Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 03. März 2015

Da Marie noch immer unter Schock steht, kümmert Cedric sich um sie, führt sie zum Essen in eines der Gasthäuser der Stadt aus – und verbringt dann auch dort die Nacht mit ihr. Die junge Frau äußert den Wunsch, sich den Reisenden anschließen zu dürfen, da es an der Musikakademie mit dem Tod ihres Mentors nichts mehr für sie gebe. Daraufhin erklärt Cedric, diese Entscheidung liege nicht allein bei ihm, sondern müsse von der ganzen Gruppe gemeinsam gefällt werden, doch er könne sich eigentlich nicht vorstellen, dass jemand etwas dagegen einzuwenden habe.

Die übrigen Gefährten haben indessen mit den aufgetauten Musikern gesprochen und festgestellt, dass diese nach ihrem traumatischen Erlebnis zu viel Angst haben, dass die geheimnisvolle Fremde wiederkommen und sich an ihnen rächen könnte, wenn sie das Lied verbreiten, wie die Igniculi es gerne hätten, da hilft auch kein Bitten und kein gutes Zureden.

Bei weiterem Nachdenken über die Vorgänge in der Musikakademie kommt der Gedanke auf, dass es hier in Paris doch eigentlich einen Magierbund geben müsste. Nicht in Paris selbst, weiß Semper Secundus, aber in der näheren Umgebung ist ein Bund zu finden. Dagegen, dass Marie mitkommt, haben die übrigen Igniculi auch nichts einzuwenden, auch wenn man beschließt, der jungen Frau nicht vollständig zu vertrauen, sondern sie im Auge zu behalten, und so macht die Gruppe sich am nächsten Tag auf den Weg zu dem französischen Bund.

Der Bund liegt in einer hübschen Parklandschaft, von einem Kreis aus Bäumen umgeben. Am Tor werden die Igniculi von zwei Wachen empfangen, die anbieten, die Reisenden zum Princeps zu bringen. Auch wenn es noch keine Einladung im magischen Sinne ist, von den Wachen hineingebeten zu werden, nimmt die Gruppe das Angebot gerne an, mit Ausnahme von Knut, der ja als magisches Lebewesen die Aegis nur mit einer “echten” Einladung betreten kann – und auch mit Ausnahme von Marie, die etwas murmelt von wegen, es wäre nicht gut, wenn sie mitkäme, und ebenfalls draußen bleibt. Nanu? Ist sie etwa doch auch ein übernatürliches Wesen? Sollte das vage Misstrauen der Gruppe etwa begründet sein?

Ohne sich Marie gegenüber etwas anmerken zu lassen, betreten die übrigen Igniculi den fremden Bund und stellen sich dem Magus vor, der sie höflich empfängt. Sie erzählen von den Vorfällen in Paris und von der Geretteten, die sich jetzt durch ihr Nichtbetreten der Aegis doch ein wenig verdächtig gemacht hat. Der französische Magus bietet an, die junge Frau einmal auf magischem Wege unter die Lupe zu nehmen. Aber bitte nicht so, dass es schmerze, wirft Cedric schnell ein, vielleicht habe sie ja einen harmlosen Grund, den Bund nicht betreten zu wollen. Keine Sorge, erwidert der Princeps, wenn sie nicht gerade eine infernale Aura habe, werde Marie von der Untersuchung gar nichts bemerken.

Mit einem schnellen Spruch macht er sich unsichtbar – was Semper Secundus gewaltig fuchst und den Tremere beinahe dazu veranlasst, selbst auch seinen Markenzeichen-Zauber anzuwenden. Gerade noch rechtzeitig denkt er jedoch daran, dass es überaus unhöflich ist, innerhalb eines fremden Bundes zu zaubern, ohne dazu eingeladen worden zu sein; ganz abgesehen davon, dass es ja alles andere als sicher ist, ob er überhaupt gegen die fremde Aegis anzaubern könnte und sein Spruch überhaupt gelingen würde.

Mit dem unsichtbaren französischen Magus im Schlepptau kehrt die Gruppe also zum Tor zurück, vor dem draußen Knut und Marie geduldig warten. Dann aber muss der hiesige Princeps wohl seine Untersuchung auf Marie gewirkt haben, denn plötzlich zischt diese wütend, ihre Gesichtszüge verändern sich, und sie sieht genau auf den Franzosen, der jetzt seine Unsichtbarkeit aufgibt und der jungen Frau auf den Kopf zusagt, eine Dämonin zu sein. Die vermeintlich Gerettete zischt erneut, sieht einen nach dem anderen der Gruppe durchdringend an und droht: “Das werde ich euch nicht vergessen!” Dann verschwindet sie – und zwar wortwörtlich.

Die Gruppe ist nicht sonderlich überrascht davon, dass Marie nicht das ist, als was sie sich ausgegeben hat… aber dass es sich bei ihr um ein infernales Wesen handeln soll, das erstaunt die Igniculi doch sehr. Sie hätten eigentlich damit gerechnet, dass die junge Frau sich, wenn, dann als Fee herausstellen würde. Barde Cedric hingegen hat nun Stoff zum Grübeln, denn mit einer Dämonin hat er sich mit Sicherheit nicht einlassen wollen.

Als Marie fort ist und Knut die offizielle Einladung in den Bund erhalten hat, berichten die Reisenden in genauerem Detail von ihren Erlebnissen in Paris, und die ansässigen Magi versprechen, sich der Sache anzunehmen. Dennoch reist man am nächsten Tag gemeinsam zurück in die Stadt, um den Franzosen den Tatort zu zeigen und ihnen den hilfreichen Pastor und die Überlebenden aus der Musikakademie vorzustellen. Umso größer ist ihr Schrecken, als sie an der kleinen Kirche ankommen und feststellen müssen, dass Marie bereits hier gewesen und ihren Rachegefühlen Ausdruck verliehen haben muss: Sowohl der Priester als auch die Musiker wurden grausam ermordet. Und infernal oder nicht – Marie scheint keine Probleme damit gehabt zu haben, eine Kirche zu betreten, das hatte sie ja bereits direkt nach ihrer “Rettung” schon nicht…

Schockiert und ernüchtert verlässt die Gruppe Paris so schnell wie möglich, um nicht selbst auch noch in Verdacht zu geraten. Von einer weiteren großen Musikakademie wie in Paris wissen die Reisenden zwar nichts, sie planen aber, unterwegs wenigstens noch in den kleinen Städten und Dörfern ihre Ballade zu verbreiten und die Kunde von dem Turnier unter die Leute zu bringen. Dummerweise nur ist ihre Gegnerin den Igniculi einen – oder eher mehrere – Schritte voraus: Wohin sie auch kommen, hat auch die Nachricht von den grausamen Toden in Paris bereits ihren Weg gefunden. Und, schlimmer: Es geht das Gerücht um, eine Gruppe von Fremden würde einem ein bestimmtes Lied beibringen wollen, oder im Notfall auch einfach nur in Hörweite singen. Und wer dieses Lied höre, sei dem Tod geweiht, ganz sicher, und es gebe kein Entrinnen.

Gegen diese feste Überzeugung der ländlichen Bevölkerung ist nichts zu machen, helfen weder Überzeugungskraft noch gute Worte. Nach einigen Tagen wird den Reisenden klar, dass die gesamte Strecke so „vermint“ zu sein scheint – aber wie ist es abseits des direkten Weges? Um dies auszuprobieren, ändern die Igniculi ihre Route und nehmen einen Umweg von mehreren Wochen in Kauf. Und tatsächlich: Anfangs sind die Gerüchte auch noch auf der Alternativroute zu hören, doch je weiter die Gruppe sich vom direkten Weg entfernt, desto weniger stark ist der Aberglauben verbreitet, bis irgendwann gar nichts mehr davon zu finden ist und die Reisenden wieder problemlos ihr Lied unter das Volk bringen können.

In England allerdings, und vor allem in London, hat Marie bereits ganze Arbeit geleistet: Hier gibt es wieder keine Möglichkeit für die Gruppe, gegen die von der Dämonin gesäte Furcht anzukommen. Den Igniculi bleibt nichts weiter übrig, als sich ohne weitere Verbreitung der Ballade und nach einem kurzen Abstecher in den Londoner Bund zurück nach Hause zu begeben.

Bis die Gruppe ihren Heimatbund erreicht hat, ist der Winter schon beinahe vorüber, und der Frühling steht kurz bevor. Die in Igniculus-in-Arden zurückgebliebenen Magi haben indessen studiert, geforscht und Vis gesammelt und einen Briefkontakt mit dem Bund im Norden, Porta Caledonia, begonnen. Denn es steht ja noch immer der Plan im Raum, möglichst einige Spruchrollen mit den Magi aus dem Norden auszutauschen.

Auch der Frühling vergeht mit allgemeinen Vorbereitungen auf das Turnier vergleichsweise ereignislos. Die Nachricht darüber, dass jetzt auch infernale Kräfte ein Interesse an dem Turnier gezeigt haben und es augenscheinlich verhindern wollen – oder zumindest verhindern wollen, dass es ein Erfolg wird, sprich dass viele menschliche Besucher dem Spektakel beiwohnen – ist für die übrigen Gefährten natürlich ebenso beunruhigend wie für die Reisenden, die Marie direkt begegnet sind, und es wird viel über die möglichen Gründe und Auswirkungen und Konsequenzen diskutiert… nur eine praktikable Lösung können die Sodales mit ihrem derzeitigen Wissensstand noch nicht so wirklich ersinnen, und es bleibt bei Spekulationen.

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Igniculus-in-Arden, 10. Februar 2015

Nun, wo die Igniculi wieder wach sind, fallen ihnen die Ähnlichkeiten der realen Gegebenheiten zu ihrem Traum auf. Der „Drache“ in der Küche ist natürlich die griesgrämige Köchin, und auch die anderen Traumgestalten haben reale Gegenstücke. Dabei bemerkt Cedric, dass der Ohrring, den er neben dem überfallenen Händler im Schnee gefunden hat, einen Schmuckstein in Form einer Kröte aufweist. Und der vermeintliche Anführer der drei Räuber trägt einen Umhang aus Wolfspelz…

Hm. Im Traum trug der Hinkende mit dem traurigen Wolf eine Gürteltasche, in der der Krötenbruder zu finden war. Vielleicht hat der echte Mann ja in seiner Gürteltasche den zweiten Krötenohrring, womit man beweisen könnte, dass die drei Männer wirklich für den Raubüberfall verantwortlich waren. Evelyn versucht sich also im Taschendiebstahl, wird aber von dem Kerl ertappt, als sie gerade dessen Gürteltasche aufgenestelt hat.

Es kommt zu gegenseitigem Anstarren und Drohgehabe zwischen den beiden Gruppen, die Animositäten arten aber dann doch nicht in offene Gewalt aus. Nach einigen finsteren Blicken und heftigen Worten setzten sich alle wieder an ihre Plätze – bis auf Knut. Der menschliche Baum baut sich vor einem der drei Kerle auf und starrt diesen an, offen und regungslos. Eine Weile hält der Bandit das aus, aber irgendwann wird es ihm zu viel. Er steht auf und geht nach draußen, als wolle er sich erleichtern, und Knut folgt ihm auf dem Fuße.

Von drinnen ist nichts zu hören, aber der Mann hat Knut draußen direkt hinter der Tür aufgelauert, um ihn zusammenzuschlagen oder Schlimmeres. Im darauffolgenden Kampf jedoch wird der menschliche Baum völlig problemlos mit dem Banditen fertig, kommt dann wieder in das Gasthaus und setzt sich völlig ungerührt an seinen Platz. Als die beiden verbleibenden Männer bemerken, dass ihr Kumpan nicht wieder zurückkommt, eilen sie nach draußen, wo sie ihren dritten Mann reglos (bewusstlos oder gar tot) vorfinden. Daraufhin machen sie sich ziemlich schnell aus dem Staub, Nacht oder nicht. Ihren gefallenen Kameraden nehmen sie mit.

