Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 18. März 2014

In der feuchten Erde vor dem Eingang des Turms – wobei “Turm” eigentlich der falsche Ausdruck ist, stellt die Gruppe jetzt fest, denn das Bauwerk ist nur einstöckig – findet sich ein kreisrunder Abdruck im Erdboden, der den Sodales erst Rätsel aufgibt, aber von einem der Gefährten sehr schnell dahingehend interpretiert wird, dass hier vielleicht ein Schild gelegen haben könnte. Also dass Bewaffnete irgendwelcher Art hier gewesen sein müssen, seit es das letzte Mal geregnet hat und die Erde aufgeweicht ist. Was in den caledonischen Highlands im Frühjahr zugegebenermaßen relativ häufig der Fall und somit nicht sooo übermäßig aussagekräftig ist.

Andererseits – vielleicht sind die besagten Bewaffneten sogar noch anwesend? Sehr vorsichtig betreten die Magi also das Gebäude. Vom Eingang aus geht es durch einen relativ kurzen Gang in den zentralen, achteckigen Innenraum, der, wie ja auch schon von außen zu sehen war, von einer großen Kuppel überdacht ist. Dieses Kuppeldach besteht aus acht irisförmigen Segmenten, die offensichtlich dafür gedacht sind geöffnet werden zu können.

In dem Moment, als Constantia den Raum betritt, fangen die Fackeln in den Wandhaltern an zu brennen, und zwar in einem unirdischen, blauen Feuer. Nur eine Fackel ist aus dem Wandhalter auf den Boden gefallen; diese hat sich nicht mit aktiviert. Sie lässt sich ganz normal anzünden und wieder verlöschen, wie jede andere Fackel auch, aber als sie wieder in ihre Halterung gesteckt wird, beginnt auch sie, so blau zu leuchten. Und dieses blaue Feuer ist auf normalem Wege nicht zu löschen. Nähere Untersuchungen der Fackeln ergeben, dass es sich bei dem blauen Feuer auch um Ignem handelt, aber um Kälte, also gewissermaßen die Abwesenheit von Ignem, oder umgekehrtes Ignem, oder wie auch immer man es nennen möchte.

Es stellt sich heraus, dass um die zentrale Halle herum ein Ring mit sieben trapezförmigen Zimmern liegt. Die achte Kante des Oktagons ist unterteilt in den Weg vom Eingang und einen kleinen Raum, vielleicht für Wachen oder etwas in der Art. In jedem der Räume befindet sich auch eine Seilwinde, mit der man ein Segment der Dachkuppel öffnen kann.

Aber hier lebt schon seit langer Zeit niemand mehr, so sieht es jedenfalls aus. Die Zimmer – eines davon ein hochherrschaftliches Wohngemach, die anderen eher praktischen Zwecken gewidmet, unter anderem auch zwei Räume mit mehreren Pritschen, wie für Bedienstete oder Wachen – sind völlig verstaubt, die Seile der Dachwinden alt und am Verrotten.

Knut macht sich an einer der Seilwinden zu schaffen, um das Dach zu öffnen, aber das Seil reißt, als er das Dachsegment etwa zur Hälfte gehoben hat, und der magische Baum kann sich vor dem herumpeitschenden Seil gerade noch rechtzeitig aus dem Raum retten.

Während die Sodales noch das Gebäude untersuchen, ertönen aus einem der hinteren Räume plötzlich schlurfende Schritte. Zwei animierte Skelette in rostiger und verfallener Rüstung und Wappenröcken – und mit exakt solchen Schilden, wie deren Abdruck in der feuchten Erde draußen vor dem “Turm” zu sehen gewesen war – kommen aus einer der beiden Zimmer mit den Pritschen und stapfen zielsicher auf Constantia zu. Es kommt zu einem kurzen Kampf bzw. zu Einfrier- und Einwurzelungsaktionen, um die beiden Gestalten daran zu hindern, die Maga zu erreichen, während Gudrid ihr Zweites Gesicht öffnet.

Auf der Geisterebene sind die beiden Skelette in unversehrte Rüstungen und Wappenröcke gekleidete Ritter. Einem davon gelingt es tatsächlich, Constantia zu erreichen – und er geht mit einem unterwürfigen “Herrin”, das nur Guri mit ihrem geöffnetem dritten Auge verstehen kann und sie beinahe zu einem reflexhaften “Hüterin!” veranlasst, während es für alle anderen lediglich wie Zombiestöhnen klingt, vor der Flambeau auf die Knie.

Als die Merinita den anderen klar gemacht hat, dass die Skelette für den Moment nichts Böses zu wollen scheinen, befragen die Sodales die geisterhaften Wächter. Sehr schnell wird klar, dass die Ritter Constantia tatsächlich für Morgana selbst halten. Die beiden Untoten wundern sich zwar, dass diese sie nicht zu verstehen scheint, sondern dass Gudrid alles von den Rittern Gesagte wiederholen muss, aber da sie ihrer “Herrin” bedingungslos ergeben sind, stellen sie deren seltsames Verhalten nicht weiter in Frage. Sich dessen bewusst zu sein, dass sie tot sind, scheinen sie jedenfalls nicht.

Sie seien von Morgana beauftragt worden, Wache zu halten, natürlich, das müsse die Herrin doch wissen. Und dann habe die Lady sie zur Ruhe geschickt, bis sie wiederkäme, und jetzt sei sie wieder zurück, also seien sie selbstverständlich wieder aufgewacht. Sie beide als erste, aber die anderen würden bestimmt auch bald erwachen.

Aaah ja.

Einen kurzen Versuch zu erklären, dass Constantia nicht Morgana sei, nehmen die Skelette den Sodales nicht ab, und diese dringen nicht weiter in sie, weil sie sich nicht sicher sind, ob deren Gehorsam dann nicht vielleicht in Feindseligkeit umschlagen könnte. Stattdessen befiehlt die Flambeau den Wächtern, sie sollen das Dach öffnen und sich dann wieder zur Ruhe legen, bis sie sie wieder rufen werde, was die beiden Untoten dann auch gehorsam tun.

Und die Sodales fangen natürlich sofort an zu spekulieren. Dass Constantia ja wohl offensichtlich eine direkte Nachfahrin von Morgana-le-Fay sein muss. War die berühmte Maga eigentlich eine Flambeau? Und in Porta Caledonia hatten die Sodales ja dieses irgendwie magische Relief von Merlin und Morgana gefunden, über dessen Magie selbst die dortigen Magier sich nicht genau im Klaren gewesen waren, das aber angeblich schon dort gewesen sei, als die Sodales von Porta Caledonia dieses Gebäude für ihren Bund übernahmen. Und dort war Constantia ja auch von diesen seltsamen blauen Punkten in Wand und Boden verfolgt worden. Dort allerdings schienen die in der Bibliothek zum Leben erwachten Statuen deutlich feindlich eingestellt, so schnell und wild, wie sie auf Constantia zustürmten, ganz anders als die gehorsamen Wächterskelette hier. Wurden die Gebäude, in denen sich heute der Bund Porta Caledonia befindet, also vielleicht als Gegenpol zu Morganas eigenem Sitz hier gegründet? An der Grenze zu den Highlands, um zu verhindern, dass die berüchtigte Maga diese Grenze übertrat, oder zumindest eine Warnung abzugeben, falls sie es tat? Welche Verbindung hatte Morgana zu Merlin, dem ersten Diedne? Fragen über Fragen, auf die die Sodales zunächst keine Antworten finden, sondern nur wild spekulieren können.

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Igniculus-in-Arden, 04. März 2014

Nach längerer Weiterreise kommen die Sodales schließlich im von Maeve benannten Ort an, einem kleinen Dorf namens Braemar (ja, die Igniculi erfinden anscheinend wirklich die Highland Games).
Der Weiler liegt idyllisch in den Highlands in der Nähe eines Flusses. Auf einem nahegelegenen Hügel befindet sich ein Gebäude, das auf den ersten Blick wie eine Turmruine aussieht.

