Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 14. Januar 2014

Nach dem Ende der Audienz kehren die Sodales erst einmal in ihre Gemächer zurück – und werden dort bereits erwartet. Auf einer Stuhllehne hockt, als würde er dorthin gehören, ein großer Rabe. Die Igniculi begrüßen ihn höflich, könnte er doch einer von Hernes Leuten sein oder gar ein Abgesandter Odins. Und tatsächlich, als der Rabe in menschlicher Sprache das Wort ergreift, stellt sich sehr schnell heraus, dass Odin ihn gesandt hat. Der König der Nordlandfeen habe einen Unterhändler für die Verhandlungen bezüglich des Turniers bestimmt.

Oho. Das ging schnell. Aber klar, Heimdall hört und sieht ja alles, wenn er will, und in diesem Falle wollte er offensichtlich.

Wer der Unterhändler denn sei, will Gudrid wissen. Die Igniculi würden ihn schon erkennen, wenn sie ihn sähen, erwidert der Rabe. (“Loki!” ist Semper Secundus sich sofort sicher.) Finden würden sie ihn in einer Schenke direkt hier in der Stadt, wo er die Gruppe gerne treffen wolle. Und mit diesen Worten erhebt der Vogel sich in die Lüfte und flattert davon.

Da die Igniculi keine drängenderen Pläne haben, begeben sie sich gleich in diese Schenke, wo sie (“Ich hab’s doch gesagt!”) von Loki erwartet werden. Der Ase gibt sich bei der Begrüßung sehr freundlich, erkundigt sich nach Ethelred und zeigt sich sehr enttäuscht, dass die Kräuterfrau nicht dabei ist. Dafür hat Loki (der Odin davon überzeugt hat, ihn zu entsenden, wie er sagt) selbst einen Begleiter: einen grauhaarigen, grauhäutigen, überhaupt in allen Belangen grau aussehenden Kerl, den er als “Ulf” vorstellt. Da das Wort “Ulv” auf Norse “Wolf” bedeutet, denkt Gudrid schon an einen von Toras Winterwölfen, aber mit dieser Annahme liegt die Principa falsch: Ulf ist der Vertreter Utgards für diese Verhandlungen.

Loki kommt gleich zur Sache. Er selbst halte zwar nichts von der Idee, aber Odin sei ihr gegenüber aufgeschlossen, und wer sei er schon, dem Allvater zu widersprechen?
So wolle er auch gar nicht so sein, sondern den Igniculi ein Jahr und einen Tag für die Ausrichtung des Turniers geben. Das sei doch ein angemessener Zeitraum – und überdies habe das mit dem ein-Jahr-und-ein-Tag in Feenkreisen ja auch Tradition.

Damit ist erstaunlicherweise die erste Hürde schneller genommen, als die Sodales das befürchtet hatten. Dafür stellt sich die Frage nach dem Austragungsort als wesentlich komplizierter dar denn gedacht.
Der erste Vorschlag seitens der Igniculi ist der leerstehende Bund am Meer. Dort wäre der Tross aus Feenwesen niemandem im Weg, es gibt bereits Gebäude und Infrastruktur, aber da der und zerstört ist, gibt es dort auch keine Magier mehr, denen das Vorhaben nicht passen könnte.
Diese Idee lehnt aber Loki sofort ab. Das ist ja in der Domäne der Südlandfeen! Er habe eher an eines der dünn besiedelten Täler um Trondheim herum gedacht.
Das ist den Igniculi wiederum zu sehr “Nordland”, und auch Ulf legt unmittelbar sein Veto ein: viel zu nah an Asgard!

In dem Moment nähert sich eine Frau dem Tisch; sie hätte nicht umhin gekonnt, als dem Gespräch zu folgen, und sie hätte eine Alternative zu bieten: Warum nicht Caledonien? Ihre Herrin würde sich glücklich schätzen, zu einem solch noblen Unterfangen wie dem Vereiteln eines Krieges ihren Teil zu leisten. Wer diese Herrin denn sei, will Guri wissen. Nun, Königin Mab selbstverständlich, erwidert Moira gelassen. Aber ja. Das hätten die Magier sich bei der ersten Erwähnung Caledoniens schon denken können.