Die Gruppe überlegt noch, ob man den Kerlen folgen und ihnen endgültig das Handwerk legen sollte, entschließt sich aber dagegen. Die haben hoffentlich einen Denkzettel erlitten, der sie das nächste Mal dreimal überlegen lässt, ob sie wieder jemanden überfallen, und Jon der Händler erklärt, er habe dank der Hilfe der Igniculi genug von seinen Waren behalten, dass er problemlos über den Winter kommen und sein Geschäft fortführen könne. Die Banditen jetzt zu verfolgen, wäre ein zu großer Umweg, und außerdem ist ja längst nicht gesagt, ob man in dem Schneetreiben ihre Spur überhaupt wiederfinden könnte.


Am nächsten Tag macht die Gruppe sich also wieder auf den Weg. Die Reise nach Paris vergeht relativ ereignislos, wenn auch Cedric, solange er noch mit Norse und Englisch durchkommt, die Ballade vom Turnier weiter verbreitet. Irgendwann jedoch ist man in Frankreich angelangt, und hier ist der Barde dann wieder auf die Hilfe der Einheimischen angewiesen. In Paris soll es eine Musikakademie geben, erfährt die Gruppe, was allen als der passende Ort erscheint, um Übersetzungshilfe zum einen und Multiplikatoren für die Verbreitung der Nachricht zum anderen zu erhalten.

Bis die Igniculi in Paris ankommen, ist der Winter auch hierher vorgedrungen. Es ist bitter kalt, und man sieht nur wenige Menschen in den Straßen. Da die Gruppe keine Ahnung hat, wo die angesprochene Musikakademie zu finden ist, fragt man in einer kleinen Kirche den örtlichen Priester. Dieser kann der Gruppe auch tatsächlich den Weg weisen und bietet den Reisenden an, sich in der Kirche aufzuwärmen und gegebenenfalls auch zu übernachten, falls sie kein Gasthaus finden sollten.

Die Musikakademie ist leicht gefunden: Es handelt sich um ein großes, durchaus stattliches Steingebäude an einem größeren Platz. Hier fegt der Wind, so scheint es, nochmals kälter über die Köpfe hinweg als anderswo in der Stadt, und das Wasser in dem Brunnen in der Platzmitte ist gefroren. Die Kälte scheint sogar tatsächlich direkt von der Akademie auszugehen: Deren Eingangsportal ist regelrecht in den Angeln festgefroren. Dank Knuts Stärke gelingt es, die Tür aufzubrechen, aber dann geht die Gruppe überaus vorsichtig vor – dass es im Inneren des Gebäudes so kalt ist, dass der Boden und die Treppengeländer und die Fenster und alles mit Eiskristallen überzogen sind, das ist den Igniculi ganz und gar nicht geheuer. Und verstärkt wird der unheimliche Eindruck noch durch einen hellen, sirrenden Ton, der unablässig das ganze Haus durchzieht.

Nach eingehender Untersuchung des verdächtig menschenleeren Hauses betritt die Gruppe den großen Saal der Akademie, von wo das hohe Summen zu kommen scheint. In dem Raum sind zahlreiche Eisskulpturen zu sehen, außerdem ein Stuhlkreis, von dessen Stühlen nur einer besetzt ist. Hier sitzt eine junge, hübsche Frau, die ein Weinglas in der Hand hält und immer wieder mit der Fingerspitze über dessen Rand streicht. Das Wasser in dem Glas – interessanterweise nicht gefroren – ist rötlich gefärbt, weil ihr Finger bereits ganz blutig ist. Offensichtlich ist sie schon eine ganze Weile bei ihrem Tun. Sie sieht auch nicht auf, als die Tür sich öffnet und die Igniculi den Saal betreten, sondern starrt immer weiter auf das Glas in ihrer Hand.

Semper Secundus untersucht die Frau daraufhin mit “Intellego Vim”, stellt mangels eines Fehlschlags nichts fest und interpretiert dieses Fehlen einer magischen Ausstrahlung dahingehend, dass es sich bei der Dame wohl um eine Fee oder ein infernales Wesen handeln muss. Dass es auch einfach eine unmagische Normalsterbliche sein könnte, auf diese Idee kommt der Tremere in dem Moment nicht. Er will also schon auf sie zustürmen und sie daran hindern, mit dem Weinglas weiter diesen Ton zu erzeugen, aber Knut hat inzwischen einen überragenden Wahrnehmungswurf hingelegt und festgestellt, dass dieser Ton den gesamten Raum in winzige Schwingungen versetzt. Das wiederum gibt Grund zu der Annahme, dass es nur das Spiel auf dem Weinglas sein könnte, das weiteres Einfrieren verhindert.

Cedric geht also auf die junge Frau zu, baut sich vor ihr auf und redet beruhigend auf sie ein. Dass sie gekommen seien, um zu helfen, und ob der Ton nicht unterbrochen werden dürfe? Als das Mädchen energisch nickt und in seinen von Verzweiflung erfüllten Augen etwas wie neue Hoffnung aufkeimt, konzentriert sich der Barde und findet auf seiner Laute tatsächlich genau den Ton, den auch das Weinglas erzeugt. Als er dann von der jungen Frau übernommen hat, hört sie auf zu spielen und sackt in ihrem Stuhl zusammen, woraufhin die anderen sie erst einmal hinaustragen. Mit einer Decke um die Schultern wird das durchgefrorene Mädchen dann erst einmal vorsichtig aufgewärmt.

Bei der Übergabe des Tons von Weinglas auf Laute kam es unglücklicherweise zu einem kleinen Aussetzer bzw. Hakler, während dessen sich an einer Skulptur ein Riss im Eis gebildet hat. Bei näherer Untersuchung der Skulpturen stellt sich nun auch heraus, dass es sich dabei um eingefrorene Menschen handelt, höchstvermutlich die anderen Angehörigen der Musikakademie. Auch diese werden aus dem vereisten Saal herausgetragen und dann im nicht ganz so kalten Vorraum von Semper Secundus mithilfe von Ignem-Magie sehr langsam und sehr vorsichtig wieder aufgetaut.

Während sie draußen vor dem Gebäude langsam wieder zu Kräften kommt, erzählt die Gerettete, die sich als Marie vorgestellt hat, was hier geschehen ist: Die Lehrer und Schüler hätten sich gerade zum gemeinsamen Musizieren im großen Saal versammelt, als eine dunkelhaarige Fremde den Raum betreten habe. Sie habe erklärt, es werde in einiger Zeit eine Gruppe von Reisenden zur Akademie kommen und um Mithilfe bei der Verbreitung eines bestimmten Liedes bitten. Das müsse verhindert werden. Deswegen habe sie einige seltsame Handbewegungen gemacht, und urplötzlich sei es von den Wänden her bitterkalt geworden, die Fenster eingefroren und ihre Kollegen nacheinander zu Eissäulen erstarrt. Ehe die tödliche Kälte sie habe erreichen können, habe die Fremde ihr, Marie, das halb gefüllte Weinglas in die Hand gedrückt und gesagt, wenn sie ihre Freunde retten wolle, dann müsse sie spielen, bis die Reisenden einträfen. Die würden ihr helfen, so etwas machten die nämlich. Und so sei es dann ja auch gekommen, schluchzt Marie dankbar.

Von den eingefrorenen Musikern können durch Semper Secundus’ vorsichtige Aufwärmaktion tatsächlich beinahe alle gerettet werden: Lediglich der Leiter der Akademie war wohl bereits zu alt, um den Schock des Einfrierens überstehen zu können. Das zweite Opfer ist der Mann, in dessen Eispanzer sich durch den Hakler bei der Tonübergabe ein Riss gebildet hatte – dieser ging nämlich leider direkt durch dessen Herz, und so kommt auch für ihn jede Hilfe zu spät.

Gemeinsam mit Marie bringen die Igniculi die geretteten Musiker zu der Kirche, wo sie zuvor mit dem freundlichen Priester gesprochen hatten, und bitten hier um Unterkunft für die Nacht.

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Igniculus-in-Arden, 27 Januar 2015

In Mäusegestalt eilen die Igniculi also zur Burg. Ein unterirdischer Gang (sprich Mauseloch) führt aus dem Wald unter der Mauer hindurch. In dem Gang trifft die Gruppe auf eine Kröte, die einen ziemlich deprimierten Eindruck macht und fragt, ob die Mäuse ihren Bruder gesehen hätten.
Die Gefährten erklären, sie müssten erst einmal ganz dringend den König finden und warnen, aber wenn sie dem Krötenbruder begegnen sollten, würden sie ihm bescheid geben – oder sich eben hinterher auf die Suche machen.

Im Burghof angekommen, sieht das Grüppchen sich um. Der gesuchte Bärenkäfig ist hier zwar nicht auf Anhieb zu entdecken, aber dafür einige andere Seltsamkeiten: Da ist ein Mann in einer eleganten Livree, der gerade durch den Hof auf das große Tor zugeht. Allerdings hinkt der Mann etwas – nicht, weil er am Bein verletzt zu sein scheint, sondern weil er zwei linke Schuhe trägt und das seinen Gang einfach etwas ungleichmäßig macht. Dem Mann folgt auf Schritt und Tritt ein Wolf, langsam, mit hängendem Kopf und gesenktem Schwanz. Während der livrierte Diener das Burgtor öffnet und einige dort bereits wartende Reisende begrüßt, sprechen die Mäuse diesen kurz an, was den los sei, und der Wolf erklärt betrübt, er sei an den Mann gebunden. Den Bären habe er nicht gesehen, aber vielleicht wisse der Hund etwas. Wo der Hund sei? In der Bibliothek wohl. Aber der sei mit Vorsicht zu genießen.

Der Mann trägt einen Gürtel mit einer verlockend-interessanten Gürteltasche, und Evelyn ist zu neugierig, als dass sie das auf sich beruhen lassen könnte. Sie klettert also am Hosenbein des Mannes hoch und lugt in die Tasche. Dort befindet sich, zur Evelyns großer Überraschung, eine Kröte – der gesuchte Bruder!
Evelyn hilft dem Kröterich aus der Tasche hinaus, aber dieser hat Angst vor der großen Höhe. Also verknotet Cedric unten am Boden die Schnürsenkel des Mannes, damit dieser sich bücken muss, um die verwirrten Bändel wieder zu lösen, was es der Kröte wiederum leichter macht, aus der Tasche zu springen.

So gerettet, wird auch der Kröterich natürlich nach dem Bären befragt. Vom dem weiß er ebenfalls nichts, und vom Hund will er erst gar nichts wissen. „In die Bibliothek? Zum Hund?! Seid ihr wahnsinnig!?“ zetert er, als er gefragt wird, ob er den Mäusen den Weg in die Bibliothek zeigen könne, und macht sich davon.

Wahnsinnig oder nicht, finden wollen die Igniculi-Mäuse den Hund aber jedenfalls, und so machen sie sich auf den Weg in die Bibliothek.

Der Weg dorthin ist ziemlich lang und verwinkelt, und unterwegs findet die Gruppe in einem Schrank eine weibliche Gestalt ohne Gesicht. Hat der Homunculus sich also schon sein Opfer gesucht und ein neues Gesicht angenommen!
Leider können die Gefährten dagegen fürs Erste nichts tun – oder andersherum: Das Beste, was sie dagegen tun können, ist mit dem Plan fortzufahren und die Bibliothek zu finden, was dann nach einigen weiteren Wegschlenkern auch gelingt.
Dummerweise ist der Hund tatsächlich sehr groß und sehr knurrig und sehr missgelaunt. Er öffnet ein Auge und meint, gegen die Bezahlung eines Knochens würde er vielleicht etwas sagen.

