Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 05. Juni 2012

Der Sohn erzählt, dass die Burg von etlichen Geheimgängen durchzogen wird: Dann sollte man die doch auch am besten gleich nutzen. Der junge Mann zeigt den Weg, bleibt aber am Eingang zurück.
Der beschriebene Gang endet an einem in das Mauerwerk eingelassenen Hebel, aber ehe jemand den betätigt, wendet Semper Secundus wieder einmal seinen durch-die-Wand-seh-Zauber an und stellt fest, dass die Geheimtür am Ende eines kurzen Ganges liegt, mit Abzweigungen jeweils zur Rechten und zur Linken, und einer T-Kreuzung dahinter. Und an der Wand in der Mitte der T-Kreuzung lehnt einer der Wikinger, der auf diese Weise alle drei Richtungen im Auge behalten kann. Er wirkt nicht übermäßig wachsam, aber bemerken wird er die Gruppe dennoch, wenn sich plötzlich ein Durchgang in der Mauer öffnet und sechs Leute hindurchkommen.

Es folgt etwas Planung, so etwa die Überlegung, ob der Tremere vielleicht Evelyn Streona unsichtbar machen könne. Letztendlich legt der Imaginem-Spezialist jedoch die Illusion der unberührten Mauer vor die Geheimtür. Noch aus der Verborgenheit heraus wirkt Semper Secundus einen Spruch, der den Nordmann lautlos macht, damit dieser nicht Alarm geben kann.
Allerdings fällt dadurch die Illusion vor der offenen Tür, aber inzwischen sind ja alle hindurchgegangen und können agieren, und der Wächter kann eben keinen Ruf mehr ausstoßen.

Rosa Nocturna hebt den Mann von den Füßen und lässt ihn unter die Decke schweben, um ihn kampfunfähig zu machen. Dies hindert ihn allerdings nicht daran, weiterhin bedrohlich sein Schwert zu schwenken und den Weg ziemlich effektiv für die Gruppe zu versperren.Selbst als ein weiterer Rego-Corpus-Zauber ihn dazu bringt, sein Schwert fallen zu lassen, ballt er noch bedrohlich die Fäuste.

Cedric of Aymerstone versucht in seinem gebrochenen Norse den Kerl zum Aufgeben zu bringen, aber entweder wirkt der Barde nicht bedrohlich genug, oder seine Sprachkenntnisse reichen einfach nicht, oder beides, denn der Nordmann fletscht nur wild die Zähne und knurrt. Evelyn Streona wirft dem Barden das Ende eines Seils zu, um mit ihm zusammen den Wächter zu fesseln. Dazu muss Cedric allerdings irgendwie an dem Kerl vorbei, um auf dessen andere Seite zu kommen. Und obwohl der Barde mit genau so etwas gerechnet hat und auf der Hut war, ist der Wikinger doch zu schnell für ihn. Ehe er es verhindern kann, fühlt Cedric sich am Hals gepackt und hochgezogen, und auch sein in die Weichteile des Kerls gerammter Ellenbogen hilft da nichts.
Glücklicherweise jedoch ist Rosa Nocturna zur Stelle, die mit demselben Rego-Corpus-Spruch wie zuvor den Mann dazu bringt, Cedric fallen zu lassen. Mit einer weiteren Anwendung von Rego Corpus werden Arme und Beine des Wikingers steif und an seinen Körper geklebt, so dass er nun endlich gefesselt werden kann.

Nun ist auch endlich Zeit, sich in dem Keller genauer umzusehen und die Orientierung wiederzugewinnen. Bei dem Blick durch das Taschentuch hatten die Magi ja den Keller und seine Gänge zu sehen bekommen. So können sie nun auch feststellen, wo genau sie sich befinden und wo es zum Gefangenen geht.

Die beiden Seitengänge in dem kurzen Gang, in den die Geheimtür mündete, enthielt die Zellen des Kerkers, und hier finden die Sodales auch die entführte Amorena. Muto Terram öffnet das Schloss, dann ist es zu Rosa Nocturnas genervtem Augenrollen an Cedric, mit seinem nicht unbeträchtlichen Charme die verstörte junge Frau zu beruhigen. Der Gefesselte wird währenddessen in eine der leeren Zellen gebracht.

Anschließend blickt Semper Secundus durch die Tür des Raumes, in dem beim letzten Mal der Gefangene an der Teleportationsrune arbeitete. Auch diesmal ist der Mann, unter dem leicht gelangweilten Auge von zwei Nordmännern, wieder damit beschäftigt.
Die beiden Wächter außer Gefecht setzen kann man wohl am ehesten durch eine Täuschung. Eine erste Überlegung ist es, Cedric so aussehen zu lassen wie den Wikinger von draußen, damit der so tun soll, als habe der Burgherr ihm den Befehl gegeben, die Männer zu versammeln. Aber dieser Vorschlag wird schnell wieder verworfen, da das bestenfalls rudimentäre Norse des Barden wohl kaum dafür ausreichen wird, eine überzeugende Vorstellung hinzulegen.

Statt dessen einigt man sich darauf, dass Semper Secundus per Formelspruch ein täuschend echtes Imaginem des Burgherren erstellt, das auch genauso spricht wie dieser. Diese Illusion muss zwar in Sichtweite des Zaubernden sein, um weiter zu funktionieren, aber wenn der Tremere sich selbst unsichtbar macht, dann kann er ja bei seiner Kreation bleiben.

So lässt der junge Illusionist das Abbild des Burgherren selbstbewusst in den Raum stolzieren und die Männer hinausschicken, weil er mit dem Gefangenen alleine reden will. Die Nordmänner sollen währenddessen in einem bestimmten Raum oben im Gebäude auf ihn warten. Die beiden Männer schöpfen auch tatsächlich keinen Verdacht, sondern verlassen anstandslos den Raum, und da der Rest der Gruppe sich natürlich im Zellentrakt versteckt hat, bemerken sie auch draußen nichts Ungewöhnliches, sondern räumen das Feld.

Das Imaginem des Burgherren beordert indessen den Gefangenen hinaus, sagt aber noch nichts von ‘Retten’ oder ‘Helfen’ und wird deswegen von dem Mann von hinten mit einem schweren Goldklumpen angegriffen, als Semper Secundus das Abbild vorangehen lässt. Um so größer ist der Schock des Gefangenen, als die improvisierte Waffe einfach durch das Imaginem hindurchsaust.
Die Hexerei nimmt der Mann dann aber doch gerne in Kauf, als sich herausstellt, dass sie dazu dient, ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Mit den beiden Geretteten im Schlepptau zieht die Gruppe sich wieder in die Geheimgänge zurück, wo ihnen schon der Rittersohn entgegen kommt. Der junge Mann ist entsetzt über den Beweis der Machenschaften seines Vaters und zunächst ratlos, wie er sich ihm gegenüber weiter verhalten soll. Die Magier bitten ihn, sich wenn möglich nichts anmerken zu lassen, sondern auf der Burg zu bleiben, als sei nichts geschehen, und statt dessen versuchen, herauszubekommen, warum sein Vater sich mit dem Aschenkerl verbündet hat. Der Sohn verspricht, die Ohren offenzuhalten und den Bund zu informieren, sobald er etwas erfahre.

Der erst gemauerte, dann gehauene Geheimgang, den der junge Mann der Gruppe zeigt, ehe er sich verabschiedet, damit seine Abwesenheit nicht auffällt, zieht sich unter der Burgmauer hindurch und dann noch ein ganzes Stück durch einen Erdtunnel, bis er schließlich in der Scheune eines der umliegenden Gehöfte endet.

Amorena wird zurück zu ihrer Familie gebracht. Den Häuptlingssohn des Nachbardorfes heiraten möchte sie zwar immer noch nicht, aber sie setzt sich auch nicht mehr zur Wehr oder versucht, wieder zu flüchten. Dem befreiten Gefangenen, der sich als gelernter Goldschmied vorgestellt hat, bieten die Magi an, sich dem Bund anzuschließen. Immerhin ist das ja genau einer der noch fehlenden Handwerker. Da der Mann keine Familie hat und seine gesamten Goldvorräte in Sir Trevans Burg zurücklassen musste, nimmt er das Angebot dankend an, als er erst einmal über den Schock hinweg ist, dass es sich bei seinen Rettern um Magiewirker handelt.

Bleibt die Frage, warum Sir Trevan sich mit den Nordmännern eingelassen hat. Und, wichtiger, wie groß der Rückschlag war, den Askeladds Pläne durch die Befreiung des Goldschmieds erlitten haben. Wäre er nicht unterbrochen worden, hätte der Gefangene die Arbeit in wenigen Tagen erledigt. Nun ist nur zu hoffen, dass es wirklich einen Goldschmiedemeister braucht, um das Metall zu schmelzen und in die vorbereiteten Vertiefungen zu gießen. Denn wenn das auch ein ungelernter Handlanger tun kann, dann haben die Igniculi zwar einen Goldschmied gewonnen, aber Askeladd wird dennoch in nur wenigen Tagen ein permanentes Tor ganz in ihre Nähe besitzen.
Und das wiederum würde bedeuten, dass das Problem Askeladd sehr viel eher wieder an Priorität gewinnen könnte, als die Sodales sich das gedacht hatten…

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Igniculus-in-Arden, 29. Mai 2012

Semper Secundus entscheidet sich für keine der angedachten Methoden, weil sie ihm doch alle zu riskant erscheinen. Statt dessen berät er sich mit den anderen, was dazu führt, dass Rosa Nocturna geduldig draußen auf dem Burghof wartet, bis der nächste Nordmann aus dem Keller kommt, um den Abort aufzusuchen.
In einer schauspielerischen Meisterleistung spricht die Maurin den Söldner auf Latein an und tut so, als wolle sie mit ihm flirten, während sie in Wahrheit den Zauberspruch für die Stille Frage darin versteckt. Mit diesem Hin und Her kann sie drei Fragen unterbringen, nur leider ist keine der Antworten sonderlich hilfreich. Eine Amorena kennen die Nordmänner nicht, und sie sind hier, um für den Burgherren zu arbeiten.