Der Vorteil an dem Vorschlag: Es wäre wirklich ein guter Kompromiss, eigentlich. In der Winter-Domäne der Südlandfeen, am nördlichsten Ende der Südlande… eigentlich perfekt. Aber dummerweise wäre es eben auch der Einflussbereich von Königin Mab, und dass diese üblicherweise keine Gelegenheit auslässt, Titania und Oberon zu schaden, wo sie kann, ist gemeinhin bekannt. Außerdem wäre mit Winter eine dritte Fraktion in die Sache verwickelt, bzw. sogar eine vierte, wenn man Utgard separat rechnet. Das dürfte die Dinge nicht gerade erleichtern.

Die Igniculi nehmen Moiras Vorschlag auf und verhandeln erst einmal weiter mit den beiden Nordlandfeen, über die Zahl der Teilnehmer diesmal. Nun, erklärt Loki, er selbst werde es sich natürlich nicht nehmen lassen, bei der Sause anwesend zu sein, sein Vater Odin ebensowenig. Und Thor natürlich auch nicht. Eigentlich fast jeder, der in Asgard Rang und Namen habe. An tatsächlichen Teilnehmern für das Turnier würde er aus Asgard und Utgard gemeinsam etwa mit 50 bis 100 Kombattanten rechnen, dazu natürlich der Tross, der ebenfalls mitreisen werde.

Au. Das ist eine Menge, vor allem, weil es von Südlandseite ja wohl mindestens genausoviele sein müssen.

Es werden noch einige andere kleinere Fragen besprochen, dann ziehen die Igniculi sich in den Sommerpalast zurück, um unter sich Kriegsrat zu halten, aber vor allem, um die Sommerfeen über Mabs Angebot zu informieren. Haushofmeister Givin ist ja von ihren Majestäten mit den entsprechenden Vollmachten ausgestattet worden, auch um Entscheidungen zu treffen, und so besprechen die Magier sich erst einmal mit dem Gnom.

Givin ist alles andere als glücklich über den Vorschlag, aber er ist sich auch dessen bewusst, dass man Mab tödlich beleidigen würde, wenn man nicht einen wirklich guten Grund zum Ablehnen hätte – sprich einen anderen Austragungsort, der noch besser geeignet wäre. Aber so lange und so viel die Magi auch überlegen (und sie gehen viele Möglichkeiten durch), es will ihnen einfach kein Ort einfallen, der es mit Caledonien aufnehmen könnte. Also kommen sie zähneknirschend überein, Moiras Angebot anzunehmen und alle Vorbereitungen darauf auszurichten.

Ehe sie aber in die Taverne zurückkehren, kommt es noch zu einer längeren Diskussion darüber, dass es eine sehr diffizile Balance sein wird, die da gehalten werden muss: einerseits genug Aufmerksamkeit zu erlangen, damit die Asen es als genügend ansehen und auf ihren Krieg verzichten, andererseits aber keine der Vorschriften des hermetischen Eides zu verletzen – oder zumindest nicht so, dass man den Igniculi dafür an den Karren fahren kann.
Grundsätzlich ist es möglich, sind die Sodales sich einig, nur einfach wird es nicht. Aber wer hatte das schon erwartet.

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Igniculus-in-Arden, 26. November 2013

Vor allem Ethelred ist schwer beeindruckt von der schnellen Heimkehr… und davon, dass Heimdall sie auch hier in England noch immer hören und sehen kann. Dass der Nordlandfae wirklich alles im Auge hat, scheint ihr jetzt erst so richtig bewusst zu werden, und sie fängt an, nur noch zu flüstern. Nicht dass das irgendwas hilft, wie Constantia sich beeilt, ihr zu erklären.

Zurück im Bund, wird die beabsichtigte Sitzung abgehalten und Bericht erstattet, außerdem die gefundene Tasche und die Nägel zur näheren Untersuchung an Crispinus Comis abgegeben.
Die übrigen Magier stimmen überein, dass der beste Plan ist, als nächstes Titania und Oberon aufzusuchen, um wenn möglich deren Zustimmung zu dem Plan zu erlangen.
Constantia ex Flambeau wird allerdings tatsächlich mit Rosa Nocturna und Crispinus Comis im Bund zurückbleiben. Stattdessen wird Evelyn Streona die Magi begleiten, und auch Semper Secundus schließt sich der Reisegruppe an, während die geschwätzige Ethelred zuhause bleiben wird.