Also Knochen beschaffen, vermutlich am ehesten in der Küche. Dort allerdings regiert der Drache – und zwar wortwörtlich. Die Köchin stellt sich als aufrecht gehende Drachin heraus, die mit ihrem Feueratem den Ofen anheizt und auch sonst ziemlich ungemütlich wirkt. Die Gefährten, oder besser Evelyn, die den eigentlichen Knochendiebstahl ausführen will, stehen vor der Wahl: einen kleinen Knochen, den Evelyn in Mausgestalt leicht tragen kann, oder einen großen Knochen, der für den Hund mit Sicherheit befriedigender wäre, aber die Beweglichkeit der Maus stark einschränken würde?

Evelyn entscheidet sich für die gefährlichere Option und schnappt sich einen großen Knochen, den sie langsam wegzuschleppen beginnt, während Cedric die Köchin ablenkt, als diese auf den Diebstahl aufmerksam zu werden droht. Das bringt dem Barden zwar eine schmerzhafte Verletzung mit dem Besen ein, mit dem die Köchin drohend nach der Maus fegt, aber indessen kann Evelyn den Knochen unbemerkt in Sicherheit bringen.

Apropos Verletzung: Semper Secundus stellt zu seiner großen Freude fest, dass seine eigenen Verwundungen in Mausgestalt nicht mehr vorhanden sind. Er kann also nach Herzenslust herumlaufen und uneingeschränkt zaubern.

Auf dem Weg mit dem Knochen zurück in die Bibliothek müssen die Gefährten einer Dienstmagd ausweichen, die ihnen mit Wäsche beladen in einem der Gänge entgegen kommt. Nicht dass das arme Ding beim Anblick von gleich fünf Mäusen einen hysterischen Anfall erleidet.

An ihrem Ziel angekommen, zeigt sich der Hund immer noch brummelig, aber immerhin durch den Knochen zumindest ein klein wenig besänftigt – nur wirklich wissen tut er auch nichts. Dass die Mäuse (genauer gesagt: Evelyn) sich aber jetzt durch die Bücherregale wühlen, dagegen hat er, gemächlich kauend, nichts einzuwenden.

Wirkliche Neuigkeiten bringt die Büchersuche trotz – oder wegen? – der hilfsbereiten Kommentare durch einen neunmalklugen Bücherwurm nicht ein, aber immerhin findet die Consortia eine Schrift, in der etwas mehr über Homunculi geschrieben steht und wie man gegen sie vorgehen kann.

Irgendjemand – gleich die erste Kröte im Tunnel? Der Wolf? – hatte auch erzählt, dass der König ein großes Fest veranstalte und dieses heute abend stattfinden solle. Bestimmt ist das der Zeitpunkt, zu dem der Homunculus zuschlagen will. Und trug die arme gesichtslose Gestalt im Schrank nicht die Kleider einer Bediensteten? Bestimmt will der Homunculus auf diese Weise in die Nähe des Monarchen gelangen!

So schnell sie können, eilen die Mäuse also zum großen Saal, wo sie tatsächlich eine Dienstmagd mit einem Weinkrug sehen, die sich gerade auf den Weg zum Podest macht, auf dem der König und sein Gefolge ihre Plätze haben. Und natürlich trägt die Dienstmagd genau die Kleider der Gesichtslosen aus dem Schrank, und natürlich ist es genau diejenige Dienstmagd, der die Mäuse zuvor im Korridor ausgewichen waren.

Ehe der Homunculus das Podest erreichen kann, greifen die Mäuse die Gestalt an, und dank des neu erworbenen Wissens um dessen Schwachstellen können sie diesen sogar so verwunden, dass er davonläuft. Die Gefährten verfolgen die Attentäterin durch die Gänge bis in den Kohlenkeller, wo sich von einem Kohlehaufen gähnend und wütend eine Gestalt erhebt. Hier hatte der Bär also gelegen und geschlafen, und als die Igniculi ihm schnell berichten, dass er gebraucht wird, ist er sofort Feuer und Flamme. Gemeinsam gelingt es dem Bären und den Mäusen, den Homunculus zur Strecke zu bringen…

„… und so haben die Mäuse das Königreich gerettet.“

Blinzelnd öffnen die Igniculi die Augen. Sie sind im Gasthaus, und der alte Geschichtenerzähler hat soeben seine Erzählung beendet.
Semper Secundus liegt wieder auf seinem Lager am Feuer, verletzt wie zuvor. Cedrics in Mausgestalt davongetragene Wunde hingegen ist völlig verschwunden. Die Gefährten müssen im warmen Gastraum eingeschlafen sein, und das soeben Erlebte war offensichtlich ein von der Stimme des alten Mannes hervorgerufener Traum – aber einer, den alle gemeinsam geträumt haben? Seltsam…

Kurze Zeit darauf verabschiedet sich der Geschichtenerzähler mit den Worten, es werde Zeit, seine müden Knochen nach Hause zu schaffen. Besorgt um sein Wohlergehen, fragen die Igniculi noch nach, ob er wirklich jetzt noch hinaus in die Kälte möchte, aber der Alte bestätigt dies. Auf den Stufen hinaus aus dem Gasthaus dreht er sich noch einmal um. “Und grüßt mir Ethelred.”
Er zwinkert, ehe er das Gasthaus verlässt, und seine wahre Identität unter der Maske des Greises ist unverkennbar: Loki!

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Igniculus-in-Arden, 20 Januar 2015

Nach geglückter Befreiung und zurück in der Halle der Skalden kümmert sich einer der Geretteten um den verletzten Semper Secundus. Dieser wird soweit stabilisiert, dass ihm nicht unmittelbar der Tod droht und die Heilung beginnen kann, doch der Magus ist natürlich noch immer schwer mitgenommen.
Was das eigentliche Anliegen betrifft, so sind die Skalden sofort bereit, die Ballade vom Feenturnier hier im Norden zu verbreiten, dankbar für die Rettung, wie sie den Igniculi sind. Dass die Skalden erst einmal für einige Zeit auf Reisen sein werden, bedeutet für den Troll natürlich auch, dass er zumindest für mehrere Monate seine Ruhe haben wird – und anschließend werden die Einheimischen das von Cedric gegebene Versprechen schon allein deswegen einhalten, weil sie jetzt ja wissen, wozu ihr reizbarer Nachbar fähig ist.

Der Barde lädt seine nordischen Kollegen übrigens auch dazu ein, nicht nur die Kunde von dem Turnier zu verbreiten, sondern selbst auch im Sommer nach Schottland zu kommen und selbst als Besucher daran teilzunehmen. Zusagen können die Dänen das zwar noch nicht mit Sicherheit, aber interessiert klingen sie allemal, vor allem, als die Gruppe ihnen versichert, dass diese Veranstaltung wirklich und wahrhaftig stattfinden wird und nicht nur als Thema für ein Lied dient.

Am nächsten Tag reist die Gruppe wieder ab, zunächst zurück nach Ribe. Aus mehreren Gründen beschließt man, auf dem Landweg nach Hause zurückzukehren: Die dänischen Skalden werden die Botschaft vom Turnier zwar in Skandinavien verbreiten, aber nicht weiter im Süden, und dort könnte man ja vielleicht auch noch ein wenig Werbung gebrauchen. Und da das mit der Übersetzung der Ballade ins Norse ja ganz gut geklappt hat, bietet es sich doch an, mit der Unterstützung örtlicher Barden ähnliche Übersetzungen auch in anderen Sprachen anzufertigen und die Verbreitung des Liedes auf diese Weise noch weiter zu fördern. Außerdem tut eine gemächliche Überlandreise dem verletzten Semper sicherlich besser denn eine stürmische Überfahrt auf See – ganz zu schweigen von Knuts und Cedrics Meinung zum Thema Schiffsreise.

In Ribe erwerben die Consortes also einen Eselskarren, auf dem ihr hermetischer Gefährte ein so bequemes Lager erhält wie möglich. Für Reittiere für den Rest der Truppe reicht die Barschaft leider nicht ganz, wenn man bedenkt, dass nun eine etwa zweimonatige Reise vor den Igniculi liegt und sie auf der Strecke ja noch die unterschiedlichsten Ausgaben werden bestreiten müssen.
Zu Fuß macht man sich also auf den Weg nach Süden. Der Winter beginnt, Schneetreiben setzt ein, und Dänemark wird zum Heiligen Römischen Reich. Glücklicherweise ist hier noch in weiten Teilen das Norse gängige Umgangssprache; überdies ähnelt das hier gesprochene Friesisch stark dem Altenglischen.

Nach einigen Tagen hat die Gruppe bereits eine gewisse Reiseroutine entwickelt, als diese eines Nachmittags durch eine Entdeckung unterbrochen wird. Im Schnee liegt eine reglose Gestalt neben einem Pferdefuhrwerk. Auf dem Wagen finden sich unterschiedliche Waren, die durchwühlt und wohl zum Teil auch dezimiert worden sind; anscheinend gehört das Gefährt einem fahrenden Händler, der Opfer von Räubern wurde. Diese These wird noch dadurch gestützt, dass ein paar Meter weg im Schnee etwas aufblitzt: Ein oder zwei Schmuckstücke, die von den Räubern bei ihrem Diebstahl verloren wurden? Der Überfallene ist noch am Leben, aber nicht bei Bewusstsein. Father Geoffreys Heilfähigkeiten reichen aus, um festzustellen, dass der Mann an Unterkühlung leidet und schleunigst ins Warme gebracht werden sollte.

Der Händler wird auf seinen Wagen gebettet und das Pferd am Zügel geführt, ähnlich wie der Eselskarren der Igniculi auch bereits. Nach einer Weile langt die Gruppe an einem einsamen Landgasthaus an und beschließt, nicht in den nächsten Ort weiterzureisen, sondern hier zu übernachten und den beiden Verwundeten die dringend benötigte Wärme zu verschaffen.
Evelyn geht vor, während die Männer die beiden Verletzten nach drinnen tragen. Glücklicherweise bemerkt die junge Adelige dabei, dass eine Treppenstufe morsch ist und nachzugeben droht, wovor sie auch ihre Gefährten warnt.

Die Gaststube selbst ist, wohl wegen des Wetters, bereits recht gut gefüllt. Besonders ins Auge springt unter anderem eine hochgewachsene Frau in Lederkleidung, neben der eine mächtige Axt an der Wand lehnt, außerdem ein alter Mann, der sich in einer Ecke als Geschichtenerzähler betätigt.

Der Wirt erkennt den bewusstlosen Fremden als Jon den Händler, der gelegentlich hier vorbeikommt. Zimmer hat er keine zu vermieten, aber er schlägt der Gruppe vor, wie die anderen Besucher auch in der Gaststube zu nächtigen. Dieses Angebot nehmen die Igniculi gerne an, da das Tageslicht schnell schwindet und sie heute wohl keine bessere Unterkunft mehr finden würden.

Etwas später öffnet sich die Tür erneut, und drei Männer betreten das Gasthaus. Sie wirken kampferprobt und rauh, und nach einem Blick auf die beiden Verletzten am Kamin greift einer von ihnen mit einer unauffälligen Handbewegung ans Ohr. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei den Männern um genau die Räuber handelt, von denen Jon aufgelauert wurde, und dass der Mann gerade einen Ohrring abgenommen hat – ein Schmuckstück, das aus dem Überfall stammt und das er nun lieber verschwinden lässt, damit der Händler es nicht bei ihm bemerkt, vielleicht?