In Ermangelung von Alternativen unternehmen die Sodales in dieser Nacht erst einmal nichts weiter, sondern warten auf den nächsten Morgen. Nach dem Frühstück und einer von Father Geoffrey gehaltenen Morgenmesse sucht Crispinus Comis nochmals denselben Wachmann auf, mit dem er schon am Tag zuvor gesprochen hatte, und fragt den unauffällig noch etwas weiter aus, während Barde Cedric sich zu demselben Zweck mit einer der Mägde unterhält.

Als Gesamtergebnis der beiden Befragungen ergibt sich, dass der Burgherr etwa vor einem Jahr diese Nordmänner von einer Reise mit auf das Anwesen brachte, und dass er von genau dieser Reise auch etwas verändert heimkam, grimmiger und verschlossener als zuvor. Was die Nordmänner genau für Sir Trevan tun, ist nicht so recht bekannt; die Männer bleiben auch eher für sich. Der Sohn scheint davon nichts zu wissen, denn der war schon fort, als das passierte.

Rosa Nocturna schnappt sich irgendwann Cedric und sucht gemeinsam mit diesem den Kerl vom vorigen Abend auf. Was folgt, ist eine weitere Meisterleistung der Schauspielkunst: Die Tytala redet auf Latein, was der Barde zum Nordmann „übersetzt“, von wegen, dass die Lady sich entschuldigen wolle und so weiter, aber in Wahrheit nutzt die Mentem-Spezialistin das ganze Latein nur für weitere, entsprechend verbrämte Anwendungen ihrer Stillen Frage. So bekommt Nocturna heraus, dass die Männer dort unten im Keller eben doch eine Frau gefangen halten, die ungefähr so aussieht, wie wir Amorena beschrieben bekommen haben.

„Zur Entschuldigung“ und „zum Beweis ihrer Gunst“ „schenkt“ Rosa Nocturna dem Wikinger noch die Hälfte eines Taschentüchleins, das dieser, obwohl inzwischen schon etwas genervt, immerhin doch annimmt und in den Gürtel steckt, ehe er sich schleunigst wieder verzieht.

Die andere Hälfte des Tüchleins bringt die Maurin triumphierend zurück zu ihren Sodales. Mit dieser magischen Verbindung lässt sich nämlich nun endlich erfahren, was hinter den Kellermauern vor sich geht.
Der zurückgekehrte Nordmann erzählt seinen Kameraden von der seltsamen Begegnung mit der „Verrückten“, dann kommt die Sprache auf „das Mädel“ und auf einen Gefangenen, der für den Burgherrn da drinnen irgendwas macht – zwei unterschiedliche Personen offensichtlich. Anscheinend hat Amorena etwas gesehen, was sie nicht hätte sehen dürfen, und wurde deswegen von den Nordmännern festgesetzt.

Später besucht Sir Trevan selbst den Keller – die perfekte Gelegenheit, über die magische Verbindung des Taschentuchs wieder zu sehen, was dort drinnen vor sich geht. Die Wikinger erklären dem Ritter, der Gefangene werde noch einige Tage brauchen, sei aber fast fertig, wovon der Burgherr sich selbst überzeugen will. Also gehen die Männer in die innere Kammer, wo ein abgemagerter Mann damit beschäftigt ist, flüssiges Gold in die Erde einzulassen: in Form eines Dreiecks mit drei nordischen Runen. Gudrid, die Spezialistin für derlei Magie, ist zwar nicht anwesend, aber gerade diese drei Runen erkennen die anderen Magi auch ohne ihre Hilfe – es sind diejenigen für Körper, Luft und Weichheit, genau dieselben, die höchstvermutlich die Eiswölfe im Feenwald haben fliegen lassen. Und hier sollen diese Runen vermutlich als Teleportationszauber dienen, und zwar als permanenter, wenn man der eingesetzten Mühe und dem verwendeten Gold Glauben schenken darf.

Crispinus Comis, der zuvor bereits einmal vom Rittersohn beiseite genommen wurde und sich mit diesem unterhalten hatte, sucht diesen erneut auf und berichtet von den Dingen, die der Vater des jungen Mannes offensichtlich zu verbergen hat. Der Sohn ist entsetzt und will seinen Vater sofort zur Rede stellen, aber davon kann der Verditius ihn doch noch abhalten.
Gemeinsam will man statt dessen planen, wie man am besten als nächstes vorgehen soll.

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Igniculus-in-Arden, 22. Mai 2012

Dank Rosa Nocturnas magischer Triangulation wissen die Igniculi ungefähr, wo die geflüchtete Amorena sich aufhält. In dem Gebiet befinden sich einige Gehöfte und auch der Sitz eines Ritters, Sir Trevan. Diesen Ritter kennt Evelyn als relativ einsiedlerisch, vor allem mit dem Tod seiner Frau, seit welchem Sir Trevan mit seinem Sohn alleine auf der Burg lebt.

Die Gruppe beschließt, sich zunächst auf den Bauernhöfen nach dem Mädchen umzusehen. Es ist ein wunderbarer Frühsommertag, und am ersten Hof wird gerade Heu gemacht. Der alte Bauer, der die Tür öffnet, schleudert den Fragenden zunächst empört entgegen, seine Enkelin würden sie nicht bekommen, lässt sich aber dann beruhigen, als er erfährt, dass die gar nicht das Ziel der Erkundigungen ist.
Amorena habe er allerdings auch nicht gesehen, sagt er, und das klingt auch durchaus glaubwürdig.

Barde Cedric befragt draußen auf der Wiese noch die Feldarbeiter und erfährt dort zwar auch nichts über die Vermisste, aber immerhin, dass vor kurzem die Kutsche des Ritters vorbeigefahren sei, mit einem großen Unbekannten neben dem Kutscher auf dem Bock.

Die Gruppe beschließt, die anderen Gehöfte erst einmal hintenanzustellen und sich gleich der Burg und Sir Trevan zu widmen.
Den Weg dorthin verkürzt Cedric mit einigen Balladen und lernt von Hermes Fidelis auch ein neues Lied auf Italienisch, eine Sprache, die er gar nicht beherrscht, aber so etwas hat den Barden ja noch nie abgehalten.

An Sir Trevans Burg – eigentlich mehr ein von einer Mauer umgebener Turm denn eine richtige Burg – beginnen hektische Aktivitäten, als Evelyn Streona unter den Besuchern erkannt wird.

(Diese Szene führte übrigens zu großer OOC-Erheiterung, und der daraus geborene Begriff hielt sich als Running Gag für den Rest des Abends. Er ergab sich daraus, dass Cedric beim Wachtposten auf der Mauer nur seinen eigenen Namen angab und völlig vergass, die eigentlich bedeutendere Evelyn zu erwähnen, worauf dann ooc die Frage aufkam, was Evelyn denn nun eigentlich sei. Selbst von adeligem Geblüt oder, dank ihrer Heirat mit dem Sohn des Alderman von Warwick, nur angeheiratet, also eine Schwieger-Adelige?)

Der Burgherr empfängt die Gäste freundlich und ziemlich peinlich berührt ob seiner unvorbereiteten Küche – immerhin steht Evelyn im Rang über ihm. Das Abendessen ist aber dann alles andere als Armenfraß , wenn auch nicht übermäßig üppig. Ser Trevans Sohn (sein Name wurde bestimmt genannt, aber er ist mir entfallen) stößt ebenfalls zu den Speisenden, ansonsten sind nur noch zwei Pagen anwesend, keine weiteren Gäste.

Das Gespräch kommt relativ bald auf den Grund des Besuchs. Die Igniculi halten auch nicht mit der Wahrheit hinter dem Berg, sondern erklären offen, dass sie im Auftrag ihres Vaters auf der Suche nach einer verschwundenen jungen Frau seien. Dabei beobachten sie die Reaktionen der beiden Gastgeber genau.
Sir Trevan scheint irgendetwas zu verbergen. Was es genau ist, lässt sich auf Anhieb nicht sagen, aber irgendwas weiß der Mann. Sein Sohn hingegen scheint völlig aufrichtig, als er seine Unwissenheit erklärt.
Die Erwähnung von wilden Wölfen und Nordmännern in der Nähe erschreckt den Ritter. Als er hört, dass mit „Nähe“ eine ganze Tagesreise gemeint ist, ist ihm seine Erleichterung deutlich anzumerken.

Der Sohn mag übrigens achtzehn oder neunzehn Jahre zählen – genau das richtige Alter, um Amorenas geheimer Herzensliebster zu sein. Gegen diese Theorie spricht neben seiner fehlenden Reaktion auf den Namen des Mädchens allerdings, dass der junge Mann gerade aus Italien zurückgekommen ist, wo er ein Jahr verbracht hat. Sehr zum Missfallen seines Vaters schwärmt der Junge von Venedig als einem Ort, der ihm besser gefalle als seine Heimat: kultivierter, besseres Wetter, nicht so gewalttätig.

Durch die Italien-Verbindung haben Trevans Sohn und Hermes Fidelis ein Thema, über das sie plaudern können, und als Cedric sein übliches Repertoire zum besten gegeben hat, trägt er irgendwann auch das neu gelernte italienische Stück vor… was den Rittersohn amüsiert und den Mercere knallrot anlaufen lässt. Aber weil Hermes Fidelis den ganzen Abend über einiges gebechert hat, ist er immerhin angesäuselt genug, um bei dem mehr als anzüglichen Lied doch den Refrain mitzusingen.

Irgendwann gehen Crispinus Comis und Semper Secundus hinaus, um frische Luft zu schnappen. Dabei wechseln sie einige Worte mit dem Wachhabenden und kommen auch auf die Kutsche mit dem Fremden auf dem Bock zu sprechen. Ja, erklärt der Wachmann, das seien vier Nordmänner, Gäste des Herrn seit etwa einer Woche.
Sehr interessant, dass Sir Trevan von diesen anderen Gästen keinen Ton erwähnt hat…

Die beiden Magi sehen sich unauffällig die Kutsche an und finden dort einen Fetzen aus Leinenstoff. Außerdem beobachten sie einen der Fremden dabei, wie der eine Treppe zu einer Tür außen am Turm hinuntergeht.
Als sie zurückkommen in den großen Saal, haben sich Vater und Sohn bereits zurückgezogen. Deswegen können die beiden ungestört von ihren Entdeckungen berichten und ihren Sodales das Stück Stoff zeigen. Eine magische Analyse erweist es als Teil eines Leinenkleides, wie Amorena es getragen bzw. gestohlen haben könnte. Es scheint also so, als sei die junge Frau doch hier. Und zwar vermutlich unten in dem Turm, wo der Fremde eben verschwunden ist.