Auf einer Wiese in der Nähe hütet ein Junge eine kleine Herde Schafe. Ihn befragen die Reisenden zuerst. Der Junge erzählt, dass er mit seinem Großvater im Dorf wohnt. Die kleine Familie lebt von der Schafzucht und vom Käse, den der Großvater herstellt. (Diesen Aufhänger nutzt Constantia sofort, um, von dem Jungen gefragt, was die Gruppe denn hier eigentlich tue, mit ‘Handel treiben’ zu reagieren. Außerdem weiß der junge Schäfer zu berichten, dass es in der Turmruine spuke.

Diese Ruine lassen die Magi jedoch zuerst Ruine sein und begeben sich hinunter ins Dorf. Dort gibt es einige Wohnhäuser und ein etwas größeres Gebäude, das sich als Taverne herausstellt. Constantia mit ihrem “Gentle Gift” geht zuerst hinein und verwickelt den Wirt in ein erstes Gespräch, fragt nach Unterkünften und Essen… und sehr unverblümt nach Feen.

Der Tavernenwirt ist nicht sehr erbaut, als kurz darauf die für ihn ziemlich unheimlich wirkenden Magier hereinkommen, beantwortet dann aber doch ihre Fragen zum Ort und seinen Bewohnern. Nur über Feen will er, bis auf die Tatsache, dass man denen besser aus dem Weg gehen sollte, nur ungern reden, verweist die Gruppe zu diesem Zweck lieber an den Dorfältesten, der sich besser mit dem “Kleinen Volk” auskenne.

Der besagte Dorfälteste wird von den Gefährten in die Taverne auf einen Umtrunk eingeladen und gibt dann relativ bereitwillig Auskunft. Dummerweise ist das, was er zu sagen hat, so gar nicht das, was die Igniculi gerne hören möchten: Er selbst und alle Dorfbewohner sind auf die Feen so überhaupt nicht gut zu sprechen. Denn hier ist Winter-Gebiet, das Reich von Königin Mab, und die ist ja nun alles andere als freundlich. Unter Mabs Herrschaft gibt es hier oben lange, harte und entbehrungsreiche Winter, heftigste Stürme und jedes Jahr etliche Opfer. Nein, auf die Feen könnte man hier liebend gerne verzichten.

Die Abneigung geht sogar so weit, dass der alte Mann auf die Frage, ob denn der Christenglaube bereits bis hier oben vorgedrungen sei, erwidert: bisher noch nicht so richtig, aber wenn dieser neue Glaube dafür sorgen könnte, dass man dadurch die Feen loswerde, dann immer her damit!

Au. Und das, wo die Igniculi mit ihrem Turnier doch das genaue Gegenteil erreichen wollen.

Trotz der Abneigung des Dorfältesten für die Feen erkundigt Gudrid sich noch nach Wegen in Mabs Reich – falls man denn so verrückt sein sollte, dieses aufsuchen zu wollen. Ein Stück hinter dem Turm auf dem Hügel liege ein Eingang, lautet die Antwort.

Überhaupt der Turm. Dort sollen die Sodales auf gar keinen Fall hingehen, hatten schon der Schäferjunge und der Wirt gewarnt und wiederholt jetzt der Dorfälteste nochmals. Dort spuke es!

Klar, dass die Magi sich den besagten Turm natürlich doch ansehen. Und so verlassen, wie alle tun, ist das Gemäuer in letzter Zeit nicht gewesen: Spuren deuten davon, dass sich zwei oder drei Leute hier getroffen haben. Eine der Spuren geht – dank Gudrids Formelspruch “Tracks of the Faerie Glow” mehr als leicht zu finden – zurück ins Dorf, wo sie in einem Haus verschwindet, das die Gefährten sich natürlich merken; die andere Spur geht vom Turm aus weiter in die Highlands hinein.

Der Turm selbst ist gar nicht die Ruine, für die er gehalten wird, sondern erstaunlich gut in Schuss. Er verfügt über ein Kuppeldach, das zwar längere Zeit nicht mehr geöffnet geworden zu sein scheint, aber dessen Mechanismus, oder besser die zugehörige irisförmige Öffnung, nach wie vor sehr gut zu sehen ist.

Neugierig betreten die Sodales den Turm.

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Igniculus-in-Arden, 25. Februar 2014

Mit Einbruch des Frühlings brechen die Igniculi (wieder einmal im Team Waldbrandrodung) gen Caledonien auf, um den Turnierort in Augenschein zu nehmen. In Nordengland angekommen, achtet die Gruppe darauf, nicht zu nah an Askeladds Operationsbasis vorbeizukommen; dem muss man jetzt nicht auch noch begegnen.

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Igniculus-in-Arden, 04. Februar 2014

Nach einer entsprechenden Verabschiedung von den gesammelten Südland- und Nordlandfeen kehren die Igniculi nachhause zurück.
Sehr bald folgt eine Bundsitzung, bei der mit viel Hin, Her und Gehirnschmalz ein grober Rahmen für den Wettbewerb ausgekaspert wird. Am Ende (auch des Spielabends, denn viel mehr haben wir nicht gemacht außer die Turnier-Modalitäten zu diskutieren und zu frotzeln, dass Igniculius-in-Arden die Highland Games erfinden wird) steht folgendes:

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Igniculus-in-Arden, 14. Januar 2014

Nach dem Ende der Audienz kehren die Sodales erst einmal in ihre Gemächer zurück – und werden dort bereits erwartet. Auf einer Stuhllehne hockt, als würde er dorthin gehören, ein großer Rabe. Die Igniculi begrüßen ihn höflich, könnte er doch einer von Hernes Leuten sein oder gar ein Abgesandter Odins. Und tatsächlich, als der Rabe in menschlicher Sprache das Wort ergreift, stellt sich sehr schnell heraus, dass Odin ihn gesandt hat. Der König der Nordlandfeen habe einen Unterhändler für die Verhandlungen bezüglich des Turniers bestimmt.

Oho. Das ging schnell. Aber klar, Heimdall hört und sieht ja alles, wenn er will, und in diesem Falle wollte er offensichtlich.

Wer der Unterhändler denn sei, will Gudrid wissen. Die Igniculi würden ihn schon erkennen, wenn sie ihn sähen, erwidert der Rabe. (“Loki!” ist Semper Secundus sich sofort sicher.) Finden würden sie ihn in einer Schenke direkt hier in der Stadt, wo er die Gruppe gerne treffen wolle. Und mit diesen Worten erhebt der Vogel sich in die Lüfte und flattert davon.

Da die Igniculi keine drängenderen Pläne haben, begeben sie sich gleich in diese Schenke, wo sie (“Ich hab’s doch gesagt!”) von Loki erwartet werden. Der Ase gibt sich bei der Begrüßung sehr freundlich, erkundigt sich nach Ethelred und zeigt sich sehr enttäuscht, dass die Kräuterfrau nicht dabei ist. Dafür hat Loki (der Odin davon überzeugt hat, ihn zu entsenden, wie er sagt) selbst einen Begleiter: einen grauhaarigen, grauhäutigen, überhaupt in allen Belangen grau aussehenden Kerl, den er als “Ulf” vorstellt. Da das Wort “Ulv” auf Norse “Wolf” bedeutet, denkt Gudrid schon an einen von Toras Winterwölfen, aber mit dieser Annahme liegt die Principa falsch: Ulf ist der Vertreter Utgards für diese Verhandlungen.