Die Gruppe behält die drei Neuankömmlinge ein wenig misstrauisch im Auge; die Fremden scheinen aber nicht auf Ärger aus zu sein, sondern sich einfach nur in Ruhe aufwärmen zu wollen. Als Evelyn die Bedienstete nach ihnen fragt, kennt sie die Männer nicht, Stammgäste scheinen sie also auch nicht zu sein.

Man richtet sich also bei etwas zu essen und zu trinken für den Abend ein. Der alte Erzähler in der Ecke beginnt eine neue Geschichte, in der es um einen König geht, dessen Reich von einem bösen Redcap (ein Fae, wohlgemerkt, kein Magus ex Mercere) heimgesucht und bedroht wird. Irgendwann weiß der König sich keinen anderen Rat mehr, als einen mächtigen Zauberer um Rat zu fragen. Der Zauberer kommt also an den Königshof, mit einem großen Eisbären im Gefolge. Diesen lässt er auf den bösen Redcap los, und das Tier macht dem Fae so sehr zu schaffen, dass dieser flieht. Dabei erklärt der Zauberer noch, das sei eine Maus gewesen, und wenn der Redcap jemals wiederkäme, dann würde er keine Maus mehr mitbringen, sondern eine Katze oder ein noch größeres Tier. Anschließend verlässt der Zauberer den Königshof wieder, lässt den Bären aber als Wache auf der Burg zurück.

Eigentlich wollte die Gruppe ja ein wachsames Auge auf die drei vermeintlichen Räuber halten, aber in der warmen, gemütlichen Wirtsstube und nach dem langen, beschwerlichen Tagesmarsch Über schlafen die Gefährten allesamt ein. Und finden sich in einem Wald wieder, am Rand einer immensen Lichtung, wo auf einem riesigen Feuer ein ebenso riesiger Kessel steht, davor eine hünenhafte Gestalt, die offensichtlich gerade einen Zauber auf den Kessel wirkt.

Sehr schnell wird den Igniculi klar, dass sie nicht etwa einem Riesen zusehen, sondern dass sie selbst sich im Körper von Mäusen befinden. Und der vermeintliche “Riese” ist natürlich niemand anderes als der Redcap aus der Geschichte, der offensichtlich zurückgekommen ist, um Rache am König zu nehmen.

Während die Mäuse noch zuschauen und versuchen, ihre neue Situation zu erfassen, klettert eine Gestalt aus dem Kessel und torkelt durch den Wald davon. Diese Gestalt hat menschliche Form, aber kein Gesicht, was die Vermutung nahelegt, dass es sich dabei um einen Homunculus handelt, ein beschworenes Wesen, das die Gestalt einer anderen Person annehmen kann, indem es dieser anderen Person das Gesicht stiehlt.

Offensichtlich will der Redcap diesen Homunculus für seine Rache am König nutzen. Das wollen die Gefährten unbedingt verhindern, also machen sie sich, so schnell ihre Mäusebeine sie tragen, auf in Richtung Schloss, dem Homunculus hinterher.

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Igniculus-in-Arden, 13. Januar 2015

Eine kurze Sitzung war das diesmal wegen bahnbedingtem verspäteten Heimkommens und Beginn.

Wie geplant, macht sich die Gruppe am nächsten Morgen auf den Weg zur der Halle der Barden, oder besser zur Halle der Skalden, wie es hier im Norden heißt. Es hatte ja geheißen, diese Halle sei ungefähr drei Tagesreisen entfernt – das stimmt auch ungefähr so, aber ganz bis zu ihrem Ziel schaffen die Igniculi es am dritten Tag nicht, sondern finden für die Nacht in der Scheune eines gastfreundlichen Bauern Unterschlupf. Irgendwann nachts hört Knut, der nicht mit nach drinnen gekommen, sondern im Freien in die Baumgestalt gewechselt ist und sich in der Erde verwurzelt hat, für einige Zeit ein Dröhnen und Rumpeln in der Ferne, das sich aber irgendwann legt und dann auch nicht mehr wiederkommt.

Am nächsten Morgen werden die Reisenden von der Bauersfamilie freundlich und mit einem Frühstück verabschiedet, ehe sie so gestärkt den Rest des Weges zurücklegen. Es ist auch gar nicht mehr so weit bis zu dem bezeichneten Ort, einem typischen, strohbedeckten Wikingerlanghaus. Kein Mensch ist zu sehen, alles ist still, zu still dafür, dass hier ein Versammlungsort von Skalden sein soll. Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass die Tür schief in den Angeln hängt – Vorsicht ist angesagt.

Evelyn schleicht also zum Eingang und späht hinein, während Semper Secundus seinen bewährten durch-die-Wand-seh-Zauber wirkt. Beide erkennen, dass das Gebäude innen Spuren eines Kampfes aufweist: Gegenstände und Möbel sind wild herumgeworfen, und es ist niemand zu sehen bis auf einen einzelnen Mann, der verwirrt in einer Ecke sitzt, vor sich hin schaukelt und nur in Reimen redet, als die Gruppe ihn anspricht. Er erzählt etwas von einem Troll, der den Zoll habe einfordern wollen und alle bis auf ihn mitgenommen habe. Viel mehr ist aus dem Mann nicht herauszubekommen, aber immerhin deutet er mit der Hand, als er gefragt wird, wo der Troll denn hin sei.

Tatsächlich befindet sich in der angegebenen Richtung in einiger Entfernung eine Höhle, aus der ein lautes Schnarchen zu vernehmen ist. Vor dem Höhleneingang und im Eingang verstreut liegen etliche Tierknochen unterschiedlichsten Alters. Gesammelt schleicht sich die Gruppe in die Höhle, in deren Mitte ein mit einer Körpergröße von 5 Metern noch junger Troll schläft. An der Höhlenwand hängen, in Seile eingebunden, geknebelt und mehrere Meter über dem Boden, etliche Personen: vermutlich die verschleppten Skalden.

Der Mann, der den Igniculi am nächsten ist, reißt überrascht die Augen auf und macht Anstalten, unter seinem Knebel loszustammeln, weswegen Semper Secundus mit einem “Psssst” den Finger auf die Lippen legt und darüber nachzugrübeln beginnt, mit welchem Zauberspruch er die Leute wohl am besten und sichersten von der Wand bekommt. Die anderen Gruppenmitglieder zerbrechen sich indessen den Kopf nach nicht-magischen Möglichkeiten zur Rettung der Barden.

Ideal wäre natürlich eine Leiter, aber woher hier nehmen? Sowohl die Halle der Skalden als auch der Bauernhof, wo man übernachtet hatte, sind zu weit weg, um eben schnell mal eine Leiter zu holen. Aus Knochen etwas zu basteln, dürfte daran scheitern, dass weder genug Seil zur Verfügung steht, noch die Knochen lang oder stabil genug sind, um sich wirklich zu eignen. Knut die Baumgestalt annehmen zu lassen und in seinen Ästen hochzuklettern, ist ebenfalls keine Option, da ausgewachsene Nordmanntannen bis zu 40m hoch werden und Knut in Baumform somit schlicht nicht in die Höhle passt.

Der Troll schläft lange ungestört, doch irgendwann werden seine bislang regelmäßigen Schnarchgeräusche unruhiger, und er beginnt, sich zu bewegen. Der Rest der Gruppe tritt daraufhin hastig den Rückzug aus der Höhle an, Semper Secundus hingegen verstaut den Stein, den er anfangs in der Höhle aufgehoben und mit einem Lichtzauber versehen hatte, in der Tasche und zieht sich tiefer in die Höhle zurück. In der jetzt nur noch vom leichten Dämmerlicht aus dem Höhleneingang geminderten Dunkelheit erwacht der Troll mit einem Schnauben und setzt sich auf. Ein Schnüffeln ist zu hören. Einen Lautlosigkeitsspruch hatte Semper Secundus bereits zum Schleichen auf sich gelegt; jetzt lässt er auch seinen Geruch verschwinden. Dummerweise scheint der Troll aber auch im Dunkeln oder fast-Dunkeln ausgezeichnet sehen zu können, denn als er sich umschaut, bleibt sein Blick zielsicher auf dem Magus hängen, der – ausnahmsweise einmal nicht unsichtbar – dies sogleich nachholt.

Allerdings hilft dem Tremere auch die Unsichtbarkeit nichts, denn der Troll haut wütend mit der Faust auf den Boden – gar nicht auf Secundus selbst, aber allein die Wellen, in die dieser mächtige Faustschlag dem Untergrund versetzt, reichen bereits aus, um den Magus von den Füßen zu reißen. Dummerweise schlägt dieser so unglücklich mit dem Kopf auf einen Felsen auf, dass er schwer verwundet das Bewusstsein verliert.

Sempers Aufschrei ruft jetzt aber auch die übrigen Igniculi wieder in die Höhle. Der Troll wirkt wütend, aber nicht so, als wolle er sofort und gleich auf die Gefährten losstürmen, also versuchen diese es erst einmal mit Reden.
Nun erklärt sich auch, warum der verwirrte Alte in der Halle der Skalden nur noch in Reimen geredet hat: Der Troll tut es nämlich auch – und er scheint es auch von seinen Gesprächspartnern zu erwarten… oder nicht gereimte Antworten gar nicht erst zu verstehen, denn diese ignoriert er konsequent.

Es ist vor allem Barde Cedric, der nun zusammen mit Evelyn Streona die Verhandlungen übernimmt. Obgleich des Norse ja eigentlich bislang kaum mächtig, hatten Evelyn und er in den letzten Tagen mit Knut sowie am vorigen Abend und morgens beim Frühstück im Gespräch mit ihren bäuerlichen Gastgebern ihre frisch erworbenen und noch immer ziemlich rudimentären Kenntnisse des Norse weiter geübt. Und gerade der Barde hat durch seine Balladenschreiberei in Ribe durchaus schon eine kleine Grundlage der Sprache gelegt, die es ihm jetzt zusammen mit seinem allgemeinen Sprach- und Reimtalent ermöglicht, ebenfalls in Reimen auf den Troll einzugehen – in schrecklich gebrochenen, bemühten Reimen, aber immerhin in Reimen.

Es stellt sich heraus, dass der Troll eigentlich nichts weiter will als seine Ruhe. Aber jedesmal, wenn er sich gerade zum Schlafen legte, riss ihn der “schreckliche Lärm” der Skalden wieder hoch, so dass ihm schließlich irgendwann der Geduldsfaden riss und er beschloss, endlich etwas dagegen zu unternehmen. Auch Semper Secundus wollte er eigentlich nichts Böses, erschrak aber ob der offensichtlichen Zurschaustellung von Magie des Hermetikers und wollte, derart überrumpelt, die Bedrohung durch die Magie schnell ausschalten.

Nach einigem Hin und Her und Verhandeln gelingt es der Gruppe schließlich doch, den Troll davon zu überzeugen, dass er die Barden freigibt – solange diese versprechen, ihn nicht länger mit ihrem Lärm zu belästigen. Dies ist ein Versprechen, das Cedric erst einmal für die Musiker abgibt; diese dann ebenfalls dazu zu bringen, wird hoffentlich auch gelingen, wenn alle wieder sicher in die Halle der Skalden zurückgekehrt sind.

Semper Secundus wird natürlich ebenfalls eingesammelt – zwar ist der Magus unsichtbar und noch immer bewusstlos, so dass er sich nicht bemerkbar machen kann, doch glücklicherweise ist ihm bei seinem Sturz der Lichtstein aus der Tasche gerollt, so dass die Gruppe ihn anhand dessen einigermaßen lokalisieren kann.