Um den besten Weg zum Palast des Königspaars in Erfahrung zu bringen, spricht Gudrid mit Saika. Die Falkenfae erklärt, dass der kürzeste Weg über die Märkte führe, denn die seien ja so etwas wie Knoten- oder Netzpunkte innerhalb der Feenwelt, und so führten von ihnen aus direkte Wege zur Hauptstadt.

Saika kann den Igniculi den Weg zeigen, sagt sie – aber obgleich sich ihr Zustand in den etwa zwei Monaten der Abwesenheit bereits deutlich verbessert hat, ist die Falkenfae noch nicht wiederherhestellt genug, um mit auf die Reise zu gehen. Dass sie wieder zuhause bleiben soll, passt Saika gar nicht, kann sie doch auf diese Weise ihre Pflicht als Leibwächterin nicht erfüllen.
Entweder sie will die Herrin (“Hüterin!”) begleiten, oder diese soll im Bund bleiben, wo Saika sie beschützen kann. Schließlich aber lässt die Jägerin sich von den Argumenten der Principa, dass nämlich die Mission zu wichtig sei, dass Saika jedoch erst wieder völlig gesunden müsse, damit sie ihrer Aufgabe richtig nachkommen kann, doch überzeugen – bzw. sie gehorcht zähneknirschend Guris explizitem Befehl.

Saika erklärt, die beiden nächstgelegenen Märkte seien der Jagdmarkt in der Nähe von Hernes Winterlager sowie der Steinmarkt, einige Tagesreisen ins Gebirge hinein. Da die Sodales nicht so genau wissen, wie lange sie eventuell auf dem Jagdmarkt aufgehalten werden würden – immerhin dreht sich dort alles um die Jagd, und wer auch immer dorthinkommt, ist entweder Jäger oder Beute (“Natürlich”, sagt Saika ganz verwundert. “Etwas anderes gibt es doch nicht…”) – beschließen die Sodales, doch lieber den kleinen Umweg über den Steinmarkt zu wählen.

Außerdem denken sie über ein angemessenes Gastgeschenk für das Königspaar nach. Irgendetwas Kreatives, wird relativ schnell klar, weil Feen selbst ja mangels Seele nicht schöpferisch tätig werden können. Und etwas, das aus Igniculus-in-Arden selbst stammt, nichts einfach Gekauftes.

Semper Secundus hat die brilliante Idee, dass Barde Cedric ein Lied für die Feenherrscher schreiben könnte. Dummerweise nur wird Cedric die Reisegruppe nicht begleiten [in-game gibt es natürlich eigentlich keinen Grund, warum nicht, aber Gudrid wird ja mit unterwegs sein, und zwei Charaktere eines Spielers auf einmal ist anstrengend], deswegen ändern die Sodales den Plan ein wenig ab.
Cedric wird die Ballade schreiben und im Bund schon einmal vortragen, und Semper Secundus wird die Aufführung mittels Magie memorieren und dann vor den Feen originalgetreu wiedergeben.

Während die beiden sich mit der Musik beschäftigen, fertigt Evelyn Streona aus bunter Wolle einige Armbänder an. Solches Kunsthandwerk ist ja auch kreativ und könnte als Geschenk dienen, wenn Not am Mann ist.

Dann geht es auf die Reise. Nach einigen Tagen in Richtung Westen kommt die Gruppe in den Bergen (was man eben in England so “Berge” nennt) an. Dort führt eine Höhle, ganz ähnlich wie beim Torghatten, in die Feenwelt, mit dem Unterschied, dass der Weg hier im Freien mündet.

Tatsächlich befindet sich ganz in der Nähe der erwähnte Steinmarkt, wo die Sodales von einem Zwerg mit grauem Bart und Haar ebenso wie grauer Haut und Kleidung begrüßt werden. “Ah, Ihr wollt handeln?”

