächsten oder übernächsten Tag bescheid zu geben, ob sie mit ihm zurückreisen wollen oder sich einen anderen Weg zurück suchen müssen, weil sich ein längerer Aufenthalt in Ribe als notwendig herausstellt.

Dann sucht die Gruppe sich ein halbwegs anständiges Gasthaus, sprich nicht gleich die erste Kaschemme am Hafen. Die Verhandlungen um die Zimmer werden Knut als Muttersprachler überlassen, aber da der magische Baum zwar die Landessprache perfekt beherrscht, menschliches Verhalten und die Eigenheiten der Menschen aber häufig aber noch immer ein Buch mit sieben Siegeln für ihn sind, gestaltet sich das Gespräch mit dem Wirt als … interessant. Schließlich jedoch sind 3 Betten in einem Viererzimmer für die Männer reserviert (Knut will zwar im Freien übernachten, aber da ist ja noch der noch immer unsichtbare Semper Secundus, der ebenfalls irgendwo schlafen muss, und es anderenfalls spannend gewesen wäre, ein viertes Bett zu bestellen, das Zimmer aber nur zu dritt in Anspruch nehmen zu wollen.

Cedric legt sich erst einmal hin, ist aber gegen Abend langsam wieder fit genug, um sich zu den anderen in die Gaststube zu gesellen. Als die Gruppe überlegt, wie man denn nun am besten Werbung für das Turnier betreiben soll, wo fast niemand aus der Gruppe so recht die Landessprache beherrscht, kommt der Barde auf die Idee, eine Ballade zu dem Thema zu verfassen. Auf Norse unterhalten kann er sich zwar nicht, aber einen in der Fremdsprache festgeschriebenen Liedertext wird er sich schon merken können.

Bei der Übersetzung des Balladentextes soll Knut helfen, aber das geht gründlich schief, denn wieder steht das lückenhafte Menschenverständnis des Baumes im Weg. Father Geoffrey, der auch ein wenig Norse beherrscht, hört sich die Bemühungen seiner beiden Gefährten eine Weile an, ehe er helfend einspringt. Richtig in Fahrt kommt das Projekt aber erst, als der einheimische Barde, der an diesem Abend in der Taverne aufspielt, auf die Liederschreiberei aufmerksam wird und in einer Spielpause zu der Gruppe an den Tisch kommt.
Nach einigem Zögern und Sträuben – immerhin ist der Mann ein guter Christ, der sich strikt weigert, bei der Verbreitung der alten Mythen und Märchen von nordischen Göttern zu helfen – bekommt Cedric den Fremden unter Hinweis darauf, dass es sich lediglich um Feen handele, schließlich doch überzeugt.

Gemeinsam schreiben die beiden Barden also ihre Werbeballade, die Cedric in der Norse-Version ab dem nächsten Tag unter das Volk bringen will. Da er aber alleine nicht im gesamten Nordland die Werbetrommel rühren kann, möchte er natürlich auch andere Helfer finden, die das Lied ebenso verbreiten wie er. Der Däne erklärt sich, gegen Bezahlung natürlich besonders gerne, bereit, der erste Multiplikator für das Lied zu werden. Außerdem berichtet er, einige Tagesreisen entfernt gebe es die “Halle der Barden”, wo man zu jeder Jahreszeit Mitglieder der singenden Zunft antreffen könne. Das klingt wie das ideale Ziel, also plant die Gruppe den baldigen Aufbruch.

Damit hat sich allerdings natürlich auch die Frage geklärt, ob man mit Kapitän Torkell gleich wieder zurückreisen wolle, denn selbst im besten Falle reicht die verfügbare Zeit nicht, um bis zur Abfahrt des Drachenschiffes zur “Halle der Barden” hin und wieder zurück zu kommen. Ob sich noch ein anderes Schiff finden wird oder sie den langwierigen Landweg einschlagen müssen, können die Igniculi jetzt noch nicht absehen, aber wenigstens Cedric ist mehr als dankbar für den Aufschub und die Tatsache, so bald erstmal nicht wieder auf ein Schiff zu müssen.

In der Nacht gibt es übrigens noch ein bisschen Spaß mit dem noch immer unsichtbaren Secundus. Der hat nämlich eines der Betten im Zimmer belegt, aber der vierte Gast, der irgendwann mitten in der Nacht betrunken nach oben getorkelt kommt, sucht sich natürlich genau dieses Bett aus. Glücklicherweise ist er so betrunken, dass er gar nicht merkt, dass etwas nicht stimmt, aber er ist auch so schwer, dass der unsichtbare Tremere ihn nicht auf Anhieb aus dem Bett geworfen bekommt. Da der Betrunkene auf ihm liegt und ihm die Hände einklemmt, ist es auch mit dem Zaubern nicht weit her. Es dauert eine Weile und erfordert einige Anstrengung, bis Semper sich schließlich doch befreit hat.

View
Igniculus-in-Arden, 25. November 2014

Osric, der ebenfalls mit anwesend ist, ruft etwas von wegen: „Morwyn wird seinen Vater töten!“ Das wollen die Igniculi natürlich auf jeden Fall verhindern, also stürmt die Gruppe gesammelt hinterher. Auf dem Burghof ist von dem Wolf erst einmal so nichts zu sehen, deswegen teilt man sich auf: Osric geht Lord Morgan warnen, während die Gefährten hier weiter nach dem Sohn suchen wollen.
Sogleich fällt der wie immer überaus wachsamen Evelyn (die einen Basiswert von 8 auf Perception + Awareness hat; die anderen müssten eigentlich gar nicht mehr würfeln) auf, dass die alle ziemlich unruhig sind. Die Gruppe folgt dem verwandelten Morwyn also durch den Pferdestall in den Stall für das restliche Vieh, weiter durch die Kammer der Wachleute und schließlich bis in die Küche, wo sich die Mägde um die noch warme Feuerstelle zum Schlafen gelegt haben.

Vom Schnüffeln des Wolfes – der all diesen Leuten dankenswerterweise nichts tut, sondern zielstrebig einer Spur zu folgen scheint – und dem Eindringen der Gruppe aufgeweckt, bricht unter den Dienstboten beim Anblick des riesigen Raubtiers erst einmal eine Panik aus, und sie versuchen, aus der Tür, durch die Wolf und Igniculi soeben hereingekommen sind, zu flüchten.
Semper Secundus wirkt schnell entschlossen einen Creo Imaginem-Zauber, mit dem er die Fährte, der Morwyn folgt, durch einen anderen Geruch überdeckt – der erste Geruch, der ihm schnell genug einfällt und markant genug ist, ist das schwere Rosenparfum, das Rosa Nocturna immer trägt.
Derart verwirrt, beginnt der Wolf, schnüffelnd in der Küche herumzusuchen. Dies verschafft Cedric genug Zeit, um ein einlullendes Lied zu spielen, das Morwyn (aufgrund eines überragenden Wurfes) tatsächlich so sehr beruhigt, dass er sich vom Wolf zurück in seine Menschengestalt verwandelt.

Dummerweise hat Morwyn bei der Verwandlung in den Wolf seine Kleider verloren, so dass jetzt ein sehr verwirrter und sehr nackter junger Mann vor den Igniculi steht. Semper Secundus wirkt einen weiteres Creo Imaginem, um dem Adeligensohn wenigstens die Illusion von Kleidung zu verpassen.
Morwyn weiß nichts mehr davon, was er in Wolfsgestalt getan hat; seine letzte Erinnerung, ehe er jetzt hier in der Küche wieder zu Sinnen kam, ist diejenige an seine tote Schwester und an die unbändige Wut, die in ihm aufstieg. Das, und das unstillbare Verlangen, seinen Vater zu finden und ihm etwas anzutun. Da er befürchtet, wieder in Rage zu verfallen und sich erneut zu verwandeln, wenn er seinen Vater jetzt sehen würde, beschließt man gemeinsam, den jungen Mann in seine Gemächer zu begleiten und dort auf ihn aufzupassen, bis die Gruppe Lord Morgan über die Geschehnisse informiert hat.

Inzwischen ist allerdings der alarmierte Burgherr bereits auf der Suche nach seinem verwandelten Sohn in den Hof gestürmt gekommen. Damit der Rest der Gruppe genug Zeit hat, um Morwyn in seine Kammer zu bringen, wird Lord Morgan von Knut aufgehalten. Der menschliche Baum treibt den Adeligen ziemlich zur Verzweiflung, weil er dessen erregte Fragen völlig wahrheitsgemäß, aber ohne echten Informationszugewinn für den Burgherren und mit der ihm eigenen langsamen Aussprache beantwortet und ihn auf diese Weise tatsächlich lange genug hinhält, dass es nicht zu einer Begegnung zwischen Vater und Sohn kommt.

Semper Secundus und Cedric werden abgestellt, Morwyn in dessen Zimmer Gesellschaft zu leisten (und ihn wieder ruhigzustellen, falls nötig), während Evelyn und Father Geoffrey den Burgherrn suchen gehen und ihn über die Ereignisse informieren. Lord Morgan mag erst gar nicht glauben, dass es seinem Sohn irgendwie gelungen ist, sich wieder in einen Menschen zurückzuverwandeln, aber er ist natürlich froh darum, da er schon befürchtet hatte, seinen eigenen Sohn erschlagen zu müssen, wie er vor vier Jahren schon Peridor erschlagen musste.
Lord Morgan selbst ist von der Krankheit – oder was auch immer es sein mag – übrigens nicht betroffen. Er wundert sich ziemlich, als die Igniculi von ihrer Vermutung sprechen, dass es sich hier um einen vererbten Familienfluch handeln könnte, und erklärt, Peridor und Morwyn seien die einzigen aus der Verwandtschaft, die davon je befallen worden seien. Also vielleicht etwas, das in Peridors und Morwyns Jugend geschah? Ein Fluch, der auf sie gelegt wurde?