Also nachsehen gehen. Zu diesem Zweck schleicht sich Semper Secundus mit seinen üblichen Vorsichtsmaßnahmen die Treppe hinunter und schaut mit seinem Durch-die-Wand-seh-Spruch in den Raum, diesmal allerdings so improvisiert, dass er auch hören kann, was gesagt wird. Dort sitzen zwei der Männer beim Würfelspiel und unterhalten sich tatsächlich – dummerweise allerdings auf Norse, was Semper Secundus nicht versteht. Diese Ebene des Turmes scheint aus mehreren Räumen zu bestehen, und nicht alle grenzen an die Außenwand. Der Magus wird also mit seinem Wandzauber nicht alles absuchen können.
Seine Überlegungen, wie er am besten unbemerkt hineingelangen könnte – sich selbst unstofflich machen, die Wand durchlässig machen, einen der anderen Gefährten an die Tür klopfen lassen, damit er unsichtbar und unbemerkt hindurchschlüpfen kann, wenn sie geöffnet wird, etc. etc. – fallen dem Ende des Spielabends zum Opfer. Oder besser: Jetzt hat sein Spieler eine Woche lang Zeit zu überlegen, wie genau er vorgehen möchte.

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Igniculus-in-Arden, 15. Mai 2012

Die ersten Wochen des Sommers gehen ins Land, während die Magi sich mit unterschiedlichen Tätigkeiten befassen. So schreibt die Principa Briefe an die anderen Bünde in erreichbarer Nähe, um Igniculus-in-Arden vorzustellen bzw. von den Veränderungen dort zu berichten und einen gelehrten Austausch vorzuschlagen. Vielleicht haben diese anderen Bünde ja magische Schriften, von denen die Igniculi profitieren könnten, oder umgekehrt.
Semper Secundus hat indessen – bald nach Hermes Fidelis’ Ankunft, um genau zu sein – seinem Parens einen Antwortbrief geschrieben und um Aufschub von dessen Besuch gebeten, weil es Dinge zu erledigen gebe, denen er sich alleine stellen wolle.

Einige Tage später bekommt der Bund Besuch von einem Bekannten: Es ist Cedric, der alte Einsiedler aus dem Wald, dessen Hütte den Tunnel zu der Regio mit dem magisch geschützten Dorf verbirgt. Darek, dem Anführer jenes Dorfes schulden die Igniculi ja noch einen Gefallen, seit er ihnen das magische Kästchen mit den Informationen über die Diedne wieder überlassen hat. Diesen Gefallen möchte der Alte jetzt, wenig überraschend, im Namen seines Anführers einfordern.

Dabei handelt es sich um folgendes: Dareks Tochter Amorena ist verschwunden, und die Magier sollen sie finden. Die junge Frau soll heiraten, hatte sich aber nicht sehr begeistert von dem Gedanken gezeigt, und nun ist sie offensichtlich abgehauen.

Nachfragen seitens der Sodales bringt noch einige weitere Informationen zutage: Die Hochzeit mit dem Sohn eines benachbarten Clans war bzw. ist für den Tag der Sommersonnenwende geplant. Dieser benachbarte Clan ist Darnec und seinen Leuten zwar nicht feindlich gesinnt, aber es gab bisweilen schon gewisse Spannungen zwischen den beiden Dörfern.
Die parallele Regio ist ziemlich groß, und es gibt einige Dörfer dort. Soweit Cedric-der-Ältere aber weiß, ist der Tunnel unter seiner Hütte der einzige Weg hinein und hinaus. Amorena könnte sowohl in der Regio als auch draußen sein, weil Cedric den Tunnel zwar bewacht, aber eben nicht ständig. Manchmal muss er auch schlafen, und wenn die junge Frau sich geschickt angestellt hat, müsste es durchaus möglich für sie gewesen sein, sich vorbeizuschleichen.
Ob sie einen Liebsten hat, den sie ihrem Versprochenen bevorzugen würde, und ob das der Grund für ihre Weigerung ist, kann der Alte nicht sagen. Zumindest hat sie nie davon gesprochen, soweit er weiß. Kämpfen kann die Häuptlingstochter etwas, aber es ist nichts, das sie übermäßig auszeichnet. Auch magische Fähigkeiten hat sie Cedrics Wissen nach nicht.

Die Igniculi erklären sich bereit, sich auf die Suche nach Amorena zu machen, in einer Gruppe bestehend aus den Magiern Semper Secundus, Rosa Nocturna und Crispinus Comis sowie den Companions Evelyn Streona, Father Geoffrey und Cedric-dem-Jüngeren. (Da Hermes’ Spielerin nicht anwesend war, wissen wir nicht, ob sie mit ihrem Magier oder ihrer Companion mitgehen möchte; das wird sich dann beim nächsten Mal zeigen.) Auch der alte Einsiedler schließt sich natürlich der Gruppe an, er möchte ja wieder nach Hause.

Wie beim letzten Mal dauert die Reise nach Warwick zwei Tage und verläuft ereignislos, aber diesmal sehen die Igniculi unterwegs mehrere von Wölfen gerissene Kühe. Und auch das Dorf, in dem die Gruppe übernachtet, geht der Schrecken vor einem Wolfsrudel um, das in letzter Zeit aus dem Wald in die offenere Feld- und Wiesenlandschaft umgesiedelt zu sein scheint und häufiger mal die Herden anfällt.
Das, erkennen und befürchten die Magier, wird wohl auch eine direkte Auswirkung des Flammenwolfes sein, der in seiner Umgebung außer seinem Weibchen und seinen Jungen keine Konkurrenz duldet und alle anderen Raubtiere aus Arden vertrieben hat. Dagegen lässt sich allerdings im Moment erst mal nichts tun.

Am Stadttor von Warwick angekommen, wird vor allem Evelyn Streona von den Wachen erkannt und die Gruppe ohne weiteres eingelassen. Barde Cedric besorgt Zimmer im Gasthaus und erklärt sich bereit, am Abend dort auch aufzuspielen.
Der Wirt unterhält sich eine Weile mit der jungen Witwe, die ja ein halbes Jahr lang nicht in der Stadt war, und tauscht mit ihr die letzen Neuigkeiten aus. Dabei kommt das Gespräch auch auf ihren Lieblings-Händler, bei dem sie bis zu ihrem Wegzug regelmäßig eingekauft hat. Dieser wurde gerade vor wenigen Nächten ausgeraubt, erzählt der Gastwirt. Und garantiert war Caleb, der stadtbekannte Dieb, der Täter, ist der Mann überzeugt.

Caleb kennen die Igniculi ja schon, immerhin sind sie dem bei ihrem letzten Abenteuer in Warwick bereits begegnet: Niemand anderer als Caleb hatte ja das magische Kästchen gestohlen und es an Cedric-den-Alteren verschachert. Ob der Tunichtgut allerdings auch hinter dem Einbruch beim Händler steht, wagt die Gruppe eher zu bezweifeln, spätestens als Evelyn am nächsten Tag hingeht und sich beim Einkaufen mitfühlend vom Kaufmann von seinen Verlusten erzählen lässt. Denn neben Nahrungsmitteln wurden auch einige Frauenkleider gestohlen – und das klingt doch sehr danach, als sei Dareks flüchtige Tochter die Täterin gewesen. Oder zumindest die Auftraggeberin der Tat, falls Caleb doch selbst den eigentlichen Einbruch durchgeführt haben sollte.

Wie am Abend zuvor auch schon einmal, versucht Rosa Nocturna erneut auf magischem Wege den Aufenthaltsort der jungen Frau zu bestimmen. Dabei kann die Maurin herausfinden, dass Amorena sich definitiv nicht in der parallelen Regio aufhält, sondern in derselben Zone wie die Igniculi auch. Die grobe Richtung kann die Mentem-Spezialistin auch bestimmen, aber nicht den genauen Punkt.

Cedric of Aymerstone geht sich indessen unauffällig in der Stadt umhören, ob vielleicht jemand das Mädchen gesehen hat oder sonst etwas Außergewöhnliches bemerkt hat. Dabei trifft er auf niemand anderen als Caleb den Dieb, der gar nicht begeistert von der Begegnung ist. Cedric fragt ihn aus – natürlich streitet der Gauner alles ab – und kann ihn schließlich, trotz dessen massiver Abneigung gegen Cedrics “unheimliche Freunde”, dank eines Geldstücks auch dazu überreden, mit zu den anderen Igniculi zu kommen und denen seine Version der Geschichte auch noch einmal zu erzählen.

Mit einer Mischung aus “Stiller Frage” und anschließendem “wir wissen es doch ohnehin, dass du es warst” sowie einigem unvorsichtigem Verplappern des Diebs kommt schließlich nach einigem Hin und Her folgendes heraus:
Caleb hat sich vor etwa einem Jahr mit Amorena angefreundet, als die einmal in Warwick war. Er ist aber nicht in sie verliebt, sondern sie sind wirklich einfach nur Freunde. Vor einigen Tagen hat sie ihn kontaktiert und um Hilfe gebeten, und Caleb hat daraufhin für sie die Sachen beim Krämer gestohlen. Er hat ihr die Dinge auch übergeben, aber wohin sie dann wollte, weiß er nicht genau.
Da die Magier ihm aber ins Gedächtnis rufen, dass in letzter Zeit verstärkt wilde Wölfe unterwegs sind, und er sich Sorgen um seine Freundin macht, fällt Caleb am Ende doch ein Ort ein, wo Amorena eventuell sein könnte.

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Igniculus-in-Arden, 15. Mai 2012

Die ersten Wochen des Sommers gehen ins Land, während die Magi sich mit unterschiedlichen Tätigkeiten befassen. So schreibt die Principa Briefe an die anderen Bünde in erreichbarer Nähe, um Igniculus-in-Arden vorzustellen bzw. von den Veränderungen dort zu berichten und einen gelehrten Austausch vorzuschlagen. Vielleicht haben diese anderen Bünde ja magische Schriften, von denen die Igniculi profitieren könnten, oder umgekehrt.
Semper Secundus hat indessen – bald nach Hermes Fidelis’ Ankunft, um genau zu sein – seinem Parens einen Antwortbrief geschrieben und um Aufschub von dessen Besuch gebeten, weil es Dinge zu erledigen gebe, denen er sich alleine stellen wolle.