Loki kommt gleich zur Sache. Er selbst halte zwar nichts von der Idee, aber Odin sei ihr gegenüber aufgeschlossen, und wer sei er schon, dem Allvater zu widersprechen?
So wolle er auch gar nicht so sein, sondern den Igniculi ein Jahr und einen Tag für die Ausrichtung des Turniers geben. Das sei doch ein angemessener Zeitraum – und überdies habe das mit dem ein-Jahr-und-ein-Tag in Feenkreisen ja auch Tradition.

Damit ist erstaunlicherweise die erste Hürde schneller genommen, als die Sodales das befürchtet hatten. Dafür stellt sich die Frage nach dem Austragungsort als wesentlich komplizierter dar denn gedacht.
Der erste Vorschlag seitens der Igniculi ist der leerstehende Bund am Meer. Dort wäre der Tross aus Feenwesen niemandem im Weg, es gibt bereits Gebäude und Infrastruktur, aber da der und zerstört ist, gibt es dort auch keine Magier mehr, denen das Vorhaben nicht passen könnte.
Diese Idee lehnt aber Loki sofort ab. Das ist ja in der Domäne der Südlandfeen! Er habe eher an eines der dünn besiedelten Täler um Trondheim herum gedacht.
Das ist den Igniculi wiederum zu sehr “Nordland”, und auch Ulf legt unmittelbar sein Veto ein: viel zu nah an Asgard!

In dem Moment nähert sich eine Frau dem Tisch; sie hätte nicht umhin gekonnt, als dem Gespräch zu folgen, und sie hätte eine Alternative zu bieten: Warum nicht Caledonien? Ihre Herrin würde sich glücklich schätzen, zu einem solch noblen Unterfangen wie dem Vereiteln eines Krieges ihren Teil zu leisten. Wer diese Herrin denn sei, will Guri wissen. Nun, Königin Mab selbstverständlich, erwidert Moira gelassen. Aber ja. Das hätten die Magier sich bei der ersten Erwähnung Caledoniens schon denken können.

Der Vorteil an dem Vorschlag: Es wäre wirklich ein guter Kompromiss, eigentlich. In der Winter-Domäne der Südlandfeen, am nördlichsten Ende der Südlande… eigentlich perfekt. Aber dummerweise wäre es eben auch der Einflussbereich von Königin Mab, und dass diese üblicherweise keine Gelegenheit auslässt, Titania und Oberon zu schaden, wo sie kann, ist gemeinhin bekannt. Außerdem wäre mit Winter eine dritte Fraktion in die Sache verwickelt, bzw. sogar eine vierte, wenn man Utgard separat rechnet. Das dürfte die Dinge nicht gerade erleichtern.

Die Igniculi nehmen Moiras Vorschlag auf und verhandeln erst einmal weiter mit den beiden Nordlandfeen, über die Zahl der Teilnehmer diesmal. Nun, erklärt Loki, er selbst werde es sich natürlich nicht nehmen lassen, bei der Sause anwesend zu sein, sein Vater Odin ebensowenig. Und Thor natürlich auch nicht. Eigentlich fast jeder, der in Asgard Rang und Namen habe. An tatsächlichen Teilnehmern für das Turnier würde er aus Asgard und Utgard gemeinsam etwa mit 50 bis 100 Kombattanten rechnen, dazu natürlich der Tross, der ebenfalls mitreisen werde.

Au. Das ist eine Menge, vor allem, weil es von Südlandseite ja wohl mindestens genausoviele sein müssen.

Es werden noch einige andere kleinere Fragen besprochen, dann ziehen die Igniculi sich in den Sommerpalast zurück, um unter sich Kriegsrat zu halten, aber vor allem, um die Sommerfeen über Mabs Angebot zu informieren. Haushofmeister Givin ist ja von ihren Majestäten mit den entsprechenden Vollmachten ausgestattet worden, auch um Entscheidungen zu treffen, und so besprechen die Magier sich erst einmal mit dem Gnom.

Givin ist alles andere als glücklich über den Vorschlag, aber er ist sich auch dessen bewusst, dass man Mab tödlich beleidigen würde, wenn man nicht einen wirklich guten Grund zum Ablehnen hätte – sprich einen anderen Austragungsort, der noch besser geeignet wäre. Aber so lange und so viel die Magi auch überlegen (und sie gehen viele Möglichkeiten durch), es will ihnen einfach kein Ort einfallen, der es mit Caledonien aufnehmen könnte. Also kommen sie zähneknirschend überein, Moiras Angebot anzunehmen und alle Vorbereitungen darauf auszurichten.

Ehe sie aber in die Taverne zurückkehren, kommt es noch zu einer längeren Diskussion darüber, dass es eine sehr diffizile Balance sein wird, die da gehalten werden muss: einerseits genug Aufmerksamkeit zu erlangen, damit die Asen es als genügend ansehen und auf ihren Krieg verzichten, andererseits aber keine der Vorschriften des hermetischen Eides zu verletzen – oder zumindest nicht so, dass man den Igniculi dafür an den Karren fahren kann.
Grundsätzlich ist es möglich, sind die Sodales sich einig, nur einfach wird es nicht. Aber wer hatte das schon erwartet.

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Igniculus-in-Arden, 26. November 2013

Vor allem Ethelred ist schwer beeindruckt von der schnellen Heimkehr… und davon, dass Heimdall sie auch hier in England noch immer hören und sehen kann. Dass der Nordlandfae wirklich alles im Auge hat, scheint ihr jetzt erst so richtig bewusst zu werden, und sie fängt an, nur noch zu flüstern. Nicht dass das irgendwas hilft, wie Constantia sich beeilt, ihr zu erklären.

Zurück im Bund, wird die beabsichtigte Sitzung abgehalten und Bericht erstattet, außerdem die gefundene Tasche und die Nägel zur näheren Untersuchung an Crispinus Comis abgegeben.
Die übrigen Magier stimmen überein, dass der beste Plan ist, als nächstes Titania und Oberon aufzusuchen, um wenn möglich deren Zustimmung zu dem Plan zu erlangen.
Constantia ex Flambeau wird allerdings tatsächlich mit Rosa Nocturna und Crispinus Comis im Bund zurückbleiben. Stattdessen wird Evelyn Streona die Magi begleiten, und auch Semper Secundus schließt sich der Reisegruppe an, während die geschwätzige Ethelred zuhause bleiben wird.

Um den besten Weg zum Palast des Königspaars in Erfahrung zu bringen, spricht Gudrid mit Saika. Die Falkenfae erklärt, dass der kürzeste Weg über die Märkte führe, denn die seien ja so etwas wie Knoten- oder Netzpunkte innerhalb der Feenwelt, und so führten von ihnen aus direkte Wege zur Hauptstadt.

Saika kann den Igniculi den Weg zeigen, sagt sie – aber obgleich sich ihr Zustand in den etwa zwei Monaten der Abwesenheit bereits deutlich verbessert hat, ist die Falkenfae noch nicht wiederherhestellt genug, um mit auf die Reise zu gehen. Dass sie wieder zuhause bleiben soll, passt Saika gar nicht, kann sie doch auf diese Weise ihre Pflicht als Leibwächterin nicht erfüllen.
Entweder sie will die Herrin (“Hüterin!”) begleiten, oder diese soll im Bund bleiben, wo Saika sie beschützen kann. Schließlich aber lässt die Jägerin sich von den Argumenten der Principa, dass nämlich die Mission zu wichtig sei, dass Saika jedoch erst wieder völlig gesunden müsse, damit sie ihrer Aufgabe richtig nachkommen kann, doch überzeugen – bzw. sie gehorcht zähneknirschend Guris explizitem Befehl.

Saika erklärt, die beiden nächstgelegenen Märkte seien der Jagdmarkt in der Nähe von Hernes Winterlager sowie der Steinmarkt, einige Tagesreisen ins Gebirge hinein. Da die Sodales nicht so genau wissen, wie lange sie eventuell auf dem Jagdmarkt aufgehalten werden würden – immerhin dreht sich dort alles um die Jagd, und wer auch immer dorthinkommt, ist entweder Jäger oder Beute (“Natürlich”, sagt Saika ganz verwundert. “Etwas anderes gibt es doch nicht…”) – beschließen die Sodales, doch lieber den kleinen Umweg über den Steinmarkt zu wählen.