Der alte Berater und Mentor der jungen Männer kann dazu ja leider nichts mehr sagen. Morgan erzählt lediglich, dass der Druide es gewesen sei, der nach Peridors Tod mit den Wächter-Eichen dafür gesorgt habe, dass dieser seinen Frieden fände und nicht etwa wieder aufstünde. Wie man Morwyn nun kontrollieren solle, das weiß der Adlige allerdings auch nicht – er befürchtet, dass sein Sohn schon bald wieder vor Wut zum Wolf werden könnte und er ihn dann doch töten müsse.
Evelyn schlägt daraufhin vor, den jungen Mann mit in den Bund zu nehmen, wo man sich um ihn kümmern könne. Morgan ist erst skeptisch, aber Evelyn überzeugt ihn davon, dass es im Bund jemanden gebe (Bjørnær Wolfram, um genau zu sein), der in der Lage sei, Morwyn zu instruieren – und falls nötig unter Kontrolle zu halten. Auch sein Sohn zweifelt zunächst, nimmt die Gelegenheit dann aber dankbar an. Immerhin kann Cedric ja nicht für den Rest seines Lebens in Morwyn Nähe bleiben, um den Werwolf ruhig zu spielen.

Am nächsten Tag brechen die Reisenden früh auf, um nicht mit den für das Herbstfest erwarteten Gästen zusammenzutreffen, ansonsten vergeht die Reise aus der Regio und zurück nach Igniculus-in-Arden ereignislos. Im Bund wird Morwyn in Wolframs Obhut übergeben und eine Bundsitzung abgehalten, ehe die Gefährten einige Tage später an der Hochzeit von Sir Trevans Sohn (er hat endlich einen Namen: Jeremy heißt er) teilnehmen. Das Brautpaar freut sich sehr über das teure Geschenk der passenden Armbänder, und überhaupt verläuft die Feier fröhlich und ohne unangenehme Zwischenfälle.
Lediglich Cedric ist ein wenig misstrauisch bezüglich der Absichten der Braut: Immerhin ist sie eine Gemeine, dazu eine Nordländerin, und Jeremy hat sich allen Erzählungen nach sehr kurzfristig in sie verliebt. Was, mutmaßt der Barde, falls das Ganze ein abgekartetes Spiel seitens Askeladds wäre, dessen letzter Versuch, Sir Trevans Burg zu infiltrieren, ja fehlgeschlagen war? Gut, zugegeben, es wäre ein sehr subtiler Ansatz, aber wer weiß? Aus diesen Überlegungen heraus jedenfalls beobachtet Cedric die Frischvermählten und stellt fest, dass der Bräutigam überglücklich zu sein scheint, während die Braut ihren neu angetrauten Gatten zwar wohlwollend ansieht, aber da doch “irgendetwas” zu sein scheint.
Cedrics Misstrauen ist also alles andere als besänftigt, aber in diesem Moment kann er nichts weiter unternehmen, und die Reise in den Norden ist ja auch erst einmal wichtiger. Also legt er die Information erst einmal unter “später” ab.

Am Tag nach der Hochzeit geht es ohne weitere Verzögerung nach London, wo die Igniculi hoffen, ein Schiff nach Dänemark zu finden, idealerweise dasselbe, mit dem sie bereits zum Torghatten gesegelt sind. Dieses liegt auch tatsächlich im Hafen, und der Captain ist auch bereit, die Gruppe über den Skagerrak zu bringen, aber natürlich kann man nicht gleich am selben Tag die Leinen loswerfen, sondern es sind Vorbereitungen zu treffen.

Also suchen die Igniculi so lange (zum gewissen Missfallen Semper Secundus’, dessen Parens ja dort lebt) den Londoner Bund auf und quartieren sich dort als Gäste ein. Semper Primus macht aus seiner Enttäuschung über den noch immer nicht erfolgten Aufstieg seines Schülers zum Princeps keinen Hehl. Sein derzeitiger Lehrling George hingegen sucht wieder den Kontakt mit seinem Vorgänger und bietet an, von jetzt ab Briefe an Secundus zu schreiben, wenn es etwas Interessantes zu berichten gebe. Der junge Magus ist sich zwar dessen bewusst, dass dies eine List seines Parens sein könnte, lässt sich aber auf den Vorschlag ein, und die beiden jungen Leute vereinbaren regelmäßige Korrespondenz.

View
Igniculus-in-Arden, 11. November 2014

Das Dorf, genauer gesagt, die Burg, wo Amorenas Verlobter lebt, liegt einige Tagesreisen entfernt: genug Zeit für Cedric, um Morwyns Verhältnis zu seiner Versprochenen ein wenig auszuloten.
Der junge Mann erklärt, er halte sich Amorena gegenüber mit Absicht zurück, weil sie ihn im Verhalten an seine Schwester erinnere, die er sehr geliebt habe und die vor einigen Jahren gestorben sei.
Auch Evelyn spricht mit Morwyn und stellt fest, dass der junge Mann durchaus Humor hat, jedenfalls nicht mehr oder weniger als der sonstige durchschnittliche Mensch.

Begleitet wird die Gruppe von Osric, einem guten Freund und Reisekameraden Morwyns, der sich als relativ schweigsamer und etwas brummiger, aber ansonsten durchaus umgänglicher junger Mann herausstellt. Die beiden erzählen, dass sie schon seit mehreren Jahren, eben eigentlich ungefähr seit dem Tod von Morwyns Schwester Elaine, gemeinsam reisen und Morwyn in dieser Zeit nur sehr selten zuhause war.

Burg Cadwallon liegt an einem Fluss und ist so gebaut, dass man zunächst eine steinerne, gut befestigte Brücke überqueren muss, ehe man durch das Burgtor gehen kann. Hinter diesem Tor muss man dann noch einmal einen gewundenen “Gang” entlang, ehe man auf dem Burghof ankommt.

Der Burgherr, Morgan ap Cadwallon, heißt die Igniculi freundlich willkommen, aber der aufmerksamen Evelyn fällt auf, dass ihm beim Anblick seines Sohnes für einen winzigen Moment die Gesichtszüge einfrieren.

Beim gemeinsamen Abendessen bemerkt die Gruppe weitere Spannungen. So erkundigt sich Morwyn beispielsweise nach seinem Cousin Peridor, der schon seit langem – eben auch wieder ungefähr, seit Elaine vor vier Jahren starb – nicht mehr zu Besuch auf der Burg war. Vater Morgan antwortet ausweichend, das er doch nicht wissen könne, warum Peridor der Familie mehr keine Besuche abstatte, oder etwas in der Art, aber es wird eben sehr deutlich, dass der Burgherr eigentlich dieses Thema am liebsten ganz und gar vermeiden würde.

Auch nach einem „Onkel“ fragt der junge Mann. Er bekommt zur Antwort, dass dieser unpässlich sei und sich in seiner Kammer befinde, woraufhin Morwyn sofort aufspringt und erklärt, er müsse nach dem Kranken sehen. Der immer neugierigen Evelyn gelingt es, sich unauffällig von der Tafel zu entfernen, Morwyn zu folgen und an der Tür des Onkels zu lauschen. Das Gespräch im Krankenzimmer kommt – wenn nicht ausschließlich, so doch unter anderem – auf Peridor, den Cousin. „Such ihn im Wald an der Flussbiegung“, erlauscht Evelyn, „dort ist er gefangen!“

Dass Evelyn einige Zeit danach wieder an der Tafel Platz nimmt, bleibt ebenso unbemerkt wie ihr voriges Verschwinden. Morwyn jedoch kehrt an diesem Abend nicht mehr in den großen Saal zurück, was sein Vater den Gästen gegenüber mit Müdigkeit von der Reise erklärt, was diese dank Evelyns Lauschaktion jedoch besser wissen.

Später am Abend klopft es bei den Igniculi. Es ist Morwyn, dem gegenüber nie das Wort „Magier“ gefallen ist. Statt dessen hatte Semper Secundus sich in der allgemeinen Vorstellungsrunde wie üblich als „Gelehrter“ identifiziert. Genau darauf spricht Morwyn den Magus nun an: Ob er der Heilkunde mächtig sei? Sein Patenonkel, der Berater des Lords und sein, Morwyns, Lehrer und Mentor, sei erkrankt und benötige dringender Hilfe. Semper erklärt zwar, dass seine Gelehrsamkeit sich eigentlich auf andere Bereiche bezieht, verspricht aber natürlich dennoch zu tun, was er vermag. Auch Father Geoffrey schließt sich an. Ein Heiler ist er zwar ebenfalls nicht, aber vielleicht ist der Erkrankte dankbar für ein wenig seelischen Beistand.

In der Kammer des alten Mannes fallen zwei Dinge sehr schnell auf. Erstens, dass dem Patienten tatsächlich nicht groß geholfen werden kann: Er ist einfach zu alt und gebrechlich. Und zweitens sieht Semper Secundus Hinweise darauf, dass es sich bei dem Mann nicht einfach nur um irgendeinen Berater handelt, sondern um einen der Magie kundigen. Morwyns Patenonkel ist ein Diedne!