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Igniculus-in-Arden, 06. Januar 2015

Am nächsten Tag schifft sich die Truppe, wie besprochen, auf Kapitän Torkells Drachenboot Richtung Dänemark ein.
Dabei sind die Nichtmagi sich gar nicht sicher, ob Semper Secundus überhaupt am Schiff auftaucht; der Tremere bleibt nämlich konsequent unsichtbar. (Das war der augenzwinkernde Umgang der Gruppe mit der Tatsache, dass Secundus’ Spieler an dem Abend nicht dabei sein konnte.)
Knut dem Baum gefällt es wie schon beim letzten Mal wenig, keinen festen Boden unter den Wurzeln zu haben, aber Cedric, der das erste Mal auf dem offenen Meer unterwegs ist, verträgt die Schiffsreise überhaupt nicht. Der Barde verbringt die Überfahrt entweder zusammengekrümmt in einer Ecke oder über der Reling hängend und würde am liebsten sterben.
Um so dankbarer ist er, als die Reise endlich vorüber ist, und zwar in Ribe, der bedeutendsten Handelsstadt des Nordens.

Kapitän Torkell warnt die Gruppe, lange könne er nicht in der Stadt vor Anker liegen bleiben, da der Herbst bereits bedenklich voranschreite und die zu erwartenden Stürme nur immer stärker würden. Einige Tage kann er schon noch riskieren, aber spätestens in drei Tagen muss er sich auf den Rückweg machen. Die Igniculi danken dem Mann und versprechen, ihm am nächsten oder übernächsten Tag bescheid zu geben, ob sie mit ihm zurückreisen wollen oder sich einen anderen Weg zurück suchen müssen, weil sich ein längerer Aufenthalt in Ribe als notwendig herausstellt.

Dann sucht die Gruppe sich ein halbwegs anständiges Gasthaus, sprich nicht gleich die erste Kaschemme am Hafen. Die Verhandlungen um die Zimmer werden Knut als Muttersprachler überlassen, aber da der magische Baum zwar die Landessprache perfekt beherrscht, menschliches Verhalten und die Eigenheiten der Menschen aber häufig aber noch immer ein Buch mit sieben Siegeln für ihn sind, gestaltet sich das Gespräch mit dem Wirt als … interessant. Schließlich jedoch sind 3 Betten in einem Viererzimmer für die Männer reserviert (Knut will zwar im Freien übernachten, aber da ist ja noch der noch immer unsichtbare Semper Secundus, der ebenfalls irgendwo schlafen muss, und es anderenfalls spannend gewesen wäre, ein viertes Bett zu bestellen, das Zimmer aber nur zu dritt in Anspruch nehmen zu wollen.

Cedric legt sich erst einmal hin, ist aber gegen Abend langsam wieder fit genug, um sich zu den anderen in die Gaststube zu gesellen. Als die Gruppe überlegt, wie man denn nun am besten Werbung für das Turnier betreiben soll, wo fast niemand aus der Gruppe so recht die Landessprache beherrscht, kommt der Barde auf die Idee, eine Ballade zu dem Thema zu verfassen. Auf Norse unterhalten kann er sich zwar nicht, aber einen in der Fremdsprache festgeschriebenen Liedertext wird er sich schon merken können.

Bei der Übersetzung des Balladentextes soll Knut helfen, aber das geht gründlich schief, denn wieder steht das lückenhafte Menschenverständnis des Baumes im Weg. Father Geoffrey, der auch ein wenig Norse beherrscht, hört sich die Bemühungen seiner beiden Gefährten eine Weile an, ehe er helfend einspringt. Richtig in Fahrt kommt das Projekt aber erst, als der einheimische Barde, der an diesem Abend in der Taverne aufspielt, auf die Liederschreiberei aufmerksam wird und in einer Spielpause zu der Gruppe an den Tisch kommt.
Nach einigem Zögern und Sträuben – immerhin ist der Mann ein guter Christ, der sich strikt weigert, bei der Verbreitung der alten Mythen und Märchen von nordischen Göttern zu helfen – bekommt Cedric den Fremden unter Hinweis darauf, dass es sich lediglich um Feen handele, schließlich doch überzeugt.

Gemeinsam schreiben die beiden Barden also ihre Werbeballade, die Cedric in der Norse-Version ab dem nächsten Tag unter das Volk bringen will. Da er aber alleine nicht im gesamten Nordland die Werbetrommel rühren kann, möchte er natürlich auch andere Helfer finden, die das Lied ebenso verbreiten wie er. Der Däne erklärt sich, gegen Bezahlung natürlich besonders gerne, bereit, der erste Multiplikator für das Lied zu werden. Außerdem berichtet er, einige Tagesreisen entfernt gebe es die “Halle der Barden”, wo man zu jeder Jahreszeit Mitglieder der singenden Zunft antreffen könne. Das klingt wie das ideale Ziel, also plant die Gruppe den baldigen Aufbruch.

Damit hat sich allerdings natürlich auch die Frage geklärt, ob man mit Kapitän Torkell gleich wieder zurückreisen wolle, denn selbst im besten Falle reicht die verfügbare Zeit nicht, um bis zur Abfahrt des Drachenschiffes zur “Halle der Barden” hin und wieder zurück zu kommen. Ob sich noch ein anderes Schiff finden wird oder sie den langwierigen Landweg einschlagen müssen, können die Igniculi jetzt noch nicht absehen, aber wenigstens Cedric ist mehr als dankbar für den Aufschub und die Tatsache, so bald erstmal nicht wieder auf ein Schiff zu müssen.

In der Nacht gibt es übrigens noch ein bisschen Spaß mit dem noch immer unsichtbaren Secundus. Der hat nämlich eines der Betten im Zimmer belegt, aber der vierte Gast, der irgendwann mitten in der Nacht betrunken nach oben getorkelt kommt, sucht sich natürlich genau dieses Bett aus. Glücklicherweise ist er so betrunken, dass er gar nicht merkt, dass etwas nicht stimmt, aber er ist auch so schwer, dass der unsichtbare Tremere ihn nicht auf Anhieb aus dem Bett geworfen bekommt. Da der Betrunkene auf ihm liegt und ihm die Hände einklemmt, ist es auch mit dem Zaubern nicht weit her. Es dauert eine Weile und erfordert einige Anstrengung, bis Semper sich schließlich doch befreit hat.

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Igniculus-in-Arden, 25. November 2014

Osric, der ebenfalls mit anwesend ist, ruft etwas von wegen: „Morwyn wird seinen Vater töten!“ Das wollen die Igniculi natürlich auf jeden Fall verhindern, also stürmt die Gruppe gesammelt hinterher. Auf dem Burghof ist von dem Wolf erst einmal so nichts zu sehen, deswegen teilt man sich auf: Osric geht Lord Morgan warnen, während die Gefährten hier weiter nach dem Sohn suchen wollen.
Sogleich fällt der wie immer überaus wachsamen Evelyn (die einen Basiswert von 8 auf Perception + Awareness hat; die anderen müssten eigentlich gar nicht mehr würfeln) auf, dass die alle ziemlich unruhig sind. Die Gruppe folgt dem verwandelten Morwyn also durch den Pferdestall in den Stall für das restliche Vieh, weiter durch die Kammer der Wachleute und schließlich bis in die Küche, wo sich die Mägde um die noch warme Feuerstelle zum Schlafen gelegt haben.

Vom Schnüffeln des Wolfes – der all diesen Leuten dankenswerterweise nichts tut, sondern zielstrebig einer Spur zu folgen scheint – und dem Eindringen der Gruppe aufgeweckt, bricht unter den Dienstboten beim Anblick des riesigen Raubtiers erst einmal eine Panik aus, und sie versuchen, aus der Tür, durch die Wolf und Igniculi soeben hereingekommen sind, zu flüchten.
Semper Secundus wirkt schnell entschlossen einen Creo Imaginem-Zauber, mit dem er die Fährte, der Morwyn folgt, durch einen anderen Geruch überdeckt – der erste Geruch, der ihm schnell genug einfällt und markant genug ist, ist das schwere Rosenparfum, das Rosa Nocturna immer trägt.
Derart verwirrt, beginnt der Wolf, schnüffelnd in der Küche herumzusuchen. Dies verschafft Cedric genug Zeit, um ein einlullendes Lied zu spielen, das Morwyn (aufgrund eines überragenden Wurfes) tatsächlich so sehr beruhigt, dass er sich vom Wolf zurück in seine Menschengestalt verwandelt.

Dummerweise hat Morwyn bei der Verwandlung in den Wolf seine Kleider verloren, so dass jetzt ein sehr verwirrter und sehr nackter junger Mann vor den Igniculi steht. Semper Secundus wirkt einen weiteres Creo Imaginem, um dem Adeligensohn wenigstens die Illusion von Kleidung zu verpassen.
Morwyn weiß nichts mehr davon, was er in Wolfsgestalt getan hat; seine letzte Erinnerung, ehe er jetzt hier in der Küche wieder zu Sinnen kam, ist diejenige an seine tote Schwester und an die unbändige Wut, die in ihm aufstieg. Das, und das unstillbare Verlangen, seinen Vater zu finden und ihm etwas anzutun. Da er befürchtet, wieder in Rage zu verfallen und sich erneut zu verwandeln, wenn er seinen Vater jetzt sehen würde, beschließt man gemeinsam, den jungen Mann in seine Gemächer zu begleiten und dort auf ihn aufzupassen, bis die Gruppe Lord Morgan über die Geschehnisse informiert hat.

Inzwischen ist allerdings der alarmierte Burgherr bereits auf der Suche nach seinem verwandelten Sohn in den Hof gestürmt gekommen. Damit der Rest der Gruppe genug Zeit hat, um Morwyn in seine Kammer zu bringen, wird Lord Morgan von Knut aufgehalten. Der menschliche Baum treibt den Adeligen ziemlich zur Verzweiflung, weil er dessen erregte Fragen völlig wahrheitsgemäß, aber ohne echten Informationszugewinn für den Burgherren und mit der ihm eigenen langsamen Aussprache beantwortet und ihn auf diese Weise tatsächlich lange genug hinhält, dass es nicht zu einer Begegnung zwischen Vater und Sohn kommt.

Semper Secundus und Cedric werden abgestellt, Morwyn in dessen Zimmer Gesellschaft zu leisten (und ihn wieder ruhigzustellen, falls nötig), während Evelyn und Father Geoffrey den Burgherrn suchen gehen und ihn über die Ereignisse informieren. Lord Morgan mag erst gar nicht glauben, dass es seinem Sohn irgendwie gelungen ist, sich wieder in einen Menschen zurückzuverwandeln, aber er ist natürlich froh darum, da er schon befürchtet hatte, seinen eigenen Sohn erschlagen zu müssen, wie er vor vier Jahren schon Peridor erschlagen musste.
Lord Morgan selbst ist von der Krankheit – oder was auch immer es sein mag – übrigens nicht betroffen. Er wundert sich ziemlich, als die Igniculi von ihrer Vermutung sprechen, dass es sich hier um einen vererbten Familienfluch handeln könnte, und erklärt, Peridor und Morwyn seien die einzigen aus der Verwandtschaft, die davon je befallen worden seien. Also vielleicht etwas, das in Peridors und Morwyns Jugend geschah? Ein Fluch, der auf sie gelegt wurde?

