Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 25. Juni 2013

Das “Team Wald” (a.k.a. Gudrid, Wolfram, Ethelred und Knut der Baum) und das “Team Brandrodung” (a.k.a. Constantia ex Flambeau) machen sich auf den Weg zu Hernes Herbstlager, das tiefer im Feenwald liegt als das Frühjahrslager, wo das letzte Treffen stattfand. Nach einer Weile kommen die Igniculi an eine Schlucht, die ihnen den Weg versperrt und über die als einzige Möglichkeit zum Weitergehen eine natürliche Felsbrücke führt. Dummerweise wird diese Brücke von einem riesenhaften Wesen bewacht – keinem Troll, wie sich herausstellt, sondern einem Menschen mit Riesenblut. Der Wächter ist fest entschlossen, niemanden durchzulassen und benimmt sich anfangs generell ziemlich feindselig. (Gudrid: „Wir führen nichts Böses im Schilde!“ Das Riesenblut klopft vielsagend auf seine Keule: „Ich aber!“) Dann aber lässt er sich doch in ein Gespräch verwickeln und verrät den Sodales ein bisschen mehr. So hütet der Riesenblütige diese Brücke schon seit dem Sommer, was ihm inzwischen herzlich langweilig ist, aber „sie“ hat es befohlen, und daran muss er sich halten. Er gehorcht Tora und den Eiswölfen, denn die hat ihm glaubhaft angedroht, sie werde ihn sonst an Thor verfüttern. Ja, Tora hat gute Kontakte zu Thor, aber noch bessere zu Loki, sagt der Riesenblütige. Er hatte einen Kumpel, auch ein Riesenblut, der aber nicht ganz so groß und nicht ganz so stark war wie er selbst, der von den örtlichen Feen umgebracht wurde.

An dieser Stelle gab es ein paar Minuten Albernheit mit Raben-Wortspielen, die ich eigentlich auch gerne in die Anekdoten packen wollte, aber leider nicht mehr zusammenbekomme. Wir schaukelten uns aber gegenseitig mit Wortspielen zum Thema “Raben” hoch, bestimmt vier oder fünf hintereinander, was für große Erheiterung sorgte. Es endete jedenfalls mit “Und ein heiliger Rabe ist dann ein Rabiner?” (danke Slobo für den Gedächtnis-Schubser; alleine hätte ich keinen einzigen mehr gewusst.)

Wolfram bringt seine Sodales schließlich in Rabengestalt mit Hilfe des Federzaubers, den er schon damals bei der Großen Jagd auf die Beute angewandt hatte, auf die andere Seite. Dagegen hat der Riese nichts einzuwenden, denn seine Brücke haben die Igniculi ja dabei nicht betreten, er seine Pflicht also gewahrt. Dann geht der Bjørnær die Gegend auskundschaften, während der Rest der Gruppe in einer schnell erschaffenen und von Knut dem Baum bewachten/getarnten Erdhöhle wartet. Hernes Herbst- und Winterlager ist eine hölzerne und von Palisaden umgebene Festung auf einer Lichtung im Wald. Hier hat der Winter bereits deutlich Einzug gehalten, deutlich vor der Zeit: es schneit und ist sehr kalt.

In Vogelgestalt redet Wolfram mit einem Raben, den er in der Nähe des Forts antrifft. Von dem bekommt er die folgenden Informationen: Ravenna, die Rabenfee, ist nicht da. Sie wollte nach Norden, um mal mit dem Chef der Nordlandfeen zu reden, Odin, oder wie der heiße. Der habe einen Draht zu Raben. Von den Feen gehe keiner jagen, die seien alle drinnen im Fort. Nur einer sei vor kurzem weg gewesen und mit Schweinen wiedergekommen, der komme öfter mal raus und bleibe eine Weile weg, ehe er wiederkomme. Die Wölfin bringe alles durcheinander; sie habe Herne völlig unter ihrer Fuchtel.

Wolfram kehrt zur Gruppe zurück und informiert die Sodales entsprechend. Gemeinsam beschließt man, auf Gauwron zu warten – immerhin verlässt der ja ab und zu das Fort, wie es hieß. Und tatsächlich taucht die Wolfsfee irgendwann auf und wird von den Igniculi angesprochen. Gauwrons erste Frage gilt Saika.
„Wie geht es ihr?“
„Sie lebt.“
„Gut!“
„Du hast auf sie geschossen.“
„Mangels Alternativen. Sie hat versucht zu fliehen; ich habe versucht, sie aufzuhalten.“
Gauwron hat die Falkenfee vom Himmel geschossen, sagt er; offensichtlich hatte sie ihre Flucht in Vogelgestalt unternommen.
„Wo stehst du jetzt im Rang?“, ist eine weitere Frage. „Wo ich hingehöre“, antwortet Gauwron.
„Und wo ist das?“ – „Wo ich den meisten Nutzen bringe.“
„Herne oder dir?“ – „Beides.“
„Was ist eigentlich genau passiert?“

Auf diese Frage erzählt der Wolfs-Fae folgendes: Die Fremden kamen an; die Eiswölfin forderte Wuk heraus, dann besiegte, demütigte und tötete sie ihn und beanspruchte Gauwrons Beute für sich. Tora vertraut Gauwron nicht, aber er ist recht nützlich für sie. Mit Herne zu sprechen, wie die Sodales es planen, sei nicht so das Problem, erklärt er dann, aber eine Antwort zu bekommen, schon eher, denn Herne sei völlig lethargisch geworden. Das war kurz nach der Großen Jagd: Nachdem Tora Wuk besiegt hatte (sie wusste ganz genau über die Gebräuche der Feen bescheid und darüber, was sie wie zu tun hatte), verlor Herne immer mehr jeglichen Antrieb. Anfangs hatte er selbst keine Lust zu jagen, dann gab er den Befehl, dass gar niemand mehr jagen dürfe, jedenfalls nicht im Wald. Deswegen geht Gauwron auch immer außerhalb des Waldes auf die Pirsch. Allerdings glaubt er, dass dieses Schlupfloch in den Befehlen absichtlich offen gelassen worden sei.

Seit sie nicht mehr im Wald jagen dürfen, sind die Feen nicht mehr sie selbst, sagt Gauwron. Es schneit, seit die Nordleute angekommen sind. Und seit die Nordleute da sind, werden die Feen auch immer schwächer (wobei das schon begann, seit die ganzen Kirchen im Land gebaut wurden und die Leute dem christlichen Glauben anhängen.) Außerdem fällt beim Gespräch über die Nordlandfeen noch der Name „Uhl der Jäger“, Herr der Jagd und der Spiele.

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Igniculus-in-Arden, 11. Juni 2013

Das “Team Wald” (a.k.a. Gudrid, Wolfram, Ethelred und Knut der Baum) und das “Team Brandrodung” (a.k.a. Constantia ex Flambeau) machen sich auf den Weg zu Hernes Herbstlager, das tiefer im Feenwald liegt als das Frühjahrslager, wo das letzte Treffen stattfand. Nach einer Weile kommen die Igniculi an eine Schlucht, die ihnen den Weg versperrt und über die als einzige Möglichkeit zum Weitergehen eine natürliche Felsbrücke führt. Dummerweise wird diese Brücke von einem riesenhaften Wesen bewacht – keinem Troll, wie sich herausstellt, sondern einem Menschen mit Riesenblut. Der Wächter ist fest entschlossen, niemanden durchzulassen und benimmt sich anfangs generell ziemlich feindselig. (Gudrid: „Wir führen nichts Böses im Schilde!“ Das Riesenblut klopft vielsagend auf seine Keule: „Ich aber!“) Dann aber lässt er sich doch in ein Gespräch verwickeln und verrät den Sodales ein bisschen mehr. So hütet der Riesenblütige diese Brücke schon seit dem Sommer, was ihm inzwischen herzlich langweilig ist, aber „sie“ hat es befohlen, und daran muss er sich halten. Er gehorcht Tora und den Eiswölfen, denn die hat ihm glaubhaft angedroht, sie werde ihn sonst an Thor verfüttern. Ja, Tora hat gute Kontakte zu Thor, aber noch bessere zu Loki, sagt der Riesenblütige. Er hatte einen Kumpel, auch ein Riesenblut, der aber nicht ganz so groß und nicht ganz so stark war wie er selbst, der von den örtlichen Feen umgebracht wurde.

An dieser Stelle gab es ein paar Minuten Albernheit mit Raben-Wortspielen, die ich eigentlich auch gerne in die Anekdoten packen wollte, aber leider nicht mehr zusammenbekomme. Wir schaukelten uns aber gegenseitig mit Wortspielen zum Thema “Raben” hoch, bestimmt vier oder fünf hintereinander, was für große Erheiterung sorgte. Es endete jedenfalls mit “Und ein heiliger Rabe ist dann ein Rabiner?” (danke Slobo für den Gedächtnis-Schubser; alleine hätte ich keinen einzigen mehr gewusst.)

Wolfram bringt seine Sodales schließlich in Rabengestalt mit Hilfe des Federzaubers, den er schon damals bei der Großen Jagd auf die Beute angewandt hatte, auf die andere Seite. Dagegen hat der Riese nichts einzuwenden, denn seine Brücke haben die Igniculi ja dabei nicht betreten, er seine Pflicht also gewahrt. Dann geht der Bjørnær die Gegend auskundschaften, während der Rest der Gruppe in einer schnell erschaffenen und von Knut dem Baum bewachten/getarnten Erdhöhle wartet. Hernes Herbst- und Winterlager ist eine hölzerne und von Palisaden umgebene Festung auf einer Lichtung im Wald. Hier hat der Winter bereits deutlich Einzug gehalten, deutlich vor der Zeit: es schneit und ist sehr kalt.

In Vogelgestalt redet Wolfram mit einem Raben, den er in der Nähe des Forts antrifft. Von dem bekommt er die folgenden Informationen: Ravenna, die Rabenfee, ist nicht da. Sie wollte nach Norden, um mal mit dem Chef der Nordlandfeen zu reden, Odin, oder wie der heiße. Der habe einen Draht zu Raben. Von den Feen gehe keiner jagen, die seien alle drinnen im Fort. Nur einer sei vor kurzem weg gewesen und mit Schweinen wiedergekommen, der komme öfter mal raus und bleibe eine Weile weg, ehe er wiederkomme. Die Wölfin bringe alles durcheinander; sie habe Herne völlig unter ihrer Fuchtel.