Die beiden Igniculi treten höflich beiseite, als der alte Mann Morwyn zu sich heranwinkt. Während Father Geoffrey beobachtet, dass der Kranke seinem Patensohn etwas zuflüstert, was diesen erbleichen lässt, sieht Semper Secundus in einer Ecke einen Stab stehen. Dieser ist mit offensichtlich magischen Runen beschrieben, aber mit keinen, die der Tremere zu entschlüsseln vermag. Das müssen Diedne-Runen sein, und Semper versucht, sie mit Hilfe eines Zaubers zu entziffern. Dabei wird er (als Folge eines Patzers) von den geschickt in den Stab gebrannten Runen, die beinahe zu leuchten scheinen, völlig gefangen genommen. Immer mehr erschließen sie sich ihm, und er hat ihre Bedeutung schon fast verstanden, als Father Geoffrey den völlig in Trance verfallenen Tremere beinahe mit Gewalt aus dem Zimmer zieht, weil es Zeit zu gehen ist und Morwyn den „Gelehrten“ schon mehr als seltsam ansieht. Semper Secundus flucht herzhaft und geht beinahe auf den geistlichen Companion los: Er war SO nah davor, die Runen auf dem Stab – und damit das Prinzip der Diedne-Magie an sich! – zu entschlüsseln!

Dass der Druide nach der geflüsterten Unterhaltung mit Morwyn in die Kissen zurücksank und starb, hat der Tremere in seiner Verzückung gar nicht mitbekommen. Father Geoffrey sind dieser Umstand und die aufrichtige Trauer des jungen Adeligen natürlich nicht entgangen, und so bietet er nun dem jungen Mann seinen geistlichen Beistand an. Morwyn lehnt zunächst ab: Es gebe vieles, über das er nachdenken müsse, erklärt aber, er komme gegebenenfalls auf das Angebot zurück.

Am nächsten Tag gehen die Igniculi dem eigentlichen Grund ihres Hierseins nach: Sie suchen den hier ansässigen Silberschmied auf, von dem sie sich ein passendes Hochzeitsgeschenk für Sir Trevans Sohn und dessen nordländische Braut erhoffen.
Tatsächlich hat der Kunsthandwerker einige äußerst hübsche Stücke im Angebot, darunter einen zweigeteilten Trinkbecher, der Evelyn aufgrund seiner Symbolik sehr gut gefällt, der aber im täglichen Leben vermutlich etwas untauglich wäre, sowie zwei Armreifen, deren eingravierte Bildmotive zwar auch einzeln Sinn ergeben, die sich aber zu einem anderen und vollständigen Bild zusammenfügen, wenn man die beiden Schmuckstücke aneinander legt.
Die Armreifen sollen ziemlich teuer sein, die Gefährten beschließen aber dennoch, sie zu kaufen, weil sie als Geschenk einfach so perfekt passen.

Etwas später kommt tatsächlich Morwyn wieder auf die Gruppe zu: Er habe nachgedacht, und ja, es gebe etwas, über das er sprechen möchte. Daraufhin erzählt der junge Mann einen Teil der Geschichte, die Evelyn bereits erlauscht hat: dass nämlich sein Cousin Peridor seit dem Tod seiner Schwester nicht mehr auf die Burg gekommen sei und er nun befürchte, an der Geschichte von der Grippe, die Elaine dahingerafft habe, stimme irgendetwas nicht. Sein Patenonkel und Mentor habe ihm nun eine beunruhigende Mitteilung gemacht, und er wolle Peridor suchen gehen. Ob die Igniculi helfen würden?

Die Gruppe lässt sich nicht lange bitten, sondern erklärt sich natürlich sofort bereit, Morwyn zu begleiten. Es werden also einige Vorbereitungen für eine Reise getroffen, dann wird aufgebrochen, ohne Lord Morgan groß bescheid zu geben.

Der Wald, in dem Peridor laut den Worten des Druiden festgehalten werden soll, befindet sich einige Tagesreisen entfernt. Auf dem Weg dorthin begegnet die Gruppe irgendwann einigen anderen Reisenden. Man tut sich zusammen, baut zusammen das Nachtlager auf und kommt ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der anderen Gruppe um Köhler handelt, die zur alljährlichen Köhlerei unterwegs sind. Die Männer sind auf Lord Morgan alles andere als gut zu sprechen, weswegen Morwyn sich hütet zu sagen, wer er ist.

Der Grund für die Verärgerung der Köhler ist folgender: Seit etwa vier Jahren (natürlich!) ist es strikt verboten, den hiesigen Wald zu betreten. Stattdessen stehen die Rechte für Köhlerei und sonstige Waldnutzung jetzt allein einem Fischerdorf am Meer zu, wo man von derlei Tätigkeiten eigentlich keine Ahnung hat. Also übt man diese nicht selbst aus, sondern verkauft das Recht, an einem vom Dorf bestimmten Ort im Wald einen Meiler aufbauen zu dürfen, jedes Jahr für teures Geld an die umliegenden Siedlungen.

Die Gruppe muss Morwyn etwas zurückhalten, weil der ein wenig aufbrausende und standesbewusste junge Mann den Stich gegen seinen Vater und den Adel im Allgemeinen nicht auf sich sitzen lassen will, aber dieser Bericht bestätigt noch einmal, was die Igniculi sich ohnehin bereits gedacht hatten: Vor vier Jahren muss irgendetwas geschehen sein, das Schwester Elaines Tod verursachte, Cousin Peridor von weiteren Besuchen abhält und Lord Morgan dazu brachte, so gut wie möglich zu verhindern, dass Leute unkontrolliert den Wald betreten. Logische Schlussfolgerung: In dem Wald ist irgendetwas, das niemand sehen soll, deswegen die Spielchen mit den an die Fischer verschenkten Köhlerrechten.

Es ist Morwyn, der auf die Idee kommt, man könne doch den Männern ihre Ausrüstung abkaufen und im Fischerdorf dann selbst so tun, als sei man wegen des Kohleabbaus hier. Ein ausgezeichneter Plan, also wird er gleich in die Tat umgesetzt, sehr zum Missfallen von Knut, der natürlich eine sehr vehemente Meinung zum Thema Bäume für Brennmaterial schlagen hat. Auch dass die Igniculi nur so tun wollen, als ob, beruhigt den magischen Baum dabei nicht so wirklich. Die Köhler sind zwar ein wenig amüsiert ob der Anfänger, die noch dazu eine Frau dabei haben, aber sie lassen sich auf den Handel ein.

Im Dorf selbst lässt sich nicht groß Weiteres herausfinden, aber im Wald dann nutzen die Igniculi die erste Gelegenheit, um sich unter dem Vorwand des Holzsuchens abzusetzen. Morwyn weiß ja nicht, dass er von Evelyn belauscht wurde, also müssen die Gefährten ein wenig vorsichtig vorgehen und den jungen Mann selbst in Richtung des Flusses schubsen bzw. dürfen sich nicht anmerken lassen, dass sie schon wissen, wo er suchen möchte.

Irgendwo macht der Fluss tatsächlich eine Biegung; hier passen die Suchenden also besonders gut auf. Und tatsächlich: In der Nähe einer Furt finden sie eine Art Wegweiser, oder besser gesagt einen Pfahl mit seltsamen Runen darauf; denselben Runen wie auf dem Stab des Diedne, der Semper Secundus so fasziniert hatte.

Nach einigem Überlegen, was dieses Schild wohl aussagen könnte, überqueren die Igniculi den Fluss und betreten das Waldstück innerhalb der Schleife. Schon bald bemerken sie, dass etwas seltsam ist: Die Vögel haben mit einem Mal aufgehört zu singen, und es ist geradezu beunruhigend still – mit der Ausnahme eines leisen Rauschens wie von Wind… nur dass gerade überhaupt kein Wind geht.

Dann sieht die Gruppe, was dieses Rauschen auslöst: Es ist ein Baum, der sich langsam, aber unerbittlich den Igniculi nähert. Dies bringt die Gruppe dazu, sich dann doch besser wieder zurück über den Fluss und hinter den Pfosten mit den Runen zurückzuziehen, woraufhin der Baum ihnen zwar folgt, aber eben nicht über das Schild hinaus.

Nun wird ein wenig mit dem Baum herumexperimentiert. Wann fängt er an, wem wohin zu folgen und für wie lange?
Das Ende vom Lied ist, dass Evelyn und Knut den Baum ablenken, indem sie sich gerade innerhalb der Zone aufhalten und den Baum langsam vom Rest der Gruppe wegziehen. Als sie außer Sicht sind, überqueren die restlichen Igniculi wieder den Fluss und können nun dieses Waldstück ungestört durchsuchen.

Nach kurzer Zeit finden sie in der Mitte dieses Waldabschnittes eine Art Grabhügel, auf dem vier Eichen stehen, deren Kronen ineinander verwoben sind. Ein Loch, wo die fünfte Eiche einmal gestanden haben muss, zeigt, wo der wandelnde Wächter herkam. Und tatsächlich zeigt das Wappen derer von Cadwallon eben fünf stilisierte Eichbäume, deren Kronen miteinander verbunden sind.

Es liegt also die Vermutung nahe, dass es sich hier um das Grab eines Familienmitglieds derer von Cadwallon handeln dürfte, und tatsächlich liegt hier Cousin Peridor begraben, wie Morwyn betrübt feststellt.
Aber das ist nicht alles. Der junge Mann kriecht in das Grab hinein und findet dort seinen Vetter in der Höhlung aufgebahrt, staubig und von Spinnweben bedeckt, als liege er bereits einige Jahre lang hier. Auch seine Rüstung und sein Schwert sind entsprechend angerostet. Der Leichnam jedoch wirkt erstaunlich frisch.

Bei Peridor liegt eine Pergamentrolle, verfasst von dem Druiden, wie Morwyn an der Schrift erkennt. Der Text bestätigt die Identität des Toten, spricht aber auch davon, dass Peridor von Lord Morgan erschlagen worden sei, weil er zu einem wilden Tier wurde und in seiner Raserei Morgans Tochter Elaine getötet habe. Ob Monster oder Mensch, man wisse es nicht, aber möge er nun seinen Frieden hier finden.