Der alte Berater und Mentor der jungen Männer kann dazu ja leider nichts mehr sagen. Morgan erzählt lediglich, dass der Druide es gewesen sei, der nach Peridors Tod mit den Wächter-Eichen dafür gesorgt habe, dass dieser seinen Frieden fände und nicht etwa wieder aufstünde. Wie man Morwyn nun kontrollieren solle, das weiß der Adlige allerdings auch nicht – er befürchtet, dass sein Sohn schon bald wieder vor Wut zum Wolf werden könnte und er ihn dann doch töten müsse.
Evelyn schlägt daraufhin vor, den jungen Mann mit in den Bund zu nehmen, wo man sich um ihn kümmern könne. Morgan ist erst skeptisch, aber Evelyn überzeugt ihn davon, dass es im Bund jemanden gebe (Bjørnær Wolfram, um genau zu sein), der in der Lage sei, Morwyn zu instruieren – und falls nötig unter Kontrolle zu halten. Auch sein Sohn zweifelt zunächst, nimmt die Gelegenheit dann aber dankbar an. Immerhin kann Cedric ja nicht für den Rest seines Lebens in Morwyn Nähe bleiben, um den Werwolf ruhig zu spielen.

Am nächsten Tag brechen die Reisenden früh auf, um nicht mit den für das Herbstfest erwarteten Gästen zusammenzutreffen, ansonsten vergeht die Reise aus der Regio und zurück nach Igniculus-in-Arden ereignislos. Im Bund wird Morwyn in Wolframs Obhut übergeben und eine Bundsitzung abgehalten, ehe die Gefährten einige Tage später an der Hochzeit von Sir Trevans Sohn (er hat endlich einen Namen: Jeremy heißt er) teilnehmen. Das Brautpaar freut sich sehr über das teure Geschenk der passenden Armbänder, und überhaupt verläuft die Feier fröhlich und ohne unangenehme Zwischenfälle.
Lediglich Cedric ist ein wenig misstrauisch bezüglich der Absichten der Braut: Immerhin ist sie eine Gemeine, dazu eine Nordländerin, und Jeremy hat sich allen Erzählungen nach sehr kurzfristig in sie verliebt. Was, mutmaßt der Barde, falls das Ganze ein abgekartetes Spiel seitens Askeladds wäre, dessen letzter Versuch, Sir Trevans Burg zu infiltrieren, ja fehlgeschlagen war? Gut, zugegeben, es wäre ein sehr subtiler Ansatz, aber wer weiß? Aus diesen Überlegungen heraus jedenfalls beobachtet Cedric die Frischvermählten und stellt fest, dass der Bräutigam überglücklich zu sein scheint, während die Braut ihren neu angetrauten Gatten zwar wohlwollend ansieht, aber da doch “irgendetwas” zu sein scheint.
Cedrics Misstrauen ist also alles andere als besänftigt, aber in diesem Moment kann er nichts weiter unternehmen, und die Reise in den Norden ist ja auch erst einmal wichtiger. Also legt er die Information erst einmal unter “später” ab.

Am Tag nach der Hochzeit geht es ohne weitere Verzögerung nach London, wo die Igniculi hoffen, ein Schiff nach Dänemark zu finden, idealerweise dasselbe, mit dem sie bereits zum Torghatten gesegelt sind. Dieses liegt auch tatsächlich im Hafen, und der Captain ist auch bereit, die Gruppe über den Skagerrak zu bringen, aber natürlich kann man nicht gleich am selben Tag die Leinen loswerfen, sondern es sind Vorbereitungen zu treffen.

Also suchen die Igniculi so lange (zum gewissen Missfallen Semper Secundus’, dessen Parens ja dort lebt) den Londoner Bund auf und quartieren sich dort als Gäste ein. Semper Primus macht aus seiner Enttäuschung über den noch immer nicht erfolgten Aufstieg seines Schülers zum Princeps keinen Hehl. Sein derzeitiger Lehrling George hingegen sucht wieder den Kontakt mit seinem Vorgänger und bietet an, von jetzt ab Briefe an Secundus zu schreiben, wenn es etwas Interessantes zu berichten gebe. Der junge Magus ist sich zwar dessen bewusst, dass dies eine List seines Parens sein könnte, lässt sich aber auf den Vorschlag ein, und die beiden jungen Leute vereinbaren regelmäßige Korrespondenz.

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Igniculus-in-Arden, 11. November 2014

Das Dorf, genauer gesagt, die Burg, wo Amorenas Verlobter lebt, liegt einige Tagesreisen entfernt: genug Zeit für Cedric, um Morwyns Verhältnis zu seiner Versprochenen ein wenig auszuloten.
Der junge Mann erklärt, er halte sich Amorena gegenüber mit Absicht zurück, weil sie ihn im Verhalten an seine Schwester erinnere, die er sehr geliebt habe und die vor einigen Jahren gestorben sei.
Auch Evelyn spricht mit Morwyn und stellt fest, dass der junge Mann durchaus Humor hat, jedenfalls nicht mehr oder weniger als der sonstige durchschnittliche Mensch.

Begleitet wird die Gruppe von Osric, einem guten Freund und Reisekameraden Morwyns, der sich als relativ schweigsamer und etwas brummiger, aber ansonsten durchaus umgänglicher junger Mann herausstellt. Die beiden erzählen, dass sie schon seit mehreren Jahren, eben eigentlich ungefähr seit dem Tod von Morwyns Schwester Elaine, gemeinsam reisen und Morwyn in dieser Zeit nur sehr selten zuhause war.

Burg Cadwallon liegt an einem Fluss und ist so gebaut, dass man zunächst eine steinerne, gut befestigte Brücke überqueren muss, ehe man durch das Burgtor gehen kann. Hinter diesem Tor muss man dann noch einmal einen gewundenen “Gang” entlang, ehe man auf dem Burghof ankommt.

Der Burgherr, Morgan ap Cadwallon, heißt die Igniculi freundlich willkommen, aber der aufmerksamen Evelyn fällt auf, dass ihm beim Anblick seines Sohnes für einen winzigen Moment die Gesichtszüge einfrieren.

Beim gemeinsamen Abendessen bemerkt die Gruppe weitere Spannungen. So erkundigt sich Morwyn beispielsweise nach seinem Cousin Peridor, der schon seit langem – eben auch wieder ungefähr, seit Elaine vor vier Jahren starb – nicht mehr zu Besuch auf der Burg war. Vater Morgan antwortet ausweichend, das er doch nicht wissen könne, warum Peridor der Familie mehr keine Besuche abstatte, oder etwas in der Art, aber es wird eben sehr deutlich, dass der Burgherr eigentlich dieses Thema am liebsten ganz und gar vermeiden würde.

Auch nach einem „Onkel“ fragt der junge Mann. Er bekommt zur Antwort, dass dieser unpässlich sei und sich in seiner Kammer befinde, woraufhin Morwyn sofort aufspringt und erklärt, er müsse nach dem Kranken sehen. Der immer neugierigen Evelyn gelingt es, sich unauffällig von der Tafel zu entfernen, Morwyn zu folgen und an der Tür des Onkels zu lauschen. Das Gespräch im Krankenzimmer kommt – wenn nicht ausschließlich, so doch unter anderem – auf Peridor, den Cousin. „Such ihn im Wald an der Flussbiegung“, erlauscht Evelyn, „dort ist er gefangen!“

Dass Evelyn einige Zeit danach wieder an der Tafel Platz nimmt, bleibt ebenso unbemerkt wie ihr voriges Verschwinden. Morwyn jedoch kehrt an diesem Abend nicht mehr in den großen Saal zurück, was sein Vater den Gästen gegenüber mit Müdigkeit von der Reise erklärt, was diese dank Evelyns Lauschaktion jedoch besser wissen.

Später am Abend klopft es bei den Igniculi. Es ist Morwyn, dem gegenüber nie das Wort „Magier“ gefallen ist. Statt dessen hatte Semper Secundus sich in der allgemeinen Vorstellungsrunde wie üblich als „Gelehrter“ identifiziert. Genau darauf spricht Morwyn den Magus nun an: Ob er der Heilkunde mächtig sei? Sein Patenonkel, der Berater des Lords und sein, Morwyns, Lehrer und Mentor, sei erkrankt und benötige dringender Hilfe. Semper erklärt zwar, dass seine Gelehrsamkeit sich eigentlich auf andere Bereiche bezieht, verspricht aber natürlich dennoch zu tun, was er vermag. Auch Father Geoffrey schließt sich an. Ein Heiler ist er zwar ebenfalls nicht, aber vielleicht ist der Erkrankte dankbar für ein wenig seelischen Beistand.

In der Kammer des alten Mannes fallen zwei Dinge sehr schnell auf. Erstens, dass dem Patienten tatsächlich nicht groß geholfen werden kann: Er ist einfach zu alt und gebrechlich. Und zweitens sieht Semper Secundus Hinweise darauf, dass es sich bei dem Mann nicht einfach nur um irgendeinen Berater handelt, sondern um einen der Magie kundigen. Morwyns Patenonkel ist ein Diedne!

Die beiden Igniculi treten höflich beiseite, als der alte Mann Morwyn zu sich heranwinkt. Während Father Geoffrey beobachtet, dass der Kranke seinem Patensohn etwas zuflüstert, was diesen erbleichen lässt, sieht Semper Secundus in einer Ecke einen Stab stehen. Dieser ist mit offensichtlich magischen Runen beschrieben, aber mit keinen, die der Tremere zu entschlüsseln vermag. Das müssen Diedne-Runen sein, und Semper versucht, sie mit Hilfe eines Zaubers zu entziffern. Dabei wird er (als Folge eines Patzers) von den geschickt in den Stab gebrannten Runen, die beinahe zu leuchten scheinen, völlig gefangen genommen. Immer mehr erschließen sie sich ihm, und er hat ihre Bedeutung schon fast verstanden, als Father Geoffrey den völlig in Trance verfallenen Tremere beinahe mit Gewalt aus dem Zimmer zieht, weil es Zeit zu gehen ist und Morwyn den „Gelehrten“ schon mehr als seltsam ansieht. Semper Secundus flucht herzhaft und geht beinahe auf den geistlichen Companion los: Er war SO nah davor, die Runen auf dem Stab – und damit das Prinzip der Diedne-Magie an sich! – zu entschlüsseln!

Dass der Druide nach der geflüsterten Unterhaltung mit Morwyn in die Kissen zurücksank und starb, hat der Tremere in seiner Verzückung gar nicht mitbekommen. Father Geoffrey sind dieser Umstand und die aufrichtige Trauer des jungen Adeligen natürlich nicht entgangen, und so bietet er nun dem jungen Mann seinen geistlichen Beistand an. Morwyn lehnt zunächst ab: Es gebe vieles, über das er nachdenken müsse, erklärt aber, er komme gegebenenfalls auf das Angebot zurück.

Am nächsten Tag gehen die Igniculi dem eigentlichen Grund ihres Hierseins nach: Sie suchen den hier ansässigen Silberschmied auf, von dem sie sich ein passendes Hochzeitsgeschenk für Sir Trevans Sohn und dessen nordländische Braut erhoffen.
Tatsächlich hat der Kunsthandwerker einige äußerst hübsche Stücke im Angebot, darunter einen zweigeteilten Trinkbecher, der Evelyn aufgrund seiner Symbolik sehr gut gefällt, der aber im täglichen Leben vermutlich etwas untauglich wäre, sowie zwei Armreifen, deren eingravierte Bildmotive zwar auch einzeln Sinn ergeben, die sich aber zu einem anderen und vollständigen Bild zusammenfügen, wenn man die beiden Schmuckstücke aneinander legt.
Die Armreifen sollen ziemlich teuer sein, die Gefährten beschließen aber dennoch, sie zu kaufen, weil sie als Geschenk einfach so perfekt passen.