Wolfram kehrt zur Gruppe zurück und informiert die Sodales entsprechend. Gemeinsam beschließt man, auf Gauwron zu warten – immerhin verlässt der ja ab und zu das Fort, wie es hieß. Und tatsächlich taucht die Wolfsfee irgendwann auf und wird von den Igniculi angesprochen. Gauwrons erste Frage gilt Saika.
„Wie geht es ihr?“
„Sie lebt.“
„Gut!“
„Du hast auf sie geschossen.“
„Mangels Alternativen. Sie hat versucht zu fliehen; ich habe versucht, sie aufzuhalten.“
Gauwron hat die Falkenfee vom Himmel geschossen, sagt er; offensichtlich hatte sie ihre Flucht in Vogelgestalt unternommen.
„Wo stehst du jetzt im Rang?“, ist eine weitere Frage. „Wo ich hingehöre“, antwortet Gauwron.
„Und wo ist das?“ – „Wo ich den meisten Nutzen bringe.“
„Herne oder dir?“ – „Beides.“
„Was ist eigentlich genau passiert?“

Auf diese Frage erzählt der Wolfs-Fae folgendes: Die Fremden kamen an; die Eiswölfin forderte Wuk heraus, dann besiegte, demütigte und tötete sie ihn und beanspruchte Gauwrons Beute für sich. Tora vertraut Gauwron nicht, aber er ist recht nützlich für sie. Mit Herne zu sprechen, wie die Sodales es planen, sei nicht so das Problem, erklärt er dann, aber eine Antwort zu bekommen, schon eher, denn Herne sei völlig lethargisch geworden. Das war kurz nach der Großen Jagd: Nachdem Tora Wuk besiegt hatte (sie wusste ganz genau über die Gebräuche der Feen bescheid und darüber, was sie wie zu tun hatte), verlor Herne immer mehr jeglichen Antrieb. Anfangs hatte er selbst keine Lust zu jagen, dann gab er den Befehl, dass gar niemand mehr jagen dürfe, jedenfalls nicht im Wald. Deswegen geht Gauwron auch immer außerhalb des Waldes auf die Pirsch. Allerdings glaubt er, dass dieses Schlupfloch in den Befehlen absichtlich offen gelassen worden sei.

Seit sie nicht mehr im Wald jagen dürfen, sind die Feen nicht mehr sie selbst, sagt Gauwron. Es schneit, seit die Nordleute angekommen sind. Und seit die Nordleute da sind, werden die Feen auch immer schwächer (wobei das schon begann, seit die ganzen Kirchen im Land gebaut wurden und die Leute dem christlichen Glauben anhängen.) Außerdem fällt beim Gespräch über die Nordlandfeen noch der Name „Uhl der Jäger“, Herr der Jagd und der Spiele.

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Igniculus-in-Arden, 28. Mai 2013

Semper Secundus kommt recht spät abends von seiner Reise zurück in den Bund und begegnet daher keinem seiner Sodales mehr, der ihn von der Ankunft seines Parens unterrichten könnte. Also trifft der junge Tremere am nächsten Morgen beim Frühstück völlig unvorbereitet auf Semper Primus und muss sich erst einmal fassen. Dann begegnet er dem Älteren respektvoll, aber mit Abstand. Der wiederum erkundigt sich freundlich („Semper Secundus, mein lieber Junge!“) nach seinem Wohlergehen, hält noch ein wenig Smalltalk mit ihm und den übrigen Igniculi und erklärt dann, dass er bei Gelegenheit auch noch einmal unter vier Augen mit seinem ehemaligen Lehrling sprechen möchte. Das Thema, wo Secundus denn gewesen sei, verbrämt der erfahrene Tremere übrigens geschickt – und verfänglich – in die Fangfrage, ob Secundus sich vielleicht um die seltsamen Vorfälle im Wald gekümmert habe. Aber der Jüngere hat zu viel Respekt (Angst?) vor seinem Parens, um ihn anzulügen – was auch besser ist, denn Semper Primus hat am vorigen Abend ja durchaus mitbekommen, dass Wolfram und Gudrid sich der Sache annehmen wollen.

Inzwischen wird die Falkenfrau Saika auch von Kräuterfrau Ethelred nochmals untersucht und versorgt. Der Angelsächsin fällt auf, dass die Pfeilwunde zwar durchaus schwer ist und Saika vielleicht verblutet wäre, wenn man sie nicht gefunden hätte, dass aber der Pfeil keine lebenswichtigen Organe getroffen, sondern zwischen Herz und Lunge „nur“ das Fleisch der Fee durchbohrt hat. Ethelred, die sich mit Wolfram und einer Magd am Bett der Verwundeten abwechselt, ist auch diejenige, die gerade anwesend ist, als Saika aus ihrer Ohnmacht erwacht. Die Falkenfee ist natürlich geschwächt, aber auch sehr aufgeregt, und bittet, nachdem ihr erklärt wurde, dass sie verletzt im Wald gefunden wurde und wo sie sich befinde, darum, umgehend die Herrin sprechen zu dürfen. Ethelred, die bei Saikas Erwachen bereits eine Magd zu Wolfram geschickt hatte, schickt daraufhin noch eine zweite los, um Gudrid zu informieren.

Principa und Bjørnær kommen mehr oder weniger gleichzeitig an Saikas Krankenbett an, wo die Falkenfrau sich Gudrid gegenüber erstaunlich friedfertig verhält. Die Herrin müsse Herne retten, setzt sie ohne Umschweife an, sie sei die einzige, die das könne!

Im folgenden Gespräch erzählt die Falkin dann, unterstützt von klärenden Nachfragen, die ganze Geschichte.
Kurz nachdem die Igniculi im Frühjahr aufgebrochen sind, kurz nach der Großen Jagd, kamen eine Eiswölfin und ihr Rudel ins Lager. Die Eiswölfin, Tora mit Namen, besiegte und tötete Wuk im Zweikampf und wurde so zu Hernes neuem Champion. Seitdem sei Herne nicht mehr derselbe: Er sitze nur noch herum und tue nichts. Hernes Leute dürften nicht mehr in den Wald, gar nicht mehr, nicht nur nicht im Wald jagen, sondern ihn gar nicht mehr betreten.
Gauwron, dieser Verräter, habe sich Tora und ihren Leuten angeschlossen. Er war es auch, dem Saika ihre Pfeilwunde zu verdanken hat, denn der Schuss kam von ihm, als sie loszog, um bei der Herrin des Waldes um Hilfe zu bitten.

Bei Saikas erster Erwähnung der Eiswölfin kam in Gudrid der Verdacht auf, bei ihr könnte es sich vielleicht um Galena, die vermutete Anführerin der Diedne, gehandelt haben, die ja nachgewiesenermaßen mit Askeladd verbündet ist. Aber Galena hieß die Wölfin nicht, sagt Saika, sondern Tora. Tora ist ja ein nordischer Name, und als Gudrid ein paar Sätze auf Norse sagt, bestätigt Saika auch, dass Tora sich mit ihren Leuten in dieser Sprache verständigt habe. Also eine weitere Verbündete des Aschenkerls, von der die Igniculi bisher nichts wussten. Vielleicht kennt Thorfinn sie ja.

Während Guri und Wolfram noch mit der Verletzten sprechen, kommt einer der Schweinehirten des Bundes ganz aufgelöst zu Semper Secundus, dem einzigen Magus, der gerade verfügbar ist (Nachteule Rosa Nocturna schläft noch, es ist immerhin früh am Mittag, und Crispinus Comis und Constantia sind in ihren Laboratorien nicht abkömmlich). Sich vielmals entschuldigend, weil er sie nicht habe aufhalten können, erzählt der Mann, ein Rudel Wölfe sei in die Schweineherde gebrochen und habe die Schweine gerissen – alle außer denen, die in den Wald geflüchtet seien, denen seien sie nicht gefolgt. Dann hätten sie sich in Menschen verwandelt und die Schweine davongetragen. Der Anführer habe ihm, dem Hirten, dann noch dieses Säckchen in die Hand gedrückt mit den Worten, das sei ja wohl Bezahlung genug.

Ein Blick in das Säckchen fördert diverse Fellfetzen, Tierklauen und ähnliches zutage. Ob es sich dabei um Animal-Vis handelt, kann Secundus allerdings mangels Erfahrung in Sachen Intellego Vim nicht feststellen. Aber er lässt sich den Anführer der Wölfe von dem Hirten beschreiben und kann anhand dieser Beschreibung ein dank ausgezeichneten Finesse-Wurfes sehr gut gelungenes Imaginem („Im wahrsten Sinne des Wortes ein Phantombild!“) von dem Mann erstellen. Dann erschreckt er den Hirten mit einem „du bist entlassen“ – wobei der Tremere natürlich nur „du darfst dich entfernen“ meinte, während sein Gegenüber schon voller Panik dachte, er habe jetzt seine Arbeit verloren – aber dieses Missverständnis ist schnell aufgeklärt.

Es folgt eine Besprechung aller Igniculi. Glücklicherweise zieht Semper Secundus seinen Parens nicht zu der Sitzung hinzu, wie er es kurz überlegt. Denn da die Interna des Bundes den Gast rein gar nichts angehen, hätte sich ein solches Treffen unter Beteiligung des älteren Tremeres nur um belangloses Nichts gedreht, bis man sich später nochmals nur untereinander zur echten Besprechung zusammengefunden hätte. Denn zugeben, dass sie mit ihren Problemen alleine nicht fertig werden, das will keiner der Igniculi; ganz abgesehen davon, dass sie ja bisher wirklich recht gut alleine zurechtgekommen sind und es keinerlei Grund gibt, den fremden Magus mit einzubeziehen.

Bei der Lagebesprechung zeigt Secundus das Imaginem von dem Mann aus den Wäldern herum, und diejenigen Igniculi, die im Feenwald mit dabei waren, erkennen ihn sofort als Gauwron. Das wiederum führt im Zusammenhang mit dem, was Saika berichtet hat, und generell beim gemeinsamen Überlegen zu neuen Spekulationen.
Der Pfeil, von dem die Falkenfee getroffen wurde, hat sie ausgerechnet an einer nicht-tödlichen Stelle verwundet. Das kann entweder großer Zufall sein oder das Werk eines richtig guten Bogenschützen. Was, wenn Gauwrons „Verrat“ gar keiner war, sondern die junge Wolfsfee sich bei Tora und ihrem Rudel eingeschlichen hat, um deren Vertrauen zu gewinnen, er aber in Wahrheit weiter für seine eigenen Leute arbeitet? Was, wenn er sicherstellen wollte, dass Saika am Leben bleiben und den Bund erreichen würde?
Warum hat Gauwron sich dem Schweinehirten zu erkennen gegeben, wohl wissend, dass die Igniculi ihn anhand einer Beschreibung vermutlich erkennen würden? Wenn alle Feen in Wolfsgestalt geblieben wären, hätte nichts auf ihn hingewiesen. Warum die gerissenen Schweine bezahlen, statt sie einfach nur fortzuschleppen? Was, wenn die ganze Aktion eine Art Hilferuf war, um die Sodales auf den Plan zu holen?

Herne hatte beim Gespräch mit Guri im Frühling gesagt, dass sein Volk mit den Nordmännern im Krieg liege. Dass Tora durch das gewonnene Duell gegen Wuk nun so großen Einfluss auf Herne gewonnen hat, ist offensichtlich Teil dieses Krieges. Was die Nordleute auch planen, es kann nichts Gutes sein, und dass die Igniculi eingreifen müssen, ist klar.
Rosa Nocturna erklärt allerdings, es gefalle ihr gar nicht, sich in eine bestimmte Richtung drängen zu lassen. Darin sind sich alle einig; wenn die Sodales also etwas unternehmen, dann in diesem Wissen und mit der gebotenen Vorsicht.