Dann beginnen die vier verbliebenen Bäume plötzlich, sich zu bewegen. Ihre Wurzeln tasten herum und greifen erschreckend schnell nach Morwyn, so dass es den draußen stehenden Gruppenmitgliedern gerade noch so gelingt, ihn herauszuziehen.

Morwyn ist natürlich völlig vor den Kopf geschlagen, vor allem darüber, dass Elaine von einem wilden Biest gerissen worden sein soll und nicht an einem Fieber gestorben, wie man ihm immer gesagt habe. Er besteht darauf, in der Familiengruft auf der Burg Elaines Grab zu öffnen und sich selbst davon zu überzeugen. Dafür bittet er die Igniculi ein weiteres Mal um deren Begleitung und Hilfe bei der Lösung dieses letzten Rätsels, und natürlich stimmen die Gefährten zu.

Zurück auf Burg Cadwallon ist Morwyn viel zu ungeduldig, um erst mit seinem Vater zu sprechen. Sofort stürmt er hinab in die Gruft und öffnet den Sarkophag seiner Schwester. Der Leichnam der jungen Frau sieht so aus, wie er nach vier Jahren aussehen sollte, doch trotz der Mumifizierung kann man noch Krallenspuren an Elaines Körper entdecken.

Als er diese Beweise erblickt, stößt Morwyn einen markerschütternden Schrei aus, der mit einem Mal in ein langgezogenes Geheul übergeht. Dann verwandelt der junge Mann sich in einen riesenhaften Wolf, der jedoch nicht die Igniculi angreift, sondern aus der Gruft die Treppen hinauf in die Nacht stürmt.

View
Igniculus-in-Arden, 30. September 2014

Der unsichtbare und von seinen vorigen Anstrengungen etwas erschöpfte Semper Secundus kann nichts weiter tun, außer dem seltsamen, dämonischen Hund mit den rotglühenden Augen hinterherzusehen, wie dieser im umverbrannten Teil des Waldes verschwindet.

Als der Magus wieder bei seinen Gefährten angekommen ist, die sich inzwischen in sichere Entfernung vom Feuer gebracht haben (vor allem Knut*), erzählt er natürlich von seinen Erlebnissen, und das Spekulieren beginnt. War der “Dämonenhund” womöglich der ortsansässige Magier, der auf diese Weise den vom Aschenkerl gelegten Flammen entkommen ist? Askeladd war es vermutlich nicht, zumindest stellt es sich den Igniculi so dar, denn der Aschenkerl war ja selbst nicht ins Feuer gegangen, sondern hatte sich vorher verzogen. Wenn die Vermutung also stimmt, dann war der örtliche Magus wohl irgendwie mit dämonischen Kräften im Bund – oder war die ziemlich verzerrte Version eines Bjørnær. Oder er hat den Hund nur beschworen, sich nicht selbst in ihn verwandelt? Aber auch das würde dämonistische Verbindungen nahelegen… und es würde nicht erklären, warum in dem Dreieck, in dem das Feuer gewütet hat, keine Leiche oder sonstige Überreste, die auf einen Menschen schließen lassen würden, zu finden sind. In dem gesamten Areal ist alles völlig verbrannt – bis auf eine pentagrammförmige Stelle, die völlig unversehrt und unverbrannt geblieben ist. Es könnte also sein, dass der Magus hier einen Schutzkreis gezogen hat – oder bereits vorbereitet hatte -, in dem er überleben konnte, bis er sich in die Hundeform verwandelt hatte. So oder ähnlich jedenfalls schlussfolgern die Igniculi.

Dass der Mann kein sonderlich netter Mensch war (oder ist), das wusste die Gruppe ja schon anhand der Tatsache, dass er Esmeralda entführen wollte. Nun jedoch kommen eventuelle dämonistische Tendenzen dazu. Und obwohl sie in dem Feuerdreieck keine Leiche gefunden haben, liegt etwas außerhalb, dort, wohin das Feuer auf normale, nicht-magische Feuer übergegriffen hatte, die angekohlte Leiche eines von Askeladds Kriegern. Weitere Schlussfolgerung der Gruppe: Der Mann könnte von dem Dämonenhund umgebracht worden sein. Oder ist eben einfach so verbrannt, weil er nicht rechtzeitig wegkam, aber das glaubt irgendwie niemand so recht. (Irgendjemand nimmt auch die angesengte, aber ansonsten unversehrte Fibel vom Umhang des Nordmannes mit, meine ich.)

Obwohl Evelyn sich dafür ausspricht, so schnell wie möglich nach Warwick zurückzukehren, um die Hochzeit nicht zu verpassen, plädiert Cedric dafür, sich noch ein klein wenig länger im Dorf aufzuhalten und versuchen, noch ein wenig mehr über den walisischen Magus herauszufinden. Und außerdem kann man ja im Dorf vielleicht noch ein wenig bei den Aufräumarbeiten helfen.

Gesagt, getan: Als im Dorf wieder einigermaßen Ruhe eingekehrt ist, hören die Consortes sich bei den Anwohnern um. Vielleicht handelt es sich bei dem Gehörten größtenteils um Übertreibungen und Gerüchte, aber der Mann war den Dorfbewohnern jedenfalls zutiefst verdächtig und unsympathisch. Na gut, er war ein Hermetiker, die haben ja nun mal diese unheimliche Aura. Aber trotzdem schält sich ein Bild heraus von einem nicht nur unheimlichen, sondern auch sehr unfreundlichen Menschen, der sich vor etwa sechs (?) Jahren in der Kate außerhalb des Dorfes niedergelassen habe. Und seither seien immer mal wieder Leute verschwunden oder tot aufgefunden worden, die in jener Ecke des Waldes zu tun hatten, die Anzahl der Fehlgeburten habe zugenommen, und so weiter, und so weiter.

Im Gespräch kommt heraus, dass der damalige Ortsvorsteher mehr mit dem Mann tun gehabt habe, aber schon nicht mehr am Leben sei. Seine Witwe allerdings lebt noch hier, also geht Cedric sich mit der ihr unterhalten. Die ältere Dame erzählt, dass ihr Mann selig damals mit dem Neuankömmling habe sprechen wollen, nachdem der sich einfach so, ohne irgendwen um Erlaubnis zu fragen, in der Hütte eingenistet hatte, und ihn eigentlich hatte auffordern wollen, die Gegend wieder zu verlassen. Nach dem Besuch jedoch sei ihr Mann mit veränderter Einstellung zurückgekommen und habe erklärt, der Einsiedler – ein Caledonier namens Malcolm (oder Duncan? Ich weiß es gar nicht mehr, muss bei Slobo nochmal nachfragen) – dürfe bleiben. Wie es zu seiner Meinungsänderung kam, sagte er nicht, habe generell nicht mehr über den Besuch sprechen wollen, und kurze Zeit darauf sei er gestorben. Mit dem Dorfpriester habe er aber lange darüber geredet – nur sei der Dorfpriester inzwischen auch schon nicht mehr am Leben, wie schade, so ein junger Bursche sei das noch gewesen.

Ihr Mann habe auch keine Aufzeichnungen oder ähnliches hinterlassen, die sich die Igniculi einmal ansehen könnten, und auf die Idee zu versuchen herauszubekommen, ob der junge Dorfpriester vielleicht ein Tagebuch geführt hat oder so etwas, kommt in dem Moment niemand aus der Gruppe. (Oder hatten wir das sogar versucht, blieben aber erfolglos? Jaja, da geht es hin, das Gedächtnis.)

Jedenfalls ist hier in Wales erst einmal nichts weiter über diesen Malcolm (oder Duncan) herauszufinden, aber vielleicht kann man ja beim caledonischen (oder englischen) Tribunal etwas über einen nach Wales ausgewanderten schottischen und offensichtlich bundlosen Magus dieses Namens in Erfahrung bringen. Jedenfalls sollten die Magier zuhause in Arden sobald wie möglich mit einbezogen werden, weil die Consortes selbst ja wohl kaum Nachforschungen in dieser Richtung werden anstellen können. Außerdem sollten die Magi wissen, dass der Waliser Schotte vielleicht noch am Leben ist und dass Askeladd ihn offensichtlich ganz spezifisch zum Ziel auserkoren hatte und nicht einfach nur zufällig dort vorbeikam.

Aber zunächst geht es zurück nach Warwick, bzw. zu der verborgenen Regio in der Nähe der Stadt, wo Darek und seine Leute leben.
Cedric-der-Ältere, der Torwächter, ist wenig begeistert davon, die Gruppe zu sehen, lässt sie aber nach ein wenig freundlichem Geplänkel durch seinen jüngeren Namensvetter brummelnd durch seine Hütte in den Tunnel, der zu der Regio führt.

Bei ihrer Ankunft in dem Regio-Dorf werden die Igniculi Zeuge einer Szene zwischen Dareks Tochter Amorena und einem jungen Mann, den das temperamentvolle Mädchen gerade lautstark beschimpft und zum Verschwinden auffordert. Caleb, der Dieb aus Warwick und Amorenas guter Freund, ist auch gerade anwesend. Der Fremde ist offensichtlich Amorenas Verlobter, und die beiden befinden sich in der Zeit zum Kennenlernen, die der Häuptling seiner Tochter nach deren Flucht zugestanden hatte. So gut scheint dieses Kennenlernen allerdings nicht zu funktionieren, denn Amorena ist anscheinend wirklich ständig streitlustig zu ihrem Versprochenen. Darek selbst sogar erwähnt seinen Gästen gegenüber, dass, wenn er es nicht besser wüsste, er ja beinahe denken würde, die beiden passten nicht zusammen, aber… nein. Das kann gar nicht sein. Seine eigene Frau war auch so temperamentvoll, und der eine oder andere Streit gehöre einfach dazu.

