Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 08. Mai 2012

Es ist Frühsommer, und die Magi überlegen wieder einmal, welcher Baustelle sie sich als nächstes widmen sollen, nachdem das Problem mit den Wildschweinen jetzt gelöst ist. Für Askeladd und die vier verlorenen Schlüssel reicht es noch nicht; das ist eindeutig ein langfristiges Projekt.

Aber bei der Gelegenheit fällt Gudrid wieder ein, dass es in der Vergangenheit ja so geklungen hatte, als stünde der Bund auf genau dem Ort, wo damals das Barbarendorf der Flammenwirker gewesen war. Dem will die Maga nachgehen und macht sich deswegen auf dem Gelände auf die Suche nach Spuren der früheren Bewohner.

Leider ist ihr Unterfangen nicht von Erfolg gekrönt, denn außer einigen Knochen, die sich nicht am kleinen und rein christlichen Friedhof des Bundes befinden, sticht der Nordländerin nichts Interessantes ins Auge oder an die magischen Sinne.

Crispinus Comis, der indessen in Begleitung von Hermes Fidelis die Bibliothek aufsucht, um dort in den Archiven zu stöbern, hat mehr Glück. Der Verditius findet einen Bericht von der Gründung des Bundes durch die drei Flambeaux vor etwa dreißig Jahren, und in diesem Bericht findet sich einiges von Interesse.

Und zwar schreibt der damalige Chronist des Bundes von einer Kammer tief in den Grundfesten der früheren Siedlung, auf der Igniculus-in-Arden aufgebaut wurde. Und in dieser Kammer, oder Höhle, befände sich ein Brunnen, bis zum Rand gefüllt mit reinstem, flüssigem Feuer. Natürlich, erzählt die Chronik weiter, sei diese Kammer sogleich abgesperrt und mit magischem Schutz versehen worden, damit sich niemand aus Versehen dorthin verirren könne. Die Magi selbst hätten sich allerdings häufiger an den Feuerbrunnen zurückgezogen und sich nach und nach immer mehr Laborgerät dorthin bringen lassen. Und mit schöner Regelmäßigkeit ersetzen lassen, wenn wieder einmal eine ganze Laborausstattung in Flammen aufgegangen war.

Der Chronist war selbst kein Magus, daher kann er nur gewisse Vermutungen darüber anstellen, was die Magier dort unten genau erforscht haben, aber dass sie geforscht haben, teils sogar über mehrere Seasons, ist sicher. Einmal sei einer der Flambeaux mit einem Feuervogel aus der Kammer aufgetaucht, aber der Vogel sei bald darauf schon wieder verschwunden.

Offensichtlich wollten die Flambeaux das flüssige Feuer im Brunnen in die Form eines Lebewesens zwingen und sich diesen Elementargeist dann nutzbar machen. Und da liegt der weitere Schluss nicht fern, dass diese Versuche schließlich – spätestens da, wenn nicht schon früher – in dem Feuerwolf gipfelten, der im Kampf gegen Askeladds Wikinger eingesetzt wurde und mit dem Tod der Flambeaux freikam.

Gemeinsam befragen die Sodales anschließend noch Harold, den Autocraten. Der ist immerhin ebenfalls schon seit etlichen Jahren im Bund – nicht ganz seit dessen Bestehen, aber doch immerhin schon über zwanzig Jahre. Harold bestätigt die Angaben in der Chronik: Auch zu seiner Zeit haben sich die Magier immer wieder in die Feuerkammer zurückgezogen und dort ihre Forschungen betrieben.

Jetzt wissen die Jung-Igniculi also endlich, was sich hinter der Tür mit den fünf Schlössern verbirgt. Und um so dringender ist es, die fehlenden Schlüssel wiederzubeschaffen – sogar noch viel mehr, als Harold erzählt, jeder der drei Flambeaux habe einen vollständigen Satz besessen. Die Rede ist also gar nicht nur von vier fehlenden Schlüsseln, sondern von elf. Das mag es für die Igniculi leichter machen, von jeder Sorte einen zu erlangen, aber andererseits ist es auch ungleich gefährlicher, wenn es ihnen eben nicht gelingt, alle zurückzubekommen, und die Möglichkeit, sich Zugang zu der Feuerkammer zu verschaffen, weiterhin dort draußen in den Händen Askeladds und seiner Männer liegt.

Dennoch müssen die Schlüssel warten, soviel stand ja bereits fest. Dann doch lieber versuchen, das Problem des Flammenwolfes anzugehen.

Wolfram fliegt in Rabengestalt über den Wald, um nach Spuren zu suchen. Dabei fällt auf, dass es keinerlei verbrannte oder auch nur leicht vertrocknete Stellen mehr zu finden gibt, wie noch im letzten Herbst. Statt dessen bemerkt der Bjørnær, dass es in weitem Umkreis auch gar keine Raubtiere mehr zu geben scheint, zumindest keine vierbeinigen. Einige tote Hirsche entdeckt der Magus, und alle bis auf einen scheinen nicht gerissen worden, sondern einfach an Altersschwäche verendet zu sein. Die eine Ausnahme jedoch ist sehr wohl einem Raubtier zum Opfer gefallen, und die Spuren riechen für den Bjørnær eindeutig nach dem Flammenwolf.

An diese Stelle lotst Wolfram die anderen, und von dort aus nehmen Guri und er die Spur auf. Die Fährte führt zu einer Höhle in einem erkletterbaren Hügel, so dass Hauptmann Willehad den Befehl erhält, hinaufzuklettern und von oben den Eingang zu sichern. Semper Secundus schleicht sich indessen unsichtbar und so bezaubert, dass weder seine Schritte Geräusche verursachen noch irgendein Geruch von ihm ausgeht, bis zum Höhleneingang und späht hinein.

Zum großen Erschrecken des Tremere befindet sich in der Höhle kein Flammenwolf. Statt dessen sieht er einen sehr großen, aber nicht brennenden Vertreter der Gattung, ein durchschnittlich gewachsenes Tier sowie etliche Jungen.

Semper Secundus will sich gerade mit diesen Neuigkeiten zu seinen Sodales zurückziehen, da scheinen ihn die Wölfe in der Höhle doch zu bemerken, und der Leitwolf – offensichtlich der Feuerwolf, der nicht mehr länger nur körperlich ist, sondern nun zu allem Überfluss auch noch gelernt hat, seine Flammen nach Wunsch zu kontrollieren – stößt ein derart lautes Knurren aus, dass unter Willehads Füßen regelrecht der Hügel erzittert.

Wie es ausssieht, ist es keine sehr gute Idee, sich mit dem ganzen Rudel anzulegen. Dann schon lieber mit dem Feuerwolf reden. Das wollte Constantia doch ohnehin.
Semper Secundus’ Vorschlag, man könne doch erst das Weibchen und die Welpen töten, wird sehr schnell abgeschmettert. Erstens komme das überhaupt nicht in Frage, stellt die Principa klar, und zweitens: Was glaubt der Tremere wohl, wie der Leitwolf reagieren wird, wenn die Magier erst seine Familie umbringen und dann versuchen, mit ihm zu reden? Sowas müsste doch sogar jemandem, der sich mit der Natur überhaupt nicht auskennt, eigentlich klar sein.

Der unsichtbare Magus wäre übrigens von Constantia ex Flambeau beinahe gebraten worden, als er dieser bei seiner Rückkehr ohne Vorwarnung an der Schulter antippte, die Feuermagierin rein instinktiv reagierte und nur Secundus’ Parma Magica ihn vor ihrem feurigen Speer schützte.

Da Constantia, ihrer vorigen Pläne zum Trotz, sich nun doch nicht so richtig zur Höhle traut, geht der Bjørnær vor. In Tiergestalt ruft er den Flammenwolf heraus und erklärt, die Menschen, also eigentlich vor allem Constantia, wollten gerne mit ihm reden.
Der Feuerwolf kommt knurrend und misstrauisch vor die Höhle, verhält sich aber erst einmal friedlich. Die Menschensprache versteht er, und das, was er zu den Magi sagt, übersetzt Wolfram.

Er will vor allem seine Familie schützen, kommt bei der Konfrontation heraus. Wegen der unterdrückt er inzwischen auch seine Flammen die meiste Zeit über, er will ja sein Weibchen und seine Jungen nicht verletzen. Das ist übrigens auch nicht ganz unbeunruhigend: Während seine Gefährtin eine normale Wölfin ist, stellt sich doch die Frage, ob die Jungen aufgrund ihrer väterlichen Hälfte nicht irgendwann auch irgendwelche Flammenfähigkeiten entwickeln werden, und welche.

Körperlich ist der vormals unstoffliche Elementargeist geworden, als er bei dem magischen Angriff auf den Bund von dem Feuerstrahl getroffen wurde, der eigentlich die anderen drei Elemente in der Mitte des Bundes hätte ergänzen sollen.

Auf den Bund, oder besser auf Flambeaux, ist der Feuerwolf überhaupt nicht gut zu sprechen. Immerhin haben die Feuermagier ihn aus seinem Heim vertrieben, ihn immer wieder beschworen und versucht, ihn zu zähmen, ihn zu ihrem Haustier zu machen! (Die direkt darauf folgende Frage, was denn “die da” nun eigentlich von ihm wolle, beantwortet Constantia in einer Meisterleistung der Diplomatie nicht mit der direkten Wahrheit.)

Der Flammenwolf zeigt sich auch ziemlich verärgert darüber, dass er nicht nach Hause kann. Erstens, weil die Menschen sich da eingenistet haben, aber auch und vor allem, weil der Weg zu seinem Feuerbrunnen, aus dem er ja eigentlich kommt und in den er früher immer zurückgekehrt ist, abgeschnitten wurde.
Die Igniculi können ihm erklären, dass die Angreifer aus dem Norden die Schlüssel mitgenommen haben müssen, dass sie aber schon daran arbeiten, diese zurückzubeschaffen.

Am Ende verbleibt man mit einem vorsichtig neutralen Abkommen. Der Flammenwolf wird den Bund und all seine Bewohner und Nutztiere in Ruhe lassen, während die Magier sich darum kümmern, die Schlüssel wiederzubekommen. Im Gegenzug werden sich die Menschen vom Wolf, seiner Familie und dessen neuem Revier fernhalten.