Einige Tage später bekommt der Bund Besuch von einem Bekannten: Es ist Cedric, der alte Einsiedler aus dem Wald, dessen Hütte den Tunnel zu der Regio mit dem magisch geschützten Dorf verbirgt. Darek, dem Anführer jenes Dorfes schulden die Igniculi ja noch einen Gefallen, seit er ihnen das magische Kästchen mit den Informationen über die Diedne wieder überlassen hat. Diesen Gefallen möchte der Alte jetzt, wenig überraschend, im Namen seines Anführers einfordern.

Dabei handelt es sich um folgendes: Dareks Tochter Amorena ist verschwunden, und die Magier sollen sie finden. Die junge Frau soll heiraten, hatte sich aber nicht sehr begeistert von dem Gedanken gezeigt, und nun ist sie offensichtlich abgehauen.

Nachfragen seitens der Sodales bringt noch einige weitere Informationen zutage: Die Hochzeit mit dem Sohn eines benachbarten Clans war bzw. ist für den Tag der Sommersonnenwende geplant. Dieser benachbarte Clan ist Darnec und seinen Leuten zwar nicht feindlich gesinnt, aber es gab bisweilen schon gewisse Spannungen zwischen den beiden Dörfern.
Die parallele Regio ist ziemlich groß, und es gibt einige Dörfer dort. Soweit Cedric-der-Ältere aber weiß, ist der Tunnel unter seiner Hütte der einzige Weg hinein und hinaus. Amorena könnte sowohl in der Regio als auch draußen sein, weil Cedric den Tunnel zwar bewacht, aber eben nicht ständig. Manchmal muss er auch schlafen, und wenn die junge Frau sich geschickt angestellt hat, müsste es durchaus möglich für sie gewesen sein, sich vorbeizuschleichen.
Ob sie einen Liebsten hat, den sie ihrem Versprochenen bevorzugen würde, und ob das der Grund für ihre Weigerung ist, kann der Alte nicht sagen. Zumindest hat sie nie davon gesprochen, soweit er weiß. Kämpfen kann die Häuptlingstochter etwas, aber es ist nichts, das sie übermäßig auszeichnet. Auch magische Fähigkeiten hat sie Cedrics Wissen nach nicht.

Die Igniculi erklären sich bereit, sich auf die Suche nach Amorena zu machen, in einer Gruppe bestehend aus den Magiern Semper Secundus, Rosa Nocturna und Crispinus Comis sowie den Companions Evelyn Streona, Father Geoffrey und Cedric-dem-Jüngeren. (Da Hermes’ Spielerin nicht anwesend war, wissen wir nicht, ob sie mit ihrem Magier oder ihrer Companion mitgehen möchte; das wird sich dann beim nächsten Mal zeigen.) Auch der alte Einsiedler schließt sich natürlich der Gruppe an, er möchte ja wieder nach Hause.

Wie beim letzten Mal dauert die Reise nach Warwick zwei Tage und verläuft ereignislos, aber diesmal sehen die Igniculi unterwegs mehrere von Wölfen gerissene Kühe. Und auch das Dorf, in dem die Gruppe übernachtet, geht der Schrecken vor einem Wolfsrudel um, das in letzter Zeit aus dem Wald in die offenere Feld- und Wiesenlandschaft umgesiedelt zu sein scheint und häufiger mal die Herden anfällt.
Das, erkennen und befürchten die Magier, wird wohl auch eine direkte Auswirkung des Flammenwolfes sein, der in seiner Umgebung außer seinem Weibchen und seinen Jungen keine Konkurrenz duldet und alle anderen Raubtiere aus Arden vertrieben hat. Dagegen lässt sich allerdings im Moment erst mal nichts tun.

Am Stadttor von Warwick angekommen, wird vor allem Evelyn Streona von den Wachen erkannt und die Gruppe ohne weiteres eingelassen. Barde Cedric besorgt Zimmer im Gasthaus und erklärt sich bereit, am Abend dort auch aufzuspielen.
Der Wirt unterhält sich eine Weile mit der jungen Witwe, die ja ein halbes Jahr lang nicht in der Stadt war, und tauscht mit ihr die letzen Neuigkeiten aus. Dabei kommt das Gespräch auch auf ihren Lieblings-Händler, bei dem sie bis zu ihrem Wegzug regelmäßig eingekauft hat. Dieser wurde gerade vor wenigen Nächten ausgeraubt, erzählt der Gastwirt. Und garantiert war Caleb, der stadtbekannte Dieb, der Täter, ist der Mann überzeugt.

Caleb kennen die Igniculi ja schon, immerhin sind sie dem bei ihrem letzten Abenteuer in Warwick bereits begegnet: Niemand anderer als Caleb hatte ja das magische Kästchen gestohlen und es an Cedric-den-Alteren verschachert. Ob der Tunichtgut allerdings auch hinter dem Einbruch beim Händler steht, wagt die Gruppe eher zu bezweifeln, spätestens als Evelyn am nächsten Tag hingeht und sich beim Einkaufen mitfühlend vom Kaufmann von seinen Verlusten erzählen lässt. Denn neben Nahrungsmitteln wurden auch einige Frauenkleider gestohlen – und das klingt doch sehr danach, als sei Dareks flüchtige Tochter die Täterin gewesen. Oder zumindest die Auftraggeberin der Tat, falls Caleb doch selbst den eigentlichen Einbruch durchgeführt haben sollte.

Wie am Abend zuvor auch schon einmal, versucht Rosa Nocturna erneut auf magischem Wege den Aufenthaltsort der jungen Frau zu bestimmen. Dabei kann die Maurin herausfinden, dass Amorena sich definitiv nicht in der parallelen Regio aufhält, sondern in derselben Zone wie die Igniculi auch. Die grobe Richtung kann die Mentem-Spezialistin auch bestimmen, aber nicht den genauen Punkt.

Cedric of Aymerstone geht sich indessen unauffällig in der Stadt umhören, ob vielleicht jemand das Mädchen gesehen hat oder sonst etwas Außergewöhnliches bemerkt hat. Dabei trifft er auf niemand anderen als Caleb den Dieb, der gar nicht begeistert von der Begegnung ist. Cedric fragt ihn aus – natürlich streitet der Gauner alles ab – und kann ihn schließlich, trotz dessen massiver Abneigung gegen Cedrics “unheimliche Freunde”, dank eines Geldstücks auch dazu überreden, mit zu den anderen Igniculi zu kommen und denen seine Version der Geschichte auch noch einmal zu erzählen.

Mit einer Mischung aus “Stiller Frage” und anschließendem “wir wissen es doch ohnehin, dass du es warst” sowie einigem unvorsichtigem Verplappern des Diebs kommt schließlich nach einigem Hin und Her folgendes heraus:
Caleb hat sich vor etwa einem Jahr mit Amorena angefreundet, als die einmal in Warwick war. Er ist aber nicht in sie verliebt, sondern sie sind wirklich einfach nur Freunde. Vor einigen Tagen hat sie ihn kontaktiert und um Hilfe gebeten, und Caleb hat daraufhin für sie die Sachen beim Krämer gestohlen. Er hat ihr die Dinge auch übergeben, aber wohin sie dann wollte, weiß er nicht genau.
Da die Magier ihm aber ins Gedächtnis rufen, dass in letzter Zeit verstärkt wilde Wölfe unterwegs sind, und er sich Sorgen um seine Freundin macht, fällt Caleb am Ende doch ein Ort ein, wo Amorena eventuell sein könnte.

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Igniculus-in-Arden, 08. Mai 2012

Es ist Frühsommer, und die Magi überlegen wieder einmal, welcher Baustelle sie sich als nächstes widmen sollen, nachdem das Problem mit den Wildschweinen jetzt gelöst ist. Für Askeladd und die vier verlorenen Schlüssel reicht es noch nicht; das ist eindeutig ein langfristiges Projekt.

Aber bei der Gelegenheit fällt Gudrid wieder ein, dass es in der Vergangenheit ja so geklungen hatte, als stünde der Bund auf genau dem Ort, wo damals das Barbarendorf der Flammenwirker gewesen war. Dem will die Maga nachgehen und macht sich deswegen auf dem Gelände auf die Suche nach Spuren der früheren Bewohner.

Leider ist ihr Unterfangen nicht von Erfolg gekrönt, denn außer einigen Knochen, die sich nicht am kleinen und rein christlichen Friedhof des Bundes befinden, sticht der Nordländerin nichts Interessantes ins Auge oder an die magischen Sinne.

Crispinus Comis, der indessen in Begleitung von Hermes Fidelis die Bibliothek aufsucht, um dort in den Archiven zu stöbern, hat mehr Glück. Der Verditius findet einen Bericht von der Gründung des Bundes durch die drei Flambeaux vor etwa dreißig Jahren, und in diesem Bericht findet sich einiges von Interesse.

Und zwar schreibt der damalige Chronist des Bundes von einer Kammer tief in den Grundfesten der früheren Siedlung, auf der Igniculus-in-Arden aufgebaut wurde. Und in dieser Kammer, oder Höhle, befände sich ein Brunnen, bis zum Rand gefüllt mit reinstem, flüssigem Feuer. Natürlich, erzählt die Chronik weiter, sei diese Kammer sogleich abgesperrt und mit magischem Schutz versehen worden, damit sich niemand aus Versehen dorthin verirren könne. Die Magi selbst hätten sich allerdings häufiger an den Feuerbrunnen zurückgezogen und sich nach und nach immer mehr Laborgerät dorthin bringen lassen. Und mit schöner Regelmäßigkeit ersetzen lassen, wenn wieder einmal eine ganze Laborausstattung in Flammen aufgegangen war.

Der Chronist war selbst kein Magus, daher kann er nur gewisse Vermutungen darüber anstellen, was die Magier dort unten genau erforscht haben, aber dass sie geforscht haben, teils sogar über mehrere Seasons, ist sicher. Einmal sei einer der Flambeaux mit einem Feuervogel aus der Kammer aufgetaucht, aber der Vogel sei bald darauf schon wieder verschwunden.