Außerdem denken sie über ein angemessenes Gastgeschenk für das Königspaar nach. Irgendetwas Kreatives, wird relativ schnell klar, weil Feen selbst ja mangels Seele nicht schöpferisch tätig werden können. Und etwas, das aus Igniculus-in-Arden selbst stammt, nichts einfach Gekauftes.

Semper Secundus hat die brilliante Idee, dass Barde Cedric ein Lied für die Feenherrscher schreiben könnte. Dummerweise nur wird Cedric die Reisegruppe nicht begleiten [in-game gibt es natürlich eigentlich keinen Grund, warum nicht, aber Gudrid wird ja mit unterwegs sein, und zwei Charaktere eines Spielers auf einmal ist anstrengend], deswegen ändern die Sodales den Plan ein wenig ab.
Cedric wird die Ballade schreiben und im Bund schon einmal vortragen, und Semper Secundus wird die Aufführung mittels Magie memorieren und dann vor den Feen originalgetreu wiedergeben.

Während die beiden sich mit der Musik beschäftigen, fertigt Evelyn Streona aus bunter Wolle einige Armbänder an. Solches Kunsthandwerk ist ja auch kreativ und könnte als Geschenk dienen, wenn Not am Mann ist.

Dann geht es auf die Reise. Nach einigen Tagen in Richtung Westen kommt die Gruppe in den Bergen (was man eben in England so “Berge” nennt) an. Dort führt eine Höhle, ganz ähnlich wie beim Torghatten, in die Feenwelt, mit dem Unterschied, dass der Weg hier im Freien mündet.

Tatsächlich befindet sich ganz in der Nähe der erwähnte Steinmarkt, wo die Sodales von einem Zwerg mit grauem Bart und Haar ebenso wie grauer Haut und Kleidung begrüßt werden. “Ah, Ihr wollt handeln?”

Enttäuscht quittiert der Zwerg Gudrids bedauernde Verneinung und ihre Erklärung, man befinde sich nur auf der Durchreise… nur um dann von Evelyns “doch, doch” und der Präsentation ihrer Handwerkskunst gründlich verwirrt und zu griesgrämigem Gegrummel hingerissen zu werden.
Für eine Karte mit dem Weg zu Titanias Schloss fordert er nun drei von Evelyns Armbändern (“Zwei für die Karte und eines zur Strafe, weil ihr euch nicht entscheiden könnt, ob ihr handeln wollt oder nicht”), und der Versuch der jungen Adligen, ihn auf zwei herunterzudrücken, verbessert seine Laune kein bisschen und ist auch nicht von Erfolg gekrönt. “Handeln” ist eben nicht gleich “Feilschen”.

Mit der Karte in ihrem Besitz, die praktischerweise an dem Punkt, wo ihr Träger sich gerade befindet, ein bewegliches x anzeigt, geht der Weg leicht vonstatten. Die idyllische Sommerlandschaft tut ihr Übriges.
Unterbrochen wird die Wanderung aber am zweiten oder dritten Tag von einer aufgeregten Feenmenge, allesamt friedliche Bauern, die entsetzt um eine tote Kuh herumstehen. Gerissen worden sei sie, erzählen die Leutchen, von einem Raubtier, hier, im Herzen des Sommers!

Die Bisswunde stellt eine arkane Verbindung dar, anhand derer Wolfram etwas über den oder die Täter herausfinden kann. Und tatsächlich erkennt er den arkanen “Geruch”, ist er ihm doch schon einmal begegnet: Ein Eiswolf hat die Kuh gerissen.

Ein Eiswolf? Tora und ihre Leute hier, wo Sommer mit am stärksten ist? Ein Spähkommando vielleicht, mutmaßen die Magi.

In den folgeden Tagen treffen die Igniculi immer wieder auf Spuren der Eiswölfe, vor allem in Form von weiteren gerissenen Stück Vieh. Offensichtlich haben die vermuteten Nordlandfeen dasselbe Ziel wie die Sterblichen: die Hauptstadt des Sommers.

Diese ist schon von fern ein beeindruckender Anblick: Gebäude aus Stein, aber mit Efeu und Weinranken dicht bewachsen. Auch der Palast in der Stadtmitte ist, wie vom Zwerg auf dem Markt versprochen, nicht zu übersehen.
Dort angekommen, nennen die Igniculi, mit Principa und Feen-Expertin Gudrid als Wortführerin, den Torwachen ihr Begehr und werden kurz darauf von einem kleinen Fae, offensichtlich ein Gnom oder Leprechaun oder etwas in der Art, in Empfang genommen. Das Männlein stellt sich, nachdem die Magi ihre Namen genannt haben, als Haushofmeister Givin vor und wirkt gar nicht überrascht. Er habe sie erwartet, erklärt er; Herne habe ihm schon viel von der Herrin (“Hüterin…”) erzählt.

Viel. Soso. Grrr.

Der Idee einer Audienz beim Königspaar steht Givin zunächst skeptisch gegenüber, aber als Guri den Krieg erwähnt und eine eventuelle Möglichkeit, diesen zu vermeiden, wird er doch hellhörig. Er führt die Sodales zu einer Reihe von Gemächern, wo sie sich von der Reise ausruhen, frisch machen und umkleiden können, und verschwindet, nicht ohne vorher noch, zu Gudrids sichtlichem Unbehagen, ein paar weitere Bemerkungen in Sachen Herne fallen zu lassen: Er finde es schade, dass der Herr des Waldes nicht auch hier sei, und würde sich ja so freuen, wenn es bald wieder zu einer Begegnung zwischen dem Jägerlord und der Herrin (“Hüterin…”) komme, denn er sei ein heimlicher Romantiker. Hach ja.

Als der Gnom fort ist, bietet Wolfram der Principa Unterricht im Ruhe Bewahren an, während Evelyn der Halb-Huldra eindringlich ins Gewissen redet, es sich mit Givin nicht zu verderben: Immerhin sei der Haushofmeister eine gute Informationsquelle, die man mit ein wenig diplomatischem Geschick gut nutzen könne.
Semper Secundus’ Spieler wiederum ärgert sich, dass Ethelred nicht dabei ist, mit der er Givins Steilvorlagen mit Kusshand hätte aufnehmen können.

Nach einer Weile, die Igniculi sind inzwischen frisch gewaschen und einem Königshof angemessen gekleidet, kommt Givin zurück und erklärt, ihre Majestäten seien bereit für eine Audienz, jetzt sofort.

Im Thronsaal werden die Sodales nach entsprechend angemessener Begrüßungszeremonie vom Herrscherpaar freundlich empfangen. Auch sie haben durch ihren Lord Jäger bereits von den Igniculi (wohl eher von Guri, wenn der Bericht von Herne kam) gehört und zeigen sich interessiert, diese jetzt in Persona zu treffen.

König Oberon führt das Wort. Er will gleich zur Sache kommen, doch Gudrid bittet darum, zunächst ein kleines Zeichen der Wertschätzung darbieten zu dürfen. Die Feenherrscher stimmen zu, und so trägt Semper Secundus Cedrics Ballade vor.

Der Barde hatte ausnehmend gut gewürfelt und somit ein sehr schönes Lied komponiert und ergreifend vorgetragen, und schon zuhause im Bund hatte Secundus’ Zauber so gut funkioniert, dass er sich alles genau merken konnte. Nun jedoch hängt es an einem Finesse-Wurf, ob er das Gemerkte auch entsprechend wiedergeben kann.
Die Probe gelingt, und mit Ausgabe eines Confidence-Punktes (was nicht nötig gewesen wäre, aber in diesem Fall eine Frage des Stolzes war) ist Secundus’ Darbietung sogar exakt genauso gut wie Cedrics. Alles hört gebannt zu, und als der Tremere geendet hat, sind die beiden Fae tief gerührt, und über Titanias Gesicht läuft sogar eine Träne.