Zu diesem Zweck geht die Tytala auch nochmals zu der verwundeten Fae und bittet sie ganz offen, eine „Stille Frage“ an sie richten zu dürfen. Denn die ganze Situation sei sehr verworren und ungewiss – Nocturna erzählt Saika auch von der Sache mit Gauwron und den Schweinen, die alles nochmals mehr verkompliziert – und die Magier müssten sich vergewissern, dass die Falkenfrau die Wahrheit gesagt hat, damit sie diese Unklarheit schon einmal beseitigt hätten und sich entsprechend vorbereiten könnten.

Saika stimmt sofort und bereitwillig zu, und tatsächlich gelingt es der Maga, durch deren Fairy Might hindurch erfolgreich ihre Frage zu stellen und sich zu vergewissern, dass die Vogelfee nicht gelogen hat. Eine zweite Frage, ob sie denn auch etwas verschwiegen habe, ist jedoch leider nicht erfolgreich.

Immerhin, zu wissen, dass Saika zumindest selbst von ihrer Aussage überzeugt ist, bringt die Igniculi schon mal einen Schritt weiter. Der nächste Schritt ist es nun, das weitere Vorgehen zu planen. Unauffälliges An- und Einschleichen, wie Secundus es vorschlägt, fällt vermutlich flach, da Feen in bezug auf Unsichtbarkeit und Illusionen erstens nicht leicht zu narren und zweitens recht empfindlich reagieren, obgleich sie selbst durchaus Meister darin sind („Tja: Quod licet Faeri non licet Tremeri!“), also bleibt wohl nur der direkte, offene Ansatz. Die Reisegruppe, wird beschlossen, soll aus Gudrid, Wolfram und Constantia sowie Knut dem Baum und Ethelred der Kräuterfrau bestehen.

Später kommt es noch zu dem angekündigten Zwiegespräch zwischen den beiden Tremeres. (Riesiges Gelächter, als Semper Secundus‘ Spieler das mit einem kleinlauten „Yay?“ quittiert). Unter vier Augen ist der Ältere plötzlich gar nicht mehr so liebevoll und besorgt wie noch zuvor, welch Überraschung. Er beginnt das Gespräch gleich damit, dass er enttäuscht von seinem Schüler sei. Dieser weiß allerdings gar nicht, warum, was Primus „noch enttäuschter“ macht. Dann erklärt er, dass er erwartet hätte, dass Secundus ihm viel mehr nacheifere. Welchen Rang er im Bund innehabe, fragt der Meister dann.
„Naja… denselben wie alle eben, außer der Principa…“
Das ist natürlich die reine Wahrheit, aber nicht das, was der gestrenge Parens hören will. Semper Primus macht sehr deutlich, dass sein Schüler gefälligst kein Botenjunge sein dürfe, den man herumschicken könne, sondern selbst auf den Rang des Princeps hinzustreben und ihn natürlich auch zu erreichen habe. Dann droht er Semper Secundus mit einer Namensänderung – und zwar einer, für die der jüngere Tremere selbst stimmen werde, weil Semper Primus ja dessen Siegel in seinem Besitz hat und daher bei einer Tribunalsabstimmung in Secundus‘ Namen stimmen darf.
Secundus verspricht, dass er sich von jetzt ab noch mehr Mühe geben werde, was in Primus‘ Ohren aber viel zu halbherzig klingt. Sein ehemaliger Lehrling lasse die nötigen Ambitionen völlig vermissen. Sogar der zehnjährige George sei schon zielstrebiger als Secundus!
Das Gespräch endet mit einer Warnung des Älteren: „Überlege dir wohl, was du als nächstes tust – ich werde es auch tun.“
Mit diesem Schreckgespenst der drohenden Schmach einer Namensänderung reist der Tremere enttäuscht ab… und Semper Secundus stürzt sich als erstes auf die Bücher, um herauszufinden, ob so eine Namensänderung wirklich möglich ist. Ja, Tribunale können auf Antrag so etwas bestimmen, stellt er fest.

Vor der Abreise des Tremere klopft dessen neuer Lehrling George noch an Secundus‘ Tür, um sich dem zukünftigen Bruder vorzustellen und mit ihm zu reden. Secundus bittet den Jungen freundlich herein, was diesen ziemlich zu überraschen scheint. Im Gespräch stellt sich heraus, dass Semper Primus dem Kleinen wohl wahre Schreckensgeschichten über Secundus erzählt hat, George gewarnt hat, dass sein ehemaliger Schüler ihn umbringen werde, wenn er nicht aufpasse, und solche Dinge. Der Illusionist versichert dem Lehrling, dass er von ihm nichts zu befürchten habe. George macht zwar mehrere Bemerkungen darüber, wie verschlagen Semper Primus doch sei, und dass er immer alle gegeneinander ausspiele, aber Semper Secundus‘ Misstrauen, dass der Kleine seinem Meister jedes Wort weitererzählen werde, ist zu groß, und so lässt er sich nicht auf eine Lästerei ein, sondern spricht weiterhin respektvoll von seinem Parens.

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Igniculus-in-Arden, 21. Mai 2013

Als erstes wird die befreite Amorena wieder zuhause abgeliefert. (Das hatten wir zwar schon, sagt mir das vorige Diary jetzt, aber das ist immerhin fast ein Jahr her und wurde nur kurz am Ende der letzten Session angerissen, so dass wir alles das irgendwie völlig verdrängt hatten. Also wurde das Heimbringen in etwas mehr Detailtiefe jetzt eben nochmal ausgespielt.)
Darek freut sich, dass die Tochter wieder da ist, und erklärt den geschuldeten Gefallen als abgegolten. Ehe die Igniculi sich aber verabschieden, reden sie aber noch einmal mit dem Anführer und versuchen ihm klarzumachen, dass Amorena ja nicht weggelaufen ist, weil sie einen anderen Liebsten hätte als den Häuptlingssohn des anderen Clans, sondern weil sie grundsätzlich nicht einfach so gegen ihren Willen verheiratet werden möchte. Cedric der Barde, Evelyn Streona sowie Father Geoffrey argumentieren, dass man ihr vielleicht einfach etwas Zeit geben sollte, ihren Zukünftigen kennen- und damit vielleicht auch lieben zu lernen, ehe sie Hals über Kopf in die Ehe gestürzt wird. Darek grummelt und brummelt, meint aber schließlich, er werde es in Betracht ziehen.

Als nächstes wird weiterüberlegt, was man gegen Sir Trevan unternehmen könne. Der befreite Goldschmied erklärt, ganz so einfach sei es nicht, seine Arbeit fortzuführen, ein Ungelernter könne das sicherlich nicht, weil es sich um eine ganz bestimmte Gold-Silber-Legierung handelt, die nur ein Meister seines Faches in exakt dieser Weise herzustellen vermag. Einen solchen Meister wird Sir Trevan sicherlich nicht über Nacht finden, aber es gibt durchaus mehrere solcher Goldschmiedemeister in England, also haben die Igniculi, wenn sie nichts anderes unternehmen, nicht mehr als vielleicht einige Monate gewonnen, ehe Askeladd über sein funktionales Tor verfügt.

Die Überlegungen gehen in die unterschiedlichsten Richtungen: Durch die Tunnel ungesehen in die Burg einschleichen; mit einer Gruppe von Sodales, denen Sir Trevan noch nicht begegnet ist, erneut als fremde Gäste auftreten; Semper Secundus unsichtbar in die Burg schicken, um den Sohn zu kontaktieren.
Aber all diese und auch die anderen Ideen, die aufkommen, werden wegen mangelnder Praktikabilität wieder verworfen, und am Ende beschließen die Sodales, den Alderman zu involvieren. Immerhin ist es ein Tatbestand, der in seinem Verantwortungsbereich aufgetreten ist, der ihn durchaus angeht und bei dem er auch durchaus befugt und befähigt ist, einzugreifen.

Als die Igniculi ihm den Fall geschildert haben, zeigt Alderman Streona sich alles andere als begeistert darüber, dass seine Ex-Schwiegertochter nicht brav bei den wunderlichen Gelehrten im Wald bleibt, sondern sich selbst mit ihren abenteuerlichen Eskapaden in Gefahr begibt. Noch entsetzter ist er allerdings darüber, dass ein Ritter des Reiches nicht nur Ketzerei begeht, sondern auch noch Landesverrat begeht, indem er sich mit den Nordmännern eingelassen hat und sie aktiv unterstützt. Daher stellt der Alderman gleich am nächsten Tag einen größeren Trupp von Bewaffneten zusammen, um Sir Trevan zur Rede zu stellen. Der Ritter lässt Streona und seine Leute zunächst ein und versucht sich mit Ausflüchten aus der Affäre zu ziehen, aber als der Alderman verlangt, den Keller zu untersuchen, weigert Trevan sich. Es kommt zum Kampf, in dem der Ritter unterlegen ist, sich aber dennoch weigert, aufzugeben, und daher von den Männern des Hochadeligen erschlagen wird. (Wir vermuten später, dass Sir Trevan damit rechnete, sowieso hingerichtet zu werden, wenn er sich ergeben hätte, und sich deswegen gar nicht erst ergab.) Auch die Nordmänner kommen ums Leben, ebenso wie etliche Wachleute des Ritters und einige Streiter des Alderman.

Im Keller wird die halbfertige Goldrune von Streonas Leuten gründlichst zerstört. Außerdem finden sie im Verlies auch den Sohn des Ritters, der von seinem Vater für seine Zusammenarbeit mit den Igniculi und seine Rolle bei der Befreiung der Gefangenen festgesetzt wurde. Zu den Motiven und Gründen des Ritters für die Zusammenarbeit mit den Wikingern kann der junge Mann leider nichts sagen, aber bei der Durchsuchung der Burg findet sich in Sir Trevans Gemächern eine große Summe Goldes, deutlich mehr, als ihm allein die Steuern seiner Bauersleute einbringen würden. Offensichtlich hat er sich schlicht des Geldes wegen mit Askeladd verbündet.

Soweit so gut: Der Ritterssohn, in dem die Igniculi einen neuen Verbündeten gefunden haben, erbt Amt und Würden seines Vaters, und der Runenkreis ist unschädlich gemacht. Wenn der Aschenkerl jetzt ein Tor in diese Gegend haben möchte, wird er sich deutlich mehr anstrengen müssen, als einfach nur einen neuen Goldschmied aufzutreiben. Deutlich beruhigter als zuvor kehren die Sodales in ihren Bund zurück.

Einige Zeit vergeht, der Sommer schreitet voran. Noch immer finden sich im Wald eines natürlichen Todes gestorbene Kadaver. Die alte Theorie der Magi war ja, dass der Flammenwolf keine Konkurrenz neben sich duldet und alle Raubtiere aus seinem Revier vertrieben hat. Aber nun fällt auf, dass das Gebiet, auf dem keine Raubtiere zu finden sind und deswegen die ganzen Tierkadaver zu finden sind, einen deutlich größeren Teil des Waldes von Arden ausmachen, als der Flammenwolf für sein Gebiet beansprucht. Deswegen beschließen die Sodales, das Phänomen jetzt doch einer näheren Überprüfung zu unterziehen. Gudrid und Wolfram mit ihrer Wald- und Tier-Affinität sind die logischen Kandidaten für einen Erkundungszug in das betroffene Gebiet. Da es durchaus auch interessant wäre, herauszufinden, ob Hernes Feen-Domäne ebenfalls betroffen ist, planen die beiden auch einen Abstecher dorthin, falls es sich als notwendig erweisen sollte – auch wenn die Halb-Huldra wegen ihres komplizierten Verhältnisses zu Herne alles andere als begeistert von dem Gedanken ist.