Offensichtlich wollten die Flambeaux das flüssige Feuer im Brunnen in die Form eines Lebewesens zwingen und sich diesen Elementargeist dann nutzbar machen. Und da liegt der weitere Schluss nicht fern, dass diese Versuche schließlich – spätestens da, wenn nicht schon früher – in dem Feuerwolf gipfelten, der im Kampf gegen Askeladds Wikinger eingesetzt wurde und mit dem Tod der Flambeaux freikam.

Gemeinsam befragen die Sodales anschließend noch Harold, den Autocraten. Der ist immerhin ebenfalls schon seit etlichen Jahren im Bund – nicht ganz seit dessen Bestehen, aber doch immerhin schon über zwanzig Jahre. Harold bestätigt die Angaben in der Chronik: Auch zu seiner Zeit haben sich die Magier immer wieder in die Feuerkammer zurückgezogen und dort ihre Forschungen betrieben.

Jetzt wissen die Jung-Igniculi also endlich, was sich hinter der Tür mit den fünf Schlössern verbirgt. Und um so dringender ist es, die fehlenden Schlüssel wiederzubeschaffen – sogar noch viel mehr, als Harold erzählt, jeder der drei Flambeaux habe einen vollständigen Satz besessen. Die Rede ist also gar nicht nur von vier fehlenden Schlüsseln, sondern von elf. Das mag es für die Igniculi leichter machen, von jeder Sorte einen zu erlangen, aber andererseits ist es auch ungleich gefährlicher, wenn es ihnen eben nicht gelingt, alle zurückzubekommen, und die Möglichkeit, sich Zugang zu der Feuerkammer zu verschaffen, weiterhin dort draußen in den Händen Askeladds und seiner Männer liegt.

Dennoch müssen die Schlüssel warten, soviel stand ja bereits fest. Dann doch lieber versuchen, das Problem des Flammenwolfes anzugehen.

Wolfram fliegt in Rabengestalt über den Wald, um nach Spuren zu suchen. Dabei fällt auf, dass es keinerlei verbrannte oder auch nur leicht vertrocknete Stellen mehr zu finden gibt, wie noch im letzten Herbst. Statt dessen bemerkt der Bjørnær, dass es in weitem Umkreis auch gar keine Raubtiere mehr zu geben scheint, zumindest keine vierbeinigen. Einige tote Hirsche entdeckt der Magus, und alle bis auf einen scheinen nicht gerissen worden, sondern einfach an Altersschwäche verendet zu sein. Die eine Ausnahme jedoch ist sehr wohl einem Raubtier zum Opfer gefallen, und die Spuren riechen für den Bjørnær eindeutig nach dem Flammenwolf.

An diese Stelle lotst Wolfram die anderen, und von dort aus nehmen Guri und er die Spur auf. Die Fährte führt zu einer Höhle in einem erkletterbaren Hügel, so dass Hauptmann Willehad den Befehl erhält, hinaufzuklettern und von oben den Eingang zu sichern. Semper Secundus schleicht sich indessen unsichtbar und so bezaubert, dass weder seine Schritte Geräusche verursachen noch irgendein Geruch von ihm ausgeht, bis zum Höhleneingang und späht hinein.

Zum großen Erschrecken des Tremere befindet sich in der Höhle kein Flammenwolf. Statt dessen sieht er einen sehr großen, aber nicht brennenden Vertreter der Gattung, ein durchschnittlich gewachsenes Tier sowie etliche Jungen.

Semper Secundus will sich gerade mit diesen Neuigkeiten zu seinen Sodales zurückziehen, da scheinen ihn die Wölfe in der Höhle doch zu bemerken, und der Leitwolf – offensichtlich der Feuerwolf, der nicht mehr länger nur körperlich ist, sondern nun zu allem Überfluss auch noch gelernt hat, seine Flammen nach Wunsch zu kontrollieren – stößt ein derart lautes Knurren aus, dass unter Willehads Füßen regelrecht der Hügel erzittert.

Wie es ausssieht, ist es keine sehr gute Idee, sich mit dem ganzen Rudel anzulegen. Dann schon lieber mit dem Feuerwolf reden. Das wollte Constantia doch ohnehin.
Semper Secundus’ Vorschlag, man könne doch erst das Weibchen und die Welpen töten, wird sehr schnell abgeschmettert. Erstens komme das überhaupt nicht in Frage, stellt die Principa klar, und zweitens: Was glaubt der Tremere wohl, wie der Leitwolf reagieren wird, wenn die Magier erst seine Familie umbringen und dann versuchen, mit ihm zu reden? Sowas müsste doch sogar jemandem, der sich mit der Natur überhaupt nicht auskennt, eigentlich klar sein.

Der unsichtbare Magus wäre übrigens von Constantia ex Flambeau beinahe gebraten worden, als er dieser bei seiner Rückkehr ohne Vorwarnung an der Schulter antippte, die Feuermagierin rein instinktiv reagierte und nur Secundus’ Parma Magica ihn vor ihrem feurigen Speer schützte.

Da Constantia, ihrer vorigen Pläne zum Trotz, sich nun doch nicht so richtig zur Höhle traut, geht der Bjørnær vor. In Tiergestalt ruft er den Flammenwolf heraus und erklärt, die Menschen, also eigentlich vor allem Constantia, wollten gerne mit ihm reden.
Der Feuerwolf kommt knurrend und misstrauisch vor die Höhle, verhält sich aber erst einmal friedlich. Die Menschensprache versteht er, und das, was er zu den Magi sagt, übersetzt Wolfram.

Er will vor allem seine Familie schützen, kommt bei der Konfrontation heraus. Wegen der unterdrückt er inzwischen auch seine Flammen die meiste Zeit über, er will ja sein Weibchen und seine Jungen nicht verletzen. Das ist übrigens auch nicht ganz unbeunruhigend: Während seine Gefährtin eine normale Wölfin ist, stellt sich doch die Frage, ob die Jungen aufgrund ihrer väterlichen Hälfte nicht irgendwann auch irgendwelche Flammenfähigkeiten entwickeln werden, und welche.

Körperlich ist der vormals unstoffliche Elementargeist geworden, als er bei dem magischen Angriff auf den Bund von dem Feuerstrahl getroffen wurde, der eigentlich die anderen drei Elemente in der Mitte des Bundes hätte ergänzen sollen.

Auf den Bund, oder besser auf Flambeaux, ist der Feuerwolf überhaupt nicht gut zu sprechen. Immerhin haben die Feuermagier ihn aus seinem Heim vertrieben, ihn immer wieder beschworen und versucht, ihn zu zähmen, ihn zu ihrem Haustier zu machen! (Die direkt darauf folgende Frage, was denn “die da” nun eigentlich von ihm wolle, beantwortet Constantia in einer Meisterleistung der Diplomatie nicht mit der direkten Wahrheit.)

Der Flammenwolf zeigt sich auch ziemlich verärgert darüber, dass er nicht nach Hause kann. Erstens, weil die Menschen sich da eingenistet haben, aber auch und vor allem, weil der Weg zu seinem Feuerbrunnen, aus dem er ja eigentlich kommt und in den er früher immer zurückgekehrt ist, abgeschnitten wurde.
Die Igniculi können ihm erklären, dass die Angreifer aus dem Norden die Schlüssel mitgenommen haben müssen, dass sie aber schon daran arbeiten, diese zurückzubeschaffen.

Am Ende verbleibt man mit einem vorsichtig neutralen Abkommen. Der Flammenwolf wird den Bund und all seine Bewohner und Nutztiere in Ruhe lassen, während die Magier sich darum kümmern, die Schlüssel wiederzubekommen. Im Gegenzug werden sich die Menschen vom Wolf, seiner Familie und dessen neuem Revier fernhalten.

Also kein Haustier für unsere Flambeau. Aber immerhin haben wir eine weitere Baustelle wenigstens vorläufig provisorisch gestopft. Oder nach hinten verschoben. Oder wie auch immer man es nennen will.

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Igniculus-in-Arden, 01. Mai 2012

[Rückblende: Was damals im Feenwald bei der Jagd geschehen ist.]

Der Morgen der Jagd ist angebrochen. Da ja alle Spieler gerne bei dem Ereignis dabei sein wollten und das Ganze möglichst nicht nur in einer Einzelsitzung von SL und Wolframs Spieler passieren sollte, übernehmen alle anderen kurzerhand vorgefertigte Grogs aus dem Regelwerk (plus je einer Verwandlungsfähigkeit), um mit diesen ebenfalls an der Jagd beteiligte Feen zu verkörpern. Zwei Mitspieler fehlen an dem Abend ohnehin, also ist für jeden Anwesenden ein Charakter vorhanden.

Die Beute bekommt einen Dolch ausgehändigt und einen Vorsprung von einer Stunde. Die Verfolger werden in Gruppen aufgeteilt: Die jüngsten und unerprobtesten Feen dürfen zuerst losziehen, dann kommen in Abständen immer erfahrenere Jäger, und wenn das Wild ganz am Ende noch immer nicht gestellt sein sollte, dann wird Herne selbst eingreifen.

Unsere NSCs gehören mit einigen anderen Feen zu der ersten Gruppe von Jägern, Wolfram ex Bjørnær ebenso. Alle verwandeln sich in ihre Tierformen, um der Spur der Beute besser folgen zu können und laufen gemeinsam los, aber die anderen vier Feen der ersten Welle, allesamt Wölfe, trennen sich nach einer Weile von uns und schnüren schräg von uns weg, bis wir sie aus den Augen verloren haben.

Langsam machen wir Boden gut. Irgendwann kommen wir auch an einer Stelle vorbei, wo das Wild sich offensichtlich mit seinem Dolch einen starken Ast von einem Baum geschnitten und sich so eine etwas bessere Waffe gebaut hat.

Noch etwas später kreuzt die Spur mehrerer Wölfe die Fährte. Deren Witterung riecht für den schnüffelnden Fuchs-Jäger irgendwie … eisblau und kalt. Auf alle Fälle interessant, und es scheint so, als seien diese Wölfe in Richtung der vier anderen Wölfe unterwegs gewesen, die uns verlassen haben. Aber das kalte Rudel scheint auch unsere Beute völlig außer Acht gelassen zu haben, und nur um unsere Beute geht es jetzt, also ignorieren wir die blaue Spur und verfolgen weiter das Wild.