Nun wendet die Audienz sich dem Sachlichen zu. Gudrid berichtet genau über ihre Reise nach Asgard, was es mit Fenrirs Kette auf sich hat, was Lokis, und inzwischen auch Odins, eigentliche Beweggründe für den Krieg sind, wobei sie nicht verschweigt, dass Loki natürlich noch andere Ziele haben könnte, von denen außer ihm niemand etwas weiß; dass überhaupt alles nur auf den Vorbehalt gestützt ist, dass es glaubwürdig und logisch wirkt, man aber nicht mit letzter Sicherheit wissen kann, ob das alles die Wahrheit ist.

Schließlich stellt die Merinita die Idee von dem Kriegsersatz in den Raum. Oberon und Titania verständigen sich mit einem langen Blick, vermutlich sogar tatsächlich telepathisch, bis der König sich dann wieder zu den Sterblichen wendet und erklärt, für ihren Teil würden sie den Vorschlag annehmen. Für die Seite der Südlandfeen benennen sie die Igniculi als ihre Vertreter in dieser Angelegenheit und bitten um Vermittlung bei den Asen und – so diese denn dem Vorschlag ebenfalls zustimmen – als neutrale Partei um die Ausrichtung eines entsprechenden Turniers. Haushofmeister Givin werde ihr Ansprechpartner in allen Fragen seien.

Erleichtert über diesen Ausgang des Gespräches, nehmen die Magier an, ehe Guri noch die Eiswölfe erwähnt, auf deren Spur sie auf der Reise hierher immer wieder gestoßen seien. Ob ihre Majestäten etwas darüber wüssten?
Ja, sie hätten bereits davon gehört, erklärt König Oberon, aber diese Eindringlinge gehörten keinesfalls zum Südland. Ob es im Süden denn überhaupt Eiswölfe gebe, fragt die Halbfee verwundert. Ja, in dem Gebiet, das die Menschen Caledonien nannten, in der Domäne der Winterkönigin Mab, gebe es Winter- und Frostwölfe, ist die Antwort. Doch die erwähnten Wesen gehörten eben nicht dazu, denn ihre Majestäten könnten die Eindringlinge nicht spüren. Und das sei seltsam, denn normalerweise spürten er und Titania alle Lebewesen, die sich in ihrer Domäne aufhielten.

Diese Aussage bringt die Sodales zum Grübeln, wer wohl über die Macht verfüge, die Eiswölfe vor den Sinnen der Südfeenherrscher zu verbergen. Loki, ist Semper Secundus’ erste Vermutung. Aber der befindet sich doch weit im Norden, erwidert Gudrid, ist dann allerdings gezwungen zuzugeben, dass er sich weit im Norden befand, als die Gruppe ihm zuletzt begegnete. Wer kann schon, angesichts solcher Reisemöglichkeiten wie Heimdalls, ausschließen, dass der Trickster-Fae nicht inzwischen doch auch höchstselbst hier ist?
Entweder das, oder seine Tochter Tora hat vielleicht auch entsprechende Fähigkeiten. Oder noch ganz jemand anderes. Die Frage wird wohl offen bleiben müssen, bis die Igniculi die Möglichkeit haben, ihr nachzugehen.

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Igniculus-in-Arden, 19. November 2013

Die Gefährten beschließen, Heimdall nicht nach dem Verbleib der Visschlüssel zu fragen. Erstens fällt Gudrid nichts Passendes ein, was sie im Gegenzug dafür aufzugeben bereit ist, und zweitens gibt es momentan dringlichere Probleme als den Visbrunnen, mit dem die Igniculi sich auch ein andermal noch beschäftigen können.

Statt dessen unterhalten die Sodales sich noch eine Weile mit dem Brückenwächter, über die Notwendigkeit des Krieges und die Tatsache, dass die Asen sich bei den Menschen bemerkbar machen wollen, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Und irgendwie kommt in diesem Gespräch die Idee auf, dass es doch vielleicht gar kein echter Krieg sein muss. Dass ein gestellter Konflikt oder ein Schaukampf oder ein Turnier oder irgendetwas in der Art doch vielleicht genau dasselbe Ziel erreichen könnte, sprich die Aufmerksamkeit der Menschen wieder auf die Feen zu lenken, ohne dass dafür Hunderte und Tausende sterben müssen.

Heimdall erklärt sich bereit, ein Schreiben mit einem diesbezüglichen Vorschlag zu Odin zu bringen bzw. bringen zu lassen, während die Magier denselben Vorschlag Herne dem Jäger – bzw. vor allem König Oberon und Königin Titania, denn die haben die letzte Entscheidungsgewalt darüber, ob die Südlandfeen darauf eingehen oder nicht – unterbreiten wollen. Da die Igniculi keine Audienz in Asgard erhalten werden, hält sie hier an der Asbrua nun nichts mehr. Immerhin aber kennt Heimdall kürzere Wege zurück in die Menschenwelt als den, auf dem die Gruppe hierher gereist ist, und so öffnet er ihnen auf deren Bitte hin ein Portal. Oder besser, er fordert die Igniculi auf, ihm zu folgen und geht ihnen voraus in die Taverne neben der Brücke. Als die Sodales durch die Tür treten, finden sie sich in einem Gasthaus in Warwick wieder – und von Heimdall und der Feenwelt ist weit und breit nichts mehr zu sehen.

Constantia schlägt eifrig vor, gleich das nächste Tor in das Reich der Südlandfeen zu durchschreiten, doch Gudrid findet, man solle lieber Zwischenstation im Bund machen, sich ausruhen, neu verproviantieren und den zurückgebliebenen Magi Mitteilung über die Ereignisse machen. Heiler Wolfram fügt noch hinzu, dass gerade Constantia selbst mit ihrer durchaus ernsthaften Verwundung sich überlegen sollte, ob sie tatsächlich mitkommen möchte oder vielleicht doch lieber im Bund zurückbleibt, um sich auszukurieren. Außerdem könnten sich bei dem Königspaar der Südlandfeen Evelyn Streonas diplomatische Fähigkeiten vielleicht durchaus als nützlich erweisen.

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Igniculus-in-Arden, 12. November 2013

Der erste Teil der Sitzung ist noch dem weiteren Gespräch mit Loki gewidmet. Die Igniculi, vor allem Gudrid, versuchen den Trickster-Fae mit den unterschiedlichsten Argumenten davon zu überzeugen, dass mit einem Krieg niemandem geholfen wäre. Aber abgesehen davon, dass Ethelred mit lauerndem Unterton fragt, warum Guri das so wichtig sei, ob es da jemanden gebe, den sie besonders schützen wolle, und dieses ewige Gestichel den Kuhschweif der Principa wieder einmal zum Peitschen bringt, zeigt das Gespräch wenig Erfolg. Loki ist einfach zu fest entschlossen, diesen Krieg vom Zaun zu brechen, und außerdem mache so ein Krieg ja auch Spaß. Also zumindest sehe er gerade nichts, was ihn davon abbringen könne, aber vielleicht falle den Igniculi ja doch noch was ein.

Kurze Zeit darauf, als den Sodales eben nichts eingefallen ist, verabschiedet Loki sich, fragt allerdings vorher noch, ob er denn den Brief nun überbringen solle. Nachdem sie ihn entsprechend eng gesteckten Fragen (sprich: ohne Änderungen überbringen, Odin selbst überbringen, ohne Verzögerung überbringen und dergleichen Vorsichtsmaßnahmen mehr) darauf festgenagelt haben, befinden die Magier, dass es nichts schaden kann, wenn Loki die Nachricht abliefert – falls er es tut, gut; falls nicht, stehen sie wohl auch nicht schlimmer da als vorher – und beauftragen ihn mit der Überbringung.