Ehe Bjørnær und Merinita jedoch aufbrechen können, genauer gesagt, während die Sodales noch zu ihrer Besprechung zusammensitzen, klopft es am Tor. Und das ist seltsam, denn die Magier können das Klopfen in ihrem Ratszimmer hören, als sei das Hoftor direkt nebenan, während das Geräusch normalerweise eigentlich nur im Hof gehört werden könnte. Das wirkt stark wie ein von draußen gewirktes Creo Imaginem.

Neugierig geht Constantia ex Flambeau nachsehen, wer das wohl sein mag, was der Wachhabenden am Tor dankbar zum Anlass nimmt, die Begrüßung des Gastes der Maga zu überlassen. Der Mann reist mit einigem Gefolge, Bewaffneten und Dienern, sowie einem Jungen, der nicht von seiner Seite weicht und alle Anzeichen eines Lehrlings aufweist. Außerdem schwebt (ja, schwebt) bei der Gruppe eine Bahre, auf der eine mit einem Leintuch bedeckte Person liegt. Der Magier – denn um einen solchen handelt es sich ja ganz offensichtlich – ist weder jung noch alt (also hat er bestimmt schon etliche Jahrzehnte erlebt) und stellt sich als Semper Primus ex Tremere vor.

Secundus‘ Parens. Oh-hah.

Der junge Tremere ist gerade nicht anwesend (der Spieler konnte an dem Abend leider nicht), was vielleicht in diesem Moment gar nicht so schlecht ist. Principa Gudrid begrüßt den älteren Magier jedenfalls ausgesucht höflich (sie stellt sich ihm nach winzigem Stolpern sogar als „Septentriona Inferia ex Merinita“ vor, nicht als „Gudrid Trygves Datter“ wie sonst meistens) und heißt ihn im Bund willkommen. Die Aegis weitet sie nicht auf ihn aus, aber das ist ja auch in keinster Weise notwendig, und das gewöhnliche Gastrecht verlangt es auch nicht.

Ehe der der fremde Magier sich in dem ihm zugewiesenen Gemach ein wenig von der Reise ausruht und erfrischt, erwähnt er noch, dass der Bund in einer seltsamen Gegend liege. Überall diese Tierkadaver – und sei es normal, von Pfeilen verwundete nackte Frauen bewusstlos im Wald zu finden?

Als Heilkundiger des Bundes geht Wolfram sich natürlich gleich um die Verletzte kümmern. Und stellt überrascht (oder vielleicht gar nicht so überrascht?) fest, dass er sie kennt: Es ist Saika, die Falkenfrau, die im Frühling beim Besuch im Feenwald so eifersüchtig auf Guri war. Die Fae hat neben der Pfeilwunde auch Abschürfungen und blaue Flecken und ist noch nicht wieder zu sich gekommen. Wolfram und Gudrid kommen überein, dass die Principa zwar dringend mit Saika sprechen muss, es aber definitiv besser wäre, wenn Guris nicht das erste Gesicht ist, das die Falkenfrau beim Aufwachen über sich sieht.

Später am Abend gibt es dann natürlich ein längeres Gespräch mit Semper Primus, den Rosa Nocturna und Constantia ja bereits in London kennengelernt hatten. Das ist auch der eine Grund von Primus‘ Reise: Er will den Igniculi berichten, wie es mit dem magischen Kästchen weitergegangen ist, das die Tytala und die Flambeau im Collegium Londinium abgegeben hatten. Den dortigen Magi gelang es, die in dem Kästchen gespeicherte magische Nachricht abzuspielen und auf diese Weise einen Ort zu erfahren, wo die Diedne sich versammeln würden bzw. versammelt hatten. Ein Trupp von erprobten Magiern wurde an diesen Ort entsandt, um den Diedne den Garaus zu machen, und es kam tatsächlich zum Kampf. Allerdings waren die Diedne nicht so überrascht, wie sie das eigentlich hätten sein sollen – offensichtlich war dieser ex Micsellania, mit dem die Igniculi kurz Kontakt hatten und der das ästchen so gerne haben wollte, tatsächlich ein Verräter und hat die Diedne gewarnt. So gab es in der Auseinandersetzung auch auf Seiten der Hermes-Magier etliche Verluste, aber alles in allem seien die Hermetiker besser weggekommen, sagt Primus.

All diese Informationen hätte er natürlich auch in einem Brief weitergeben können, aber der zweite Grund des Tremere für den Besuch ist natürlich sein ehemaliger Schüler. Er erkundigt sich eingehend nach Semper Secundus und wirkt zur Hälfte überrascht und zur Hälfte erfreut, als Gudrid erklärt, Semper Secundus habe sich gut in die Gemeinschaft eingefunden und schon mehrmals einen wertvollen Beitrag für den Bund leisten können. Dass Secundus sich gefangen habe, freue ihn, sagt sein Parens, denn in seiner Kindheit und Jugend sei der Junge doch oft ein arger Satansbraten gewesen. Wo er denn gerade sei, fragt er dann, er würde ihn gerne sehen.

Das hatten wir auf der Meta-Ebene bis dahin gar nicht so genau definiert, weil Secundus‘ Spieler ja wie gesagt an dem Abend nicht konnte, aber vermutlich nicht einfach nur in seinem Labor, denn dann hätte er von dem Besuch natürlich schon erfahren, sondern wohl tatsächlich irgendwo außerhalb des Bundes unterwegs.
Gudrid antwortet also höflich, dass Secundus sich gerade auf einer Reise befinde. Von Rosa Nocturna hingegen lässt während des Gespräches bei jeder Gelegenheit spitze Anspielungen darauf einfließen, dass man Semper Secundus ja nie zu Gesicht bekäme, er nie da sei, wenn er denn mal zu sehen sei, und so weiter, so sehr, dass Semper Primus stirnrunzelnd anmerkt, das klinge ja gar nicht so, als sei sein ehemaliger Schüler gut in den Bund integriert.

Als das Gespräch zuende ist und der Gast sich in sein Zimmer zurückgezogen hat, kommt es zwischen der Principa, unterstützt von der Flambeau, und der Maurin zu einer Konfrontation. Gudrid und Constantia geben ihrem Missfallen darüber Ausdruck, dass Nocturna ihren Sodalis in derart schlechtem Licht dargestellt habe; es gebe so etwas wie Zusammenhalt innerhalb des Bundes, und die Tytala wisse doch, wie Semper Secundus seinem Parens gegenüber fühle. Rosa Nocturna hingegen besteht darauf, sie habe sich überaus höflich verhalten, habe Secundus noch in gutem Licht hingestellt, und ob sie denn hätte lügen sollen, denn der Tremere habe sich bei vielen Gelegenheiten wie ein Kindskopf verhalten.
Das Gespräch endet nicht mit einer Einigung, sondern mit einem unterkühlten „Dann haben wir jetzt darüber geredet.“ „Fein.“ „Fein!“

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Igniculus-in-Arden, 05. Juni 2012

Der Sohn erzählt, dass die Burg von etlichen Geheimgängen durchzogen wird: Dann sollte man die doch auch am besten gleich nutzen. Der junge Mann zeigt den Weg, bleibt aber am Eingang zurück.
Der beschriebene Gang endet an einem in das Mauerwerk eingelassenen Hebel, aber ehe jemand den betätigt, wendet Semper Secundus wieder einmal seinen durch-die-Wand-seh-Zauber an und stellt fest, dass die Geheimtür am Ende eines kurzen Ganges liegt, mit Abzweigungen jeweils zur Rechten und zur Linken, und einer T-Kreuzung dahinter. Und an der Wand in der Mitte der T-Kreuzung lehnt einer der Wikinger, der auf diese Weise alle drei Richtungen im Auge behalten kann. Er wirkt nicht übermäßig wachsam, aber bemerken wird er die Gruppe dennoch, wenn sich plötzlich ein Durchgang in der Mauer öffnet und sechs Leute hindurchkommen.

Es folgt etwas Planung, so etwa die Überlegung, ob der Tremere vielleicht Evelyn Streona unsichtbar machen könne. Letztendlich legt der Imaginem-Spezialist jedoch die Illusion der unberührten Mauer vor die Geheimtür. Noch aus der Verborgenheit heraus wirkt Semper Secundus einen Spruch, der den Nordmann lautlos macht, damit dieser nicht Alarm geben kann.
Allerdings fällt dadurch die Illusion vor der offenen Tür, aber inzwischen sind ja alle hindurchgegangen und können agieren, und der Wächter kann eben keinen Ruf mehr ausstoßen.

Rosa Nocturna hebt den Mann von den Füßen und lässt ihn unter die Decke schweben, um ihn kampfunfähig zu machen. Dies hindert ihn allerdings nicht daran, weiterhin bedrohlich sein Schwert zu schwenken und den Weg ziemlich effektiv für die Gruppe zu versperren.Selbst als ein weiterer Rego-Corpus-Zauber ihn dazu bringt, sein Schwert fallen zu lassen, ballt er noch bedrohlich die Fäuste.

Cedric of Aymerstone versucht in seinem gebrochenen Norse den Kerl zum Aufgeben zu bringen, aber entweder wirkt der Barde nicht bedrohlich genug, oder seine Sprachkenntnisse reichen einfach nicht, oder beides, denn der Nordmann fletscht nur wild die Zähne und knurrt. Evelyn Streona wirft dem Barden das Ende eines Seils zu, um mit ihm zusammen den Wächter zu fesseln. Dazu muss Cedric allerdings irgendwie an dem Kerl vorbei, um auf dessen andere Seite zu kommen. Und obwohl der Barde mit genau so etwas gerechnet hat und auf der Hut war, ist der Wikinger doch zu schnell für ihn. Ehe er es verhindern kann, fühlt Cedric sich am Hals gepackt und hochgezogen, und auch sein in die Weichteile des Kerls gerammter Ellenbogen hilft da nichts.
Glücklicherweise jedoch ist Rosa Nocturna zur Stelle, die mit demselben Rego-Corpus-Spruch wie zuvor den Mann dazu bringt, Cedric fallen zu lassen. Mit einer weiteren Anwendung von Rego Corpus werden Arme und Beine des Wikingers steif und an seinen Körper geklebt, so dass er nun endlich gefesselt werden kann.

Nun ist auch endlich Zeit, sich in dem Keller genauer umzusehen und die Orientierung wiederzugewinnen. Bei dem Blick durch das Taschentuch hatten die Magi ja den Keller und seine Gänge zu sehen bekommen. So können sie nun auch feststellen, wo genau sie sich befinden und wo es zum Gefangenen geht.

Die beiden Seitengänge in dem kurzen Gang, in den die Geheimtür mündete, enthielt die Zellen des Kerkers, und hier finden die Sodales auch die entführte Amorena. Muto Terram öffnet das Schloss, dann ist es zu Rosa Nocturnas genervtem Augenrollen an Cedric, mit seinem nicht unbeträchtlichen Charme die verstörte junge Frau zu beruhigen. Der Gefesselte wird währenddessen in eine der leeren Zellen gebracht.