Irgendwann wird der Geruch der Kriegerin überlagert von einem geradezu bestialischen Gestank. Hier sind junge Bäume umgeknickt wie Gras, Büsche zertrampelt, es sieht aus wie nach einem Kampf, und auf dem Boden liegt irgendwo auch der Speer herum, den die Beute sich gebastelt hatte.

Eilig folgen wir den nicht zu übersehenden Spuren und holen schließlich die Quelle des Gestanks ein: einen Oger oder Riesen oder so etwas in der Art, der die Kriegerin überwältigt hat und sie nun über die Schulter geschlungen davonschleppt.

Wir nähern uns vorsichtig dem riesigen Kerl und überlegen gerade, wie wir am besten vorgehen – da ruft ihn der Feenjäger mit der Bärengestalt einfach an. Wütend fährt der Oger herum, legt die Beute in einem Baum auf einem hohen Ast ab, damit man so schnell nicht drankommt, und stellt sich zum Kampf.

Die Fuchsfee beteiligt sich nicht am Kampf, sondern klettert auf den Baum, um die Beute zu sichern. Ein anderer (der Luchs) wird vom Riesen mit einem mächtigen Hieb in die Büsche geschleudert und braucht eine Weile, um sich wieder aufzurappeln. sehr schnell ausgeknockt. Wolfram ex Bjørnær, der ja die Frau retten will, konzentriert sich auch eher auf diese. Bleiben zwei Feenjäger (Bär und Dachs), die sich mit dem Riesen einen sehr langgezogenen Kampf liefern. Der Bären-NSC ist ein Berserker, der mit seiner ersten Verwundung auch gleich zu einem solchen wird.

Schließlich ist der Riese besiegt, aber der Berserker inzwischen so angeschlagen, dass er es mit all den Abzügen auf seinen Wurf nicht mehr schafft, sich wieder zu beruhigen. Der Luchsjäger hat sich gerade wieder aus seinem Gebüsch aufgerappelt, läuft aber geradewegs dem Bären vor die Pfoten, der nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden kann und den Luchs wieder außer Gefecht setzt, diesmal für diesen Kampf endgültig. Dann geht der Berserker auf den einen noch stehenden Feenjäger los, den Dachs.

Die beiden beharken sich schier endlos, immer taumelnder auf den Beinen, bis schließlich der Berserker-Bär doch umfällt.
Völlig kaputt bemerkt der Dachs, dass sich inzwischen oben auf dem Baum Wolfram in Rabenform mit der Fuchsfee um die bewusstlose Beute rangelt. Und zwar hat der Bjørnær einen Spruch gewirkt, der das Ziel völlig gewichtslos werden lässt, so dass er als Rabe die Frau problemlos durch die Luft davontragen könnte, wenn nicht der Fuchs verbissen dagegen hielte.

Größte Erheiterung folgt, als der Dachs-Spieler erklärt: „Ich taumele zum Baum und beginne, den Baum umzunagen.“ Alles lacht. „Du bist so platt, dass du denkst, du bist ein Biber?!“

Das Tauziehen zwischen Fuchs und Rabe endet abrupt, als Wolfram den Zauber auf der Kriegerin fallen lässt und diese plötzlich wieder ihre normale Schwere annimmt. Die Feenjägerin kann das plötzliche Gewicht nicht halten und kugelt mit der Beute vom Baum.

Der Dachs, zu keinem vernünftigen Gedanken mehr fähig, verwandelt sich in seine humanoide Feenform und hat nur das eine Ansinnen: die Beute am Fliehen zu hindern. Zu diesem Zweck zieht er seine Axt und hat gerade ausgeholt, um auf die Frau einzuschlagen, als es zu einer Unterbrechung kommt.

Und zwar kommt einer der jungen Wölfe, die am Anfang der Jagd mit uns zusammen losgelaufen waren, blutig und hinkend und übel zugerichtet bei uns an. Er japst etwas von einem Angriff, dass alle anderen umgekommen seien, und von riesigen, weißen Eiswölfen. Eben jenen, deren kalte und blaue Spur die unsere gekreuzt hatte, deren Fährte wir aber zugunsten unserer Beute ignoriert hatten.

Der überlebende Feenkrieger berichtet unter Anstrengungen, die Eiswölfe seien über ihn und seine Jagdgefährten hergefallen, und er selbst sei nur mit Müh und Not entkommen, während die anderen keine Chance gehabt hätten.

Über dieser Erzählung entkommt Wolfram mit der Beute und bringt sie in Sicherheit an den rettenden Ort, aber das ist den Feen-NSCs in dem Moment völlig gleichgültig. Sie bringen den Verwundeten ins Lager, wo dieser versorgt wird (Bär und Luchs wachen glücklicherweise von selbst wieder auf und können aus eigener Kraft mithinken), und erstatten Bericht.

Die Spurensuche am Kampfplatz ergibt genau die erwartete, kalt-blaue Fährte der Eiswölfe. Sie führt von dort weg und endet dann abrupt. Und bei genauerer Untersuchung dieser Stelle findet sich ein in die Erde geritztes Dreieck mit seltsamen Zeichen.

Diese Zeichen sagen den Feen zwar nichts, Wolfram aber, der im Lager der Fae davon hört und sich das Ganze genau beschreiben lässt, erkennt es als das typische Überbleibsel von Askeladds Magie. Es sind die Runen für Körper, Luft und Weichheit, weiß die Nordländerin Gudrid später, als der in den Bund zurückgekehrte Bjørnær seinen Sodales von den Ereignissen berichtet. Da hat der Aschenkerl offensichtlich sich und seine Verbündeten nicht nur zuerst in Wölfe verwandelt, sondern ist am Ende auch noch mit ihnen weggeflogen.

Die gerettete Kriegerin hat Wolfram übrigens mitgebracht. Denn für die gab es, nachdem sie sich in ihrem Heimatbund davon überzeugt hatte, dass dort wirklich nichts und niemand überlebt hatte, ja keinen Grund mehr, dort zu bleiben, und so nahm sie das Angebot, sich den Igniculi anzuschließen, gerne an.

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Igniculus-in-Arden, 24. April 2012

Einige Tage nach der Heimkehr in den Bund bekommen die Igniculi sehr seltenen Besuch: Zum ersten Mal seit langer Zeit verirrt sich ein Mercere in ihre Ecke des Waldes. Die erste Verwirrung entsteht bereits am Tor, als der junge Magier “Septentriona Inferia” zu sehen wünscht und der wachhabende Custos mit diesem Namen rein gar nichts anfangen kann. Erst als der Mercere irritiert den Begriff “Principa” erwähnt, dämmert dem Grog, wer gemeint ist. “Achsooo, Principa Gudrid, sagt das doch gleich!”

Über den Besucher benachrichtigt, beendet Guri noch schnell das, was sie gerade am Tun war, empfängt den Boten dann aber mit ausgesuchter Höflichkeit und Gastfreundschaft. Was die Heckenmagierin allerdings nicht tut, weil sie es einfach nicht besser weiß, ist, dem Mercere die üblichen 3 Geldstücke für seine Dienste zu überreichen. Der junge Gast ist davon derart verwirrt und in seinem Stolz verletzt, dass er Gudrids Gruß nicht erwidert und nicht mit seinem Namen antwortet, als die Merinita ihm den ihren nennt.

Natürlich kommen die anderen Magier auch dazu, immerhin hat der Bote ja für den einen oder anderen der Sodales Post dabei, ganz abgesehen davon, dass der Besuch natürlich auch ein außergewöhnliches Ereignis ist, an dem alle teilnehmen wollen. Semper Secundus bekommt zu seinem großen Schrecken einen Brief von seinem Parens – und vor lauter Schreck vergisst auch er, den jungen Mercere zu bezahlen. Erst Constantia rückt die Situation ein wenig gerade, indem sie dem fremden Magier die Münzen in die Hand zählt. Daraufhin stellt der Gast sich dann doch mit Namen vor – bei allen Igniculi außer Gudrid, was die Principa mit eisiger Kälte quittiert. Ist doch der Austausch von Namen gerade für Feen eine beinahe heilige Zeremonie… und die Weigerung, an dieser Zeremonie teilzunehmen, wenn das Gegenüber seinen Namen bereits genannt hat, eine massive Beleidigung.

Auf die Idee, das Missverständnis mit ein paar Worten aus der Welt zu schaffen, kommt allerdings auch keiner der etikettebewanderteren Anwesenden. Im Gegenteil: Rosa Nocturna hat auch einen Brief abzusenden, und sie achtet besonders darauf, dass sie dem jungen Mann das Geld derart unauffällig mit dem Pergament zusammen zusteckt, dass es von den anderen keiner sieht. Denn ihre in der Hermeskunde unbewanderten Sodales sollen bitte nicht merken, dass man die Mercere üblicherweise auch beim Verschicken einer Nachricht bezahlt, nicht nur bei deren Empfang.

Am Ende der gemeinsamen Zusammenkunft kommt es dann zu einem Gespräch unter vier Augen zwischen Hermes Fidelis – so hat der junge Mercere sich genannt – und Rosa Nocturna, bei dem die Tytala auf die Frage des Boten, warum man ihn so unhöflich empfangen habe, ausweichend aber mit einer Anspielung auf die Hinterwäldlerischkeit mancher Magier anspielt. Außerdem verspricht sie Hermes Fidelis, als dieser im Gespräch den entsprechenden Wunsch äußert, sie werde sich bei Gudrid dafür einsetzen, dass er im Bund aufgenommen werde.

Gesagt, getan: Rosa Nocturna trägt der Principa das Anliegen des Gastes vor. Die Halbfee ist zuriefst überrascht, hatte der südländische Magier doch zuvor aus seiner Abneigung für den Bund und seine Bewohner keinerlei Hehl gemacht. Die Tytala versucht dies mit der offensichtlichen Unerfahrenheit und Unsicherheit des frisch ausgelernten Magus zu erklären, aber Gudrid möchte die Bitte aus Hermes Fidelis’ eigenem Mund hören und sich selbst ein Bild machen.