Enttäuscht quittiert der Zwerg Gudrids bedauernde Verneinung und ihre Erklärung, man befinde sich nur auf der Durchreise… nur um dann von Evelyns “doch, doch” und der Präsentation ihrer Handwerkskunst gründlich verwirrt und zu griesgrämigem Gegrummel hingerissen zu werden.
Für eine Karte mit dem Weg zu Titanias Schloss fordert er nun drei von Evelyns Armbändern (“Zwei für die Karte und eines zur Strafe, weil ihr euch nicht entscheiden könnt, ob ihr handeln wollt oder nicht”), und der Versuch der jungen Adligen, ihn auf zwei herunterzudrücken, verbessert seine Laune kein bisschen und ist auch nicht von Erfolg gekrönt. “Handeln” ist eben nicht gleich “Feilschen”.

Mit der Karte in ihrem Besitz, die praktischerweise an dem Punkt, wo ihr Träger sich gerade befindet, ein bewegliches x anzeigt, geht der Weg leicht vonstatten. Die idyllische Sommerlandschaft tut ihr Übriges.
Unterbrochen wird die Wanderung aber am zweiten oder dritten Tag von einer aufgeregten Feenmenge, allesamt friedliche Bauern, die entsetzt um eine tote Kuh herumstehen. Gerissen worden sei sie, erzählen die Leutchen, von einem Raubtier, hier, im Herzen des Sommers!

Die Bisswunde stellt eine arkane Verbindung dar, anhand derer Wolfram etwas über den oder die Täter herausfinden kann. Und tatsächlich erkennt er den arkanen “Geruch”, ist er ihm doch schon einmal begegnet: Ein Eiswolf hat die Kuh gerissen.

Ein Eiswolf? Tora und ihre Leute hier, wo Sommer mit am stärksten ist? Ein Spähkommando vielleicht, mutmaßen die Magi.

In den folgeden Tagen treffen die Igniculi immer wieder auf Spuren der Eiswölfe, vor allem in Form von weiteren gerissenen Stück Vieh. Offensichtlich haben die vermuteten Nordlandfeen dasselbe Ziel wie die Sterblichen: die Hauptstadt des Sommers.

Diese ist schon von fern ein beeindruckender Anblick: Gebäude aus Stein, aber mit Efeu und Weinranken dicht bewachsen. Auch der Palast in der Stadtmitte ist, wie vom Zwerg auf dem Markt versprochen, nicht zu übersehen.
Dort angekommen, nennen die Igniculi, mit Principa und Feen-Expertin Gudrid als Wortführerin, den Torwachen ihr Begehr und werden kurz darauf von einem kleinen Fae, offensichtlich ein Gnom oder Leprechaun oder etwas in der Art, in Empfang genommen. Das Männlein stellt sich, nachdem die Magi ihre Namen genannt haben, als Haushofmeister Givin vor und wirkt gar nicht überrascht. Er habe sie erwartet, erklärt er; Herne habe ihm schon viel von der Herrin (“Hüterin…”) erzählt.

Viel. Soso. Grrr.

Der Idee einer Audienz beim Königspaar steht Givin zunächst skeptisch gegenüber, aber als Guri den Krieg erwähnt und eine eventuelle Möglichkeit, diesen zu vermeiden, wird er doch hellhörig. Er führt die Sodales zu einer Reihe von Gemächern, wo sie sich von der Reise ausruhen, frisch machen und umkleiden können, und verschwindet, nicht ohne vorher noch, zu Gudrids sichtlichem Unbehagen, ein paar weitere Bemerkungen in Sachen Herne fallen zu lassen: Er finde es schade, dass der Herr des Waldes nicht auch hier sei, und würde sich ja so freuen, wenn es bald wieder zu einer Begegnung zwischen dem Jägerlord und der Herrin (“Hüterin…”) komme, denn er sei ein heimlicher Romantiker. Hach ja.