Anschließend blickt Semper Secundus durch die Tür des Raumes, in dem beim letzten Mal der Gefangene an der Teleportationsrune arbeitete. Auch diesmal ist der Mann, unter dem leicht gelangweilten Auge von zwei Nordmännern, wieder damit beschäftigt.
Die beiden Wächter außer Gefecht setzen kann man wohl am ehesten durch eine Täuschung. Eine erste Überlegung ist es, Cedric so aussehen zu lassen wie den Wikinger von draußen, damit der so tun soll, als habe der Burgherr ihm den Befehl gegeben, die Männer zu versammeln. Aber dieser Vorschlag wird schnell wieder verworfen, da das bestenfalls rudimentäre Norse des Barden wohl kaum dafür ausreichen wird, eine überzeugende Vorstellung hinzulegen.

Statt dessen einigt man sich darauf, dass Semper Secundus per Formelspruch ein täuschend echtes Imaginem des Burgherren erstellt, das auch genauso spricht wie dieser. Diese Illusion muss zwar in Sichtweite des Zaubernden sein, um weiter zu funktionieren, aber wenn der Tremere sich selbst unsichtbar macht, dann kann er ja bei seiner Kreation bleiben.

So lässt der junge Illusionist das Abbild des Burgherren selbstbewusst in den Raum stolzieren und die Männer hinausschicken, weil er mit dem Gefangenen alleine reden will. Die Nordmänner sollen währenddessen in einem bestimmten Raum oben im Gebäude auf ihn warten. Die beiden Männer schöpfen auch tatsächlich keinen Verdacht, sondern verlassen anstandslos den Raum, und da der Rest der Gruppe sich natürlich im Zellentrakt versteckt hat, bemerken sie auch draußen nichts Ungewöhnliches, sondern räumen das Feld.

Das Imaginem des Burgherren beordert indessen den Gefangenen hinaus, sagt aber noch nichts von ‘Retten’ oder ‘Helfen’ und wird deswegen von dem Mann von hinten mit einem schweren Goldklumpen angegriffen, als Semper Secundus das Abbild vorangehen lässt. Um so größer ist der Schock des Gefangenen, als die improvisierte Waffe einfach durch das Imaginem hindurchsaust.
Die Hexerei nimmt der Mann dann aber doch gerne in Kauf, als sich herausstellt, dass sie dazu dient, ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Mit den beiden Geretteten im Schlepptau zieht die Gruppe sich wieder in die Geheimgänge zurück, wo ihnen schon der Rittersohn entgegen kommt. Der junge Mann ist entsetzt über den Beweis der Machenschaften seines Vaters und zunächst ratlos, wie er sich ihm gegenüber weiter verhalten soll. Die Magier bitten ihn, sich wenn möglich nichts anmerken zu lassen, sondern auf der Burg zu bleiben, als sei nichts geschehen, und statt dessen versuchen, herauszubekommen, warum sein Vater sich mit dem Aschenkerl verbündet hat. Der Sohn verspricht, die Ohren offenzuhalten und den Bund zu informieren, sobald er etwas erfahre.

Der erst gemauerte, dann gehauene Geheimgang, den der junge Mann der Gruppe zeigt, ehe er sich verabschiedet, damit seine Abwesenheit nicht auffällt, zieht sich unter der Burgmauer hindurch und dann noch ein ganzes Stück durch einen Erdtunnel, bis er schließlich in der Scheune eines der umliegenden Gehöfte endet.

Amorena wird zurück zu ihrer Familie gebracht. Den Häuptlingssohn des Nachbardorfes heiraten möchte sie zwar immer noch nicht, aber sie setzt sich auch nicht mehr zur Wehr oder versucht, wieder zu flüchten. Dem befreiten Gefangenen, der sich als gelernter Goldschmied vorgestellt hat, bieten die Magi an, sich dem Bund anzuschließen. Immerhin ist das ja genau einer der noch fehlenden Handwerker. Da der Mann keine Familie hat und seine gesamten Goldvorräte in Sir Trevans Burg zurücklassen musste, nimmt er das Angebot dankend an, als er erst einmal über den Schock hinweg ist, dass es sich bei seinen Rettern um Magiewirker handelt.

Bleibt die Frage, warum Sir Trevan sich mit den Nordmännern eingelassen hat. Und, wichtiger, wie groß der Rückschlag war, den Askeladds Pläne durch die Befreiung des Goldschmieds erlitten haben. Wäre er nicht unterbrochen worden, hätte der Gefangene die Arbeit in wenigen Tagen erledigt. Nun ist nur zu hoffen, dass es wirklich einen Goldschmiedemeister braucht, um das Metall zu schmelzen und in die vorbereiteten Vertiefungen zu gießen. Denn wenn das auch ein ungelernter Handlanger tun kann, dann haben die Igniculi zwar einen Goldschmied gewonnen, aber Askeladd wird dennoch in nur wenigen Tagen ein permanentes Tor ganz in ihre Nähe besitzen.
Und das wiederum würde bedeuten, dass das Problem Askeladd sehr viel eher wieder an Priorität gewinnen könnte, als die Sodales sich das gedacht hatten…

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Igniculus-in-Arden, 29. Mai 2012

Semper Secundus entscheidet sich für keine der angedachten Methoden, weil sie ihm doch alle zu riskant erscheinen. Statt dessen berät er sich mit den anderen, was dazu führt, dass Rosa Nocturna geduldig draußen auf dem Burghof wartet, bis der nächste Nordmann aus dem Keller kommt, um den Abort aufzusuchen.
In einer schauspielerischen Meisterleistung spricht die Maurin den Söldner auf Latein an und tut so, als wolle sie mit ihm flirten, während sie in Wahrheit den Zauberspruch für die Stille Frage darin versteckt. Mit diesem Hin und Her kann sie drei Fragen unterbringen, nur leider ist keine der Antworten sonderlich hilfreich. Eine Amorena kennen die Nordmänner nicht, und sie sind hier, um für den Burgherren zu arbeiten.

In Ermangelung von Alternativen unternehmen die Sodales in dieser Nacht erst einmal nichts weiter, sondern warten auf den nächsten Morgen. Nach dem Frühstück und einer von Father Geoffrey gehaltenen Morgenmesse sucht Crispinus Comis nochmals denselben Wachmann auf, mit dem er schon am Tag zuvor gesprochen hatte, und fragt den unauffällig noch etwas weiter aus, während Barde Cedric sich zu demselben Zweck mit einer der Mägde unterhält.

Als Gesamtergebnis der beiden Befragungen ergibt sich, dass der Burgherr etwa vor einem Jahr diese Nordmänner von einer Reise mit auf das Anwesen brachte, und dass er von genau dieser Reise auch etwas verändert heimkam, grimmiger und verschlossener als zuvor. Was die Nordmänner genau für Sir Trevan tun, ist nicht so recht bekannt; die Männer bleiben auch eher für sich. Der Sohn scheint davon nichts zu wissen, denn der war schon fort, als das passierte.

Rosa Nocturna schnappt sich irgendwann Cedric und sucht gemeinsam mit diesem den Kerl vom vorigen Abend auf. Was folgt, ist eine weitere Meisterleistung der Schauspielkunst: Die Tytala redet auf Latein, was der Barde zum Nordmann „übersetzt“, von wegen, dass die Lady sich entschuldigen wolle und so weiter, aber in Wahrheit nutzt die Mentem-Spezialistin das ganze Latein nur für weitere, entsprechend verbrämte Anwendungen ihrer Stillen Frage. So bekommt Nocturna heraus, dass die Männer dort unten im Keller eben doch eine Frau gefangen halten, die ungefähr so aussieht, wie wir Amorena beschrieben bekommen haben.

„Zur Entschuldigung“ und „zum Beweis ihrer Gunst“ „schenkt“ Rosa Nocturna dem Wikinger noch die Hälfte eines Taschentüchleins, das dieser, obwohl inzwischen schon etwas genervt, immerhin doch annimmt und in den Gürtel steckt, ehe er sich schleunigst wieder verzieht.

Die andere Hälfte des Tüchleins bringt die Maurin triumphierend zurück zu ihren Sodales. Mit dieser magischen Verbindung lässt sich nämlich nun endlich erfahren, was hinter den Kellermauern vor sich geht.
Der zurückgekehrte Nordmann erzählt seinen Kameraden von der seltsamen Begegnung mit der „Verrückten“, dann kommt die Sprache auf „das Mädel“ und auf einen Gefangenen, der für den Burgherrn da drinnen irgendwas macht – zwei unterschiedliche Personen offensichtlich. Anscheinend hat Amorena etwas gesehen, was sie nicht hätte sehen dürfen, und wurde deswegen von den Nordmännern festgesetzt.

Später besucht Sir Trevan selbst den Keller – die perfekte Gelegenheit, über die magische Verbindung des Taschentuchs wieder zu sehen, was dort drinnen vor sich geht. Die Wikinger erklären dem Ritter, der Gefangene werde noch einige Tage brauchen, sei aber fast fertig, wovon der Burgherr sich selbst überzeugen will. Also gehen die Männer in die innere Kammer, wo ein abgemagerter Mann damit beschäftigt ist, flüssiges Gold in die Erde einzulassen: in Form eines Dreiecks mit drei nordischen Runen. Gudrid, die Spezialistin für derlei Magie, ist zwar nicht anwesend, aber gerade diese drei Runen erkennen die anderen Magi auch ohne ihre Hilfe – es sind diejenigen für Körper, Luft und Weichheit, genau dieselben, die höchstvermutlich die Eiswölfe im Feenwald haben fliegen lassen. Und hier sollen diese Runen vermutlich als Teleportationszauber dienen, und zwar als permanenter, wenn man der eingesetzten Mühe und dem verwendeten Gold Glauben schenken darf.

Crispinus Comis, der zuvor bereits einmal vom Rittersohn beiseite genommen wurde und sich mit diesem unterhalten hatte, sucht diesen erneut auf und berichtet von den Dingen, die der Vater des jungen Mannes offensichtlich zu verbergen hat. Der Sohn ist entsetzt und will seinen Vater sofort zur Rede stellen, aber davon kann der Verditius ihn doch noch abhalten.
Gemeinsam will man statt dessen planen, wie man am besten als nächstes vorgehen soll.

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Igniculus-in-Arden, 22. Mai 2012

Dank Rosa Nocturnas magischer Triangulation wissen die Igniculi ungefähr, wo die geflüchtete Amorena sich aufhält. In dem Gebiet befinden sich einige Gehöfte und auch der Sitz eines Ritters, Sir Trevan. Diesen Ritter kennt Evelyn als relativ einsiedlerisch, vor allem mit dem Tod seiner Frau, seit welchem Sir Trevan mit seinem Sohn alleine auf der Burg lebt.

Die Gruppe beschließt, sich zunächst auf den Bauernhöfen nach dem Mädchen umzusehen. Es ist ein wunderbarer Frühsommertag, und am ersten Hof wird gerade Heu gemacht. Der alte Bauer, der die Tür öffnet, schleudert den Fragenden zunächst empört entgegen, seine Enkelin würden sie nicht bekommen, lässt sich aber dann beruhigen, als er erfährt, dass die gar nicht das Ziel der Erkundigungen ist.
Amorena habe er allerdings auch nicht gesehen, sagt er, und das klingt auch durchaus glaubwürdig.