Semper Secundus versucht noch, seine beiden Gefährten dazu zu bringen, sich aus der Beziehungskiste zwischen Amorena und dem Häuptlingssohn des anderen Dorfes herauszuhalten, aber Evelyn Streona ist nun mal jemand, der sich in alles einmischen muss, und Cedric of Aymerstone hat eine Schwäche für Damen in Nöten, deswegen machen die beiden Amorenas Wohlergehen natürlich zu ihrer Angelegenheit, auch wenn Semper darüber verzweifelt die Augen verdreht.

Evelyn geht also mit Amorena reden und erfährt, dass diese ihren Verlobten einfach nur todlangweilig findet. Sie versuche immer wieder, ihn in einen Streit zu ziehen, weil sie gerne einmal eine eigene Meinung von ihm hören würde, aber alles glitte immer nur an ihm ab, und er sei so grau und uninteressant. Und seit ihrem Fluchtversuch lasse ihr Vater sie gar nicht mehr aus dem Dorf weg, was alles nur noch langweiliger und trister mache.

Na gut, mit dem jungen Mann kann man ja mal reden, ob er wirklich so langweilig ist, oder ob er vielleicht nur so tut, weil er denkt, es sei das Richtige. Darek gegenüber hatten die Igniculi offen ihre Suche nach einem Hochzeitsgeschenk als Grund für ihren Besuch angegeben, und es hatte sich recht schnell herausgestellt, dass es in Dareks Dorf keine passenden Kunstgegenstände gibt. Nur einige gut gearbeitete Gladii, aber ob ein Schwert das geeignete Geschenk für den eher als weich empfundenen Ritterssohn wäre? In dem anderen Dorf in der Regio jedoch, also dem Dorf, wo Amorenas Verlobter herkommt, gebe es einen guten Goldschmied, vielleicht finde sich ja unter dessen Arbeiten etwas Passendes.

Eine gute Idee, denn am nächsten Morgen will der junge Mann ohnehin wieder nach Hause aufbrechen, dann können die Igniculi sich ihm gleich anschließen. Und unterwegs ergibt sich dann vielleicht auch die Gelegenheit, mal die Beziehung zu Amorena zur Sprache zu bringen.

*PS: Apropos Knut. Wir hatten alle in den letzten Tagen den Film “Guardians of the Galaxy” gesehen, und natürlich ergaben sich während der Sitzung etliche Gelegenheiten für “Ich bin Knut!”-Sprüche.

View
Igniculus-in-Arden, 16. September 2014

Nachdem Semper Secundus’ Spieler die letzten Wochen ja nicht dabei war und wir nicht genau wussten, mit welchem Charakter er auf die Reise mitgekommen war, konnte er beim letzten Mal endlich wieder teilnehmen und entschied sich für seinen Magus. Damit haben wir nun doch nicht die erste nur aus Companions bestehende Gruppe, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Jedenfalls erklärten wir Askeladds bisherige Nicht-Reaktion auf den Tremere damit, dass dieser wie sich wie üblich unsichtbar gemacht hatte, als die Gruppe zu dem Lagerfeuer nachschauen ging, so dass der Nordmann gar nicht mitbekam, dass eine weitere Person anwesend war. Semper Secundus erkannte auch die vom Aschenkerl auf die Hand des Baummannes gezeichneten Runen und konnte den Gegner der Igniculi auf diese Weise identifizieren, sagte aber dem Rest der Gruppe zunächst logischerweise nichts davon, weil er seine Anwesenheit ja nicht verraten wollte.

Jetzt jedoch schleicht Semper Secundus dem Wikinger hinterher, und über seiner Solo-Erkundung vergeht beinahe der ganze Rest des (ohnehin recht kurzen) Spielabends. Aber da der Spieler so lange nicht dabei war, neidet ihm keiner das Spotlight – und es ist ja auch ziemlich amüsant und interessant, was er da so anstellt.

Als die Igniculi sich entfernt haben, geht der Aschenkerl (ungesehen verfolgt von Semper Secundus, der seine ersten Schleichen-Proben mehr oder weniger anstandslos besteht, oder zumindest bemerkt Askeladd nichts) auf die Kate des fremden Magus zu, macht in einiger Entfernung halt und zeichnet drei seiner Runen in den Erdboden, ehe er weitergeht. Einer seiner Leibwächter bleibt aber bei der Zeichnung, um diese zu bewachen. Unser Tremere, der sich die Runen aus der Nähe ansehen will, bemerkt, wie beinahe umgehend das Gras um die Zeichnung herum auszutrocknen beginnt und einen verdorrten Aspekt annimmt. Aha, erkennt Semper Secundus sofort, der plant etwas mit Feuer! Der Nordmann bewegt sich jetzt nicht mehr direkt auf die Hütte zu, sondern leicht schräg an ihr vorbei, ehe er das nächste Dreieck aus denselben Runen auf den Boden zeichnet und auch dort einen Leibwächter zur Bewachung abstellt. Auch hier verdorrt das eigentlich feuchte Herbstgras sofort und macht Anstalten, beim kleinsten Anlass in Flammen auszubrechen.

Semper vermutet schon, dass die Runen nicht nur in sich dreieckig sind, sondern auch insgesamt ein großes Dreieck ergeben sollen. Jetzt jedoch verrät der Tremere sich beim Schleichen, und der nordische Magier wird auf ihn aufmerksam. Glücklicherweise gelingt es Semper Secundus, sich davon zu machen, ohne dass der Aschenkerl ihn erwischt, aber nun ist es ihm natürlich unmöglich, etwas gegen den Nordländer zu unternehmen.

Unsichtbar eilt Semper Secundus zurück zu seinen Gefährten, kommt auch gerade so aus dem betroffenen Gebiet heraus, ehe der Aschenkerl offenbar das dritte Runendreieck beendet hat und alles innerhalb der gedachten Dreieckslinien lichterloh in Flammen aufgeht. Noch immer unsichtbar, zerstört Semper Secundus an einer der Dreiecksspitzen dem dort positionierten Leibwächter die Axt. Aus diesem Grunde kann der Kämpfer nicht gegen die Gestalt vorgehen, die kurze Zeit darauf aus dem Feuer springt: eine Art felloser Nackthund, der ein wenig dämonisch wirkt.

View
Igniculus-in-Arden, 02. September 2014

Die folgende Nacht verbringen die Reisenden an unterschiedlichen Orten: Knut draußen vor der Stadt, in Baumgestalt in die Erde gewurzelt, Father Geoffrey bekommt von seinem Priesterkollegen Unterkunft geboten, Cedric in der Taverne, wo er sich mit seinem Lautenspiel ein Abendessen und ein Nachtlager verdient hat, Ethelred oder Semper (wir wissen immer noch nicht, mit welchem Charakter Alion denn nun eigentlich unterwegs ist, weil Alion leider auch gestern wieder keine Zeit hatte) sind auch irgendwo untergekommen, und Evelyn wird von ihrem Ex-Schwiegervater für die Nacht aufgenommen.

Bei dem gemeinsamen Abendessen erfährt die junge Adlige weitere Gerüchte, unter anderem auch, dass der Sohn von Sir Trevan heiraten wird, und zwar – Skandal! – eine mittellose Nordländerin, eine Waise und nicht von Stand. Die Hochzeit soll anlässlich des großen Herbstmarktes gefeiert werden, der in nächster Zeit irgendwann stattfinden wird. Da Evelyn selbst, Father Geoffrey und Cedric bei den Ereignissen in Sir Trevans Burg und der Befreiung seines Sohnes (der lustigerweise bislang nie einen Namen erhalten hat) beteiligt waren und den jungen Mann daher kennen, versteht es sich eigentlich beinahe von selbst, dass die Igniculi dem Brautpaar ihre Aufwartung machen möchten.

Da stellt sich dann allerdings die Frage: Woher auf die Schnelle ein passendes Hochzeitsgeschenk nehmen?
Cedric hat es da leicht: Er kann dem Brautpaar einfach eine Ballade schreiben. Aber reicht das bereits als angemessenes Geschenk vom ganzen Bund?
Als die Igniculi ihn kennenlernten, war der junge Mann ja gerade aus Italien zurückgekehrt und hatte begeistert von den dortigen Umständen erzählt. Also bietet es sich doch an, etwas „Italienisches“ auszuwählen. Die örtlichen Kunsthandwerker allerdings sehen alle mehr als verständnislos drein, als Evelyn nach italienischen Waren fragt.

Hm. Darek und seine Leute in der Regio in der Nähe stammen doch von den Römern ab und haben die letzten Jahrhunderte in ziemlicher Isolation verbracht, sind also nicht sonderlich von der englischen Kultur “verdorben”. Vielleicht ist dort etwas zu finden, das passt.

Wie man in die Regio kommt, weiß, falls es von den Companions niemand tun sollte, mindestens Caleb, der Dieb, der in diesem Falle eine Wegbeschreibung liefern kann. So oder so sind die Igniculi kurze Zeit darauf in Richtung der versteckten Römer-Regio unterwegs, als die Aufmerksameren unter ihnen nach etwa einer Stunde plötzlich ein Geräusch hören. Aus dem Wald kommt eine seltsame Gestalt: Ein Mann, der aber eine borkig-braune Holzhaut hat und sich auch seltsam ruckartig bewegt. Das muss der seltsame Baummensch sein, den die Warwickenser erwähnt hatten!

Der Baummann bewegt sich zielstrebig auf die Gruppe zu, und sehr schnell wird klar, dass Evelyn Streona sein Ziel ist. Knut die Nordmanntanne und Cedric der Barde wollen sich dazwischen werfen, scheitern aber, weil der Baummensch trotz seines komisch staksenden Ganges einfach viel zu schnell ist. Die Männer müssen hilflos mit ansehen, wie der Kerl Evelyn erreicht – und dann zielsicher nach Kater Mikesch greift, der um die Beine der jungen Frau herumstreift.