Als der Gnom fort ist, bietet Wolfram der Principa Unterricht im Ruhe Bewahren an, während Evelyn der Halb-Huldra eindringlich ins Gewissen redet, es sich mit Givin nicht zu verderben: Immerhin sei der Haushofmeister eine gute Informationsquelle, die man mit ein wenig diplomatischem Geschick gut nutzen könne.
Semper Secundus’ Spieler wiederum ärgert sich, dass Ethelred nicht dabei ist, mit der er Givins Steilvorlagen mit Kusshand hätte aufnehmen können.

Nach einer Weile, die Igniculi sind inzwischen frisch gewaschen und einem Königshof angemessen gekleidet, kommt Givin zurück und erklärt, ihre Majestäten seien bereit für eine Audienz, jetzt sofort.

Im Thronsaal werden die Sodales nach entsprechend angemessener Begrüßungszeremonie vom Herrscherpaar freundlich empfangen. Auch sie haben durch ihren Lord Jäger bereits von den Igniculi (wohl eher von Guri, wenn der Bericht von Herne kam) gehört und zeigen sich interessiert, diese jetzt in Persona zu treffen.

König Oberon führt das Wort. Er will gleich zur Sache kommen, doch Gudrid bittet darum, zunächst ein kleines Zeichen der Wertschätzung darbieten zu dürfen. Die Feenherrscher stimmen zu, und so trägt Semper Secundus Cedrics Ballade vor.

Der Barde hatte ausnehmend gut gewürfelt und somit ein sehr schönes Lied komponiert und ergreifend vorgetragen, und schon zuhause im Bund hatte Secundus’ Zauber so gut funkioniert, dass er sich alles genau merken konnte. Nun jedoch hängt es an einem Finesse-Wurf, ob er das Gemerkte auch entsprechend wiedergeben kann.
Die Probe gelingt, und mit Ausgabe eines Confidence-Punktes (was nicht nötig gewesen wäre, aber in diesem Fall eine Frage des Stolzes war) ist Secundus’ Darbietung sogar exakt genauso gut wie Cedrics. Alles hört gebannt zu, und als der Tremere geendet hat, sind die beiden Fae tief gerührt, und über Titanias Gesicht läuft sogar eine Träne.

Nun wendet die Audienz sich dem Sachlichen zu. Gudrid berichtet genau über ihre Reise nach Asgard, was es mit Fenrirs Kette auf sich hat, was Lokis, und inzwischen auch Odins, eigentliche Beweggründe für den Krieg sind, wobei sie nicht verschweigt, dass Loki natürlich noch andere Ziele haben könnte, von denen außer ihm niemand etwas weiß; dass überhaupt alles nur auf den Vorbehalt gestützt ist, dass es glaubwürdig und logisch wirkt, man aber nicht mit letzter Sicherheit wissen kann, ob das alles die Wahrheit ist.

Schließlich stellt die Merinita die Idee von dem Kriegsersatz in den Raum. Oberon und Titania verständigen sich mit einem langen Blick, vermutlich sogar tatsächlich telepathisch, bis der König sich dann wieder zu den Sterblichen wendet und erklärt, für ihren Teil würden sie den Vorschlag annehmen. Für die Seite der Südlandfeen benennen sie die Igniculi als ihre Vertreter in dieser Angelegenheit und bitten um Vermittlung bei den Asen und – so diese denn dem Vorschlag ebenfalls zustimmen – als neutrale Partei um die Ausrichtung eines entsprechenden Turniers. Haushofmeister Givin werde ihr Ansprechpartner in allen Fragen seien.

Erleichtert über diesen Ausgang des Gespräches, nehmen die Magier an, ehe Guri noch die Eiswölfe erwähnt, auf deren Spur sie auf der Reise hierher immer wieder gestoßen seien. Ob ihre Majestäten etwas darüber wüssten?
Ja, sie hätten bereits davon gehört, erklärt König Oberon, aber diese Eindringlinge gehörten keinesfalls zum Südland. Ob es im Süden denn überhaupt Eiswölfe gebe, fragt die Halbfee verwundert. Ja, in dem Gebiet, das die Menschen Caledonien nannten, in der Domäne der Winterkönigin Mab, gebe es Winter- und Frostwölfe, ist die Antwort. Doch die erwähnten Wesen gehörten eben nicht dazu, denn ihre Majestäten könnten die Eindringlinge nicht spüren. Und das sei seltsam, denn normalerweise spürten er und Titania alle Lebewesen, die sich in ihrer Domäne aufhielten.