Barde Cedric befragt draußen auf der Wiese noch die Feldarbeiter und erfährt dort zwar auch nichts über die Vermisste, aber immerhin, dass vor kurzem die Kutsche des Ritters vorbeigefahren sei, mit einem großen Unbekannten neben dem Kutscher auf dem Bock.

Die Gruppe beschließt, die anderen Gehöfte erst einmal hintenanzustellen und sich gleich der Burg und Sir Trevan zu widmen.
Den Weg dorthin verkürzt Cedric mit einigen Balladen und lernt von Hermes Fidelis auch ein neues Lied auf Italienisch, eine Sprache, die er gar nicht beherrscht, aber so etwas hat den Barden ja noch nie abgehalten.

An Sir Trevans Burg – eigentlich mehr ein von einer Mauer umgebener Turm denn eine richtige Burg – beginnen hektische Aktivitäten, als Evelyn Streona unter den Besuchern erkannt wird.

(Diese Szene führte übrigens zu großer OOC-Erheiterung, und der daraus geborene Begriff hielt sich als Running Gag für den Rest des Abends. Er ergab sich daraus, dass Cedric beim Wachtposten auf der Mauer nur seinen eigenen Namen angab und völlig vergass, die eigentlich bedeutendere Evelyn zu erwähnen, worauf dann ooc die Frage aufkam, was Evelyn denn nun eigentlich sei. Selbst von adeligem Geblüt oder, dank ihrer Heirat mit dem Sohn des Alderman von Warwick, nur angeheiratet, also eine Schwieger-Adelige?)

Der Burgherr empfängt die Gäste freundlich und ziemlich peinlich berührt ob seiner unvorbereiteten Küche – immerhin steht Evelyn im Rang über ihm. Das Abendessen ist aber dann alles andere als Armenfraß , wenn auch nicht übermäßig üppig. Ser Trevans Sohn (sein Name wurde bestimmt genannt, aber er ist mir entfallen) stößt ebenfalls zu den Speisenden, ansonsten sind nur noch zwei Pagen anwesend, keine weiteren Gäste.

Das Gespräch kommt relativ bald auf den Grund des Besuchs. Die Igniculi halten auch nicht mit der Wahrheit hinter dem Berg, sondern erklären offen, dass sie im Auftrag ihres Vaters auf der Suche nach einer verschwundenen jungen Frau seien. Dabei beobachten sie die Reaktionen der beiden Gastgeber genau.
Sir Trevan scheint irgendetwas zu verbergen. Was es genau ist, lässt sich auf Anhieb nicht sagen, aber irgendwas weiß der Mann. Sein Sohn hingegen scheint völlig aufrichtig, als er seine Unwissenheit erklärt.
Die Erwähnung von wilden Wölfen und Nordmännern in der Nähe erschreckt den Ritter. Als er hört, dass mit „Nähe“ eine ganze Tagesreise gemeint ist, ist ihm seine Erleichterung deutlich anzumerken.

Der Sohn mag übrigens achtzehn oder neunzehn Jahre zählen – genau das richtige Alter, um Amorenas geheimer Herzensliebster zu sein. Gegen diese Theorie spricht neben seiner fehlenden Reaktion auf den Namen des Mädchens allerdings, dass der junge Mann gerade aus Italien zurückgekommen ist, wo er ein Jahr verbracht hat. Sehr zum Missfallen seines Vaters schwärmt der Junge von Venedig als einem Ort, der ihm besser gefalle als seine Heimat: kultivierter, besseres Wetter, nicht so gewalttätig.

Durch die Italien-Verbindung haben Trevans Sohn und Hermes Fidelis ein Thema, über das sie plaudern können, und als Cedric sein übliches Repertoire zum besten gegeben hat, trägt er irgendwann auch das neu gelernte italienische Stück vor… was den Rittersohn amüsiert und den Mercere knallrot anlaufen lässt. Aber weil Hermes Fidelis den ganzen Abend über einiges gebechert hat, ist er immerhin angesäuselt genug, um bei dem mehr als anzüglichen Lied doch den Refrain mitzusingen.

Irgendwann gehen Crispinus Comis und Semper Secundus hinaus, um frische Luft zu schnappen. Dabei wechseln sie einige Worte mit dem Wachhabenden und kommen auch auf die Kutsche mit dem Fremden auf dem Bock zu sprechen. Ja, erklärt der Wachmann, das seien vier Nordmänner, Gäste des Herrn seit etwa einer Woche.
Sehr interessant, dass Sir Trevan von diesen anderen Gästen keinen Ton erwähnt hat…

Die beiden Magi sehen sich unauffällig die Kutsche an und finden dort einen Fetzen aus Leinenstoff. Außerdem beobachten sie einen der Fremden dabei, wie der eine Treppe zu einer Tür außen am Turm hinuntergeht.
Als sie zurückkommen in den großen Saal, haben sich Vater und Sohn bereits zurückgezogen. Deswegen können die beiden ungestört von ihren Entdeckungen berichten und ihren Sodales das Stück Stoff zeigen. Eine magische Analyse erweist es als Teil eines Leinenkleides, wie Amorena es getragen bzw. gestohlen haben könnte. Es scheint also so, als sei die junge Frau doch hier. Und zwar vermutlich unten in dem Turm, wo der Fremde eben verschwunden ist.

Also nachsehen gehen. Zu diesem Zweck schleicht sich Semper Secundus mit seinen üblichen Vorsichtsmaßnahmen die Treppe hinunter und schaut mit seinem Durch-die-Wand-seh-Spruch in den Raum, diesmal allerdings so improvisiert, dass er auch hören kann, was gesagt wird. Dort sitzen zwei der Männer beim Würfelspiel und unterhalten sich tatsächlich – dummerweise allerdings auf Norse, was Semper Secundus nicht versteht. Diese Ebene des Turmes scheint aus mehreren Räumen zu bestehen, und nicht alle grenzen an die Außenwand. Der Magus wird also mit seinem Wandzauber nicht alles absuchen können.
Seine Überlegungen, wie er am besten unbemerkt hineingelangen könnte – sich selbst unstofflich machen, die Wand durchlässig machen, einen der anderen Gefährten an die Tür klopfen lassen, damit er unsichtbar und unbemerkt hindurchschlüpfen kann, wenn sie geöffnet wird, etc. etc. – fallen dem Ende des Spielabends zum Opfer. Oder besser: Jetzt hat sein Spieler eine Woche lang Zeit zu überlegen, wie genau er vorgehen möchte.

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Igniculus-in-Arden, 15. Mai 2012

Die ersten Wochen des Sommers gehen ins Land, während die Magi sich mit unterschiedlichen Tätigkeiten befassen. So schreibt die Principa Briefe an die anderen Bünde in erreichbarer Nähe, um Igniculus-in-Arden vorzustellen bzw. von den Veränderungen dort zu berichten und einen gelehrten Austausch vorzuschlagen. Vielleicht haben diese anderen Bünde ja magische Schriften, von denen die Igniculi profitieren könnten, oder umgekehrt.
Semper Secundus hat indessen – bald nach Hermes Fidelis’ Ankunft, um genau zu sein – seinem Parens einen Antwortbrief geschrieben und um Aufschub von dessen Besuch gebeten, weil es Dinge zu erledigen gebe, denen er sich alleine stellen wolle.

Einige Tage später bekommt der Bund Besuch von einem Bekannten: Es ist Cedric, der alte Einsiedler aus dem Wald, dessen Hütte den Tunnel zu der Regio mit dem magisch geschützten Dorf verbirgt. Darek, dem Anführer jenes Dorfes schulden die Igniculi ja noch einen Gefallen, seit er ihnen das magische Kästchen mit den Informationen über die Diedne wieder überlassen hat. Diesen Gefallen möchte der Alte jetzt, wenig überraschend, im Namen seines Anführers einfordern.

Dabei handelt es sich um folgendes: Dareks Tochter Amorena ist verschwunden, und die Magier sollen sie finden. Die junge Frau soll heiraten, hatte sich aber nicht sehr begeistert von dem Gedanken gezeigt, und nun ist sie offensichtlich abgehauen.

Nachfragen seitens der Sodales bringt noch einige weitere Informationen zutage: Die Hochzeit mit dem Sohn eines benachbarten Clans war bzw. ist für den Tag der Sommersonnenwende geplant. Dieser benachbarte Clan ist Darnec und seinen Leuten zwar nicht feindlich gesinnt, aber es gab bisweilen schon gewisse Spannungen zwischen den beiden Dörfern.
Die parallele Regio ist ziemlich groß, und es gibt einige Dörfer dort. Soweit Cedric-der-Ältere aber weiß, ist der Tunnel unter seiner Hütte der einzige Weg hinein und hinaus. Amorena könnte sowohl in der Regio als auch draußen sein, weil Cedric den Tunnel zwar bewacht, aber eben nicht ständig. Manchmal muss er auch schlafen, und wenn die junge Frau sich geschickt angestellt hat, müsste es durchaus möglich für sie gewesen sein, sich vorbeizuschleichen.
Ob sie einen Liebsten hat, den sie ihrem Versprochenen bevorzugen würde, und ob das der Grund für ihre Weigerung ist, kann der Alte nicht sagen. Zumindest hat sie nie davon gesprochen, soweit er weiß. Kämpfen kann die Häuptlingstochter etwas, aber es ist nichts, das sie übermäßig auszeichnet. Auch magische Fähigkeiten hat sie Cedrics Wissen nach nicht.

Die Igniculi erklären sich bereit, sich auf die Suche nach Amorena zu machen, in einer Gruppe bestehend aus den Magiern Semper Secundus, Rosa Nocturna und Crispinus Comis sowie den Companions Evelyn Streona, Father Geoffrey und Cedric-dem-Jüngeren. (Da Hermes’ Spielerin nicht anwesend war, wissen wir nicht, ob sie mit ihrem Magier oder ihrer Companion mitgehen möchte; das wird sich dann beim nächsten Mal zeigen.) Auch der alte Einsiedler schließt sich natürlich der Gruppe an, er möchte ja wieder nach Hause.

Wie beim letzten Mal dauert die Reise nach Warwick zwei Tage und verläuft ereignislos, aber diesmal sehen die Igniculi unterwegs mehrere von Wölfen gerissene Kühe. Und auch das Dorf, in dem die Gruppe übernachtet, geht der Schrecken vor einem Wolfsrudel um, das in letzter Zeit aus dem Wald in die offenere Feld- und Wiesenlandschaft umgesiedelt zu sein scheint und häufiger mal die Herden anfällt.
Das, erkennen und befürchten die Magier, wird wohl auch eine direkte Auswirkung des Flammenwolfes sein, der in seiner Umgebung außer seinem Weibchen und seinen Jungen keine Konkurrenz duldet und alle anderen Raubtiere aus Arden vertrieben hat. Dagegen lässt sich allerdings im Moment erst mal nichts tun.