Etwas später kommt tatsächlich Morwyn wieder auf die Gruppe zu: Er habe nachgedacht, und ja, es gebe etwas, über das er sprechen möchte. Daraufhin erzählt der junge Mann einen Teil der Geschichte, die Evelyn bereits erlauscht hat: dass nämlich sein Cousin Peridor seit dem Tod seiner Schwester nicht mehr auf die Burg gekommen sei und er nun befürchte, an der Geschichte von der Grippe, die Elaine dahingerafft habe, stimme irgendetwas nicht. Sein Patenonkel und Mentor habe ihm nun eine beunruhigende Mitteilung gemacht, und er wolle Peridor suchen gehen. Ob die Igniculi helfen würden?

Die Gruppe lässt sich nicht lange bitten, sondern erklärt sich natürlich sofort bereit, Morwyn zu begleiten. Es werden also einige Vorbereitungen für eine Reise getroffen, dann wird aufgebrochen, ohne Lord Morgan groß bescheid zu geben.

Der Wald, in dem Peridor laut den Worten des Druiden festgehalten werden soll, befindet sich einige Tagesreisen entfernt. Auf dem Weg dorthin begegnet die Gruppe irgendwann einigen anderen Reisenden. Man tut sich zusammen, baut zusammen das Nachtlager auf und kommt ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass es sich bei der anderen Gruppe um Köhler handelt, die zur alljährlichen Köhlerei unterwegs sind. Die Männer sind auf Lord Morgan alles andere als gut zu sprechen, weswegen Morwyn sich hütet zu sagen, wer er ist.

Der Grund für die Verärgerung der Köhler ist folgender: Seit etwa vier Jahren (natürlich!) ist es strikt verboten, den hiesigen Wald zu betreten. Stattdessen stehen die Rechte für Köhlerei und sonstige Waldnutzung jetzt allein einem Fischerdorf am Meer zu, wo man von derlei Tätigkeiten eigentlich keine Ahnung hat. Also übt man diese nicht selbst aus, sondern verkauft das Recht, an einem vom Dorf bestimmten Ort im Wald einen Meiler aufbauen zu dürfen, jedes Jahr für teures Geld an die umliegenden Siedlungen.

Die Gruppe muss Morwyn etwas zurückhalten, weil der ein wenig aufbrausende und standesbewusste junge Mann den Stich gegen seinen Vater und den Adel im Allgemeinen nicht auf sich sitzen lassen will, aber dieser Bericht bestätigt noch einmal, was die Igniculi sich ohnehin bereits gedacht hatten: Vor vier Jahren muss irgendetwas geschehen sein, das Schwester Elaines Tod verursachte, Cousin Peridor von weiteren Besuchen abhält und Lord Morgan dazu brachte, so gut wie möglich zu verhindern, dass Leute unkontrolliert den Wald betreten. Logische Schlussfolgerung: In dem Wald ist irgendetwas, das niemand sehen soll, deswegen die Spielchen mit den an die Fischer verschenkten Köhlerrechten.

Es ist Morwyn, der auf die Idee kommt, man könne doch den Männern ihre Ausrüstung abkaufen und im Fischerdorf dann selbst so tun, als sei man wegen des Kohleabbaus hier. Ein ausgezeichneter Plan, also wird er gleich in die Tat umgesetzt, sehr zum Missfallen von Knut, der natürlich eine sehr vehemente Meinung zum Thema Bäume für Brennmaterial schlagen hat. Auch dass die Igniculi nur so tun wollen, als ob, beruhigt den magischen Baum dabei nicht so wirklich. Die Köhler sind zwar ein wenig amüsiert ob der Anfänger, die noch dazu eine Frau dabei haben, aber sie lassen sich auf den Handel ein.

Im Dorf selbst lässt sich nicht groß Weiteres herausfinden, aber im Wald dann nutzen die Igniculi die erste Gelegenheit, um sich unter dem Vorwand des Holzsuchens abzusetzen. Morwyn weiß ja nicht, dass er von Evelyn belauscht wurde, also müssen die Gefährten ein wenig vorsichtig vorgehen und den jungen Mann selbst in Richtung des Flusses schubsen bzw. dürfen sich nicht anmerken lassen, dass sie schon wissen, wo er suchen möchte.

Irgendwo macht der Fluss tatsächlich eine Biegung; hier passen die Suchenden also besonders gut auf. Und tatsächlich: In der Nähe einer Furt finden sie eine Art Wegweiser, oder besser gesagt einen Pfahl mit seltsamen Runen darauf; denselben Runen wie auf dem Stab des Diedne, der Semper Secundus so fasziniert hatte.

Nach einigem Überlegen, was dieses Schild wohl aussagen könnte, überqueren die Igniculi den Fluss und betreten das Waldstück innerhalb der Schleife. Schon bald bemerken sie, dass etwas seltsam ist: Die Vögel haben mit einem Mal aufgehört zu singen, und es ist geradezu beunruhigend still – mit der Ausnahme eines leisen Rauschens wie von Wind… nur dass gerade überhaupt kein Wind geht.

Dann sieht die Gruppe, was dieses Rauschen auslöst: Es ist ein Baum, der sich langsam, aber unerbittlich den Igniculi nähert. Dies bringt die Gruppe dazu, sich dann doch besser wieder zurück über den Fluss und hinter den Pfosten mit den Runen zurückzuziehen, woraufhin der Baum ihnen zwar folgt, aber eben nicht über das Schild hinaus.

Nun wird ein wenig mit dem Baum herumexperimentiert. Wann fängt er an, wem wohin zu folgen und für wie lange?
Das Ende vom Lied ist, dass Evelyn und Knut den Baum ablenken, indem sie sich gerade innerhalb der Zone aufhalten und den Baum langsam vom Rest der Gruppe wegziehen. Als sie außer Sicht sind, überqueren die restlichen Igniculi wieder den Fluss und können nun dieses Waldstück ungestört durchsuchen.

Nach kurzer Zeit finden sie in der Mitte dieses Waldabschnittes eine Art Grabhügel, auf dem vier Eichen stehen, deren Kronen ineinander verwoben sind. Ein Loch, wo die fünfte Eiche einmal gestanden haben muss, zeigt, wo der wandelnde Wächter herkam. Und tatsächlich zeigt das Wappen derer von Cadwallon eben fünf stilisierte Eichbäume, deren Kronen miteinander verbunden sind.

Es liegt also die Vermutung nahe, dass es sich hier um das Grab eines Familienmitglieds derer von Cadwallon handeln dürfte, und tatsächlich liegt hier Cousin Peridor begraben, wie Morwyn betrübt feststellt.
Aber das ist nicht alles. Der junge Mann kriecht in das Grab hinein und findet dort seinen Vetter in der Höhlung aufgebahrt, staubig und von Spinnweben bedeckt, als liege er bereits einige Jahre lang hier. Auch seine Rüstung und sein Schwert sind entsprechend angerostet. Der Leichnam jedoch wirkt erstaunlich frisch.

Bei Peridor liegt eine Pergamentrolle, verfasst von dem Druiden, wie Morwyn an der Schrift erkennt. Der Text bestätigt die Identität des Toten, spricht aber auch davon, dass Peridor von Lord Morgan erschlagen worden sei, weil er zu einem wilden Tier wurde und in seiner Raserei Morgans Tochter Elaine getötet habe. Ob Monster oder Mensch, man wisse es nicht, aber möge er nun seinen Frieden hier finden.

Dann beginnen die vier verbliebenen Bäume plötzlich, sich zu bewegen. Ihre Wurzeln tasten herum und greifen erschreckend schnell nach Morwyn, so dass es den draußen stehenden Gruppenmitgliedern gerade noch so gelingt, ihn herauszuziehen.

Morwyn ist natürlich völlig vor den Kopf geschlagen, vor allem darüber, dass Elaine von einem wilden Biest gerissen worden sein soll und nicht an einem Fieber gestorben, wie man ihm immer gesagt habe. Er besteht darauf, in der Familiengruft auf der Burg Elaines Grab zu öffnen und sich selbst davon zu überzeugen. Dafür bittet er die Igniculi ein weiteres Mal um deren Begleitung und Hilfe bei der Lösung dieses letzten Rätsels, und natürlich stimmen die Gefährten zu.

Zurück auf Burg Cadwallon ist Morwyn viel zu ungeduldig, um erst mit seinem Vater zu sprechen. Sofort stürmt er hinab in die Gruft und öffnet den Sarkophag seiner Schwester. Der Leichnam der jungen Frau sieht so aus, wie er nach vier Jahren aussehen sollte, doch trotz der Mumifizierung kann man noch Krallenspuren an Elaines Körper entdecken.

Als er diese Beweise erblickt, stößt Morwyn einen markerschütternden Schrei aus, der mit einem Mal in ein langgezogenes Geheul übergeht. Dann verwandelt der junge Mann sich in einen riesenhaften Wolf, der jedoch nicht die Igniculi angreift, sondern aus der Gruft die Treppen hinauf in die Nacht stürmt.

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Igniculus-in-Arden, 30. September 2014

Der unsichtbare und von seinen vorigen Anstrengungen etwas erschöpfte Semper Secundus kann nichts weiter tun, außer dem seltsamen, dämonischen Hund mit den rotglühenden Augen hinterherzusehen, wie dieser im umverbrannten Teil des Waldes verschwindet.

Als der Magus wieder bei seinen Gefährten angekommen ist, die sich inzwischen in sichere Entfernung vom Feuer gebracht haben (vor allem Knut*), erzählt er natürlich von seinen Erlebnissen, und das Spekulieren beginnt. War der “Dämonenhund” womöglich der ortsansässige Magier, der auf diese Weise den vom Aschenkerl gelegten Flammen entkommen ist? Askeladd war es vermutlich nicht, zumindest stellt es sich den Igniculi so dar, denn der Aschenkerl war ja selbst nicht ins Feuer gegangen, sondern hatte sich vorher verzogen. Wenn die Vermutung also stimmt, dann war der örtliche Magus wohl irgendwie mit dämonischen Kräften im Bund – oder war die ziemlich verzerrte Version eines Bjørnær. Oder er hat den Hund nur beschworen, sich nicht selbst in ihn verwandelt? Aber auch das würde dämonistische Verbindungen nahelegen… und es würde nicht erklären, warum in dem Dreieck, in dem das Feuer gewütet hat, keine Leiche oder sonstige Überreste, die auf einen Menschen schließen lassen würden, zu finden sind. In dem gesamten Areal ist alles völlig verbrannt – bis auf eine pentagrammförmige Stelle, die völlig unversehrt und unverbrannt geblieben ist. Es könnte also sein, dass der Magus hier einen Schutzkreis gezogen hat – oder bereits vorbereitet hatte -, in dem er überleben konnte, bis er sich in die Hundeform verwandelt hatte. So oder ähnlich jedenfalls schlussfolgern die Igniculi.

Dass der Mann kein sonderlich netter Mensch war (oder ist), das wusste die Gruppe ja schon anhand der Tatsache, dass er Esmeralda entführen wollte. Nun jedoch kommen eventuelle dämonistische Tendenzen dazu. Und obwohl sie in dem Feuerdreieck keine Leiche gefunden haben, liegt etwas außerhalb, dort, wohin das Feuer auf normale, nicht-magische Feuer übergegriffen hatte, die angekohlte Leiche eines von Askeladds Kriegern. Weitere Schlussfolgerung der Gruppe: Der Mann könnte von dem Dämonenhund umgebracht worden sein. Oder ist eben einfach so verbrannt, weil er nicht rechtzeitig wegkam, aber das glaubt irgendwie niemand so recht. (Irgendjemand nimmt auch die angesengte, aber ansonsten unversehrte Fibel vom Umhang des Nordmannes mit, meine ich.)