Diese Aussage bringt die Sodales zum Grübeln, wer wohl über die Macht verfüge, die Eiswölfe vor den Sinnen der Südfeenherrscher zu verbergen. Loki, ist Semper Secundus’ erste Vermutung. Aber der befindet sich doch weit im Norden, erwidert Gudrid, ist dann allerdings gezwungen zuzugeben, dass er sich weit im Norden befand, als die Gruppe ihm zuletzt begegnete. Wer kann schon, angesichts solcher Reisemöglichkeiten wie Heimdalls, ausschließen, dass der Trickster-Fae nicht inzwischen doch auch höchstselbst hier ist?
Entweder das, oder seine Tochter Tora hat vielleicht auch entsprechende Fähigkeiten. Oder noch ganz jemand anderes. Die Frage wird wohl offen bleiben müssen, bis die Igniculi die Möglichkeit haben, ihr nachzugehen.

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Igniculus-in-Arden, 19. November 2013

Die Gefährten beschließen, Heimdall nicht nach dem Verbleib der Visschlüssel zu fragen. Erstens fällt Gudrid nichts Passendes ein, was sie im Gegenzug dafür aufzugeben bereit ist, und zweitens gibt es momentan dringlichere Probleme als den Visbrunnen, mit dem die Igniculi sich auch ein andermal noch beschäftigen können.

Statt dessen unterhalten die Sodales sich noch eine Weile mit dem Brückenwächter, über die Notwendigkeit des Krieges und die Tatsache, dass die Asen sich bei den Menschen bemerkbar machen wollen, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Und irgendwie kommt in diesem Gespräch die Idee auf, dass es doch vielleicht gar kein echter Krieg sein muss. Dass ein gestellter Konflikt oder ein Schaukampf oder ein Turnier oder irgendetwas in der Art doch vielleicht genau dasselbe Ziel erreichen könnte, sprich die Aufmerksamkeit der Menschen wieder auf die Feen zu lenken, ohne dass dafür Hunderte und Tausende sterben müssen.

Heimdall erklärt sich bereit, ein Schreiben mit einem diesbezüglichen Vorschlag zu Odin zu bringen bzw. bringen zu lassen, während die Magier denselben Vorschlag Herne dem Jäger – bzw. vor allem König Oberon und Königin Titania, denn die haben die letzte Entscheidungsgewalt darüber, ob die Südlandfeen darauf eingehen oder nicht – unterbreiten wollen. Da die Igniculi keine Audienz in Asgard erhalten werden, hält sie hier an der Asbrua nun nichts mehr. Immerhin aber kennt Heimdall kürzere Wege zurück in die Menschenwelt als den, auf dem die Gruppe hierher gereist ist, und so öffnet er ihnen auf deren Bitte hin ein Portal. Oder besser, er fordert die Igniculi auf, ihm zu folgen und geht ihnen voraus in die Taverne neben der Brücke. Als die Sodales durch die Tür treten, finden sie sich in einem Gasthaus in Warwick wieder – und von Heimdall und der Feenwelt ist weit und breit nichts mehr zu sehen.

Constantia schlägt eifrig vor, gleich das nächste Tor in das Reich der Südlandfeen zu durchschreiten, doch Gudrid findet, man solle lieber Zwischenstation im Bund machen, sich ausruhen, neu verproviantieren und den zurückgebliebenen Magi Mitteilung über die Ereignisse machen. Heiler Wolfram fügt noch hinzu, dass gerade Constantia selbst mit ihrer durchaus ernsthaften Verwundung sich überlegen sollte, ob sie tatsächlich mitkommen möchte oder vielleicht doch lieber im Bund zurückbleibt, um sich auszukurieren. Außerdem könnten sich bei dem Königspaar der Südlandfeen Evelyn Streonas diplomatische Fähigkeiten vielleicht durchaus als nützlich erweisen.