Also kein Haustier für unsere Flambeau. Aber immerhin haben wir eine weitere Baustelle wenigstens vorläufig provisorisch gestopft. Oder nach hinten verschoben. Oder wie auch immer man es nennen will.

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Igniculus-in-Arden, 01. Mai 2012

[Rückblende: Was damals im Feenwald bei der Jagd geschehen ist.]

Der Morgen der Jagd ist angebrochen. Da ja alle Spieler gerne bei dem Ereignis dabei sein wollten und das Ganze möglichst nicht nur in einer Einzelsitzung von SL und Wolframs Spieler passieren sollte, übernehmen alle anderen kurzerhand vorgefertigte Grogs aus dem Regelwerk (plus je einer Verwandlungsfähigkeit), um mit diesen ebenfalls an der Jagd beteiligte Feen zu verkörpern. Zwei Mitspieler fehlen an dem Abend ohnehin, also ist für jeden Anwesenden ein Charakter vorhanden.

Die Beute bekommt einen Dolch ausgehändigt und einen Vorsprung von einer Stunde. Die Verfolger werden in Gruppen aufgeteilt: Die jüngsten und unerprobtesten Feen dürfen zuerst losziehen, dann kommen in Abständen immer erfahrenere Jäger, und wenn das Wild ganz am Ende noch immer nicht gestellt sein sollte, dann wird Herne selbst eingreifen.

Unsere NSCs gehören mit einigen anderen Feen zu der ersten Gruppe von Jägern, Wolfram ex Bjørnær ebenso. Alle verwandeln sich in ihre Tierformen, um der Spur der Beute besser folgen zu können und laufen gemeinsam los, aber die anderen vier Feen der ersten Welle, allesamt Wölfe, trennen sich nach einer Weile von uns und schnüren schräg von uns weg, bis wir sie aus den Augen verloren haben.

Langsam machen wir Boden gut. Irgendwann kommen wir auch an einer Stelle vorbei, wo das Wild sich offensichtlich mit seinem Dolch einen starken Ast von einem Baum geschnitten und sich so eine etwas bessere Waffe gebaut hat.

Noch etwas später kreuzt die Spur mehrerer Wölfe die Fährte. Deren Witterung riecht für den schnüffelnden Fuchs-Jäger irgendwie … eisblau und kalt. Auf alle Fälle interessant, und es scheint so, als seien diese Wölfe in Richtung der vier anderen Wölfe unterwegs gewesen, die uns verlassen haben. Aber das kalte Rudel scheint auch unsere Beute völlig außer Acht gelassen zu haben, und nur um unsere Beute geht es jetzt, also ignorieren wir die blaue Spur und verfolgen weiter das Wild.

Irgendwann wird der Geruch der Kriegerin überlagert von einem geradezu bestialischen Gestank. Hier sind junge Bäume umgeknickt wie Gras, Büsche zertrampelt, es sieht aus wie nach einem Kampf, und auf dem Boden liegt irgendwo auch der Speer herum, den die Beute sich gebastelt hatte.

Eilig folgen wir den nicht zu übersehenden Spuren und holen schließlich die Quelle des Gestanks ein: einen Oger oder Riesen oder so etwas in der Art, der die Kriegerin überwältigt hat und sie nun über die Schulter geschlungen davonschleppt.

Wir nähern uns vorsichtig dem riesigen Kerl und überlegen gerade, wie wir am besten vorgehen – da ruft ihn der Feenjäger mit der Bärengestalt einfach an. Wütend fährt der Oger herum, legt die Beute in einem Baum auf einem hohen Ast ab, damit man so schnell nicht drankommt, und stellt sich zum Kampf.

Die Fuchsfee beteiligt sich nicht am Kampf, sondern klettert auf den Baum, um die Beute zu sichern. Ein anderer (der Luchs) wird vom Riesen mit einem mächtigen Hieb in die Büsche geschleudert und braucht eine Weile, um sich wieder aufzurappeln. sehr schnell ausgeknockt. Wolfram ex Bjørnær, der ja die Frau retten will, konzentriert sich auch eher auf diese. Bleiben zwei Feenjäger (Bär und Dachs), die sich mit dem Riesen einen sehr langgezogenen Kampf liefern. Der Bären-NSC ist ein Berserker, der mit seiner ersten Verwundung auch gleich zu einem solchen wird.

Schließlich ist der Riese besiegt, aber der Berserker inzwischen so angeschlagen, dass er es mit all den Abzügen auf seinen Wurf nicht mehr schafft, sich wieder zu beruhigen. Der Luchsjäger hat sich gerade wieder aus seinem Gebüsch aufgerappelt, läuft aber geradewegs dem Bären vor die Pfoten, der nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden kann und den Luchs wieder außer Gefecht setzt, diesmal für diesen Kampf endgültig. Dann geht der Berserker auf den einen noch stehenden Feenjäger los, den Dachs.

Die beiden beharken sich schier endlos, immer taumelnder auf den Beinen, bis schließlich der Berserker-Bär doch umfällt.
Völlig kaputt bemerkt der Dachs, dass sich inzwischen oben auf dem Baum Wolfram in Rabenform mit der Fuchsfee um die bewusstlose Beute rangelt. Und zwar hat der Bjørnær einen Spruch gewirkt, der das Ziel völlig gewichtslos werden lässt, so dass er als Rabe die Frau problemlos durch die Luft davontragen könnte, wenn nicht der Fuchs verbissen dagegen hielte.

Größte Erheiterung folgt, als der Dachs-Spieler erklärt: „Ich taumele zum Baum und beginne, den Baum umzunagen.“ Alles lacht. „Du bist so platt, dass du denkst, du bist ein Biber?!“

Das Tauziehen zwischen Fuchs und Rabe endet abrupt, als Wolfram den Zauber auf der Kriegerin fallen lässt und diese plötzlich wieder ihre normale Schwere annimmt. Die Feenjägerin kann das plötzliche Gewicht nicht halten und kugelt mit der Beute vom Baum.

Der Dachs, zu keinem vernünftigen Gedanken mehr fähig, verwandelt sich in seine humanoide Feenform und hat nur das eine Ansinnen: die Beute am Fliehen zu hindern. Zu diesem Zweck zieht er seine Axt und hat gerade ausgeholt, um auf die Frau einzuschlagen, als es zu einer Unterbrechung kommt.

Und zwar kommt einer der jungen Wölfe, die am Anfang der Jagd mit uns zusammen losgelaufen waren, blutig und hinkend und übel zugerichtet bei uns an. Er japst etwas von einem Angriff, dass alle anderen umgekommen seien, und von riesigen, weißen Eiswölfen. Eben jenen, deren kalte und blaue Spur die unsere gekreuzt hatte, deren Fährte wir aber zugunsten unserer Beute ignoriert hatten.

Der überlebende Feenkrieger berichtet unter Anstrengungen, die Eiswölfe seien über ihn und seine Jagdgefährten hergefallen, und er selbst sei nur mit Müh und Not entkommen, während die anderen keine Chance gehabt hätten.

Über dieser Erzählung entkommt Wolfram mit der Beute und bringt sie in Sicherheit an den rettenden Ort, aber das ist den Feen-NSCs in dem Moment völlig gleichgültig. Sie bringen den Verwundeten ins Lager, wo dieser versorgt wird (Bär und Luchs wachen glücklicherweise von selbst wieder auf und können aus eigener Kraft mithinken), und erstatten Bericht.

Die Spurensuche am Kampfplatz ergibt genau die erwartete, kalt-blaue Fährte der Eiswölfe. Sie führt von dort weg und endet dann abrupt. Und bei genauerer Untersuchung dieser Stelle findet sich ein in die Erde geritztes Dreieck mit seltsamen Zeichen.

Diese Zeichen sagen den Feen zwar nichts, Wolfram aber, der im Lager der Fae davon hört und sich das Ganze genau beschreiben lässt, erkennt es als das typische Überbleibsel von Askeladds Magie. Es sind die Runen für Körper, Luft und Weichheit, weiß die Nordländerin Gudrid später, als der in den Bund zurückgekehrte Bjørnær seinen Sodales von den Ereignissen berichtet. Da hat der Aschenkerl offensichtlich sich und seine Verbündeten nicht nur zuerst in Wölfe verwandelt, sondern ist am Ende auch noch mit ihnen weggeflogen.

Die gerettete Kriegerin hat Wolfram übrigens mitgebracht. Denn für die gab es, nachdem sie sich in ihrem Heimatbund davon überzeugt hatte, dass dort wirklich nichts und niemand überlebt hatte, ja keinen Grund mehr, dort zu bleiben, und so nahm sie das Angebot, sich den Igniculi anzuschließen, gerne an.

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Igniculus-in-Arden, 24. April 2012

Einige Tage nach der Heimkehr in den Bund bekommen die Igniculi sehr seltenen Besuch: Zum ersten Mal seit langer Zeit verirrt sich ein Mercere in ihre Ecke des Waldes. Die erste Verwirrung entsteht bereits am Tor, als der junge Magier “Septentriona Inferia” zu sehen wünscht und der wachhabende Custos mit diesem Namen rein gar nichts anfangen kann. Erst als der Mercere irritiert den Begriff “Principa” erwähnt, dämmert dem Grog, wer gemeint ist. “Achsooo, Principa Gudrid, sagt das doch gleich!”

Über den Besucher benachrichtigt, beendet Guri noch schnell das, was sie gerade am Tun war, empfängt den Boten dann aber mit ausgesuchter Höflichkeit und Gastfreundschaft. Was die Heckenmagierin allerdings nicht tut, weil sie es einfach nicht besser weiß, ist, dem Mercere die üblichen 3 Geldstücke für seine Dienste zu überreichen. Der junge Gast ist davon derart verwirrt und in seinem Stolz verletzt, dass er Gudrids Gruß nicht erwidert und nicht mit seinem Namen antwortet, als die Merinita ihm den ihren nennt.