Am Stadttor von Warwick angekommen, wird vor allem Evelyn Streona von den Wachen erkannt und die Gruppe ohne weiteres eingelassen. Barde Cedric besorgt Zimmer im Gasthaus und erklärt sich bereit, am Abend dort auch aufzuspielen.
Der Wirt unterhält sich eine Weile mit der jungen Witwe, die ja ein halbes Jahr lang nicht in der Stadt war, und tauscht mit ihr die letzen Neuigkeiten aus. Dabei kommt das Gespräch auch auf ihren Lieblings-Händler, bei dem sie bis zu ihrem Wegzug regelmäßig eingekauft hat. Dieser wurde gerade vor wenigen Nächten ausgeraubt, erzählt der Gastwirt. Und garantiert war Caleb, der stadtbekannte Dieb, der Täter, ist der Mann überzeugt.

Caleb kennen die Igniculi ja schon, immerhin sind sie dem bei ihrem letzten Abenteuer in Warwick bereits begegnet: Niemand anderer als Caleb hatte ja das magische Kästchen gestohlen und es an Cedric-den-Alteren verschachert. Ob der Tunichtgut allerdings auch hinter dem Einbruch beim Händler steht, wagt die Gruppe eher zu bezweifeln, spätestens als Evelyn am nächsten Tag hingeht und sich beim Einkaufen mitfühlend vom Kaufmann von seinen Verlusten erzählen lässt. Denn neben Nahrungsmitteln wurden auch einige Frauenkleider gestohlen – und das klingt doch sehr danach, als sei Dareks flüchtige Tochter die Täterin gewesen. Oder zumindest die Auftraggeberin der Tat, falls Caleb doch selbst den eigentlichen Einbruch durchgeführt haben sollte.

Wie am Abend zuvor auch schon einmal, versucht Rosa Nocturna erneut auf magischem Wege den Aufenthaltsort der jungen Frau zu bestimmen. Dabei kann die Maurin herausfinden, dass Amorena sich definitiv nicht in der parallelen Regio aufhält, sondern in derselben Zone wie die Igniculi auch. Die grobe Richtung kann die Mentem-Spezialistin auch bestimmen, aber nicht den genauen Punkt.

Cedric of Aymerstone geht sich indessen unauffällig in der Stadt umhören, ob vielleicht jemand das Mädchen gesehen hat oder sonst etwas Außergewöhnliches bemerkt hat. Dabei trifft er auf niemand anderen als Caleb den Dieb, der gar nicht begeistert von der Begegnung ist. Cedric fragt ihn aus – natürlich streitet der Gauner alles ab – und kann ihn schließlich, trotz dessen massiver Abneigung gegen Cedrics “unheimliche Freunde”, dank eines Geldstücks auch dazu überreden, mit zu den anderen Igniculi zu kommen und denen seine Version der Geschichte auch noch einmal zu erzählen.

Mit einer Mischung aus “Stiller Frage” und anschließendem “wir wissen es doch ohnehin, dass du es warst” sowie einigem unvorsichtigem Verplappern des Diebs kommt schließlich nach einigem Hin und Her folgendes heraus:
Caleb hat sich vor etwa einem Jahr mit Amorena angefreundet, als die einmal in Warwick war. Er ist aber nicht in sie verliebt, sondern sie sind wirklich einfach nur Freunde. Vor einigen Tagen hat sie ihn kontaktiert und um Hilfe gebeten, und Caleb hat daraufhin für sie die Sachen beim Krämer gestohlen. Er hat ihr die Dinge auch übergeben, aber wohin sie dann wollte, weiß er nicht genau.
Da die Magier ihm aber ins Gedächtnis rufen, dass in letzter Zeit verstärkt wilde Wölfe unterwegs sind, und er sich Sorgen um seine Freundin macht, fällt Caleb am Ende doch ein Ort ein, wo Amorena eventuell sein könnte.

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Igniculus-in-Arden, 15. Mai 2012

Die ersten Wochen des Sommers gehen ins Land, während die Magi sich mit unterschiedlichen Tätigkeiten befassen. So schreibt die Principa Briefe an die anderen Bünde in erreichbarer Nähe, um Igniculus-in-Arden vorzustellen bzw. von den Veränderungen dort zu berichten und einen gelehrten Austausch vorzuschlagen. Vielleicht haben diese anderen Bünde ja magische Schriften, von denen die Igniculi profitieren könnten, oder umgekehrt.
Semper Secundus hat indessen – bald nach Hermes Fidelis’ Ankunft, um genau zu sein – seinem Parens einen Antwortbrief geschrieben und um Aufschub von dessen Besuch gebeten, weil es Dinge zu erledigen gebe, denen er sich alleine stellen wolle.

Einige Tage später bekommt der Bund Besuch von einem Bekannten: Es ist Cedric, der alte Einsiedler aus dem Wald, dessen Hütte den Tunnel zu der Regio mit dem magisch geschützten Dorf verbirgt. Darek, dem Anführer jenes Dorfes schulden die Igniculi ja noch einen Gefallen, seit er ihnen das magische Kästchen mit den Informationen über die Diedne wieder überlassen hat. Diesen Gefallen möchte der Alte jetzt, wenig überraschend, im Namen seines Anführers einfordern.

Dabei handelt es sich um folgendes: Dareks Tochter Amorena ist verschwunden, und die Magier sollen sie finden. Die junge Frau soll heiraten, hatte sich aber nicht sehr begeistert von dem Gedanken gezeigt, und nun ist sie offensichtlich abgehauen.

Nachfragen seitens der Sodales bringt noch einige weitere Informationen zutage: Die Hochzeit mit dem Sohn eines benachbarten Clans war bzw. ist für den Tag der Sommersonnenwende geplant. Dieser benachbarte Clan ist Darnec und seinen Leuten zwar nicht feindlich gesinnt, aber es gab bisweilen schon gewisse Spannungen zwischen den beiden Dörfern.
Die parallele Regio ist ziemlich groß, und es gibt einige Dörfer dort. Soweit Cedric-der-Ältere aber weiß, ist der Tunnel unter seiner Hütte der einzige Weg hinein und hinaus. Amorena könnte sowohl in der Regio als auch draußen sein, weil Cedric den Tunnel zwar bewacht, aber eben nicht ständig. Manchmal muss er auch schlafen, und wenn die junge Frau sich geschickt angestellt hat, müsste es durchaus möglich für sie gewesen sein, sich vorbeizuschleichen.
Ob sie einen Liebsten hat, den sie ihrem Versprochenen bevorzugen würde, und ob das der Grund für ihre Weigerung ist, kann der Alte nicht sagen. Zumindest hat sie nie davon gesprochen, soweit er weiß. Kämpfen kann die Häuptlingstochter etwas, aber es ist nichts, das sie übermäßig auszeichnet. Auch magische Fähigkeiten hat sie Cedrics Wissen nach nicht.

Die Igniculi erklären sich bereit, sich auf die Suche nach Amorena zu machen, in einer Gruppe bestehend aus den Magiern Semper Secundus, Rosa Nocturna und Crispinus Comis sowie den Companions Evelyn Streona, Father Geoffrey und Cedric-dem-Jüngeren. (Da Hermes’ Spielerin nicht anwesend war, wissen wir nicht, ob sie mit ihrem Magier oder ihrer Companion mitgehen möchte; das wird sich dann beim nächsten Mal zeigen.) Auch der alte Einsiedler schließt sich natürlich der Gruppe an, er möchte ja wieder nach Hause.

Wie beim letzten Mal dauert die Reise nach Warwick zwei Tage und verläuft ereignislos, aber diesmal sehen die Igniculi unterwegs mehrere von Wölfen gerissene Kühe. Und auch das Dorf, in dem die Gruppe übernachtet, geht der Schrecken vor einem Wolfsrudel um, das in letzter Zeit aus dem Wald in die offenere Feld- und Wiesenlandschaft umgesiedelt zu sein scheint und häufiger mal die Herden anfällt.
Das, erkennen und befürchten die Magier, wird wohl auch eine direkte Auswirkung des Flammenwolfes sein, der in seiner Umgebung außer seinem Weibchen und seinen Jungen keine Konkurrenz duldet und alle anderen Raubtiere aus Arden vertrieben hat. Dagegen lässt sich allerdings im Moment erst mal nichts tun.

Am Stadttor von Warwick angekommen, wird vor allem Evelyn Streona von den Wachen erkannt und die Gruppe ohne weiteres eingelassen. Barde Cedric besorgt Zimmer im Gasthaus und erklärt sich bereit, am Abend dort auch aufzuspielen.
Der Wirt unterhält sich eine Weile mit der jungen Witwe, die ja ein halbes Jahr lang nicht in der Stadt war, und tauscht mit ihr die letzen Neuigkeiten aus. Dabei kommt das Gespräch auch auf ihren Lieblings-Händler, bei dem sie bis zu ihrem Wegzug regelmäßig eingekauft hat. Dieser wurde gerade vor wenigen Nächten ausgeraubt, erzählt der Gastwirt. Und garantiert war Caleb, der stadtbekannte Dieb, der Täter, ist der Mann überzeugt.

Caleb kennen die Igniculi ja schon, immerhin sind sie dem bei ihrem letzten Abenteuer in Warwick bereits begegnet: Niemand anderer als Caleb hatte ja das magische Kästchen gestohlen und es an Cedric-den-Alteren verschachert. Ob der Tunichtgut allerdings auch hinter dem Einbruch beim Händler steht, wagt die Gruppe eher zu bezweifeln, spätestens als Evelyn am nächsten Tag hingeht und sich beim Einkaufen mitfühlend vom Kaufmann von seinen Verlusten erzählen lässt. Denn neben Nahrungsmitteln wurden auch einige Frauenkleider gestohlen – und das klingt doch sehr danach, als sei Dareks flüchtige Tochter die Täterin gewesen. Oder zumindest die Auftraggeberin der Tat, falls Caleb doch selbst den eigentlichen Einbruch durchgeführt haben sollte.

Wie am Abend zuvor auch schon einmal, versucht Rosa Nocturna erneut auf magischem Wege den Aufenthaltsort der jungen Frau zu bestimmen. Dabei kann die Maurin herausfinden, dass Amorena sich definitiv nicht in der parallelen Regio aufhält, sondern in derselben Zone wie die Igniculi auch. Die grobe Richtung kann die Mentem-Spezialistin auch bestimmen, aber nicht den genauen Punkt.

Cedric of Aymerstone geht sich indessen unauffällig in der Stadt umhören, ob vielleicht jemand das Mädchen gesehen hat oder sonst etwas Außergewöhnliches bemerkt hat. Dabei trifft er auf niemand anderen als Caleb den Dieb, der gar nicht begeistert von der Begegnung ist. Cedric fragt ihn aus – natürlich streitet der Gauner alles ab – und kann ihn schließlich, trotz dessen massiver Abneigung gegen Cedrics “unheimliche Freunde”, dank eines Geldstücks auch dazu überreden, mit zu den anderen Igniculi zu kommen und denen seine Version der Geschichte auch noch einmal zu erzählen.