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Igniculus-in-Arden, 12. November 2013

Der erste Teil der Sitzung ist noch dem weiteren Gespräch mit Loki gewidmet. Die Igniculi, vor allem Gudrid, versuchen den Trickster-Fae mit den unterschiedlichsten Argumenten davon zu überzeugen, dass mit einem Krieg niemandem geholfen wäre. Aber abgesehen davon, dass Ethelred mit lauerndem Unterton fragt, warum Guri das so wichtig sei, ob es da jemanden gebe, den sie besonders schützen wolle, und dieses ewige Gestichel den Kuhschweif der Principa wieder einmal zum Peitschen bringt, zeigt das Gespräch wenig Erfolg. Loki ist einfach zu fest entschlossen, diesen Krieg vom Zaun zu brechen, und außerdem mache so ein Krieg ja auch Spaß. Also zumindest sehe er gerade nichts, was ihn davon abbringen könne, aber vielleicht falle den Igniculi ja doch noch was ein.

Kurze Zeit darauf, als den Sodales eben nichts eingefallen ist, verabschiedet Loki sich, fragt allerdings vorher noch, ob er denn den Brief nun überbringen solle. Nachdem sie ihn entsprechend eng gesteckten Fragen (sprich: ohne Änderungen überbringen, Odin selbst überbringen, ohne Verzögerung überbringen und dergleichen Vorsichtsmaßnahmen mehr) darauf festgenagelt haben, befinden die Magier, dass es nichts schaden kann, wenn Loki die Nachricht abliefert – falls er es tut, gut; falls nicht, stehen sie wohl auch nicht schlimmer da als vorher – und beauftragen ihn mit der Überbringung.

Das Gespräch kommt auf den Aschenkerl, ob und inwieweit der vielleicht mit den Feen tatsächlich aktiv im Bunde steht. Daraus entspinnt sich die Idee, ob man nicht Heimdall fragen könne, wo Askeladd sich gerade aufhalte, da der Brückenwächter ja alles sieht und alles hört.
Darauf angesprochen, reagiert Heimdall mit einer Gegenfrage: “Was ist es euch wert?”

Das ist eine sehr gute Frage, weil sie von seiner Seite aus sehr ernst gemeint ist. Gudrid stellt für sich sehr schnell fest, dass zumindest sie persönlich für das Wissen um Askeladds Aufenthaltsort kaum etwas zu zahlen bereit ist. Denn erstens wäre das eine Momentaufnahme, die sich bis zur Rückkehr der Igniculi nach England sehr schnell wieder ändern kann, und zweitens wissen die Magier ja bereits, wo das Dorf liegt, das der Aschenkerl in England zu seinem Standort gemacht hat. Sie hatten nur bisher nicht die Zeit bzw. nicht die Feuerkraft, ihn dort aufzusuchen.

Interessanter wäre da schon eine andere Information. Und zwar die um die restlichen Schlüssel, die dem Bund noch fehlen, um den Visbrunnen in ihrem Keller wieder öffnen und den Feuerwolf dorthin zurückkehren lassen zu können.
Um über das “Was ist es euch wert” zu diskutieren, haben die Gefährten sich aus reiner Höflichkeit aus Heimdalls direkter Umgebung zurückgezogen und besprechen das Thema wieder in der Taverne, in der sie mit Loki geredet hatten.

Und hier kommt es beinahe zum Eklat untereinander.
Denn als das Thema ‘Schlüssel’ aufkommt, weiß Constantia einen Moment lang nicht, welche Schlüssel gemeint sind, und fragt nach.
Und Ethelred, ausgerechnet Ethelred mit ihrer so gut wie nicht existenten Aufmerksamkeitsspanne, die sich nichts merken kann und mit ihren ständigen Nachfragen und Verwechslungen schon mehr als einmal für Verwirrung, Konsternation und schlichte Genervtheit bei ihren Sodales gesorgt hat, bringt der Flambeau gegenüber den unglaublich frechen Spruch: “Die Vis-Schlüssel. Meeeensch. Jetzt pass doch wenigstens einmal ein bisschen auf.”