Natürlich kommen die anderen Magier auch dazu, immerhin hat der Bote ja für den einen oder anderen der Sodales Post dabei, ganz abgesehen davon, dass der Besuch natürlich auch ein außergewöhnliches Ereignis ist, an dem alle teilnehmen wollen. Semper Secundus bekommt zu seinem großen Schrecken einen Brief von seinem Parens – und vor lauter Schreck vergisst auch er, den jungen Mercere zu bezahlen. Erst Constantia rückt die Situation ein wenig gerade, indem sie dem fremden Magier die Münzen in die Hand zählt. Daraufhin stellt der Gast sich dann doch mit Namen vor – bei allen Igniculi außer Gudrid, was die Principa mit eisiger Kälte quittiert. Ist doch der Austausch von Namen gerade für Feen eine beinahe heilige Zeremonie… und die Weigerung, an dieser Zeremonie teilzunehmen, wenn das Gegenüber seinen Namen bereits genannt hat, eine massive Beleidigung.

Auf die Idee, das Missverständnis mit ein paar Worten aus der Welt zu schaffen, kommt allerdings auch keiner der etikettebewanderteren Anwesenden. Im Gegenteil: Rosa Nocturna hat auch einen Brief abzusenden, und sie achtet besonders darauf, dass sie dem jungen Mann das Geld derart unauffällig mit dem Pergament zusammen zusteckt, dass es von den anderen keiner sieht. Denn ihre in der Hermeskunde unbewanderten Sodales sollen bitte nicht merken, dass man die Mercere üblicherweise auch beim Verschicken einer Nachricht bezahlt, nicht nur bei deren Empfang.

Am Ende der gemeinsamen Zusammenkunft kommt es dann zu einem Gespräch unter vier Augen zwischen Hermes Fidelis – so hat der junge Mercere sich genannt – und Rosa Nocturna, bei dem die Tytala auf die Frage des Boten, warum man ihn so unhöflich empfangen habe, ausweichend aber mit einer Anspielung auf die Hinterwäldlerischkeit mancher Magier anspielt. Außerdem verspricht sie Hermes Fidelis, als dieser im Gespräch den entsprechenden Wunsch äußert, sie werde sich bei Gudrid dafür einsetzen, dass er im Bund aufgenommen werde.

Gesagt, getan: Rosa Nocturna trägt der Principa das Anliegen des Gastes vor. Die Halbfee ist zuriefst überrascht, hatte der südländische Magier doch zuvor aus seiner Abneigung für den Bund und seine Bewohner keinerlei Hehl gemacht. Die Tytala versucht dies mit der offensichtlichen Unerfahrenheit und Unsicherheit des frisch ausgelernten Magus zu erklären, aber Gudrid möchte die Bitte aus Hermes Fidelis’ eigenem Mund hören und sich selbst ein Bild machen.

Also unterzieht die Halb-Huldra den Mercere einem ziemlich strengen Kreuzverhör, zuerst unter vier Augen, dann in Anwesenheit der anderen Magi, damit die ebenfalls Fragen stellen und sich eine Meinung bilden können.
Hermes Fidelis erklärt, er wolle sich dem Bund anschließen, weil das Leben hier abenteuerlich sei.
Dies entnimmt der fremde Magus – der sich endlich auch der Principa namentlich vorgestellt hat – dem allgemeinen Austausch von Neuigkeiten, der irgendwann während des Gespräches zwischen den Magiern und ihrem Gast ebenfalls erfolgt. Dabei informieren die Igniculi den Mercere über die jüngsten Ereignisse, die auch für den Rest des Ordens von Interesse sein könnten, so zum Beispiel der Angriff auf den Bund im vergangenen Winter, der ermordete Mercere etc. Im Gegenzug erfahren die Magi, dass nicht nur Igniculus-in-Arden und der Bund am Meer am Tag der Wintersonnenwende angegriffen wurden, sondern noch drei weitere Bünde in unterschiedlichsten Gegenden Englands. Auch hat der Krieg gegen die Diedne deutlich an Hitzigkeit gewonnen.

Jedenfalls nennt Hermes Fidelis dies als den Grund, warum er gerne dem Bund beitreten wolle. Eine überzeugendere Motivation als diejenige, dass hier wenigstens etwas los sei und dass alles besser wäre als das langweilige und abgeschotte Leben seines Heimatbundes, gibt er nicht an.
Auch die Frage, wie seine bisherigen Sodales auf seinen Bundwechsel reagieren würden, und ob ein solcher Wechsel eventuell Probleme für die Igniculi bedeuten könnte, beantwortet er nicht eindeutig.
Von seinem Ansinnen lässt der Italiener sich auch nicht durch die deutliche Beschreibung der Unannehmlichkeiten und der Gefahren, die ihm im Wald von Arden drohen, abbringen. Principa Gudrid zweifelt offen, und auch Crispinus Comis macht, stärker noch als die Huldra, aus seinem Misstrauen keinerlei Hehl. Zwar nennt der Verditius den Mercere nicht offen einen Spion, aber er fragt doch laut in die Runde, ob die anderen es nicht auch etwas seltsam fänden, dass plötzlich, mit einem Mal, nach allem, was geschehen sei, mit den Diedne und dem toten Mercere etc., plötzlich ein weiterer Mercere, der eigentlich keinerlei Anlass dazu hat, sich mit einer fadenscheinigen Begründung dem Bund anschließen möchte.

Rosa Nocturna macht den Vorschlag, man könne dem jungen Mann ja eine Probezeit anbieten. Wenn er sich ein Jahr lang bewährt und diesen Wunsch dann immer noch hegt, soll er dem Bund offiziell beitreten dürfen.
Dieser Vorschlag wird zur Abstimmung gestellt. Crispinus Comis stimmt klar dagegen, Gudrid enthält sich, aber da die anderen vier Magier zustimmen, ist Hermes Fidelis probeweise aufgenommen.


Ansonsten wird an diesem Abend die Frühlings-Season beendet. Die Charaktere lernen teils aus Büchern, teils aufgrund dessen, was sie die Season über so getrieben haben, und beratschlagen, welche Baustelle nun, nachdem das Wildschwein-Problem gelöst ist und der Bund endlich anfangen kann, das neu erworbene Land um den Römerturm landwirtschaftlich zu nutzen, als nächstes angegangen werden soll.

So gibt es ja unten im Bund noch immer diesen verschlossenen Raum, von dessen fünf Schlüsseln wir nur einen einzigen besitzen und die anderen vier beim Aschenkerl vermuten. Einer der Sodales kommt auf den Gedanken, dass der vorhandene Schlüssel doch eine magische Verbindung zu den anderen darstellen könnte, die es einem entsprechend begabten Magier erlauben könnte, die anderen aufzuspüren.
“Entsprechend begabt” heißt Terram, und “Terram” heißt Gudrid. Zwar geht ein solcher Zauber bislag noch über ihre Fähigkeiten, aber das kann man ja ändern. Angelehnt an einen Formelspruch aus einer anderen Schule, entwerfen Wolframs und Rosa Nocturnas Spieler einen passenden Terram-Spruch, und auf diesen wird die Huldra die nächsten Seasons hinarbeiten. Aber dass Askeladd und die Schlüssel eher eine Langzeitbaustelle sein würden, davon waren wir ja auch zuvor schon ausgegangen.
Constantia hingegen übt sich weiter in Ignem, weil sie ja immer noch das Ziel hat, eines Tages den Flammenwolf als Familiar zu zähmen.

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Igniculus-in-Arden, 17. April 2012

Der am Ende der letzten Session gefasste Plan wird in die Tat umgesetzt, also entsprechende Befehle gefälscht und ein "ermordeter Bote“ so im Wald plaziert, dass die jagenden Legionäre ihn finden müssen.

Tatsächlich bringt schon recht bald ein heimkehrender Trupp die Nachricht von ihrem Fund und die „Befehle“, die der Tote bei sich trug, zurück ins Lager. Tribun Silvanus reagiert wie erhofft: Er versammelt unverzüglich das ganze Lager und gibt unter dem großen Jubel seiner Leute den Befehl zum Packen.

Allerdings werden die Vorbereitungen zum Abmarsch auch gut und gern zwei Tage dauern, also wird das Römerlager nicht verlassen sein, ehe die Barbaren ihren Angriff beginnen.
Crispinus Comis macht daher den Vorschlag, die Gruppe solle doch versuchen, den Gefangenen zu befreien. Wenn er entkommt und seinen Leuten sagt, dass die Legionäre in zwei Tagen ohnehin abmarschieren, dann werden die vielleicht auf ihren Angriff verzichten.

Nur wie kann man den Barbaren befreien, ohne dass die Römer es bemerken und die Igniculi als Verräter festsetzen? Immerhin wird der Käfig, der ja auch in der Mitte des Lagers steht, ständig von zwei Soldaten bewacht. Rosa Nocturna versucht, die beiden Wächter mit einem Schlafzauber zu belegen, aber während der eine müde wird und beinahe wegdämmert, bleibt der andere hellwach und hält seinen Kameraden zur Aufmerksamkeit an. Also braut Ethelred einen Schlaftrunk, der dann unauffällig in das Wasser gemischt wird, das die beiden Wachen in Abständen gebracht bekommen. Aber auch dieser Schlaftrunk wirkt nur bei einem der beiden Soldaten – der andere wird davon entweder nicht beeinflusst oder hat gerade keinen Durst. Entnervt und des Wartens müde schleicht Evelyn Streona sich von hinten an den noch diensttauglichen Legionär an und verpasst ihm ungesehen einen Schlag auf den Kopf, dass er auch umfällt.

Sobald die Legionäre außer Gefecht sind, lässt Gudrid mittels ihrer nicht permanenten Perdo-Magie einige der Käfig-Stäbe verschwinden, während Evelyn die Fesseln des Gefangenen löst und ihn aus dem Käfig lässt. Im Gegensatz zu den Römern, von denen die junge Adlige nicht erkannt werden wollte, um sich und ihre Gefährten nicht zu kompromittieren, darf – ja soll – der Einheimische durchaus sehen, wem er seine Freiheit zu verdanken hat. Es ist immerhin sehr gut möglich, dass die Igniculi mit dem Barbarendorf noch zu tun haben werden, und dann wäre es gut, wenn sie nicht als Feinde behandelt würden.