Der Baummann nimmt den kleinen Kater zwischen seine Hände, dann stapft er unbeirrbar los. Auf Ansprache reagiert er nicht, und er ist zu stark, um ihn körperlich aufzuhalten. Also versucht Cedric es mit Musik. Er nimmt seine Laute vom Rücken und spielt ein derart einlullendes Ständchen, dass der Baummensch tatsächlich innehält und sich im Takt der Musik zu wiegen beginnt. Während der Barde unbeirrt weiterklampft, haben die anderen nun eine Chance, mit dem Katzenentführer zu reden. Dieser spricht zwar nicht, aber er nickt und schüttelt den Kopf und macht sonstige Gesten, so dass die Verständigung doch einigermaßen klappt, nachdem die Gruppe sich darauf eingestellt hat, nur Ja-Nein-Fragen zu stellen.

Folgendes kommt heraus, wenn auch nicht unbedingt in dieser Reihenfolge: Der Baum ist im Auftrag eines anderen unterwegs. Anders als Knut war er früher ein normaler Baum, der aber plötzlich ein Bewusstsein entwickelt hat – anscheinend wurde er mit einem Zauber zum Leben erweckt. Sein Auftraggeber hat ihn beauftragt, den Kater zu ihm zu bringen. Wirklich ganz explizit den Kater? Nein, sondern das Lebewesen, das den Ring trägt. Dabei fällt Evelyn nun auf, dass Mikesch ein Seidenband trägt, an dem ein hölzerner Ring befestigt ist – und das ist definitiv nichts, das sie ihrem Kater angezogen hat.

Weil Knuts Eichhörnchen bei der Erwähnung dieses Rings schuldbewusst blicken, werden nun die possierlichen Gesellen näher befragt. (habe ich diese Eichhörnchen überhaupt schon erwähnt? Knut der Baum hat drei “Faerie Friends”, Feeneichhörnchen, die ständig um ihn herumspringen und, wenn er sich in Baumform befindet, in seinen Ästen turnen, und wenn er ein Mensch ist, auf seinen Schultern sitzen. Die Eichhörnchen, von der Gruppe liebevoll ‘die Faeriemunks’ genannt, haben schon für jede Menge Schabernack gesorgt, aber bislang war das – bis auf die Gelegenheit, wo sie den ganzen Ärger mit der Herrin/Hüterin losgetreten haben, weil sie Gudrids Worte falsch weitergaben – eigentlich eher Fluff.) Die Eichhörnchen geben jedenfalls zu, dass sie diejenigen waren, die Mikesch das Seidenband und den Ring umgehängt haben, weil sie das “hübsch” fanden. Geklaut haben sie beides in Esmeraldas Wohnwagen, als Knut sie dort hineinschickte, nachdem er mit Cedric über das Heiraten und die Liebe gesprochen hatte. Weil Knut ja wusste, dass Menschen heiraten, um sich ein Reich zu sichern und er sich nicht vorstellen konnte, was wohl Esmeraldas Reich sei, außer ihrem Wohnwagen, hatte Knut die Faeriemunks beauftragt, sich dort drin einmal umzusehen.

Jetzt jedenfalls ist der Baummensch fest überzeugt, in Mikesch das Ziel seines Auftrags gefunden zu haben, weil der Kater ja den Ring trägt, und ist durch nichts davon abzubringen. Wie der Baum den Ring überhaupt habe finden können? Der Ring sei ein Teil von ihm, gibt er zu verstehen, indem er auf seinen Oberarm zeigt, wo ein ringförmiges Stück aus der Borke geschnitten wurde. Wie weit er denn jetzt zu seinem Auftraggeber zurückzugehen habe? Mehrere Tage, wenn nicht Wochen. Und nein, er ist nicht bereit, seine Beute herauszurücken, als die Gruppe ihm anbietet, ihn zu begleiten und den Kater für ihn zu tragen. Begleiten wollen sie ihn aber dennoch, erklären die Igniculi, denn Evelyn ist nicht bereit, ihren Kater im Stich zu lassen, selbst wenn sie dadurch die Hochzeit verpassen sollten.

Cedric hört also auf zu spielen, und die Gruppe macht sich in Begleitung des Baumes auf den Weg. Ohne Evelyn, allerdings, denn diese will zurück nach Warwick, um mit Esmeralda zu reden. Wobei nein, von ‘wollen’ kann eigentlich keine Rede sein, da sie ihren Kater nicht im Stich lassen möchte, aber die anderen überreden sie mit dem Argument, dass Cedric, obgleich wortgewandt, in Bezug auf Esmeralda der Falsche wäre, und weder Knut noch Geoffrey noch Ethelred (oder Semper, je nachdem) sind wirklich geeignet dazu. Und überdies kann Evelyn sich in Warwick ja ein Pferd nehmen und die vorausgewanderte Gruppe schnell wieder einholen. Also nimmt die junge Adlige ihren Freunden das Versprechen ab, Mikesch keinesfalls etwas zustoßen zu lassen, und eilt zurück Richtung Warwick.

Im Gespräch mit Esmeralda erfährt Evelyn, dass die junge Zigeunerin den Holzring vor einigen Monaten in Wales erhalten hat, als die Schausteller in einem bestimmten Dorf auftraten. Dort machte ihr ein wunderlicher, etwas beängstigender Mann Komplimente und schien ihr den Hof machen zu wollen. Als sie ablehnte, kam er am nächsten Tag vor der Abreise der Truppe wieder und schenkte Esmeralda den Ring mit den Worten, sie solle den tragen, damit sie etwas habe, um sich an ihn zu erinnern, und weil er so gut zu ihr passen würde. Die junge Frau war zu höflich, um abzulehnen, hat den Ring aber nie getragen, sondern in ihrem Wagen aufbewahrt. Ihn weggeworfen hat sie allerdings auch nie.

Jedenfalls wissen die Igniculi also nun genauer, was sie bislang nur vermutet hatten: dass da tatsächlich ein zauberfähiger Mensch hinter Esmeralda her ist. Evelyn hat die Gruppe schnell wieder eingeholt, und der Rest der Reise nach Wales, in das besagte Dorf, vergeht ereignislos. Der Baum-bezaubernde Magier wohnt in einer Kate ein Stück vom Dorf entfernt, und dort in der Nähe sieht man auch einen dünnen Rauchfaden aufsteigen.

Cedric beeinflusst den Baum wieder mit seinem Lautenspiel, weil die Gruppe erst einmal auskundschaften gehen möchte, was es mit dem Rauchfaden auf sich hat. Dieser kommt von einem kleinen Lagerfeuer, wo drei Männer sitzen: offensichtlich Nordmänner, davon zwei in Kriegerrüstung und einer in den Gewändern eines wohlhabenden Händlers. Die Krieger springen zwar wachsam auf, aber die Igniculi machen deutlich, dass sie keinen Ärger wollen, und tatsächlich beschwichtigt der Händler seine Leibwächter.

Nach durchaus höflicher gegenseitiger Vorstellung (“Nennt mich Harold”, sagt der Händler, auch wenn das definitiv kein Nordmann-Name ist), wird Harold befragt, was er hier tue. Man müsse seine Feinde kennen, ehe man gegen sie vorgehe, erwidert der Nordmann. Was denn die Gruppe hier tue, ist seine Gegenfrage. Relativ offen erklärt man dem Mann, dass man eigentlich nur den Kater der Gefährtin befreien wolle, den dieser Baummensch entführt habe. “Und sobald ihr die Katze habt, geht ihr?”, hakt der Nordmann nach. “Wir haben keinen Grund, länger zu bleiben”, bestätigt Father Geoffrey. “Ihr wollt also auch meine Kreise nicht stören?” “Wir wollen nur den Kater.” “Nun gut”, erwidert Harold, “das haben wir gleich.”

Er geht zu dem von Cedric noch immer bezauberten Baummenschen, zeichnet drei Runen in einem Dreieck auf dessen Handrücken, woraufhin die Pranken des wandelnden Baumes sich öffnen und Mikesch fauchend herausgehüpft kommt. Ich weiß gar nicht, ob ic einer der Companions diese Runen erkannt hat, aber ooc geht den Spielern ihre Bedeutung natürlich sofort auf. Dieser ‘Harold’ ist niemand anders als der Aschenkerl höchstpersönlich! Die Charaktere haben keinen Grund, ihr Versprechen nicht einzuhalten, sondern verabschieden sich von dem Nordmann.

“Vielleicht sieht man sich ja einmal wieder”, fällt die höflich-nichtssagende Floskel. Und der unbedarft-harmlose Knut kann nicht an sich halten. “Ja, vielleicht kommt Ihr ja einmal zu Besuch; wir leben im Wald von Arden!” (Was aus Charakter-Sicht durchaus Sinn ergibt; Knut hat ja keine Ahnung, dass er dem großen Erzfeind der Igniculi gegenübersteht)
Das wiederum lässt ‘Harolds’ Brauen in die Höhe schießen. “Oh, ich glaube sicher, dass wir uns wiedersehen werden”, gibt er noch von sich, ehe die Companions, nicht wissend, mit wem sie es da gerade zu tun hatten, den Rückzug antreten. Dass Askeladd jetzt wohl den walisischen Magier ausschalten wird, dass können die Igniculi sich zwar denken, aber da er Esmeralda entführen und bezaubern wollte, haben sie nicht so wirklich viel Mitleid mit dem Mann.

View
Igniculus-in-Arden, 12. August 2014

Was eine Sommerpause bis Ende Juli werden sollte, zog sich dann doch bis Mitte August hin, aber wir wollten nicht wieder mit zwei Ausfällen spielen, sondern nach der Pause dann gleich wieder richtig einsteigen. Wobei auch in der gestrigen Sitzung Semper Secundus’ Spieler wieder fehlte, so dass wir immer noch nicht genau wissen, ob denn nun die Kräuterfrau oder der Illusionsmagier dabei sein wird. Aber, witzeln wir schon, entweder es sind nur Nichtmagier – oder falls nicht, sieht man den einen Magier, der mitreist, sowieso nie.