Mit einer Mischung aus “Stiller Frage” und anschließendem “wir wissen es doch ohnehin, dass du es warst” sowie einigem unvorsichtigem Verplappern des Diebs kommt schließlich nach einigem Hin und Her folgendes heraus:
Caleb hat sich vor etwa einem Jahr mit Amorena angefreundet, als die einmal in Warwick war. Er ist aber nicht in sie verliebt, sondern sie sind wirklich einfach nur Freunde. Vor einigen Tagen hat sie ihn kontaktiert und um Hilfe gebeten, und Caleb hat daraufhin für sie die Sachen beim Krämer gestohlen. Er hat ihr die Dinge auch übergeben, aber wohin sie dann wollte, weiß er nicht genau.
Da die Magier ihm aber ins Gedächtnis rufen, dass in letzter Zeit verstärkt wilde Wölfe unterwegs sind, und er sich Sorgen um seine Freundin macht, fällt Caleb am Ende doch ein Ort ein, wo Amorena eventuell sein könnte.

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Igniculus-in-Arden, 08. Mai 2012

Es ist Frühsommer, und die Magi überlegen wieder einmal, welcher Baustelle sie sich als nächstes widmen sollen, nachdem das Problem mit den Wildschweinen jetzt gelöst ist. Für Askeladd und die vier verlorenen Schlüssel reicht es noch nicht; das ist eindeutig ein langfristiges Projekt.

Aber bei der Gelegenheit fällt Gudrid wieder ein, dass es in der Vergangenheit ja so geklungen hatte, als stünde der Bund auf genau dem Ort, wo damals das Barbarendorf der Flammenwirker gewesen war. Dem will die Maga nachgehen und macht sich deswegen auf dem Gelände auf die Suche nach Spuren der früheren Bewohner.

Leider ist ihr Unterfangen nicht von Erfolg gekrönt, denn außer einigen Knochen, die sich nicht am kleinen und rein christlichen Friedhof des Bundes befinden, sticht der Nordländerin nichts Interessantes ins Auge oder an die magischen Sinne.

Crispinus Comis, der indessen in Begleitung von Hermes Fidelis die Bibliothek aufsucht, um dort in den Archiven zu stöbern, hat mehr Glück. Der Verditius findet einen Bericht von der Gründung des Bundes durch die drei Flambeaux vor etwa dreißig Jahren, und in diesem Bericht findet sich einiges von Interesse.

Und zwar schreibt der damalige Chronist des Bundes von einer Kammer tief in den Grundfesten der früheren Siedlung, auf der Igniculus-in-Arden aufgebaut wurde. Und in dieser Kammer, oder Höhle, befände sich ein Brunnen, bis zum Rand gefüllt mit reinstem, flüssigem Feuer. Natürlich, erzählt die Chronik weiter, sei diese Kammer sogleich abgesperrt und mit magischem Schutz versehen worden, damit sich niemand aus Versehen dorthin verirren könne. Die Magi selbst hätten sich allerdings häufiger an den Feuerbrunnen zurückgezogen und sich nach und nach immer mehr Laborgerät dorthin bringen lassen. Und mit schöner Regelmäßigkeit ersetzen lassen, wenn wieder einmal eine ganze Laborausstattung in Flammen aufgegangen war.

Der Chronist war selbst kein Magus, daher kann er nur gewisse Vermutungen darüber anstellen, was die Magier dort unten genau erforscht haben, aber dass sie geforscht haben, teils sogar über mehrere Seasons, ist sicher. Einmal sei einer der Flambeaux mit einem Feuervogel aus der Kammer aufgetaucht, aber der Vogel sei bald darauf schon wieder verschwunden.

Offensichtlich wollten die Flambeaux das flüssige Feuer im Brunnen in die Form eines Lebewesens zwingen und sich diesen Elementargeist dann nutzbar machen. Und da liegt der weitere Schluss nicht fern, dass diese Versuche schließlich – spätestens da, wenn nicht schon früher – in dem Feuerwolf gipfelten, der im Kampf gegen Askeladds Wikinger eingesetzt wurde und mit dem Tod der Flambeaux freikam.

Gemeinsam befragen die Sodales anschließend noch Harold, den Autocraten. Der ist immerhin ebenfalls schon seit etlichen Jahren im Bund – nicht ganz seit dessen Bestehen, aber doch immerhin schon über zwanzig Jahre. Harold bestätigt die Angaben in der Chronik: Auch zu seiner Zeit haben sich die Magier immer wieder in die Feuerkammer zurückgezogen und dort ihre Forschungen betrieben.

Jetzt wissen die Jung-Igniculi also endlich, was sich hinter der Tür mit den fünf Schlössern verbirgt. Und um so dringender ist es, die fehlenden Schlüssel wiederzubeschaffen – sogar noch viel mehr, als Harold erzählt, jeder der drei Flambeaux habe einen vollständigen Satz besessen. Die Rede ist also gar nicht nur von vier fehlenden Schlüsseln, sondern von elf. Das mag es für die Igniculi leichter machen, von jeder Sorte einen zu erlangen, aber andererseits ist es auch ungleich gefährlicher, wenn es ihnen eben nicht gelingt, alle zurückzubekommen, und die Möglichkeit, sich Zugang zu der Feuerkammer zu verschaffen, weiterhin dort draußen in den Händen Askeladds und seiner Männer liegt.

Dennoch müssen die Schlüssel warten, soviel stand ja bereits fest. Dann doch lieber versuchen, das Problem des Flammenwolfes anzugehen.

Wolfram fliegt in Rabengestalt über den Wald, um nach Spuren zu suchen. Dabei fällt auf, dass es keinerlei verbrannte oder auch nur leicht vertrocknete Stellen mehr zu finden gibt, wie noch im letzten Herbst. Statt dessen bemerkt der Bjørnær, dass es in weitem Umkreis auch gar keine Raubtiere mehr zu geben scheint, zumindest keine vierbeinigen. Einige tote Hirsche entdeckt der Magus, und alle bis auf einen scheinen nicht gerissen worden, sondern einfach an Altersschwäche verendet zu sein. Die eine Ausnahme jedoch ist sehr wohl einem Raubtier zum Opfer gefallen, und die Spuren riechen für den Bjørnær eindeutig nach dem Flammenwolf.

An diese Stelle lotst Wolfram die anderen, und von dort aus nehmen Guri und er die Spur auf. Die Fährte führt zu einer Höhle in einem erkletterbaren Hügel, so dass Hauptmann Willehad den Befehl erhält, hinaufzuklettern und von oben den Eingang zu sichern. Semper Secundus schleicht sich indessen unsichtbar und so bezaubert, dass weder seine Schritte Geräusche verursachen noch irgendein Geruch von ihm ausgeht, bis zum Höhleneingang und späht hinein.

Zum großen Erschrecken des Tremere befindet sich in der Höhle kein Flammenwolf. Statt dessen sieht er einen sehr großen, aber nicht brennenden Vertreter der Gattung, ein durchschnittlich gewachsenes Tier sowie etliche Jungen.

Semper Secundus will sich gerade mit diesen Neuigkeiten zu seinen Sodales zurückziehen, da scheinen ihn die Wölfe in der Höhle doch zu bemerken, und der Leitwolf – offensichtlich der Feuerwolf, der nicht mehr länger nur körperlich ist, sondern nun zu allem Überfluss auch noch gelernt hat, seine Flammen nach Wunsch zu kontrollieren – stößt ein derart lautes Knurren aus, dass unter Willehads Füßen regelrecht der Hügel erzittert.

Wie es ausssieht, ist es keine sehr gute Idee, sich mit dem ganzen Rudel anzulegen. Dann schon lieber mit dem Feuerwolf reden. Das wollte Constantia doch ohnehin.
Semper Secundus’ Vorschlag, man könne doch erst das Weibchen und die Welpen töten, wird sehr schnell abgeschmettert. Erstens komme das überhaupt nicht in Frage, stellt die Principa klar, und zweitens: Was glaubt der Tremere wohl, wie der Leitwolf reagieren wird, wenn die Magier erst seine Familie umbringen und dann versuchen, mit ihm zu reden? Sowas müsste doch sogar jemandem, der sich mit der Natur überhaupt nicht auskennt, eigentlich klar sein.

Der unsichtbare Magus wäre übrigens von Constantia ex Flambeau beinahe gebraten worden, als er dieser bei seiner Rückkehr ohne Vorwarnung an der Schulter antippte, die Feuermagierin rein instinktiv reagierte und nur Secundus’ Parma Magica ihn vor ihrem feurigen Speer schützte.

Da Constantia, ihrer vorigen Pläne zum Trotz, sich nun doch nicht so richtig zur Höhle traut, geht der Bjørnær vor. In Tiergestalt ruft er den Flammenwolf heraus und erklärt, die Menschen, also eigentlich vor allem Constantia, wollten gerne mit ihm reden.
Der Feuerwolf kommt knurrend und misstrauisch vor die Höhle, verhält sich aber erst einmal friedlich. Die Menschensprache versteht er, und das, was er zu den Magi sagt, übersetzt Wolfram.

Er will vor allem seine Familie schützen, kommt bei der Konfrontation heraus. Wegen der unterdrückt er inzwischen auch seine Flammen die meiste Zeit über, er will ja sein Weibchen und seine Jungen nicht verletzen. Das ist übrigens auch nicht ganz unbeunruhigend: Während seine Gefährtin eine normale Wölfin ist, stellt sich doch die Frage, ob die Jungen aufgrund ihrer väterlichen Hälfte nicht irgendwann auch irgendwelche Flammenfähigkeiten entwickeln werden, und welche.

Körperlich ist der vormals unstoffliche Elementargeist geworden, als er bei dem magischen Angriff auf den Bund von dem Feuerstrahl getroffen wurde, der eigentlich die anderen drei Elemente in der Mitte des Bundes hätte ergänzen sollen.

Auf den Bund, oder besser auf Flambeaux, ist der Feuerwolf überhaupt nicht gut zu sprechen. Immerhin haben die Feuermagier ihn aus seinem Heim vertrieben, ihn immer wieder beschworen und versucht, ihn zu zähmen, ihn zu ihrem Haustier zu machen! (Die direkt darauf folgende Frage, was denn “die da” nun eigentlich von ihm wolle, beantwortet Constantia in einer Meisterleistung der Diplomatie nicht mit der direkten Wahrheit.)

Der Flammenwolf zeigt sich auch ziemlich verärgert darüber, dass er nicht nach Hause kann. Erstens, weil die Menschen sich da eingenistet haben, aber auch und vor allem, weil der Weg zu seinem Feuerbrunnen, aus dem er ja eigentlich kommt und in den er früher immer zurückgekehrt ist, abgeschnitten wurde.
Die Igniculi können ihm erklären, dass die Angreifer aus dem Norden die Schlüssel mitgenommen haben müssen, dass sie aber schon daran arbeiten, diese zurückzubeschaffen.

Am Ende verbleibt man mit einem vorsichtig neutralen Abkommen. Der Flammenwolf wird den Bund und all seine Bewohner und Nutztiere in Ruhe lassen, während die Magier sich darum kümmern, die Schlüssel wiederzubekommen. Im Gegenzug werden sich die Menschen vom Wolf, seiner Familie und dessen neuem Revier fernhalten.

Also kein Haustier für unsere Flambeau. Aber immerhin haben wir eine weitere Baustelle wenigstens vorläufig provisorisch gestopft. Oder nach hinten verschoben. Oder wie auch immer man es nennen will.

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