Der Befreite läuft sofort los – aber nicht in Richtung des Ausgangs, wie erwartet und erhofft. Stattdessen schlägt er sich zwischen die Legionärszelte. Evelyn geht ihm nach und sieht, dass der Mann unterwegs zum Kommandozelt des Tribuns ist. Auf den Ruf der jungen Frau hin hält der Flammenwirker aber inne und lässt erst einmal, wenn auch ungeduldig, mit sich reden.

Evelyn fordert ihn auf, dass Lager zu verlassen und seinen Leuten von den neuen Ereignissen zu berichten. Der ganze Angriff sei völlig unnötig, weil die Römer ohnehin im Begriff seien abzuziehen, erklärt sie.
Aber der Mann lässt sich von ihren Worten nicht umstimmen. Er werde das jetzt zu Ende bringen, sagt er, wendet sich ab und geht weiter Richtung Silvanus’ Zelt.

Am Ende ihres Lateins angekommen, weiß Evelyn sich keinen anderen Ausweg, als den Barbaren anzugreifen. Aber sie ist dem Flammenwirker hoffnungslos unterlegen, der sie nur deswegen nicht tötet, weil sie ihn immerhin befreit hat. Aber aufhalten lässt er sich von ihr nicht, und so muss Evelyn tatenlos zusehen, wie der Mann sich nun wirklich zum Zelt des Tribuns aufmacht. Da sie hier nichts mehr erreichen kann, macht sie sich lieber auch aus dem Staub, damit sie nicht mit dem, was nun folgt, in Verbindung gebracht werden kann.

Die anderen Igniculi haben von Evelyns Aktion gar nichts mitbekommen und sich indessen auch jeder ein Alibi verschafft. Und zumindest dieser Teil des Plans geht auf: Niemand verdächtigt die schrulligen „Gelehrten“, als es kurz darauf im Zelt des Tribuns zu einem heftigen Kampf kommt, in dessen Verlauf Silvanus mit Hilfe seiner Untergebenen den Eindringling tötet.

Das heißt aber auch, dass niemand das Barbarendorf von den geänderten Plänen der Legionäre informieren wird. Und das heißt wiederum, dass der Angriff wie geplant stattfinden wird. Das werden die Igniculi nicht verhindern können. Sie werden die Legionäre auch nicht von der Notwendigkeit überzeugen können, das Lager aufzugeben, ohne es vollständig abgebaut und alle Sachen gepackt zu haben, also sehen die Magier statt dessen zu, dass sie das Lager unter einem Vorwand verlassen, damit wenigstens sie nicht in diesen Kampf, in den sie ja gar nicht gehören, verwickelt werden.

Ehe die Gruppe sich in den Wald zurückzieht, möchte Ethelred aber unbedingt noch die Theorie testen, ob das Ganze nun die wirkliche Vergangenheit oder nur eine Art Vision ist. Zu diesem Zweck verformt Terram-Spezialistin Gudrid einen großen Stein zu einem auffälligen und unverwechselbaren Gebilde, das die Kräuterfrau dann am Römerturm in der Erde vergräbt.

Im Wald angekommen, warten die Igniculi in sicherer Entfernung auf die nächsten Ereignisse. Und tatsächlich ist am übernächsten Tag Kampflärm zu hören, und Flammen steigen über dem Lager auf. Die Magier warten ab, bis alles wieder ruhig ist, dann begeben sie sich vorsichtig zu dem Römerlager zurück. Und dort angekommen, stellen sie fest, dass sie wieder in ihrer richtigen Zeit angekommen sind: Das Lager ist verschwunden, und es steht nur noch die jahrhundertealte Turmruine, die sie ja schon kennen.

Die Magiebegabten überprüfen den Ort und stellen fest, dass keinerlei Magie mehr über der Gegend liegt, dass der Turm auch durch die Second Sight gesehen genauso verfallen ist wie ohne und dass die Wildschweine, die sich noch in der Gegend herumtreiben, völlig normale Tiere sind. Auch die Geister, die zuvor hier festgehalten wurden, sind alle verschwunden. Statt dessen findet sich hier, am Ort der Schlacht von vor mehreren hundert Jahren, eine ganze Menge Corpus-Vis in Form von Knochen der Umgekommenen. Es sind insgesamt vier Türme bzw. vierzig Bauern, die unser Corpus-Spezialist Wolfram an sich nimmt.

Kräuterhexe Ethelred gräbt indessen die Erde an der Turmruine auf – und fördert tatsächlich den verformten Stein zutage. Ha, triumphiert die Angelsächsin, dann waren wir also doch wirklich und wahrhaftig in der Vergangenheit!

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Igniculus-in-Arden, 03. April 2012

Die Magier überlegen noch, wie sie am besten weiter vorgehen, da wird einer der Barbaren aus dem feindlichen Dorf ins Lager geschleppt. Tribun Silvanus will ihn umgehend hinrichten lassen, aber die Gruppe kann ihn davon überzeugen, dass der Gefangene vielleicht noch nützliche Aussagen machen könne.

Also wird der Einheimische in einen Käfig auf dem offenen Platz in der Mitte des Lagers gebracht und zwei Legionäre zu seiner Bewachung abgestellt. Rosa Nocturna mit ihrem nicht unbeträchtlichen Charme ist die naheliegendste Kandidatin für die Rolle des Vernehmenden, aber im offenen Verhör verweigert der Gefangene jegliche Aussage. Also muss die Tytala, wie vorher fast schon vermutet, auf ihre Mentem-Magie zurückgreifen und die Antworten dann eben mit der „Stillen Frage“ aus dem Mann herausbekommen.

Wiederholte Anwendungen des Zaubers führen schließlich zu folgendem Ergebnis:
Der Gefangene ist ein Flammenwirker. Außer ihm gibt es bei den Barbaren noch fünf andere, die ebenfalls die Flammen beherrschen können. Er selbst benötigt Gesten oder Worte oder Rituale für seine Zauber, es ist also gut, dass er gefesselt ist, und das bleibt auch so. In drei Tagen wird es einen Angriff auf das Römerlager geben. Die Flammenwölfe, mit denen die Barbaren zusammenarbeiten, sind eigenständige Existenzen und werden gerufen, nicht von den Flammenwirkern neu aus Feuer erschaffen. Es gibt einen geheimen Zugang in das Barbarendorf, allerdings können nur Flammenwirker ihn begehen oder Personen, die von Flammenwirkern auf diesem Weg mitgenommen werden. (Und Constantia ex Flambeau ist natürlich nicht da. War ja klar.) Der Mann rechnet mit einem Befreiungsversuch seiner Leute, sondern ist fest und völlig überzeugt davon, dass er hier sterben wird.

Zwischendrin kommt Silvanus vorbei und zeigt sich äußerst irritiert darüber, dass Rosa Nocturna, statt mit dem Gefangenen zu sprechen, einfach nur vor ihm steht und ihn anstarrt. Statt dem Tribun auf normalem Wege zu antworten, projiziert die Maga einfach die Worte in den Kopf des Römers: „Weil ich es kann!“

Die Tytala hat ihr lautloses Verhör eben beendet, da leuchten die Augen des Gefangenen rötlich auf, und eine Feuerkugel schießt von ihm weg aus dem Käfig, so unverhofft, dass Rosa Nocturna nichts weiter tun kann, als gerade noch so auszuweichen. Die Feuerkugel fliegt geradewegs zu der Standarte hin und hüllt das Adleremblem vollständig ein.
Ethelred und Evelyn Streona stürmen los und holen Wasser, während Gudrid mittels Creo Terram einen Erdklumpen um die Standarte legt und auf diese Weise die Flammen erstickt. Aber die Merinita hat offensichtlich zu langsam reagiert, denn als sie die Erdkruste aufbricht und den Schaden begutachtet, ist das Adleremblem zwar nicht zerstört, jedoch sichtbar angeschmolzen.

Braucht der feindliche Flammenwirker also doch keine Gesten. Und Worte offensichtlich auch nicht, denn er hat ja dabei nicht gesprochen. Aber die Maurin hatte ja auch nach Gesten, Worten oder Ritualen gefragt…
Erbost stellt Rosa Nocturna ihm erst auf normalem, dann auf magischem Weg die Frage, was die Aktion bitteschön gesollt habe. Mit der Zerstörung der Standarte habe er den Kampfgeist der Feinde gebrochen, lautet die Antwort des Einheimischen.

So schnell gibt der Tribun allerdings nicht auf. Die Igniculi werden Zeuge einer Konfrontation zwischen Silvanus und Viator, worin der Kommandant dem Haruspex – gegen dessen offensichtlichen Widerwillen – den eindringlichen Befehl gibt, „es“ zu tun, wie er geschworen habe.
Auf die Frage der Magier, was „es“ denn sei, antwortet Silvanus, die Standarte sei unbrauchbar geworden, und die Legion brauche eine neue. Also werde Viator dafür sorgen, dass eine neue Standarte zur Verfügung stehe.

Noch immer sichtlich besorgt, doch entschlossen, gibt der Wahrsager einige Befehle und zieht sich dann in sein Zelt zurück, wo die Igniculi ihn kurz darauf aufsuchen. Viator, der keinerlei Hehl daraus macht, wie wenig ihm die Sache gefällt, gibt auch durchaus bereitwillig Auskunft über den Plan.
Es soll ein Ritual zur Anwendung kommen. Der Schmied des Lagers wird einen neuen Standartenkopf anfertigen, oder besser einen Standarten-Rohling. Die Legionäre, die Viator vorhin in den Wald befohlen hat, sollen jagen gehen, soviele Tiere, wie sie nur erlegen können, denn für das Ritual wird viel Blut benötigt werden. Auch jeder der Männer wird ein klein wenig Blut geben müssen, und durch dieses Blut, sowie das der Opfertiere, wird das neue Emblem geschaffen und die Geschicke der Männer an die Standarte gebunden werden. Solange dann die Standarte steht, werden auch die Legionäre stehen, egal, wie schwer verwundet, und wenn sie sterben, werden ihre Geister an den Ort gebunden und weiterkämpfen.

O-ha.