Es ist Frühherbst, als die Reisegruppe sich auf den Weg macht. Wie immer, ist die erste Etappe die Strecke nach Warwick, etwa drei Tagesreisen vom Bund entfernt gelegen. Am zweiten Tag überholen die Igniculi, obgleich sie zu Fuß unterwegs sind, zwei sehr gemächlich dahinrollende, bunt gestrichene Wagen, in der eine Sippe fahrenden Volkes unterwegs ist. Auf dem Kutschbock des hinteren Wagens sitzen ein älterer, knurriger Mann und dessen sehr hübsche Tochter von vielleicht siebzehn oder achtzehn Jahren, während der vordere Wagen von einem weiteren Mann gesteuert wird, der seine Ehefrau, seinen erwachsenen Sohn und zwei Jungen im Kindesalter dabei hat. Auch zwei Hunde streifen um die Wagen herum.

Cedric von Aymerstone mit seiner Schwäche für hübsche Frauen fällt die junge Zigeunerin natürlich sofort auf. Deren brummeligem Vater scheint das gar nicht zu behagen, vor allem nicht, als die junge Frau die Igniculi einlädt, sich doch dem Zug anzuschließen, weil man gemeinsam doch stets sicherer reise, aber davonjagen will er sie auch nicht, und so setzt man den Weg tatsächlich gemeinsam fort.

Bei der Mittagsrast lernen die Igniculi auch die Leute aus dem anderen Wagen kennen, und es werden Neuigkeiten, Gerüchte und Informationen ausgetauscht. Das ist natürlich die perfekte Gelegenheit, auf das Großereignis hinzuweisen, das im nächsten Sommer in Kaledonien stattfinden soll: Gerade fahrende Spielleute könnten doch ein Interesse daran haben, alte Mythen und Legenden wie Feen und nordische Asen leibhaftig zu Gesicht zu bekommen.

Am Nachmittag wird die Weiterreise für eine Weile unterbrochen, als sich eines der Wagenräder löst, was aber außer dem Zeitverlust keine sonderlichen nachteiligen Auswirkungen hat. Verletzt wird niemand, und die Igniculi, vor allem Knut, der kräftige Baum, helfen bei der Reparatur. Ansonsten vergeht der Rest des Tages ereignislos; nur nachts schlagen die einmal die Hunde an, sind dann aber auch bald wieder ruhig.

Cedric und Esmeralda – so heißt die junge Dame – haben weiterhin durchaus Augen füreinander, aber auch mit Evelyn Streona freundet das Mädchen sich an, als die beiden am nächsten Tag eine Weile gemeinsam auf dem Kutschbock des hinteren Wagens fahren. Dabei erzählt Esmeralda, dass die Sippe die Winter meistens im Süden verbringe, im Frühling dann wieder losziehe und über Wales nach Norden reise, um sich im Herbst dann langsam wieder auf den Rückweg zu machen. Außerdem denkt die junge Frau, ihr Vater wolle sie diesen Winter wohl verheiraten – wen er dabei allerdings im Sinn habe, oder ob er sich überhaupt schon auf jemanden festgelegt habe, das vermöge sie aber gar nicht zu sagen. Am liebsten würde sie ja jemanden heiraten, in den sie sich auch verliebt habe, fügt sie mit einem verschämten Seitenblick auf Cedric hinzu.

In einer ruhigen Minute nimmt Evelyn daraufhin den Barden beiseite und fragt ihn, wie ernst es ihm mit dem Mädchen sei. Cedric ist völlig konsterniert – er hat doch nur ein bisschen geflirtet! Das Mädchen ist viel zu jung, und überhaupt ist sie nicht die Richtige. Daraufhin erklärt Evelyn, Esmeralda habe sich aber aufgrund seiner Flirterei in ihn verliebt und hege nun die ernsthafte Hoffnung, dass er sie vor der ungeliebten Heirat im Winter retten werde. Von besagter anvisierter Heirat wusste der Barde ja bislang noch gar nichts, aber auch wenn er sich nicht in das Mädchen verliebt hat, wehtun will er Esmeralda nicht, und so erklärt er sich einverstanden, in einer ruhigen Minute mit ihr zu sprechen und ihr die Sachlage klarzumachen.

Während des Gespräches zwischen Cedric und Evelyn ist auch Knut anwesend, der dieses ganze Menschending von Heiraten und Liebe und dem allen als Baum nicht so recht verstehen kann. Heiraten, ja, das hat er inzwischen gelernt: Das tun Menschen, wenn sie mächtig oder wichtig sind und damit ein Reich oder so etwas sichern wollen; so wie Lord Herne zum Beispiel die Hüterin heiraten will. Das Wort ‘Liebe’ – oder besser, welche Gefühle sich dahinter verbergen – war ihm bisher nicht recht geläufig, also versucht Cedric ihm das Konzept ein wenig näher zu bringen. Ob und inwieweit das dem Barden allerdings gelungen ist, trotz seiner sehr bildhaften Erklärungsversuche, das bleibt noch abzuwarten.

In Warwick angekommen, nutzt Evelyn ihren Einfluss als Ex-Schwiegertochter des Alderman, um den Schaustellern die Möglichkeit zu verschaffen, zumindest für zwei Tage, bis zum nächsten Wochenmarkt, direkt in der Stadt selbst auf dem Marktplatz spielen zu dürfen, statt vor den Mauern bleiben zu müssen. Die Nacht jedoch verbringen die fahrenden Leute tatsächlich draußen, und wieder schlagen die Hunde an, wie auch schon in der Nacht zuvor. Es geschieht allerdings nichts weiter.

Wie versprochen, spricht Cedric auch noch mit Esmeralda. Dank seines Charmes und seiner Wortgewandtheit gelingt es dem Barden immerhin wenigstens, dass der harte Schlag bei der jungen Frau ein wenig gedämpft ankommt: Er versucht ihr zu vermitteln, dass er sie zwar mag, dass er aber viel zu alt für sie ist, und nicht “die Richtige”, und das junge Mädchen sieht sogar ein, dass sie sich ein wenig in eine Träumerei verrannt hat und Cedric ebensowenig “der Richtige” für sie ist. Dennoch lässt das Gespräch beide natürlich trotzdem recht bedrückt zurück, und Esmeralda verabschiedet sich sehr schnell, will sie Cedric doch ihre Tränen nicht sehen lassen. Und auch Cedric zieht sich mit seiner Laute irgendwohin zurück, um sich mit seiner Musik etwas abzulenken. Nicht einmal nach weiblicher Gesellschaft ist dem sonst so lebenslustigen Barden fürs erste nach diesem Gespräch.

Während Pater Geoffrey sich mit dem örtlichen Priester unterhält, trifft Evelyn in der Stadt alte Bekannte und hört verschiedenste Gerüchte: unter anderem, dass die Hebamme einen neuen Liebhaber habe, wen wundert’s… und dass im Wald eine unheimliche Gestalt gesehen worden sei – ein Mann, der aber aussah wie ein Baum, also eine Art hölzerne Haut gehabt habe. Knut jedoch kann das nicht gewesen sein: Erstens hat er sich während der Nacht nicht vom Lager entfernt, und zweitens sieht er in Menschengestalt aus wie jeder andere Mensch auch, und als Baum hat er das Aussehen eines ganz gewöhnlichen Baumes. Fragt sich also, wer oder was diese seltsame Gestalt gewesen sein mag, und ob sie auch den Igniculi über den Weg laufen wird…

View
Igniculus-in-Arden, 17. Juni 2014

Aufgrund von zwei kurzfristigen Spielerausfällen und dem durchaus vorhandenen Interesse an der WM-Partie im Nebenzimmer war der letzte Spielabend eine eher ruhige “Füll-Sitzung”.

Zuhause im Süden halten die Igniculi jedenfalls eine Bundsitzung ab (ic wird dabei den nicht mitgereisten Magiern natürlich zuerst Bericht erstattet, was wir uns ooc aber geschenkt haben, weil alle Spieler ja bescheid wissen. Gelegenheit für launige Sprüche in Sachen Morgana Constantia wird es schon noch genug geben).

Barden werden also gebraucht, um die Kunde von dem Turnier zu verbreiten. Die findet man natürlich unterwegs am Umherreisen, aber zum Beispiel auch und gerade in großen Städten und an Königshöfen, ist der allgemeine Konsens. Etwa 9 Monate sind noch Zeit bis zu dem Turnier, also kann man noch ein wenig herumreisen und Mund-zu-Mund-Propaganda über das Ereignis verbreiten.
Wohin soll die Reise gehen? Zunächst nach London, das sich als Hauptstadt einfach anbietet, und auf dem Weg dorthin bereits so viel wie möglich Werbung machen. Außerhalb Englands ist die Frage, wo genau man werben möchte. Im streng christlichen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wohl eher nicht – dort ist die Kirche viel zu stark vertreten und das Risiko, dass eben neben dem oder den Barden auch gleich einige fanatische oder militante Kreuzesvertreter anreisen würden, wenn sie von dem Turnier der “Götter” erfahren, viel zu hoch.
Statt dessen lieber die Nordlande: Dänenkönig Sven Gabelbart hat zwar vor Jahren mit seinem Vater, dem damaligen König Harald Blauzahn, das Christentum angenommen, doch werden sein Reich und dessen Bewohner hoffentlich den alten Wegen noch genug verbunden sein, um der Idee von dem Turnier aufgeschlossen gegenüberzustehen.