Das Gespräch kommt auf den Aschenkerl, ob und inwieweit der vielleicht mit den Feen tatsächlich aktiv im Bunde steht. Daraus entspinnt sich die Idee, ob man nicht Heimdall fragen könne, wo Askeladd sich gerade aufhalte, da der Brückenwächter ja alles sieht und alles hört.
Darauf angesprochen, reagiert Heimdall mit einer Gegenfrage: “Was ist es euch wert?”

Das ist eine sehr gute Frage, weil sie von seiner Seite aus sehr ernst gemeint ist. Gudrid stellt für sich sehr schnell fest, dass zumindest sie persönlich für das Wissen um Askeladds Aufenthaltsort kaum etwas zu zahlen bereit ist. Denn erstens wäre das eine Momentaufnahme, die sich bis zur Rückkehr der Igniculi nach England sehr schnell wieder ändern kann, und zweitens wissen die Magier ja bereits, wo das Dorf liegt, das der Aschenkerl in England zu seinem Standort gemacht hat. Sie hatten nur bisher nicht die Zeit bzw. nicht die Feuerkraft, ihn dort aufzusuchen.

Interessanter wäre da schon eine andere Information. Und zwar die um die restlichen Schlüssel, die dem Bund noch fehlen, um den Visbrunnen in ihrem Keller wieder öffnen und den Feuerwolf dorthin zurückkehren lassen zu können.
Um über das “Was ist es euch wert” zu diskutieren, haben die Gefährten sich aus reiner Höflichkeit aus Heimdalls direkter Umgebung zurückgezogen und besprechen das Thema wieder in der Taverne, in der sie mit Loki geredet hatten.

Und hier kommt es beinahe zum Eklat untereinander.
Denn als das Thema ‘Schlüssel’ aufkommt, weiß Constantia einen Moment lang nicht, welche Schlüssel gemeint sind, und fragt nach.
Und Ethelred, ausgerechnet Ethelred mit ihrer so gut wie nicht existenten Aufmerksamkeitsspanne, die sich nichts merken kann und mit ihren ständigen Nachfragen und Verwechslungen schon mehr als einmal für Verwirrung, Konsternation und schlichte Genervtheit bei ihren Sodales gesorgt hat, bringt der Flambeau gegenüber den unglaublich frechen Spruch: “Die Vis-Schlüssel. Meeeensch. Jetzt pass doch wenigstens einmal ein bisschen auf.”

Was zu viel ist, ist zu viel. Die Maga, die aufgrund von Ethelreds ständigen (und von Constantia für absichtlich gehaltenen) Missverständnissen kurz zuvor bereits für einige Minuten entnervt die Taverne verlassen hatte, um draußen tief durchzuatmen und irgendetwas in Brand zu stecken, was nicht dem Gastwirt oder ihren Freunden gehört, reagiert reflexartig und jagt einen Flammenspeer auf die Kräuterfrau. Und diese hätte wohl eine schlimmere Wunde davongetragen, wenn Constantia nicht selbst noch verletzt wäre und ihr Zauber daher nicht ganz so wirkungsvoll herauskommt, wie er das sonst getan hätte. So aber wird Ethelred nur vergleichsweise leicht angesengt.

Es bedarf eines Machtwortes von Gudrid und deutlicher Worte in die Richtung beider Frauen, um die Ruhe wiederherzustellen. Vor allem Ethelred nimmt die Huldra ziemlich scharf ins Gebet (“Solange es nicht konkret zur Lösung unseres Problems beiträgt, will ich heute kein Wort mehr von dir hören!”), weil deren ewige Sticheleien im Verbund mit den besagten Missverständnissen und dem Bälle-Zuspielen mit Knut-dem-Baum (der das “Dinge missverstehen”-Spielchen beinahe genausogut beherrscht) auch die Principa an diesem Abend nahe an den Rand ihrer Geduld gebracht haben, wie der immer wieder lospeitschende Kuhschweif beweist.

Dann wendet sich das Gespräch also einigermaßen konstruktiv der Frage zu, ob und was die Magi zu geben bereit sind, um von Heimdall die Frage nach den Vis-Schlüsseln beantwortet zu bekommen. Seelen, Leben und so lustige Dinge wie das von Feen immer gern genommene “das erste, was mir zuhause entgegenkommt” werden von Anfang an ausgeschlossen, aber irgendwie kommen die Sodales auch danach auf keinen grünen Zweig. Niemandem fällt etwas ein, das er oder sie als angemessene Gegenleistung für die Information empfinden würde.

Und so endet die Sitzung mit dieser Frage bzw. an diesem Punkt, und wir Spieler beschließen, bis zum nächsten Mal darüber nachzudenken.

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Igniculus-in-Arden, 29. Oktober 2013

Als der Platz wieder einigermaßen zur Ruhe gekommen ist, wird natürlich der Leichnam des Terr-oristen untersucht, ob sich vielleicht Aufschlüsse über seine Person und vor allem über seine Beweggründe finden lassen. Der Mann trägt lederne, mit Eisen besetzte Handschuhe, die offensichtlich nicht zu ein und demselben Set gehören, sondern sich leicht voneinander unterscheiden. Die verstärkende Eisenplatte auf dem rechten Handschuh ist deutlich eingedellt, was den Schluss nahelegt, dass dieser den Terr-oristen irgendwie beim Verdichten seiner Nägel geholfen hat. Sicher können die Igniculi sich natürlich nicht sein, also beschließen sie, die Handschuhe nach ihrer Rückkehr in den Bund in Ruhe zu analysieren.

Bei dem Toten findet sich ebenfalls eine Tasche, die erstaunlich wenig wiegt, obgleich sie mit diesen unnatürlich schweren Nägeln gefüllt ist. Also ist auch die Tasche eindeutig magisch, und natürlich wird auch sie mitgenommen, inklusive sovielen Nägeln, wie hineinpassen.

Das Interessanteste und Wichtigste jedoch sind die Briefe, die der Tote bei sich trägt. Sie sind über etliche Jahre hinweg geschrieben worden, alle von einem gewissen Jan Oleson verfasst und an einen gewissen “Nils Kvam” adressiert, also ist davon auszugehen, dass es sich bei diesem “Nils” um den Terr-oristen handelt.

Aus den Briefen lässt sich die Motivation für die Mordanschläge entnehmen: Unter anderem schreibt Jan Oleson, dass Galena (ahaaaa!) nun Beweise dafür habe, dass der hermetische Orden ihre (also Jans und Nils’) Meister umgebracht habe. Verantwortlich für den Mord an ihren Meistern sei ein (dummerweise nicht näher benannter) Magus ex Merinita. Außerdem sei Jan nach dem Tod seines Meisters an einen Bonisagus übergeben worden, und der mache ihm das Leben wohl ziemlich zur Hölle. Vor allem habe dieser Bonisagus, schreibt er in einem der späteren Briefe, ihm seine Magie gänzlich entzogen, Jan gewissermaßen leergesaugt, so dass er nun über keinerlei magische Fähigkeiten mehr verfüge. Galena jedoch habe ihm Hoffnung gemacht, es gebe da jemanden, der auf andere Weise zaubere. Diesen Jemand wolle Jan nun aufsuchen in der Hoffnung, seine Magie doch wieder zu erlangen.

Das erklärt die magischen Fähigkeiten des Terr-oristen und die seltsame (und inzwischen schon wieder verschwundene) gräuliche Färbung seiner Haut (sein Sigel) ebenso wie seinen Hass auf den hermetischen Orden und die Tatsache, dass er das Zeichen des Hauses Merinita als eines der gewählten Symbole in seine Nägel gebrannt hat. Warum er seinen Hass ausgerechnet an Feen auslassen wollte, das wissen die Magier noch nicht, aber vielleicht war das auch einfach nur eine relativ leichte Möglichkeit, Aufruhr gegen den Orden zu stiften.