Also unterzieht die Halb-Huldra den Mercere einem ziemlich strengen Kreuzverhör, zuerst unter vier Augen, dann in Anwesenheit der anderen Magi, damit die ebenfalls Fragen stellen und sich eine Meinung bilden können.
Hermes Fidelis erklärt, er wolle sich dem Bund anschließen, weil das Leben hier abenteuerlich sei.
Dies entnimmt der fremde Magus – der sich endlich auch der Principa namentlich vorgestellt hat – dem allgemeinen Austausch von Neuigkeiten, der irgendwann während des Gespräches zwischen den Magiern und ihrem Gast ebenfalls erfolgt. Dabei informieren die Igniculi den Mercere über die jüngsten Ereignisse, die auch für den Rest des Ordens von Interesse sein könnten, so zum Beispiel der Angriff auf den Bund im vergangenen Winter, der ermordete Mercere etc. Im Gegenzug erfahren die Magi, dass nicht nur Igniculus-in-Arden und der Bund am Meer am Tag der Wintersonnenwende angegriffen wurden, sondern noch drei weitere Bünde in unterschiedlichsten Gegenden Englands. Auch hat der Krieg gegen die Diedne deutlich an Hitzigkeit gewonnen.

Jedenfalls nennt Hermes Fidelis dies als den Grund, warum er gerne dem Bund beitreten wolle. Eine überzeugendere Motivation als diejenige, dass hier wenigstens etwas los sei und dass alles besser wäre als das langweilige und abgeschotte Leben seines Heimatbundes, gibt er nicht an.
Auch die Frage, wie seine bisherigen Sodales auf seinen Bundwechsel reagieren würden, und ob ein solcher Wechsel eventuell Probleme für die Igniculi bedeuten könnte, beantwortet er nicht eindeutig.
Von seinem Ansinnen lässt der Italiener sich auch nicht durch die deutliche Beschreibung der Unannehmlichkeiten und der Gefahren, die ihm im Wald von Arden drohen, abbringen. Principa Gudrid zweifelt offen, und auch Crispinus Comis macht, stärker noch als die Huldra, aus seinem Misstrauen keinerlei Hehl. Zwar nennt der Verditius den Mercere nicht offen einen Spion, aber er fragt doch laut in die Runde, ob die anderen es nicht auch etwas seltsam fänden, dass plötzlich, mit einem Mal, nach allem, was geschehen sei, mit den Diedne und dem toten Mercere etc., plötzlich ein weiterer Mercere, der eigentlich keinerlei Anlass dazu hat, sich mit einer fadenscheinigen Begründung dem Bund anschließen möchte.

Rosa Nocturna macht den Vorschlag, man könne dem jungen Mann ja eine Probezeit anbieten. Wenn er sich ein Jahr lang bewährt und diesen Wunsch dann immer noch hegt, soll er dem Bund offiziell beitreten dürfen.
Dieser Vorschlag wird zur Abstimmung gestellt. Crispinus Comis stimmt klar dagegen, Gudrid enthält sich, aber da die anderen vier Magier zustimmen, ist Hermes Fidelis probeweise aufgenommen.


Ansonsten wird an diesem Abend die Frühlings-Season beendet. Die Charaktere lernen teils aus Büchern, teils aufgrund dessen, was sie die Season über so getrieben haben, und beratschlagen, welche Baustelle nun, nachdem das Wildschwein-Problem gelöst ist und der Bund endlich anfangen kann, das neu erworbene Land um den Römerturm landwirtschaftlich zu nutzen, als nächstes angegangen werden soll.

So gibt es ja unten im Bund noch immer diesen verschlossenen Raum, von dessen fünf Schlüsseln wir nur einen einzigen besitzen und die anderen vier beim Aschenkerl vermuten. Einer der Sodales kommt auf den Gedanken, dass der vorhandene Schlüssel doch eine magische Verbindung zu den anderen darstellen könnte, die es einem entsprechend begabten Magier erlauben könnte, die anderen aufzuspüren.
“Entsprechend begabt” heißt Terram, und “Terram” heißt Gudrid. Zwar geht ein solcher Zauber bislag noch über ihre Fähigkeiten, aber das kann man ja ändern. Angelehnt an einen Formelspruch aus einer anderen Schule, entwerfen Wolframs und Rosa Nocturnas Spieler einen passenden Terram-Spruch, und auf diesen wird die Huldra die nächsten Seasons hinarbeiten. Aber dass Askeladd und die Schlüssel eher eine Langzeitbaustelle sein würden, davon waren wir ja auch zuvor schon ausgegangen.
Constantia hingegen übt sich weiter in Ignem, weil sie ja immer noch das Ziel hat, eines Tages den Flammenwolf als Familiar zu zähmen.

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Igniculus-in-Arden, 17. April 2012

Der am Ende der letzten Session gefasste Plan wird in die Tat umgesetzt, also entsprechende Befehle gefälscht und ein "ermordeter Bote“ so im Wald plaziert, dass die jagenden Legionäre ihn finden müssen.

Tatsächlich bringt schon recht bald ein heimkehrender Trupp die Nachricht von ihrem Fund und die „Befehle“, die der Tote bei sich trug, zurück ins Lager. Tribun Silvanus reagiert wie erhofft: Er versammelt unverzüglich das ganze Lager und gibt unter dem großen Jubel seiner Leute den Befehl zum Packen.

Allerdings werden die Vorbereitungen zum Abmarsch auch gut und gern zwei Tage dauern, also wird das Römerlager nicht verlassen sein, ehe die Barbaren ihren Angriff beginnen.
Crispinus Comis macht daher den Vorschlag, die Gruppe solle doch versuchen, den Gefangenen zu befreien. Wenn er entkommt und seinen Leuten sagt, dass die Legionäre in zwei Tagen ohnehin abmarschieren, dann werden die vielleicht auf ihren Angriff verzichten.

Nur wie kann man den Barbaren befreien, ohne dass die Römer es bemerken und die Igniculi als Verräter festsetzen? Immerhin wird der Käfig, der ja auch in der Mitte des Lagers steht, ständig von zwei Soldaten bewacht. Rosa Nocturna versucht, die beiden Wächter mit einem Schlafzauber zu belegen, aber während der eine müde wird und beinahe wegdämmert, bleibt der andere hellwach und hält seinen Kameraden zur Aufmerksamkeit an. Also braut Ethelred einen Schlaftrunk, der dann unauffällig in das Wasser gemischt wird, das die beiden Wachen in Abständen gebracht bekommen. Aber auch dieser Schlaftrunk wirkt nur bei einem der beiden Soldaten – der andere wird davon entweder nicht beeinflusst oder hat gerade keinen Durst. Entnervt und des Wartens müde schleicht Evelyn Streona sich von hinten an den noch diensttauglichen Legionär an und verpasst ihm ungesehen einen Schlag auf den Kopf, dass er auch umfällt.

Sobald die Legionäre außer Gefecht sind, lässt Gudrid mittels ihrer nicht permanenten Perdo-Magie einige der Käfig-Stäbe verschwinden, während Evelyn die Fesseln des Gefangenen löst und ihn aus dem Käfig lässt. Im Gegensatz zu den Römern, von denen die junge Adlige nicht erkannt werden wollte, um sich und ihre Gefährten nicht zu kompromittieren, darf – ja soll – der Einheimische durchaus sehen, wem er seine Freiheit zu verdanken hat. Es ist immerhin sehr gut möglich, dass die Igniculi mit dem Barbarendorf noch zu tun haben werden, und dann wäre es gut, wenn sie nicht als Feinde behandelt würden.

Der Befreite läuft sofort los – aber nicht in Richtung des Ausgangs, wie erwartet und erhofft. Stattdessen schlägt er sich zwischen die Legionärszelte. Evelyn geht ihm nach und sieht, dass der Mann unterwegs zum Kommandozelt des Tribuns ist. Auf den Ruf der jungen Frau hin hält der Flammenwirker aber inne und lässt erst einmal, wenn auch ungeduldig, mit sich reden.

Evelyn fordert ihn auf, dass Lager zu verlassen und seinen Leuten von den neuen Ereignissen zu berichten. Der ganze Angriff sei völlig unnötig, weil die Römer ohnehin im Begriff seien abzuziehen, erklärt sie.
Aber der Mann lässt sich von ihren Worten nicht umstimmen. Er werde das jetzt zu Ende bringen, sagt er, wendet sich ab und geht weiter Richtung Silvanus’ Zelt.

Am Ende ihres Lateins angekommen, weiß Evelyn sich keinen anderen Ausweg, als den Barbaren anzugreifen. Aber sie ist dem Flammenwirker hoffnungslos unterlegen, der sie nur deswegen nicht tötet, weil sie ihn immerhin befreit hat. Aber aufhalten lässt er sich von ihr nicht, und so muss Evelyn tatenlos zusehen, wie der Mann sich nun wirklich zum Zelt des Tribuns aufmacht. Da sie hier nichts mehr erreichen kann, macht sie sich lieber auch aus dem Staub, damit sie nicht mit dem, was nun folgt, in Verbindung gebracht werden kann.

Die anderen Igniculi haben von Evelyns Aktion gar nichts mitbekommen und sich indessen auch jeder ein Alibi verschafft. Und zumindest dieser Teil des Plans geht auf: Niemand verdächtigt die schrulligen „Gelehrten“, als es kurz darauf im Zelt des Tribuns zu einem heftigen Kampf kommt, in dessen Verlauf Silvanus mit Hilfe seiner Untergebenen den Eindringling tötet.

Das heißt aber auch, dass niemand das Barbarendorf von den geänderten Plänen der Legionäre informieren wird. Und das heißt wiederum, dass der Angriff wie geplant stattfinden wird. Das werden die Igniculi nicht verhindern können. Sie werden die Legionäre auch nicht von der Notwendigkeit überzeugen können, das Lager aufzugeben, ohne es vollständig abgebaut und alle Sachen gepackt zu haben, also sehen die Magier statt dessen zu, dass sie das Lager unter einem Vorwand verlassen, damit wenigstens sie nicht in diesen Kampf, in den sie ja gar nicht gehören, verwickelt werden.

Ehe die Gruppe sich in den Wald zurückzieht, möchte Ethelred aber unbedingt noch die Theorie testen, ob das Ganze nun die wirkliche Vergangenheit oder nur eine Art Vision ist. Zu diesem Zweck verformt Terram-Spezialistin Gudrid einen großen Stein zu einem auffälligen und unverwechselbaren Gebilde, das die Kräuterfrau dann am Römerturm in der Erde vergräbt.