Aber mag der Plan dem Haruspex missfallen, wie er will, Silvanus ist sein Kommandant, und er hat einen Eid geleistet, und so ist Viator nicht bereit, von dem Vorhaben abzurücken, auch wenn die Magier ihm schließlich offen erzählen, dass sie aus der Zukunft gekommen sind und welche schrecklichen Folgen das Ritual für die Legionäre nach sich ziehen wird.
Also gehen die Igniculi nochmals auf Tribun Silvanus selbst zu und versuchen den von seinem Plan abzubringen.
Der Kommandant jedoch ist nicht zu überzeugen, ganz gleich von welchen Argumenten. Die Legion habe den Befehl, diesen Ort zu halten, also werde sie diesen Ort halten, egal, was der Preis sei.

Der Principa kommt diese Vehemenz verdächtig vor, daher versucht sie, mit Intellego Vim herauszufinden, ob Silvanus vielleicht unter einem magischen Einfluss steht. Und tatsächlich kann die Halbfee erkennen, dass da irgendeine Magie auf den Römer wirkt, aber welche genau, dazu reicht es nicht. Immerhin ist das allerdings genug Information, um damit wiederum zu Viator zu gehen, denn der Haruspex war ja bei dem Gedanken an das Ritual ohnehin nicht sonderlich glücklich.

Viator hört die Nordländerin an und erklärt dann, er könne herausfinden, was für ein Zauber genau auf dem Tribun liege, allerdings brauche er dafür ein größeres Opfertier. Kein Wildschwein, sind sich alle einig. Also gehen Wolfram (in Wolfsgestalt) und Gudrid auf die Jagd und erlegen tatsächlich gemeinsam einen großen Hirsch, dessen Eingeweide der Haruspex lesen kann. Die Prozedur dauert ein paar Stunden, aber an deren Ende kann Viator sagen, was es mit der Beeinflussung Silvanus’ auf sich hat. Der Kommandant muss in Rom jemandem gewaltig auf die Füße getreten sein, denn auf ihm liege ein Fluch: der Fluch, niemals mehr aus Britannien wegzukommen.

Hm. Damit lässt sich etwas anfangen. Denn nie mehr aus Britannien wegzukommen, heißt nicht, auf ewig an diesem Ort hier bleiben zu müssen. Silvanus hat viel von seinen Befehlen gesprochen und davon, dass sie hier von den anderen Einheiten abgeschnitten sind. Was, wenn der Befehl zum Verlassen dieser Festung hier schon längst unterwegs war und nur noch nicht hier angekommen ist? Der Tribun hat selbst gesagt, dass die feindlichen Barbaren die Linien ziemlich undurchdringlich machen.

Also sollen die Legionäre, die momentan im Wald unterwegs sind, um Opfertiere für das Ritual zu sammeln, auf dem Rückweg einfach über einen “ermordeten Boten” mit “Befehlen aus Londinium” stolpern. Die passenden Überreste sind schnell gefunden (bzw. per Creo Corpus erstellt), eine Uniform und einen glaubwürdigen Befehlstext kann Viator beisteuern, und der Haruspex hat auch ein altes Dokument, an dem die Magier sich für die Fälschung des Siegels orientieren können.

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Igniculus-in-Arden, 27. März 2012

Es hilft also offensichtlich nichts, gegen die Wildschweine zu kämpfen. Außerdem sind sie, wie die Magier vermuten, ja ohnehin nur ein Symptom des eigentlichen Problems. Das Übel wird an der Wurzel bekämpft werden müssen, und das sind die Römergeister.

Wolfram ex Bjørnær versieht seine Gefährten mit dem Geruch von Tieren, damit die Wildschweine nicht gleich bemerken, dass Menschen ihr Gebiet betreten haben. Und tatsächlich schaffen es die Igniculi, derart getarnt, ungestört bis zur Turmruine.

Das Gespräch mit den Geisterlegionären bringt zunächst nicht viel Neues ein. Den Römern ist nicht bewusst, dass sie tot sind: Sie haben nur das Gefühl, sie seien „schon ewig“ hier stationiert. Von den Wildschweinen wissen sie natürlich, sie halten sie auch für gefährlich, aber sie wissen auch, dass die Tiere ihnen, den Römern, nichts tun.

Soviel war beim letzten Mal ja auch schon herausgekommen, nun aber versuchen die Magier es mit der Eröffnung, die Legionäre seien nicht mehr am Leben. Glauben schenken die Geister den Worten allerdings keinen.

Da die Legionäre nicht zu überzeugen sind, verfallen die Igniculi irgendwann auf die Idee, nach der echten, körperlichen Standarte zu suchen. Denn bei dem, was in der Zwischenwelt zu sehen ist, handelt es sich ja nur um deren geisterhafte Repräsentation, und es festigt sich der Gedanke, dass der Standarte eine wichtige Bedeutung bei der ganzen Sache zukommt.

Also macht Gudrid sich mittels Intellego Terram auf die Suche und spürt schließlich eine Veränderung im Boden unter ihren bloßen Füßen, woraufhin die zum Ausgraben herangezogenen Grogs tatsächlich den schon bekannten Standartenkopf in Wildschweinform zutage fördern.

Crispinus Comis, immer besonders interessiert an magischen Artefakten aller Art, will das Metallstück untersuchen. Aber in der Sekunde, als der Verditius das Emblem berührt, geschieht etwas Unerwartetes. Eine Art lautloser Knall, wie eine Druckwelle ohne Druck, geht kreisförmig von dem Standartenkopf aus, und im nächsten Moment werden die Igniculi von einem römischen Legionär – einem völlig lebendigen römischen Legionär – angeblafft: „Wer seid ihr, und wie seid ihr ins Lager gekommen?“

Oha. Das Berühren der Standarte hat die Gruppe also in die Vergangenheit geschleudert. Oder, wie Rosa Nocturna glaubt und später argumentiert, in eine Vision der Vergangenheit. Aber das ist eigentlich erst einmal nebensächlich. Der Tribun, zu dem sie gebracht werden, glaubt glücklicherweise, dass die Neuankömmlinge nicht zu den „Wilden“ gehören, von denen die Gegend terrorisiert wird und wegen derer das Fort hier hauptsächlich existiert, denn dafür ist das Latein der Magi zu gut und flüssig (wenn auch in den Ohren des Römers etwas seltsam klingend). Als Zauberwirker geben sich die Igniculi ihm gegenüber natürlich dennoch nicht zu erkennen, sondern verbergen sich hinter dem Deckmantel von „Gelehrten“, das hat immerhin schon häufiger funktioniert. Der Kommandant, der sich als Silvanus vorstellt, ist dennoch, oder gerade deswegen, nicht amüsiert über die Zivilisten in der Kampfzone:

„Warum seid ihr überhaupt hier?“, fragt er entnervt. Auf die Frage antworten, wenig koordiniert, gleich drei der Magier: „Wegen der Pflanzen.“ „Wegen der Pilze.“ „Wegen des Erdbodens.“ „Wegen der Wildschweine?“ hakt Silvanus nach.

Da schallt es aus drei Kehlen gleichzeitig: „Wegen der Wildschweine!!“

So richtig zufriedengestellt ist der Tribun mit dieser Auskunft nicht, aber er lässt die Gruppe bleiben, nachdem diese sich auch noch mit der fadenscheinigen Erklärung aus der Affäre gezogen haben, das Tor habe offengestanden und keine Wache sie aufgehalten. Da wird ein armer Wachsoldat offensichtlich Strafe beziehen, aber besser so als zu sagen, man sei einfach aus dem Nichts aufgetaucht.

Es stellt sich heraus, dass das Dorf der Wilden, mit denen die Legionäre im ständigen Konflikt liegen, sich an genau der Stelle befindet, wo einmal der Bund erbaut werden wird. Sehr interessant, vor allem, da davon bisher noch keiner der Jungmagier etwas wusste und auf dem Bundgelände keine offensichtlichen Spuren einer früheren Besiedlung zu sehen sind. Außerdem erklärt Silvanus, wenn die „Gelehrten“ unbedingt in den Wald müssten, dann sollten sie sich unbedingt von dem gegnerischen Dorf fernhalten, weil die Einheimischen über Zauberkräfte verfügten: Sie hätten bei früheren Angriffen ganz schreckliche Flammenwölfe beschworen. Auch sehr interessant, das.

Natürlich machen die Igniculi sich trotz der Warnung des Kommandanten gerade auf zu dem Dorf. Gerade dort erhoffen die Zeitreisenden sich doch Antworten, die sich anderswo im Wald sicherlich nicht finden lassen werden.
Beim Verlassen des Römerlagers fällt ihnen noch ein Legionär auf, der nicht nur einen ungewöhnlichen Umhang aus Wolfsfell trägt, sondern die Besucher auch noch besonders misstrauisch beäugt und den Wachhabenden leise den Befehl gibt, ihn sofort zu informieren, falls die Fremden wieder auftauchen sollten.

Am umzäunten Dorf der Einheimischen kommen die Igniculi leider nicht groß weiter. Wenig verwunderlich, werden sie, obwohl sie mit den Bewohnern auf Angelsächsisch kommunizieren und ihre friedlichen Absichten erklären, einfach nicht eingelassen. Der Name eines Anführers oder ähnliches ist auch nicht herauszufinden. Also kehren die Magier schließlich unverrichteter Dinge um und zum Römerfort zurück.

Dort wird die Gruppe, wie von diesem befohlen, zu dem Offizier mit dem Wolfsfellumhang gebracht, was den Igniculi ganz recht ist, denn mit dem wollten sie ohnehin sprechen. In seinem Zelt ist der Römer gerade mit einem zerlegten Wildschweinkadaver beschäftigt – offensichtlich handelt es sich bei ihm um einen Haruspex, also jemanden, der die Eingeweide von Opfertieren zum Hellsehen verwendet.