Dass die mysteriöse Galena ex Diedne hingegen im Zusammenhang mit der Sache steht, ist überraschend und ziemlich beunruhigend. Vor allem, da die Sodales schwer vermuten, dass es sich bei diesem “anders Zaubernden” um niemand anderen handeln könnte als um Runenmagier Askeladd höchstpersönlich.

Die Briefe werden wohl verwahrt und die Informationen daraus bis auf weiteres im Hinterkopf verwahrt. Denn hier in den Nordlanden – und vor allem im Feenreich – wird sich wohl nur recht wenig damit anfangen lassen, aber sobald die Igniculi wieder zuhause sind, planen sie, natürlich Nachforschungen darüber anzustellen. Informationen über zwei Magier, die getötet wurden und von denen ein Lehrling an einen Bonisagus weitergegeben wurde, der daraufhin seine Fähigkeiten entzogen bekam, sollten sich ja wohl herausfinden lassen.

Zunächst aber wird Bjørn der Troll informiert, dass der Mörder gestellt ist und dass damit wohl hoffentlich die Sache erledigt sei. Da sich jedoch nicht garantieren lässt, dass Jan Oleson nicht eventuell auch im Feenreich auftauchen wird, um das Werk seines Freundes, geben die Sodales auch darüber noch kurz bescheid, ehe sie am nächsten Tag die unterirdische Stadt verlassen und weiter in Richtung Asgard reisen.

Die Wanderung verläuft ereignislos; von den befürchteten Eisriesen ist nichts zu sehen. Und so kommen die Reisenden schließlich an der Asbrua an, wo sie natürlich auf Heimdall stoßen, den Brückenwächter, der alles sieht und alles hört.
Heimdall hört sich das Anliegen der Igniculi höflich an, erklärt aber, er könne sie nicht nach Asgard hinein lassen. Dort werde ein Krieg vorbereitet, und kein Außenstehender dürfe, der möglichen Spionage wegen, Zeuge dieser Vorbereitungen werden. Eine Nachricht hingegen werde er gerne überbringen.

Die Sodales ziehen sich also ein Stück zurück, um darüber zu beraten, welche Nachricht sie dem Brückenwächter mitgeben wollen, und vor allem, wie diese genau formuliert sein soll.
Als sie sich mit dem fertigen Schreiben wieder der Brücke zuwenden, hat Heimdall dort Gesellschaft von einem weiteren Mann bekommen: schlank, nicht übermäßig groß gewachsen, durchaus sympathisch wirkend.
Der Mann bietet sich an, die Nachricht an Heimdalls Statt nach Asgard zu bringen, damit der Wächter seinen Posten nicht verlassen muss. Außerdem lädt er gutgelaunt die Igniculi auf einen Umtrunk in einer nahegelegenen Taverne ein.

Auf die Frage, wer er denn sei, stellt er sich freundlich als Loki vor.

Oh-hah.

So unhöflich, die Einladung abzulehnen, können die Magier natürlich nicht sein, und außerdem kann es nichts schaden, etwas über ihren Gegner und seine Ziele herauszufinden.
Loki flirtet ziemlich unverhohlen mit Ethelred der Kräuterfrau, die sich in dieser Begegnung wieder einmal von ihrer indiskretesten und in allen anderen Belangen uninteressiert-vergesslichen Seite zeigt, so sehr, dass dem Trickster-Fae irgendwann ein “Ich bin es doch, der die Leute verwirrt, kleine hübsche Lady, nicht Ihr!” entfährt.

Im Gespräch erfahren die Igniculi einige interessante Dinge, wenngleich natürlich in Fragen und Andeutungen verbrämt, nicht in explizite Aussagen.
So könnte man aus Lokis Worten herauslesen, dass Fenrirs Kette gar nicht geöffnet wurde, um ein Stück davon an Herne abzugeben, sondern dass vielleicht von Anfang an gar nicht die ganze Kette zur Bindung Fenrirs verwendet wurde und ein Stück davon übrig war, um es verschenken zu können.

Außerdem vertritt Loki die Ansicht, der Krieg sei dringend nötig, auch und gerade, wenn er auf dem Territorium der Menschen abgehalten wird. Denn die Menschen verlieren wegen der Missionierung durch die christliche Kirche immer mehr den Glauben an die Feenwelt, sagt er, und die Feen somit immer mehr von ihrer Macht und ihrem Einfluss. Und ein Krieg werde ihnen deutlich ins Gedächtnis rufen, dass die Feen und die Asen sehr wohl existierten und den Glauben der Menschen somit entsprechend wieder stärken.

Ethelred versteht den Zusammenhang zwischen Krieg und Glauben nicht so recht, woraufhin Constantia ihr das sehr schön an einem Beispiel erklärt:
“Stell dir vor, du hättest noch nie einen Hund gesehen, nur davon gehört. Und nun kämen Leute, die dir in felsenfester Überzeugung erklären, es gebe keine Hunde. Sie sind so überzeugt davon, dass du bald selbst nicht mehr weißt, ob du glauben sollst, dass Hunde existieren. Wenn dann ein Hund kommt und dich ins Bein beißt – dann glaubst du aber wohl doch wieder an sie, oder!?”

Die Sitzung endet in der Taverne – und vor der Entscheidung der Igniculi, was sie denn nun in Sachen Krieg tun wollen. Denn einerseits hat Loki ja irgendwie recht mit dem, was er zum Thema Glauben verlieren so sagt… aber andererseits ist Loki ja nun bekannt dafür, dass er ein begnadeter Überredungskünstler ist – und es muss doch noch irgendeine andere Lösung geben als einen offenen Krieg…

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Igniculus-in-Arden, 22. Oktober 2013

Bis zum Markt sind glücklicherweise noch ein paar Tage hin, die Igniculi haben also etwas Zeit. Gemeinsam wird hin- und herüberlegt, wie man die Nägel am besten unschädlich machen dann. Denn dass etwas geschehen muss, ist klar.

Ein erster Vorschlag ist es, mit Guris Formelspruch „Supple Iron, Rigid Rope“ die Nägel weich zu machen, nur würde das dummerweise nichts an ihrem Gewicht und ihrer grundsätzlichen Zerstörungskraft ändern, denn aus 100 Metern Fallhöhe würden auch weiche Nägel dieser Dichte und Schwere bösen Schaden anrichten.

Also anders. Die Principa verfügt noch über einen weiteren Formelspruch, „Trap oft he Entwining Vines“, der eigentlich dafür gedacht ist, Gegner einzufangen. Aber der Zauber lässt sich glücklicherweise auch für andere Dinge gewinnbringend anwenden. Statt aus dem Boden müssen die Ranken nur aus der Höhlenwand wachsen, und der Zauber muss nur oft genug und hartnäckig genug gewirkt werden, damit diese Ranken einen festen und begehbaren (wenn auch mit Lücken gefüllten und somit durchlässigen) Untergrund ergeben. Dass die Ranken aus Erde wachsen müssen und nicht aus Stein, stellt bei all den Erdfeen hier auch kein größeres Problem dar. Bjørn der Troll kann der Gruppe jemanden nennen, der eine ausreichend tiefe Schicht der Felswand in feste Erde verwandelt. Außerdem weist Bjørn den Magi noch den Weg zu einem zwergischen Schmied, der ihnen einen leicht gewölbten und für Trolle gemachten, somit ziemlich großen, leicht gewölbten Rundschild überlässt.