Obwohl Evelyn sich dafür ausspricht, so schnell wie möglich nach Warwick zurückzukehren, um die Hochzeit nicht zu verpassen, plädiert Cedric dafür, sich noch ein klein wenig länger im Dorf aufzuhalten und versuchen, noch ein wenig mehr über den walisischen Magus herauszufinden. Und außerdem kann man ja im Dorf vielleicht noch ein wenig bei den Aufräumarbeiten helfen.

Gesagt, getan: Als im Dorf wieder einigermaßen Ruhe eingekehrt ist, hören die Consortes sich bei den Anwohnern um. Vielleicht handelt es sich bei dem Gehörten größtenteils um Übertreibungen und Gerüchte, aber der Mann war den Dorfbewohnern jedenfalls zutiefst verdächtig und unsympathisch. Na gut, er war ein Hermetiker, die haben ja nun mal diese unheimliche Aura. Aber trotzdem schält sich ein Bild heraus von einem nicht nur unheimlichen, sondern auch sehr unfreundlichen Menschen, der sich vor etwa sechs (?) Jahren in der Kate außerhalb des Dorfes niedergelassen habe. Und seither seien immer mal wieder Leute verschwunden oder tot aufgefunden worden, die in jener Ecke des Waldes zu tun hatten, die Anzahl der Fehlgeburten habe zugenommen, und so weiter, und so weiter.

Im Gespräch kommt heraus, dass der damalige Ortsvorsteher mehr mit dem Mann tun gehabt habe, aber schon nicht mehr am Leben sei. Seine Witwe allerdings lebt noch hier, also geht Cedric sich mit der ihr unterhalten. Die ältere Dame erzählt, dass ihr Mann selig damals mit dem Neuankömmling habe sprechen wollen, nachdem der sich einfach so, ohne irgendwen um Erlaubnis zu fragen, in der Hütte eingenistet hatte, und ihn eigentlich hatte auffordern wollen, die Gegend wieder zu verlassen. Nach dem Besuch jedoch sei ihr Mann mit veränderter Einstellung zurückgekommen und habe erklärt, der Einsiedler – ein Caledonier namens Malcolm (oder Duncan? Ich weiß es gar nicht mehr, muss bei Slobo nochmal nachfragen) – dürfe bleiben. Wie es zu seiner Meinungsänderung kam, sagte er nicht, habe generell nicht mehr über den Besuch sprechen wollen, und kurze Zeit darauf sei er gestorben. Mit dem Dorfpriester habe er aber lange darüber geredet – nur sei der Dorfpriester inzwischen auch schon nicht mehr am Leben, wie schade, so ein junger Bursche sei das noch gewesen.

Ihr Mann habe auch keine Aufzeichnungen oder ähnliches hinterlassen, die sich die Igniculi einmal ansehen könnten, und auf die Idee zu versuchen herauszubekommen, ob der junge Dorfpriester vielleicht ein Tagebuch geführt hat oder so etwas, kommt in dem Moment niemand aus der Gruppe. (Oder hatten wir das sogar versucht, blieben aber erfolglos? Jaja, da geht es hin, das Gedächtnis.)

Jedenfalls ist hier in Wales erst einmal nichts weiter über diesen Malcolm (oder Duncan) herauszufinden, aber vielleicht kann man ja beim caledonischen (oder englischen) Tribunal etwas über einen nach Wales ausgewanderten schottischen und offensichtlich bundlosen Magus dieses Namens in Erfahrung bringen. Jedenfalls sollten die Magier zuhause in Arden sobald wie möglich mit einbezogen werden, weil die Consortes selbst ja wohl kaum Nachforschungen in dieser Richtung werden anstellen können. Außerdem sollten die Magi wissen, dass der Waliser Schotte vielleicht noch am Leben ist und dass Askeladd ihn offensichtlich ganz spezifisch zum Ziel auserkoren hatte und nicht einfach nur zufällig dort vorbeikam.

Aber zunächst geht es zurück nach Warwick, bzw. zu der verborgenen Regio in der Nähe der Stadt, wo Darek und seine Leute leben.
Cedric-der-Ältere, der Torwächter, ist wenig begeistert davon, die Gruppe zu sehen, lässt sie aber nach ein wenig freundlichem Geplänkel durch seinen jüngeren Namensvetter brummelnd durch seine Hütte in den Tunnel, der zu der Regio führt.

Bei ihrer Ankunft in dem Regio-Dorf werden die Igniculi Zeuge einer Szene zwischen Dareks Tochter Amorena und einem jungen Mann, den das temperamentvolle Mädchen gerade lautstark beschimpft und zum Verschwinden auffordert. Caleb, der Dieb aus Warwick und Amorenas guter Freund, ist auch gerade anwesend. Der Fremde ist offensichtlich Amorenas Verlobter, und die beiden befinden sich in der Zeit zum Kennenlernen, die der Häuptling seiner Tochter nach deren Flucht zugestanden hatte. So gut scheint dieses Kennenlernen allerdings nicht zu funktionieren, denn Amorena ist anscheinend wirklich ständig streitlustig zu ihrem Versprochenen. Darek selbst sogar erwähnt seinen Gästen gegenüber, dass, wenn er es nicht besser wüsste, er ja beinahe denken würde, die beiden passten nicht zusammen, aber… nein. Das kann gar nicht sein. Seine eigene Frau war auch so temperamentvoll, und der eine oder andere Streit gehöre einfach dazu.

Semper Secundus versucht noch, seine beiden Gefährten dazu zu bringen, sich aus der Beziehungskiste zwischen Amorena und dem Häuptlingssohn des anderen Dorfes herauszuhalten, aber Evelyn Streona ist nun mal jemand, der sich in alles einmischen muss, und Cedric of Aymerstone hat eine Schwäche für Damen in Nöten, deswegen machen die beiden Amorenas Wohlergehen natürlich zu ihrer Angelegenheit, auch wenn Semper darüber verzweifelt die Augen verdreht.

Evelyn geht also mit Amorena reden und erfährt, dass diese ihren Verlobten einfach nur todlangweilig findet. Sie versuche immer wieder, ihn in einen Streit zu ziehen, weil sie gerne einmal eine eigene Meinung von ihm hören würde, aber alles glitte immer nur an ihm ab, und er sei so grau und uninteressant. Und seit ihrem Fluchtversuch lasse ihr Vater sie gar nicht mehr aus dem Dorf weg, was alles nur noch langweiliger und trister mache.

Na gut, mit dem jungen Mann kann man ja mal reden, ob er wirklich so langweilig ist, oder ob er vielleicht nur so tut, weil er denkt, es sei das Richtige. Darek gegenüber hatten die Igniculi offen ihre Suche nach einem Hochzeitsgeschenk als Grund für ihren Besuch angegeben, und es hatte sich recht schnell herausgestellt, dass es in Dareks Dorf keine passenden Kunstgegenstände gibt. Nur einige gut gearbeitete Gladii, aber ob ein Schwert das geeignete Geschenk für den eher als weich empfundenen Ritterssohn wäre? In dem anderen Dorf in der Regio jedoch, also dem Dorf, wo Amorenas Verlobter herkommt, gebe es einen guten Goldschmied, vielleicht finde sich ja unter dessen Arbeiten etwas Passendes.

Eine gute Idee, denn am nächsten Morgen will der junge Mann ohnehin wieder nach Hause aufbrechen, dann können die Igniculi sich ihm gleich anschließen. Und unterwegs ergibt sich dann vielleicht auch die Gelegenheit, mal die Beziehung zu Amorena zur Sprache zu bringen.

*PS: Apropos Knut. Wir hatten alle in den letzten Tagen den Film “Guardians of the Galaxy” gesehen, und natürlich ergaben sich während der Sitzung etliche Gelegenheiten für “Ich bin Knut!”-Sprüche.

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Igniculus-in-Arden, 16. September 2014

Nachdem Semper Secundus’ Spieler die letzten Wochen ja nicht dabei war und wir nicht genau wussten, mit welchem Charakter er auf die Reise mitgekommen war, konnte er beim letzten Mal endlich wieder teilnehmen und entschied sich für seinen Magus. Damit haben wir nun doch nicht die erste nur aus Companions bestehende Gruppe, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Jedenfalls erklärten wir Askeladds bisherige Nicht-Reaktion auf den Tremere damit, dass dieser wie sich wie üblich unsichtbar gemacht hatte, als die Gruppe zu dem Lagerfeuer nachschauen ging, so dass der Nordmann gar nicht mitbekam, dass eine weitere Person anwesend war. Semper Secundus erkannte auch die vom Aschenkerl auf die Hand des Baummannes gezeichneten Runen und konnte den Gegner der Igniculi auf diese Weise identifizieren, sagte aber dem Rest der Gruppe zunächst logischerweise nichts davon, weil er seine Anwesenheit ja nicht verraten wollte.

Jetzt jedoch schleicht Semper Secundus dem Wikinger hinterher, und über seiner Solo-Erkundung vergeht beinahe der ganze Rest des (ohnehin recht kurzen) Spielabends. Aber da der Spieler so lange nicht dabei war, neidet ihm keiner das Spotlight – und es ist ja auch ziemlich amüsant und interessant, was er da so anstellt.

Als die Igniculi sich entfernt haben, geht der Aschenkerl (ungesehen verfolgt von Semper Secundus, der seine ersten Schleichen-Proben mehr oder weniger anstandslos besteht, oder zumindest bemerkt Askeladd nichts) auf die Kate des fremden Magus zu, macht in einiger Entfernung halt und zeichnet drei seiner Runen in den Erdboden, ehe er weitergeht. Einer seiner Leibwächter bleibt aber bei der Zeichnung, um diese zu bewachen. Unser Tremere, der sich die Runen aus der Nähe ansehen will, bemerkt, wie beinahe umgehend das Gras um die Zeichnung herum auszutrocknen beginnt und einen verdorrten Aspekt annimmt. Aha, erkennt Semper Secundus sofort, der plant etwas mit Feuer! Der Nordmann bewegt sich jetzt nicht mehr direkt auf die Hütte zu, sondern leicht schräg an ihr vorbei, ehe er das nächste Dreieck aus denselben Runen auf den Boden zeichnet und auch dort einen Leibwächter zur Bewachung abstellt. Auch hier verdorrt das eigentlich feuchte Herbstgras sofort und macht Anstalten, beim kleinsten Anlass in Flammen auszubrechen.

Semper vermutet schon, dass die Runen nicht nur in sich dreieckig sind, sondern auch insgesamt ein großes Dreieck ergeben sollen. Jetzt jedoch verrät der Tremere sich beim Schleichen, und der nordische Magier wird auf ihn aufmerksam. Glücklicherweise gelingt es Semper Secundus, sich davon zu machen, ohne dass der Aschenkerl ihn erwischt, aber nun ist es ihm natürlich unmöglich, etwas gegen den Nordländer zu unternehmen.

Unsichtbar eilt Semper Secundus zurück zu seinen Gefährten, kommt auch gerade so aus dem betroffenen Gebiet heraus, ehe der Aschenkerl offenbar das dritte Runendreieck beendet hat und alles innerhalb der gedachten Dreieckslinien lichterloh in Flammen aufgeht. Noch immer unsichtbar, zerstört Semper Secundus an einer der Dreiecksspitzen dem dort positionierten Leibwächter die Axt. Aus diesem Grunde kann der Kämpfer nicht gegen die Gestalt vorgehen, die kurze Zeit darauf aus dem Feuer springt: eine Art felloser Nackthund, der ein wenig dämonisch wirkt.

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