Viator – so nennt er sich – habe in letzter Zeit beunruhigende Dinge gelesen, erklärt er. Von Kampf und Tod, aber auch von Fremden, denen eine nicht unerhebliche Rolle zukommen würde. Ihm gegenüber werden die Igniculi etwas deutlicher als gegenüber dem Kommandanten Silvanus und fragen, ob er nichts Genaueres habe hellsehen können. Nein, erwidert Viator, denn die Genauigkeit der Lesung hänge von der Größe des Tieres ab. Er habe aber Möglichkeiten, ein Wildschwein auf magische Weise zu vergrößern, ehe er es seziere… Der Haruspex hat kaum ausgesprochen, da fallen ihm alle, die Latein können und ihn verstanden haben, schon heftig ins Wort. Das wäre, bei dem, was die Igniculi wissen, oder genauer gesagt nicht wissen, gar keine gute Idee.

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Igniculus-in-Arden, 31. Januar 2012

Nach der Rückkehr in den Bund überlegt die Gruppe, was am besten als Nächstes zu tun sei. Denn momentan öffnen wir nur Baustellen, wie Crispinus’ Spieler so schön sagt, wir schließen eigentlich keine.

(Die Jagd, bei der Wolfram die fremde Kriegerin retten will, wird fürs erste hintenangestellt. Unser Spielleiter möchte sich darauf etwas besser vorbereiten – er war davon ausgegangen, dass die Szene, weil nur der Bjørnær darin involviert ist, mal irgendwann anders nur zwischen ihm und dem Spieler ausgespielt werden würde. Aber da der Rest der Gruppe auch interessiert daran war/ist, die Aktion mitzuerleben, wurde die Szene eben verschoben, und wir gehen einfach davon aus, dass Wolfram überlebt hat und in den Bund zurückgekommen ist.)

Die Wildschweine in dem neu erworbenen Waldstück sind das Problem, mit dem sie uns als erstes beschäftigen wollen, beschließen die Magier. Also macht sich die in letzter Zeit übliche Gruppe (Constantia, Gudrid, Wolfram, Ethelred und Knut-der-Baum mit Willehad Lind und zwei Grogs als Wachpersonal) wieder einmal auf den Weg in das Gebiet.

Unterwegs werden Pläne geschmiedet. Da die Wildschweine nur innerhalb eines bestimmten Radius um den Turm (bzw. wie die Igniculi vermuten, das Legionsbanner) intelligent sind, sollen sie aus diesem Radius herausgelockt werden… zummindest einige der normalen Tiere, um diese schon einmal auszudünnen und eventuell so die Schweinemutter anzulocken.

Wolfram, in Hirschgestalt, geht als erster in den Bereich und findet tatsächlich drei Wildschweine, die er provozieren und hinauslocken möchte. Dummerweise lassen sich die Tiere von dem Hirsch nicht aufstacheln, ganz egal, was der Bjørnær versucht. Irgendwann reicht es unserer Flambeau, und sie betritt mit Schimpfworten auf der Zunge ebenfalls den magischen Radius.

Ein Mensch ist da doch gleich etwas anderes. Kaum ist Constantia die Reichweite gekommen, in der die drei ihre Witterung aufnehmen können, stürmen sie in vollem Schweinsgalopp auf die Feuermaga los, und die kann nur noch machen, dass sie eilig rauskommt.

Sie schafft es gerade so aus dem Kreis, dann beginnt der Kampf gegen die Tiere ernsthaft. Hier trägt jedes Gruppenmitglied gemäß seinen oder ihren Fähigkeiten zum Erfolg bei (Wolfram z.B., indem er die Wildschweine in Frischlinge verkleinert, Constantia mit Feuer, Willehad mit dem Schwert und Gudrid durch Festwurzeln der Gegner am Boden), aber trotzdem ist es ein erstaunlich langer und harter Kampf, bis die drei Schweine tot am Boden liegen.

Und das waren nur drei Wildschweine von wer weiß wie vielen, und in harmlose Frischlinge verwandelt, und die große böse Übermutter noch gar nicht dabei.
Ooc beginnen wir Spieler schon über die Unfähigkeit von Magiern im allgemeinen und von unseren Igniculi im besonderen zu lästern – aber immerhin haben wir die Kampfregeln jetzt zum ersten Mal richtig und detailliert ausprobieren können.

Eines ist jedenfalls klar: Diese Strategie war eindeutig die falsche. Um der Schweinemutter und ihrem ganzen Rudel beizukommen, werden wir uns definitiv etwas anderes einfallen lassen müssen. Und zwar werden wir wohl doch den Weg über die Legionäre und ihr Legionsbanner gehen müssen. Ist das Legionsbanner verschwunden, wird auch die Schweinemutter vergehen und ihr Rudel wieder zu ganz normalen Tieren werden, vermuten wir.

Aber das wird ein andermal auszuprobieren sein. In den nächsten paar Wochen wollen wir zunächst ein anderes System einschieben.

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Igniculus-in-Arden, 17. Januar 2012

Gudrid bereitet sich darauf vor, mit Herne zu sprechen. Aber ehe es zu dieser potentiell unangenehmen Unterredung kommen kann, erscheint ein Besucher vor dem Zelt der Igniculi: Einer der Wolfsfeen teilt der Princeps mit, dass Wuk mit ihr sprechen möchte.

Die Halb-Huldra sucht also den alten Wolf auf, der sie zu einem kleinen Spaziergang einlädt. Dabei wird Guri begleitet von Wolfram in Tiergestalt und verfolgt von Knut dem Baum (neugierig, wie der ist, kann er es nicht lassen).

In der Unterredung macht Wuk deutlich, dass er von den Versuchen der Magier, Gauwron zum Sieg zu verhelfen, durchaus weiß. Er scheint es aber ebenfalls nicht sonderlich schlimm zu finden, denn er redet ganz sachlich darüber. Wuks Meinung nach haben die Magier sich in Gauwron keinen besonders guten Verbündeten gesucht: Sein Sohn sei zu eilig, zu ungeduldig, und generell einfach noch nicht bereit. Wuks Sohn. Oh-ha. Wobei man es sich ja eigentlich hätte denken können.

Das Gespräch wendet sich dann auch der Sache mit der Heirat zu. Die Nordländerin erklärt wieder einmal, dass sich das mit der Herrin bzw. Hüterin um ein Missverständnis gehandelt habe und dass sie keinerlei Absichten in Richtung Herne hege. Sie habe kein Interesse an Herne, ganz abgesehen davon, dass es da ja noch diese Saika gebe.
Nein nein, erklärt der alte Wolf rundheraus, die habe nicht das Zeug dazu, die Herrin zu werden. Auf Gudrids Frage, weswegen er das glaube, Saika und Herne als Paar sei doch für alle die beste Lösung, erwidert Wuk, der Lord brauche manchmal jemanden, der ihm, nun, Einhalt gebiete. Und dieser jemand sei die Falkenfee nicht.

Der alte Haudegen bietet der Halb-Huldra nun ebenfalls seine Hilfe an: Er könne bei Herne für Gudrid reden, den Herrn des Waldes dazu bringen, dass er die Gruppe ziehen lässt. Als Gegenleistung möchte er dafür lediglich Gudrids Wort, dass die Magier sich in Zukunft nicht mehr mit Gauwron verbünden.

Die Merinita überlegt, ob sie das in Konflikt mit ihrem Abkommen gegenüber dem jungen Kämpfer bringt, aber dieses Zweckbündnis war allein für den Kampf um den Vis-Tau geschlossen worden, ist nun also vorüber und die Magier der Wolfsfee somit nichts mehr schuldig. Also willigt Guri in den Handel ein.

Nach dem Ende der Unterredung mit dessen Vater spricht die Halb-Huldra noch kurz mit Gauwron, um dem jungen Wolf gegenüber ihr Bedauern über den fehlgeschlagenen Plan zum Ausdruck zu bringen und um höflich, aber deutlich zu erwähnen, dass die Verbündung ein einmaliges Ding der Vergangenheit war. Nicht, dass der Junge noch denkt, das Bündnis habe weiterhin Bestand.

Dann folgt endlich das Gespräch mit Herne. Wie erwartet, gestaltet es sich ein wenig unangenehm für die Nordländerin, weil sie nicht recht weiß, wie sie dem Feenlord klar machen soll, dass sie nicht gedenkt, ihn zu heiraten, und dass er sich jeden Gedanken daran gefälligst aus dem Kopf schlagen soll… ohne dabei die notwendige Höflichkeit zu verlieren.

Am Ende, nach einigem Hin und Her und deutlichen Worten seitens der Maga, gesteht Herne ihr zu, sein Ansinnen für den Moment zurückzuziehen. Gudrids Erwiderung, nicht nur ‘für den Moment’, sondern grundsätzlich und für immer, entgegnet der Jäger gelassen, er sei niemand, der schnell aufgebe, und er verstehe sich aufs Warten. Die Merinita feuert noch einmal eine Abfuhr in Hernes Richtung, aber von dieser Einstellung rückt der Feenlord nicht ab, also muss Gudrid sich wohl oder übel mit diesem vorläufigen Aufschub zufrieden geben.

Immerhin kann Guri, nachdem das Thema „Heirat“ fürs Erste vom Tisch ist, mit Herne noch über einige andere Dinge sprechen. Über den Angriff auf den anderen Bund, zum Beispiel. Die Feen, die durch das magische Portal dorthin gereist waren, um den dortigen Magiern zu helfen, hätten nach ihrer Rückkehr berichtet, sie hätten niemanden von den Bündlern am Leben gefunden, aber immerhin die Angreifer vernichten können.

Die fremde Kriegerin, die sich im Austausch gegen die geleistete Hilfe von den Feen hat festsetzen lassen, soll tatsächlich bei der am übernächsten Tag folgenden Jagd als eine der zu jagenden Beuten dienen. Die Modalitäten dieser Jagd lässt Gudrid sich ebenfalls erklären: Beute kann überleben und wird dann wieder freigelassen, wenn sie bis zum Ende des Tages nicht gefangen wird oder wenn es ihr gelingt, eine bestimmte Grenze zu überschreiten (einen Bach oder etwas in der Art).

Herne erwähnt außerdem noch, er und seine Leute befänden sich gerade im Krieg… gegen Gudrids Art. Auf genaueres Nachfragen kommt heraus, dass der Feenlord die Wikinger meint, die nicht nur marodieren und brandschatzen (was den Feen eigentlich ziemlich egal wäre), sondern vor allem ihren fremden Glauben ins Land brächten, der wohl irgendwie die magische Macht der Feen zu beeinträchtigen scheint (so zumindest glaubt Guri die Bemerkungen des Jägers zu verstehen).