Derart bewaffnet, fliegt Wolfram in Gestalt eines Riesenraben die schwerelos gemachte Gudrid in die Höhe, wo diese in mühevoller Kleinarbeit etwa eine Mannslänge unter der Höhlendecke mit ihrem Formelspruch einen Rankenteppich webt. Weil es ein Formelspruch ist, den sie im Schlaf beherrscht, und ein sehr einfacher noch dazu, kostet es die Merinita zwar einiges an Zeit, aber keine Erschöpfung, bis der improvisierte Untergrund sich von Wand zu Wand quer über die gesamte Fläche zieht und so fest ist, wie Guri das haben will.

Und nun beweist sich: Die Tatsache, dass Gudrids Perdo-Magie nicht permanent ist, sondern immer nur einige wenige Minuten anhält und dann ungeschehen gemacht wird, ist nicht unbedingt immer ein Nachteil. Denn so ist es nun gar kein Problem, auf einen begrenzten Bereich der Höhlendecke ein Perdo Terram zu wirken, so dass die Nägel heraus- und in den darunterliegenden Schild fallen, woraufhin kurze Zeit später die Höhlendecke wieder erscheint. Dann wird der Schild unter den nächsten Deckenabschnitt geschoben und die Prozedur wiederholt. Die im Schild gesammelten Nägel wiederum werden von Wolfram nach unten gebracht, weil der Schild sich ja sonst irgendwann füllen bzw. so schwer werden würde, dass der Rankenteppich ihn vielleicht nicht mehr halten könnte.

Das einzige Problem ist die Feinabstimmung des Zaubers, denn bislang musste Gudrid sich um eventuelle Finesse nie sonderlich kümmern. So kommt es, dass sie anfangs die zu bezaubernde Fläche nicht so ganz genau abzirkelt und diese teilweise größer ist als der Schild, der die herausfallenden Nägel auffangen soll. Und das wiederum heißt, dass die Nägel durch die Lücken in den Ranken und in all ihrer unnatürlichen Schwere zu Boden fallen.

Aus genau diesem Grund haben die Igniculi mit ihrer Aktion bis „nachts“ gewartet, wenn auf dem Marktplatz möglichst wenig Betrieb herrscht. Aber ganz feenleer ist der Platz zu keiner Zeit, und so sperren die drei unten gebliebenen Sodales den Bereich unter den „Bauarbeiten“ eben jeweils großzügig ab, so dass die Einschläge der Nägel wenigstens nur Sachschaden anrichten, aber niemand verletzt wird.

Dummerweise bleiben die Aktivitäten der Igniculi, auffällig, wie diese mit den Absperrungen, dumpfen Einschlägen und aufgwirbeltem Staub nun einmal sind, nicht unbemerkt. Nach einer Weile hat sich eine kleine Traube an Schaulustigen angesammelt, die neugierig nach oben schaut, was denn da passiert. Und zu den Gaffern stößt auch ein menschlich aussehender Mann mit blondem Haar und Bart, gekleidet in relativ leichte Rüstung, mit seltsam grauer Haut und einem Rosenkranz in der Hand – der Terr-orist. Sein Gesicht verzerrt sich vor Wut, als er erkennt, was dort oben vor sich geht , doch da Gudrid und Wolfram fürs Erste außerhalb seiner Reichweite sind, widmet er sich dem Teil der Gruppe, an den er herankommt, also den Sodales am Boden.

Vor lauter Wut verhaspelt er sich bei seinem Spruch und stolpert über die Erde, die er eigentlich mit seinem Zauber entfesseln wollte, stürzt sogar zu Boden. Diese kurze Handlungsunfähigkeit nutzt Constantia ex Flambeau, um den Mann in einem Flammengefängnis einzuschließen, ehe Knut sich auf ihn stürzen kann, wie der menschliche Baum das eigentlich vorhatte.

Natürlich rumort es in der umstehenden Menge, was denn da los sei – und natürlich verplappert sich einer der wacheschiebenden Grogs. „Das ist der Kerl, der die ganzen Leute umgebracht hat!“ Woraufhin ein wütender Mob sich auf den Mörder stürzt und sich von den Versuchen der Grogs, sie davon abzuhalten und die Höhle zu leeren, in keinster Weise aufhalten lässt.

Der Terrorist entzieht sich diesen Angriffen, indem er einen mächtigen Rego Terram-Zauber wirkt, der den Boden unter ihm in einer Erdsäule nach oben sausen lässt. Knut kann ihn also nicht mehr erreichen, aber Constantia wirkt einen Funkenschwarm, der aus dem ihn umgebenden Flammengefängnis heraustritt und ihn zwar nicht großartig verletzt, aber immerhin ablenkt und behindert.

Während der größtenteils aus Trollen bestehende Mob damit beginnt, an der Erdsäule hochzuklettern, jagt Wolfram im Sturzflug gen Boden, auf seinen Gegner zu, und Gudrid lässt einen der bereits aus der Decke gezogenen Nägel auf den Mörder fallen. Mit leichtem Einsatz von Rego Terram gelingt es ihr, dessen Flugbahn so zu lenken, dass das Geschoss sein Ziel auch wirklich trifft. Der Mörder indessen schießt, ebenfalls per Rego Terram, auch einen Nagel ab, und zwar auf Constantia, der er ebenfalls eine Wunde verpasst.

Die vereinten Kräfte der Igniculi machen dem Terroristen immer mehr zu schaffen, und schließlich sind auch einige der wütenden Trolle oben auf der Säule angekommen und beginnen, den Mann zu Tode zu prügeln, da das Flammengefängnis inzwischen wieder erloschen ist. Da fällt Constantia etwas auf: Je schwächer der Kerl wird, umso zufriedener und triumphierender das Lächeln auf seinen Lippen. Und tatsächlich: Principa Gudrid, auf ihrem Rankenteppich direkt unter der Höhlendecke, bemerkt, dass die Nägel im Stein zu zittern beginnen und sich erste Risse im Fels auftun. Auch Constantia erkennt, dass etwas nicht stimmt, und wiederholt den Aufruf zur Räumung und die dringende Aufforderung, den Mann am Leben zu lassen, nochmals mit lauter Stimme.

Leider ist die Stimme der Flambeau nicht sonderlich laut, oder der Mob zu wütend, um wirklich einen Eindruck zu hinterlassen.
Wolfram ex Bjørnær fliegt indessen hinauf, um Gudrid aus der Gefahrenzone zu fliegen, und die Merinita brüllt aus der Luft auch noch einmal aus Leibeskräften „RAUS HIER! HIER STÜRZT GLEICH ALLES EIN!“

Entweder es ist der Kommandoton oder der Anblick der von einem Riesenraben getragenen Huldra, aber Guris Ruf erzielt eine bessere Wirkung als Constantias zuvor. Von einem kleinen, sturen Restmob abgesehen, eilen die meisten Feen nun wirklich davon. Constantia hat auch inzwischen ein zweites Flammengefängnis um den Mann herum gewirkt, damit die Lynchwütigen nicht mehr an ihr Opfer herankommen können – aber nicht einmal das hilft. Mit voller Absicht tritt der Terrorist in die Flammen und lässt sich verbrennen; grinst dabei in Constantias Richtung und zischt: „So oder so: Ich gewinne.“

Die Flammen und die Fäuste des Mobs tun das Ihre, und der Mann bricht zusammen. In diesem Moment stürzen tatsächlich die restlichen Nägel aus der Decke zu Boden, doch glücklicherweise war es Guri vorher gelungen, den größten Teil von ihnen zu entfernen, und findet nur etwa ein Zehntel der für den Anschlag geplanten Menge ihr Ziel.

Weil der Großteil der Bewohner inzwischen den Platz verlassen hat, beschränken sich die Todesfälle auf die sturen Angehörigen des Mobs, die partout den Schauplatz nicht verlassen wollten, aber der Sachschaden ist beträchtlich. Dennoch gab es deutlich weniger Verluste, als wenn der Terrorist seinen Plan ungestört durchgezogen hätte.

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