Im Wald angekommen, warten die Igniculi in sicherer Entfernung auf die nächsten Ereignisse. Und tatsächlich ist am übernächsten Tag Kampflärm zu hören, und Flammen steigen über dem Lager auf. Die Magier warten ab, bis alles wieder ruhig ist, dann begeben sie sich vorsichtig zu dem Römerlager zurück. Und dort angekommen, stellen sie fest, dass sie wieder in ihrer richtigen Zeit angekommen sind: Das Lager ist verschwunden, und es steht nur noch die jahrhundertealte Turmruine, die sie ja schon kennen.

Die Magiebegabten überprüfen den Ort und stellen fest, dass keinerlei Magie mehr über der Gegend liegt, dass der Turm auch durch die Second Sight gesehen genauso verfallen ist wie ohne und dass die Wildschweine, die sich noch in der Gegend herumtreiben, völlig normale Tiere sind. Auch die Geister, die zuvor hier festgehalten wurden, sind alle verschwunden. Statt dessen findet sich hier, am Ort der Schlacht von vor mehreren hundert Jahren, eine ganze Menge Corpus-Vis in Form von Knochen der Umgekommenen. Es sind insgesamt vier Türme bzw. vierzig Bauern, die unser Corpus-Spezialist Wolfram an sich nimmt.

Kräuterhexe Ethelred gräbt indessen die Erde an der Turmruine auf – und fördert tatsächlich den verformten Stein zutage. Ha, triumphiert die Angelsächsin, dann waren wir also doch wirklich und wahrhaftig in der Vergangenheit!

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Igniculus-in-Arden, 03. April 2012

Die Magier überlegen noch, wie sie am besten weiter vorgehen, da wird einer der Barbaren aus dem feindlichen Dorf ins Lager geschleppt. Tribun Silvanus will ihn umgehend hinrichten lassen, aber die Gruppe kann ihn davon überzeugen, dass der Gefangene vielleicht noch nützliche Aussagen machen könne.

Also wird der Einheimische in einen Käfig auf dem offenen Platz in der Mitte des Lagers gebracht und zwei Legionäre zu seiner Bewachung abgestellt. Rosa Nocturna mit ihrem nicht unbeträchtlichen Charme ist die naheliegendste Kandidatin für die Rolle des Vernehmenden, aber im offenen Verhör verweigert der Gefangene jegliche Aussage. Also muss die Tytala, wie vorher fast schon vermutet, auf ihre Mentem-Magie zurückgreifen und die Antworten dann eben mit der „Stillen Frage“ aus dem Mann herausbekommen.

Wiederholte Anwendungen des Zaubers führen schließlich zu folgendem Ergebnis:
Der Gefangene ist ein Flammenwirker. Außer ihm gibt es bei den Barbaren noch fünf andere, die ebenfalls die Flammen beherrschen können. Er selbst benötigt Gesten oder Worte oder Rituale für seine Zauber, es ist also gut, dass er gefesselt ist, und das bleibt auch so. In drei Tagen wird es einen Angriff auf das Römerlager geben. Die Flammenwölfe, mit denen die Barbaren zusammenarbeiten, sind eigenständige Existenzen und werden gerufen, nicht von den Flammenwirkern neu aus Feuer erschaffen. Es gibt einen geheimen Zugang in das Barbarendorf, allerdings können nur Flammenwirker ihn begehen oder Personen, die von Flammenwirkern auf diesem Weg mitgenommen werden. (Und Constantia ex Flambeau ist natürlich nicht da. War ja klar.) Der Mann rechnet mit einem Befreiungsversuch seiner Leute, sondern ist fest und völlig überzeugt davon, dass er hier sterben wird.

Zwischendrin kommt Silvanus vorbei und zeigt sich äußerst irritiert darüber, dass Rosa Nocturna, statt mit dem Gefangenen zu sprechen, einfach nur vor ihm steht und ihn anstarrt. Statt dem Tribun auf normalem Wege zu antworten, projiziert die Maga einfach die Worte in den Kopf des Römers: „Weil ich es kann!“

Die Tytala hat ihr lautloses Verhör eben beendet, da leuchten die Augen des Gefangenen rötlich auf, und eine Feuerkugel schießt von ihm weg aus dem Käfig, so unverhofft, dass Rosa Nocturna nichts weiter tun kann, als gerade noch so auszuweichen. Die Feuerkugel fliegt geradewegs zu der Standarte hin und hüllt das Adleremblem vollständig ein.
Ethelred und Evelyn Streona stürmen los und holen Wasser, während Gudrid mittels Creo Terram einen Erdklumpen um die Standarte legt und auf diese Weise die Flammen erstickt. Aber die Merinita hat offensichtlich zu langsam reagiert, denn als sie die Erdkruste aufbricht und den Schaden begutachtet, ist das Adleremblem zwar nicht zerstört, jedoch sichtbar angeschmolzen.

Braucht der feindliche Flammenwirker also doch keine Gesten. Und Worte offensichtlich auch nicht, denn er hat ja dabei nicht gesprochen. Aber die Maurin hatte ja auch nach Gesten, Worten oder Ritualen gefragt…
Erbost stellt Rosa Nocturna ihm erst auf normalem, dann auf magischem Weg die Frage, was die Aktion bitteschön gesollt habe. Mit der Zerstörung der Standarte habe er den Kampfgeist der Feinde gebrochen, lautet die Antwort des Einheimischen.

So schnell gibt der Tribun allerdings nicht auf. Die Igniculi werden Zeuge einer Konfrontation zwischen Silvanus und Viator, worin der Kommandant dem Haruspex – gegen dessen offensichtlichen Widerwillen – den eindringlichen Befehl gibt, „es“ zu tun, wie er geschworen habe.
Auf die Frage der Magier, was „es“ denn sei, antwortet Silvanus, die Standarte sei unbrauchbar geworden, und die Legion brauche eine neue. Also werde Viator dafür sorgen, dass eine neue Standarte zur Verfügung stehe.

Noch immer sichtlich besorgt, doch entschlossen, gibt der Wahrsager einige Befehle und zieht sich dann in sein Zelt zurück, wo die Igniculi ihn kurz darauf aufsuchen. Viator, der keinerlei Hehl daraus macht, wie wenig ihm die Sache gefällt, gibt auch durchaus bereitwillig Auskunft über den Plan.
Es soll ein Ritual zur Anwendung kommen. Der Schmied des Lagers wird einen neuen Standartenkopf anfertigen, oder besser einen Standarten-Rohling. Die Legionäre, die Viator vorhin in den Wald befohlen hat, sollen jagen gehen, soviele Tiere, wie sie nur erlegen können, denn für das Ritual wird viel Blut benötigt werden. Auch jeder der Männer wird ein klein wenig Blut geben müssen, und durch dieses Blut, sowie das der Opfertiere, wird das neue Emblem geschaffen und die Geschicke der Männer an die Standarte gebunden werden. Solange dann die Standarte steht, werden auch die Legionäre stehen, egal, wie schwer verwundet, und wenn sie sterben, werden ihre Geister an den Ort gebunden und weiterkämpfen.

O-ha.

Aber mag der Plan dem Haruspex missfallen, wie er will, Silvanus ist sein Kommandant, und er hat einen Eid geleistet, und so ist Viator nicht bereit, von dem Vorhaben abzurücken, auch wenn die Magier ihm schließlich offen erzählen, dass sie aus der Zukunft gekommen sind und welche schrecklichen Folgen das Ritual für die Legionäre nach sich ziehen wird.
Also gehen die Igniculi nochmals auf Tribun Silvanus selbst zu und versuchen den von seinem Plan abzubringen.
Der Kommandant jedoch ist nicht zu überzeugen, ganz gleich von welchen Argumenten. Die Legion habe den Befehl, diesen Ort zu halten, also werde sie diesen Ort halten, egal, was der Preis sei.

Der Principa kommt diese Vehemenz verdächtig vor, daher versucht sie, mit Intellego Vim herauszufinden, ob Silvanus vielleicht unter einem magischen Einfluss steht. Und tatsächlich kann die Halbfee erkennen, dass da irgendeine Magie auf den Römer wirkt, aber welche genau, dazu reicht es nicht. Immerhin ist das allerdings genug Information, um damit wiederum zu Viator zu gehen, denn der Haruspex war ja bei dem Gedanken an das Ritual ohnehin nicht sonderlich glücklich.

Viator hört die Nordländerin an und erklärt dann, er könne herausfinden, was für ein Zauber genau auf dem Tribun liege, allerdings brauche er dafür ein größeres Opfertier. Kein Wildschwein, sind sich alle einig. Also gehen Wolfram (in Wolfsgestalt) und Gudrid auf die Jagd und erlegen tatsächlich gemeinsam einen großen Hirsch, dessen Eingeweide der Haruspex lesen kann. Die Prozedur dauert ein paar Stunden, aber an deren Ende kann Viator sagen, was es mit der Beeinflussung Silvanus’ auf sich hat. Der Kommandant muss in Rom jemandem gewaltig auf die Füße getreten sein, denn auf ihm liege ein Fluch: der Fluch, niemals mehr aus Britannien wegzukommen.

Hm. Damit lässt sich etwas anfangen. Denn nie mehr aus Britannien wegzukommen, heißt nicht, auf ewig an diesem Ort hier bleiben zu müssen. Silvanus hat viel von seinen Befehlen gesprochen und davon, dass sie hier von den anderen Einheiten abgeschnitten sind. Was, wenn der Befehl zum Verlassen dieser Festung hier schon längst unterwegs war und nur noch nicht hier angekommen ist? Der Tribun hat selbst gesagt, dass die feindlichen Barbaren die Linien ziemlich undurchdringlich machen.

Also sollen die Legionäre, die momentan im Wald unterwegs sind, um Opfertiere für das Ritual zu sammeln, auf dem Rückweg einfach über einen “ermordeten Boten” mit “Befehlen aus Londinium” stolpern. Die passenden Überreste sind schnell gefunden (bzw. per Creo Corpus erstellt), eine Uniform und einen glaubwürdigen Befehlstext kann Viator beisteuern, und der Haruspex hat auch ein altes Dokument, an dem die Magier sich für die Fälschung des Siegels orientieren können.

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