Die Princeps deutet daraufhin an, dass man in den Seeräubern aus dem Norden einen gemeinsamen Feind habe und vielleicht in der Zukunft zusammenarbeiten könne.

Zurück im eigenen Zelt erstattet die Halb-Huldra ihren Gefährten Bericht, dann planen die Igniculi ihre Abreise für den nächsten Morgen. Eigentlich wollten sie noch der fremden Kriegerin helfen, aber Wolfram ist der Ansicht, dass die Anwesenheit der anderen vermutlich eher hinderlich wäre, weil sie sich nicht ohne weiteres in ein etabliertes Feenritual einmischen können, ohne Feindschaft heraufzubeschwören. Statt dessen will der Bjørnær selbst an der Jagd teilzunehmen, um so die Frau zu retten. Denn wenn er sie als erster findet und fängt, hat er schließlich das Recht, mit der Beute anzustellen, was er will… also auch, sie am Leben zu lassen.

Die anderen willigen in Wolframs Vorschlag ein, und Gudrid bittet den Tiermagus noch, er möge der Frau das Angebot machen, sich Igniculus-in-Arden anzuschließen, falls in ihrem eigenen Bund tatsächlich niemand mehr am Leben sei und sie sonst nicht wisse, wohin.

Das wiederum muss Willehad Lind erst einmal verdauen. Eine Kämpferin mit Verstand, mit der er sich auch mal unterhalten könnte, die seine Befehle sogar verstehen würde, anders als die doch recht tumben Custodes? Eine Stellvertreterin vielleicht gar? Eine ungewöhnliche, aber vielleicht gar keine so unangenehme Vorstellung. … Falls es denn überhaupt soweit käme, versteht sich.

Zu diesem Zweck jedenfalls geht Wolfram zu dem Käfig und redet mit der Frau: stellt sich ihr vor, erklärt seinen Plan und zeigt sich ihr auch schon in Wolfsgestalt, damit sie sich darauf vorbereiten kann. Dass sein Vorhaben klappen wird, kann er ihr natürlich nicht versprechen, aber dass er sein Möglichstes versuchen wird, sehr wohl.

Am nächsten Tag reisen die übrigen Magi und ihre Begleiter wie geplant ab. Allerdings schlagen sie nicht den direkten Weg zurück nach Hause ein, sondern begeben sich zu dem magischen Portal (wo das zu finden ist, haben sie sich beschreiben lassen), um sich den fremden Bund und die dortigen Ereignisse mit eigenen Augen anzusehen.

An dem Bund angekommen, durchsuchen die Igniculi dort alles nach Hinweisen und Spuren. Es gibt tatsächlich keine Überlebenden, zumindest keine, die sich noch am Ort aufhielten. In den Höhlen unter dem Bund, wo sich auch das Portal befindet, liegen etliche Leichen, denen die Gruppe ein Begräbnis verschafft. Überirdisch ist das ganze Anwesen nur noch eine einzige Ruine, alle Gebäude so gut wie völlig zerstört. Die Magi finden einige Schriftstücke und Gegenstände, aber nichts wirklich Bemerkenswertes.

Vom Angriff auf Igniculus-in-Arden wissen sie ja ungefähr, von woher die vier Elemente gekommen sein müssen, also untersuchen sie die entsprechenden Orte auch hier. Oder besser, drei von vier Orten können sie untersuchen, denn der vierte Elementarangriff muss, weil der Bund ja direkt an der Küste an einer steilen Klippe liegt, vom Meer aus gekommen sein. Von einem Schiff, vermutet die Gruppe. Die drei an Land befindlichen Ritualplätze sehen ganz ähnlich aus wie die bei ihrem eigenen Bund, auch eine ähnliche Anzahl an Spuren ist zu finden.

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Igniculus-in-Arden, 03. und 10. Januar 2012

Auf Willehads Bericht hin geht Wolfram hinaus, um mit Ravenna zu sprechen, und tatsächlich kommt kurze Zeit später die Rabenfrau auf ihn zu. Sie bedankt sich dafür, dass der Bjørnær letztens den Ihrigen geholfen habe und zeigt sich dafür mit einem kleinen Stoffsäckchen erkenntlich. Darin wimmelt es vor Würmern und Insekten: für den Rabenmagier ein verlockend leckerer Imbiss, den gleich zu verschnabulieren er sich aber verkneift. Zurück im Zelt lässt er den Inhalt des Säckchens von Intellego-Spezialistin Guri analysieren – und es war gut, dass er seinen Appetit bezähmen konnte, denn es handelt sich um nichts weniger als 4 Bauern reines Animal-Vis. Die können den Igniculi irgendwann nochmal sehr zupass kommen.

Constantia ex Flambeau geht indessen sich indessen ebenfalls auf dem Gelände umsehen und trifft dabei auf einen Käfig, in dem sich eine Kriegerin befindet. Die Frau erkennt die Maga zu deren Erstaunen tatsächlich als solche, als Constantia näher herantritt und die Gefangene anspricht. In der Unterhaltung stellt sich heraus, dass die Kriegerin aus einem Bund an der Westküste Englands stammt, der von denselben Angriffen getroffen wurde wie Igniculus-in-Arden (allerdings von allen 4 Elementen, statt nur von dreien wie bei uns). Da dort außerdem die Parma nicht rechtzeitig hochgezogen werden konnte, sah es sehr schlecht für den Bund aus. In letzter Not beschloss man, die Frau durch das nahegelegene magische Portal zu schicken, das hierher in das Feengebiet führt, und die Feen um Hilfe zu bitten. Die Feen erklärten sich bereit zu helfen, allerdings musste die Kriegerin sich auch zu einer Gegenleistung bereit erklären (bekanntermaßen tun Feen ja nichts umsonst) – und diese Gegenleistung war eben, dazubleiben und bei nächster, bislang noch nicht näher bestimmter Gelegenheit die Beute bei einer Jagd abzugeben. Zumindest ist das die Vermutung der Frau; Genaueres darüber, was man mit ihr vorhat, weiß sie noch nicht.

Irgendwann bekommen die Magi in ihrem Zelt Besuch von einem der jungen Kämpfer, die draußen auf dem Kampfplatz den alten Wolf herausgefordert und verloren hatten, und zwar von demjenigen, der den alten Haudegen fast besiegt hätte. Der junge Feenmann stellt sich als Gauwron vor und deutet an, er wäre bereit, den Igniculi zu helfen, wenn diese wiederum ihm helfen würden. Wobei? Dabei, den alten Wolf einsehen zu lassen, dass es an der Zeit sei, das Feld einem Jüngeren zu überlassen, natürlich. Denn Wuk, Hernes rechte Hand, sei zu eingefahren in seinen Ansichten, zu unflexibel, und generell einfach langsam zu alt.
Gudrid als Princeps sagt der Wolfsfee nicht sofort zu oder ab, sondern erklärt, die Gruppe brauche etwas Zeit, um sich zu beraten.

Als Gauwron gegangen ist, tun die Igniculi genau das. Das Ergebnis der Überlegungen ist, dass man die Frage der Hochzeit und des Vis-Wettstreits voneinander getrennt halten und zuerst die Frage des Vis klären sollte, um die Situation nicht noch weiter zu verkomplizieren. Nach einigem Hin und her kristallisiert sich folgender Plan heraus: Man wird versuchen, den Kampf um das Vis als einen Zweikampf zwischen einem Vertreter der Magi und einem Vertreter der Feen austragen zu lassen: idealerweise Gauwron für die Igniculi und Wuk für Herne. Dabei wollen die Magier je nach ihren Fähigkeiten und Spezialisierungen Gauwron magisch unterstützen.

Gudrid hätte vorher gerne noch Saika, die eifersüchtige Falkenfrau, irgendwie wissen lassen, dass sie keinerlei Ambitionen in Sachen Herne hegt, aber den Plan gibt die Huldra dann doch auf, als ihr klar wird, dass die andere irgendwelchen Argumenten gegenüber wohl kaum zugänglich wäre.

Also wird der Plan gleich in die Tat umgesetzt: Die Gruppe fragt Gauwron, ob er mitmacht – der junge Wolf stimmt sofort zu -, dann unterbreitet Guri auch Herne bei einem Kelch Wein (den sie schlecht ablehnen kann, als der Feenherrscher ihr ihn galant anbietet) den Vorschlag eines Zweikampfs um den magischen Tau. Herne erklärt sich (mit ein paar “wenn Ihr es wünscht, dann soll es so geschehen” zu viel für Gudrids Geschmack) ebenfalls einverstanden, und so wird der Kampf für den nächsten Tag um die Mittagsstunde angesetzt.

Am Abend jedoch wird Gauwron noch in das Zelt der Magier eingeladen, damit diese schon einmal ausprobieren können, ob und inwieweit ihre Magie überhaupt einen Einfluss auf den Feenmann hat. Leider nicht sehr viel, stellt sich heraus, denn Feen haben eine hohe “magische Schwelle”, die erst einmal durchdrungen werden muss. Wolfram zumindest kommt in seinem abendlichen Versuch nicht durch, und so bleibt ihm, als auch der eigentliche Versuch am nächstn Tag ins Leere geht, nicht viel mehr, als die Lederrüstung der Wolfsfee zu stärken.
Ethelred, die Kräuterfrau, braut einen Trank, den sie Gauwron gegenüber als Stärketrank ausgibt, der aber in Wahrheit keinerlei magische Eigenschaften hat. (Denn mmerhin sind Ethelreds Fähigkeiten mit Kräutern zwar groß, aber dennoch lediglich rein mundaner Natur.)