Doch wer wird die Fahrt antreten? Cedric of Aymerstone ist natürlich als Mitreisender gesetzt, weil er als Barde bereits über entsprechende Kontakte verfügt bzw. sich diese vermutlich schnell auftun kann. Evelyn Streona ist adelig und wortgewandt und deswegen ebenfalls die logische Wahl. Da die Gruppe von London aus in die Nordlande reisen will, sollte wenigstens einer dabei sein, der Norse spricht, und da Principa Gudrid zuhause bleiben wird, ist Knut der Baum der einzige weitere Norse-Muttersprachler im Bund. Falls jetzt noch Father Geoffrey und Ethelred die Kräuterfrau anschließen sollten, dann hätten wir zum ersten Mal seit dem Bestehen von Igniculus-in-Arden eine reine Companion-Reisegruppe ohne jeden Magier. Und dass Ethelred mitreist, würde sich eigentlich anbieten, witzeln die Igniculi: Denn immerhin sitzt derzeit ein König namens Æthelred auf dem englischen Thron, und wer weiß, ob sich nicht in London für die schwatzhafte Kräuterfrau eine Gelegenheit eröffnen würde, ihren königlichen Fast-Namensvetter zu Gesicht zu bekommen. Aber da diese beiden Spieler nicht anwesend waren, wird diese Entscheidung abschließend erst in der nächsten Session getroffen werden.

Da Cedric in der Herbst-Season mit auf die Reise gehen wird und Gudrid zuhause bleibt, handeln wir das Herbst-Lernen der Magier (jedenfalls derjenigen, deren Spieler anwesend waren) bereits jetzt ab. So nutzt die Merinita das im Bund vorhandene Terram-Buch, um es fertig zu studieren und ihre Fähigkeiten in Terram-Magie auf diesem Wege weiter zu erhöhen. Damit hat sie das Buch jetzt ausgelernt: Es gibt nichts mehr darin, das ihr in Sachen Terram noch weiterhelfen könnte. Rosa Nocturna hingegen studiert das Mentem-Buch mit dem Ziel, irgendwann einen bestimmten Spruch zu erlernen, der sie die unterschiedlichsten Sprachen verstehen und sprechen lassen würde. Oder war das Constantia, die gerne diesen Sprachen-Zauber lernen wollte und sich deswegen damit beschäftigt hat, und Rosa Nocturna studierte etwas anderes?
Außerdem wird Crispinus Comis dazu abgestellt, im Herbst das Ignem-Vis aus dem Köhlermeiler einsammeln zu gehen und ansonsten den magischen Handschuh des Terr-oristen weiter zu erforschen.

Angesichts der Ablenkung durch den Fußball und den Urlaub zweier Mitspieler wurde übrigens eine Sommerpause beschlossen: Ende Juli geht es dann weiter.

View
Igniculus-in-Arden, 27. Mai 2014

Im Gespräch mit Königin Mab einigt man sich darauf, dass Barden wichtig sein werden, um das Turnier überregional bekannt zu machen. Die Igniculi werden also für die Barden sorgen, während ihre Majestät außerhalb des Dorfes den Turnierplatz vorbereiten lassen will. Es gefällt den Magiern zwar nicht, die zu recht gefürchtete Mab den Umgang mit den Einheimischen erledigen zu lassen, da diese schon unter normalen Umständen mit sehr harter Hand regiert und die Menschen die Feen am liebsten los wären. Für eine so wichtige Angelegenheit wie das Turnier wird die Winterkönigin höchstwahrscheinlich eher noch härter vorgehen, aber das können die Gefährten dummerweise nicht wirklich ändern. Gudrid spricht das Thema vorsichtig an, kann sich aber nicht sicher sein, ob sie damit nicht alles noch mehr verschlimmert, oder ob Königin Mab sich von ihren Argumenten für eine moderate Vorgehensweise vielleicht doch hat überzeugen lassen.

Constantia spricht noch einmal mit der Fee, die sich ihr bereits schon einmal als Zofe angeboten hat, und bekommt nun doch ein wenig mehr über Sebastians Abneigung ihr – oder besser Morgana – gegenüber heraus. Und zwar trug der Feenritter, das war den Igniculi bereits aufgefallen, an einer Hand einen schwarzen Handschuh, den er auch in Mabs Thronsaal nicht ablegte. Nun erzählt die junge Winterfee, Morgana (wobei sie Constantia direkt anspricht, weil sie diese ja für die berüchtigte Maga hält) habe Sebastian einst die Hand bis auf die Knochen verbrannt oder verätzt oder etwas in der Art, weswegen er schreckliche Schmerzen leide und immer jenen Handschuh trüge. Anfangs habe er Morgana auch durchaus gemocht, sie ihn aber nicht, ehe seine Zuneigung wegen dieses Vorfalls in Hass umschlug. Die Igniculi reimen sich das so zusammen, dass Sebastian sich wohl vermutlich in Morgana verliebt hatte und sie – vielleicht sogar durchaus harmlos – zu berühren versuchte, woraufhin sie ihn auf diese grausame Art bestrafte.

Constantia macht sich auf die Suche nach Sebastian, um mit ihm zu reden und den Versuch einer Erklärung zu unternehmen: Dass sie nicht Morgana sei und ihm nichts Böses wolle. Doch als sie den Feenritter im Burghof findet, wirkt dieser derart wütend und angespannt, ganz ohne sie überhaupt bereits zu Gesicht bekommen zu haben, dass die Flambeau den Kontaktversuch doch lieber unterlässt. Stattdessen sucht sie die junge Fee nochmals auf und bietet ihr an, tatsächlich ihre Zofe zu werden, auch außerhalb von Mabs Reich, falls sie dies wolle. Allerdings, erklärt Constantia, würden sie weit in den Süden reisen, noch deutlich weiter als die Grenze zu Kaledonien. Aber auch dies scheint die Fee nicht zu stören, sondern sie nimmt begeistert an.

Da alles Wichtige inzwischen besprochen ist, machen die Igniculi sich kurze Zeit später wieder auf den Heimweg, bis zu den Grenzen ihres Reiches begleitet von Königin Mab höchstselbst. Am Burgtor treffen sie nochmals auf Sebastian, der Constantia offen droht. “Irgendwann wirst du nicht mehr unter Mabs Schutz stehen. Irgendwann wird sie deiner überdrüssig, und dann… dann werde ich da sein!” Seine Verbitterung ist derart offensichtlich, dass die Maga nun doch versucht, ihm zu erklären, dass sie nicht Morgana sei. Doch das will der Feenritter gar nicht hören, sondern wendet sich mit einem wütenden “Das ist doch nur wieder eines deiner Spielchen!” ab und stapft davon.

Nachdem die Gruppe das Feenreich verlassen hat, macht sie in dem Dorf, wo nächstes Jahr das Turnier stattfinden soll, gar nicht mehr groß Halt, sondern reist gleich in Richtung Heimat weiter. Sehr wohl Station jedoch machen die Igniculi in dem Grenzbund Porta Caledonia, wo sich seit ihrem Zwischenhalt auf der Hinreise nicht sonderlich viel verändert hat. Die meisten Magier sind noch immer im Kampf gegen die Diedne unterwegs, und der einzige Verbliebene ist noch immer der alte Ex Misc namens Duncan. Dieser ist auch noch immer genauso misstrauisch den Igniculi gegenüber wie zuvor und lädt sie nicht in die Bundaura ein, was vermutlich auch daran liegt, dass Constantia innerhalb der Bundmauern noch immer von dem kleinen blauen Ball aus Perdo-Ignem verfolgt wird.

Dennoch wiederholt Principa Gudrid das Angebot zum Austausch von Schriftrollen und Büchern, was Duncan für den Rest seines Bundes unter Vorbehalt gerne annimmt (er kann eben selbst diese Entscheidung nicht treffen) und erklärt, sobald sein eigener Princeps zurückkehre, werde er ihn darüber informieren und dieser dann einen Boten nach Igniculus-in-Arden schicken.
Außerdem untersuchen die Igniculi, soweit ihnen das mit ihren hier begrenzten Mitteln möglich ist, nochmals das Relief von Morgana und Merlin, finden aber nichts weiter darüber heraus.

Anders steht es mit der Bibliothek, in der beim letzten Besuch der Torbogen so heiß zu glühen begann, als Constantia sich ihm näherte. Dieses Mal geht Gudrid sich mit Duncans Erlaubnis die Bibliothek alleine ansehen, so dass sie den Raum tatsächlich unbehelligt betreten kann. Die Bücherregale enthalten nichts Besonderes, auch sind in den Wänden keine Geheimtüren oder Ähnliches zu finden, aber das Fußbodenparkett ergibt ein sehr seltsames Muster, das der Merinita auffällt. Erkennen kann die Halb-Huldra darin allerdings nichts, also zieht sie den Imaginem-Spezialisten Semper Secundus zu Rate. Und dieser wiederum kann das Muster in der Kürze der Zeit zwar auch nicht entziffern, aber er erkennt immerhin, dass es sich um ein magisches Muster handelt und weiß, dass er es analysieren könnte, wenn er eine Season mit dessen Studium verbringen würde.
Diese Zeit ist jetzt zwar nicht, aber Secundus’ Neugier ist geweckt, und er nimmt sich diesen Plan für spätere Umsetzung vor.

Ansonsten hinterlassen die Igniculi beste Grüße an die übrigen Magier von Porta Caledonia und vereinbaren baldige Kontaktaufnahme, dann machen sie sich auf die Weiterreise. Diese verläuft friedlich und ereignislos, und so langt die Gruppe gegen Ende des Sommers wieder zuhause an.

View

I'm sorry, but we no longer support this web browser. Please upgrade your browser or install Chrome or Firefox to enjoy the full functionality of this site.