Als Wolfram am Tag des großen Ereignisses zu Gauwrons Zelt geht, um mit diesem zu sprechen und seine Rüstung zu verzaubern, ist der Wolfsmann noch nicht da. Während er auf den Streiter wartet, bemerkt Wolfram, dass die hintere Plane des Zeltes aufgeschlitzt worden ist. Eine für den Bjørnær in Wolfsgestalt gut zu verfolgende Spur riecht nach Rabe und endet an einem Zelt, das sich als Saikas identifizieren lässt. Mit begründetem Misstrauen warnt Wolfram den jungen Feenmann vor dem Wein, den dieser sich einschenken will, und tatsächlich stellt sich bei Ethelreds Analyse das Getränk als Magenkrämpfe auslösend vergiftet heraus.
Entsprechend verwundert, um nicht zu sagen konsterniert, sieht Saika, die Falkenfee, dann auch aus, als Gauwron gegen Mittag völlig unbeeinträchtigt zum Kampfplatz kommt.

Nachdem die anderen vor Beginn in der Heimlichkeit des Zeltes ihre Beiträge geleistet hatten, überlegt Gudrid, ob sie vielleicht in einem passenden Moment des Kampfes Wurzeln aus dem Boden des Kampfplatzes wachsen lassen könnte, um den alten Wolf zu behindern. Aber als es dann ernst wird, entscheidet sie sich dagegen. Es gibt einen Schiedsrichter bei dem Zweikampf, der sehr genau aufpasst, was wo passiert, und plötzlich auftauchende Wurzeln würden diesem sicherlich nicht entgehen, ganz abgesehen davon, dass die Halb-Huldra eine sehr auffällige Zauberin ist und immer üppige Blumen und Pflanzen um sie sprießen, wenn sie Magie wirkt.
Constantia hingegen hat tatsächlich etwas, mit dem sie unauffällig in das Geschehen eingreifen kann. Unauffällig in der Nähe des Lagerfeuers stehend, damit der für sie beim Zaubern typische Rauchgeruch nicht zu bemerken ist, bewirkt sie, dass der Boden unter Wuk einen kurzen Moment lang unerträglich heiß wird und der alte Wolf davon aus dem Tritt gebracht wird und zur Seite springen muss.

Aber es hilft nichts. Der Kampf geht denkbar knapp aus, aber trotz der verstärkten Rüstung, dem Placebotrank und dem erhitzten Boden gewinnt Wuk gegen Gauwron. Somit haben die Igniculi das Vim-Vis für die nächsten fünf Jahre verloren – und die Frage der Hochzeit ist auch noch nicht geklärt…

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Igniculus-in-Arden, 20. Dezember 2011

Nachdem der Winter vorüber ist und somit das Jahr 1006 begonnen hat, planen die Igniculi ihre Aktivitäten für den neuen Frühling. Es gäbe da so einiges, das man tun könnte, aber die Magier beschließen, sich zuerst um das Vim-Vis zu kümmern, das in diesen Tagen erntereif werden wird. Aus den Unterlagen, die sich im Bund zu den Visquellen finden, lässt sich entnehmen, dass diese spezielle Quelle nicht nur von den Magi, sondern auch von den örtlichen Feen beansprucht wird. Es handelt sich dabei um einen Dolmen, also um zwei riesige Steinblöcke, über denen quer ein dritter liegt. An zwei oder drei Tagen im Frühling ist der Tau, der sich auf diesen Steinblöcken sammelt, magisch und kann dann als reines Vim-Vis geerntet werden.

Da Feen inolviert sind, bietet es sich an, dass die Merinita und Halbfee Gudrid die Ernteaktion leitet. Begleitet wird sie von Wolfram ex Bjørnær und Constantia ex Flambeau, ebenso von Knut dem Baum und Ethelred (die Kräuterfrau möchte jetzt im Frühling ihre Vorräte an Heilkräutern auffrischen) sowie natürlich einigen Custodes.
Die Erteilung des Auftrages führt übrigens zu großem Unverständnis bei Willehad Lind, der den begleitenden Trupp Grogs wieder höchstpersönlich befehligt. “Wir gehen was? Wir gehen Tau pflücken?!?”

Auf dem Weg zu dem Dolmen kommt die Gruppe auch an der Stelle vorbei, wo sie im Sommer oder Herbst ihr Ignem-Vis wird ernten können: Ein Kohlenmeiler, der jetzt im Frühling gerade frisch aufgebaut und entzündet worden ist. Einige Meilen weiter dann verändert sich mit einem Mal die Landschaft, oder besser die Farben: Alles ist plötzlich viel greller, bunter, in Technicolor gewissermaßen. Aha, denken sich die Igniculi, dann können wohl auch die Feen nicht weit sein.

Knut warnt alle, was auch immer sie sonst täten, sie sollten sich einer Fee gegenüber auf gar keinen Fall bedanken, das würden die gar nicht mögen.
Die nähere Erklärung, dass Feen ungern bei jemandem in der Schuld stünden oder jemanden in ihrer Schuld stehen hätten – und ein ausgesprochenes “Danke” würde ja bedeuten, dass der Aussprechende damit erklärt, er stehe in der Schuld desjenigen, bei dem er sich bedankt – führt dazu, dass Hauptmann Willehad seinen Grogs strikt verbietet, bei einer Begegnung mit Feen überhaupt irgendetwas zu sagen, sondern die Wachen gefälligst striktes Stillschweigen zu bewahren hätten.

Einige Zeit später kommt tatsächlich das Hünengrab in Sicht, und sofort wird klar, dass die Feen nicht nur in der Gegend sind, sondern bereits eine Delegation zum Taupflücken entsandt haben: Ein großes Zeltlager ist hier aufgebaut worden, und neben dem Menhir steht eine Art Thron.
Im Näherkommen werden die Magier natürlich sofort bemerkt und in die Nähe des Throns geleitet. Ein hochgewachsener Mann mit einem ausladenden Hirschgeweih tritt auf die Gruppe zu, stellt sich als “Herne der Jäger” vor und begrüßt sie mit einem: “Da seid ihr ja. Das wurde aber auch Zeit!”

Gudrid, verwirrt und verwundert, spielt auf Zeit und antwortet ausweichend. Daraufhin wendet sich der Feenmann seinen Gefolgsleuten zu, klatscht um Aufmerksamkeit und erklärt laut: “Meine Braut ist endlich angekommen. Jetzt können wir die Hochzeit feiern!”

Äh.

Nach dem ersten Schock fasst die Merinita sich und erklärt, hier müsse ein Missverständnis vorliegen. Nein, sagt Herne, kein Missverständnis. Denn Gudrid habe sich selbst ja als die Herrin des Waldes bezeichnet, und es gebe nur zwei Möglichkeiten, wie sie die Herrin des Waldes sein könne: als Hernes Feindin, die den Titel durch einen Sieg über ihn erhalten hat, oder als seine Gemahlin.

Die Huldra antwortet, dass sie keinelei Ambitionen hege, sich den den Feenjäger zum Feind zu machen, aber seine Ehefrau könne sie auch nicht werden. Und sie habe sich niemals als Herrin des Waldes bezeichnet, sondern immer nur als dessen Hüterin. Dieser feine, aber bedeutsame Unterschied scheint Herne zwar wenig zu beeindrucken, aber er erklärt sich bereit, dieses Thema erst einmal hintenan zu stellen und statt dessen über den Frühlingstau zu sprechen.

In der Vergangenheit war es wohl so, dass es alle 5 Jahre zu einem Wettstreit um den Tau kam. Der Sieger durfte dann für die nächsten 5 Jahre das Vim-Vis abbauen. All diese Wettkämpfe hatten auf irgendeine Weise irgendetwas mit der Jagd zu tun, zum Beispiel waren vor einigen Jahren die Magier selbst die Gejagten, erzählt Herne amüsiert.

Knut der Baum ist übrigens dem Gespräch zwischen Jäger und Princeps überaus interessiert gefolgt und macht nun ein ziemlich enttäuschtes Gesicht – offensichtlich haben die Faerie von ihm (ihm selbst oder den ständig um ihn herumwuselnden Feen-Eichhörnchen) von der neuen Hüterin/Herrin des Waldes erfahren, und Knut scheint nun zu glauben, Guri habe absichtlich gelogen.

In dem Gespräch mit Herne bedankt sich Gudrid einmal absichtlich. Herne reagiert in keinster Weise darauf, so dass Willehad seinen Leuten in bezug auf das Wort “Danke” und generell in bezug auf das Reden in Gegenwart der Feen, zumindest dieser speziellen Feen, Entwarnung geben kann.

Die Gruppe zieht sich zurück, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Es ist klar, dass auch der diesjährige Wettkampf etwas mit dem Thema “Jagd” zu tun haben wird – aber ob man diesen Begriff so wortwörtlich nehmen muss, bleibt noch abzuwarten. Eine Jagd im etwas weiter gefassten Sinne wäre den Magiern jedenfalls deutlich lieber, denn in der echten Hatz auf eine Beute wären Hernes Feen deutlich überlegen. Immerhin tragen alle von ihnen die sichtbaren Merkmale von Raubtieren, teils wolfsartig, teils katzenhaft, teils mit Anzeichen von Greifvögeln. Letztere zeigten sich zum Beispiel in der Frau, von der die Igniculi zu dem ihnen zugewiesenen Zelt geführt wurden: Sie hat eine gebogene, schnabelartige Adlernase, Haare, die Federn ähneln und gelb-goldene Augen, aus denen sie Gudrid mit Mord im Blick anstarrt. Offensichtlich gefällt der Feenfrau die Entwicklung mit “Braut” und “Heirat” so gar nicht.

Während die Magier beratschlagen, geht Willehad sich im Lager umsehen. Er bemerkt einen Kampfplatz, wo ein schon etwas älterer Mann Herausforderer um Herausforderer abwehrt, alles jüngere, wölfische Kerle. Außerdem wird der Hauptmann von einer schwarzen, rabenartigen Frau angesprochen, die sich als Ravenna vorstellt und gezielt nach Wolfram fragt, weil sie mit ihm reden möchte. Gefragt, wo der Bjørnær sie denn finden könne, erwidert die Frau, sie werde es wissen, wenn Wolfram zum Gespräch bereit sei, und dann ihn finden. Außerdem warnt sie noch, Gudrid solle sich vor Saika, der Raubvogelfrau, hüten.

Der Tiermagier wiederum hat lustigerweise keine Ahnung, um wen es sich bei der Frau handelt, kennt sie gar nicht, ist aber neugierig darauf, was diese wohl mit ihm besprechen möchte.

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