Was zu viel ist, ist zu viel. Die Maga, die aufgrund von Ethelreds ständigen (und von Constantia für absichtlich gehaltenen) Missverständnissen kurz zuvor bereits für einige Minuten entnervt die Taverne verlassen hatte, um draußen tief durchzuatmen und irgendetwas in Brand zu stecken, was nicht dem Gastwirt oder ihren Freunden gehört, reagiert reflexartig und jagt einen Flammenspeer auf die Kräuterfrau. Und diese hätte wohl eine schlimmere Wunde davongetragen, wenn Constantia nicht selbst noch verletzt wäre und ihr Zauber daher nicht ganz so wirkungsvoll herauskommt, wie er das sonst getan hätte. So aber wird Ethelred nur vergleichsweise leicht angesengt.

Es bedarf eines Machtwortes von Gudrid und deutlicher Worte in die Richtung beider Frauen, um die Ruhe wiederherzustellen. Vor allem Ethelred nimmt die Huldra ziemlich scharf ins Gebet (“Solange es nicht konkret zur Lösung unseres Problems beiträgt, will ich heute kein Wort mehr von dir hören!”), weil deren ewige Sticheleien im Verbund mit den besagten Missverständnissen und dem Bälle-Zuspielen mit Knut-dem-Baum (der das “Dinge missverstehen”-Spielchen beinahe genausogut beherrscht) auch die Principa an diesem Abend nahe an den Rand ihrer Geduld gebracht haben, wie der immer wieder lospeitschende Kuhschweif beweist.

Dann wendet sich das Gespräch also einigermaßen konstruktiv der Frage zu, ob und was die Magi zu geben bereit sind, um von Heimdall die Frage nach den Vis-Schlüsseln beantwortet zu bekommen. Seelen, Leben und so lustige Dinge wie das von Feen immer gern genommene “das erste, was mir zuhause entgegenkommt” werden von Anfang an ausgeschlossen, aber irgendwie kommen die Sodales auch danach auf keinen grünen Zweig. Niemandem fällt etwas ein, das er oder sie als angemessene Gegenleistung für die Information empfinden würde.

Und so endet die Sitzung mit dieser Frage bzw. an diesem Punkt, und wir Spieler beschließen, bis zum nächsten Mal darüber nachzudenken.

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Igniculus-in-Arden, 29. Oktober 2013

Als der Platz wieder einigermaßen zur Ruhe gekommen ist, wird natürlich der Leichnam des Terr-oristen untersucht, ob sich vielleicht Aufschlüsse über seine Person und vor allem über seine Beweggründe finden lassen. Der Mann trägt lederne, mit Eisen besetzte Handschuhe, die offensichtlich nicht zu ein und demselben Set gehören, sondern sich leicht voneinander unterscheiden. Die verstärkende Eisenplatte auf dem rechten Handschuh ist deutlich eingedellt, was den Schluss nahelegt, dass dieser den Terr-oristen irgendwie beim Verdichten seiner Nägel geholfen hat. Sicher können die Igniculi sich natürlich nicht sein, also beschließen sie, die Handschuhe nach ihrer Rückkehr in den Bund in Ruhe zu analysieren.

Bei dem Toten findet sich ebenfalls eine Tasche, die erstaunlich wenig wiegt, obgleich sie mit diesen unnatürlich schweren Nägeln gefüllt ist. Also ist auch die Tasche eindeutig magisch, und natürlich wird auch sie mitgenommen, inklusive sovielen Nägeln, wie hineinpassen.

Das Interessanteste und Wichtigste jedoch sind die Briefe, die der Tote bei sich trägt. Sie sind über etliche Jahre hinweg geschrieben worden, alle von einem gewissen Jan Oleson verfasst und an einen gewissen “Nils Kvam” adressiert, also ist davon auszugehen, dass es sich bei diesem “Nils” um den Terr-oristen handelt.

Aus den Briefen lässt sich die Motivation für die Mordanschläge entnehmen: Unter anderem schreibt Jan Oleson, dass Galena (ahaaaa!) nun Beweise dafür habe, dass der hermetische Orden ihre (also Jans und Nils’) Meister umgebracht habe. Verantwortlich für den Mord an ihren Meistern sei ein (dummerweise nicht näher benannter) Magus ex Merinita. Außerdem sei Jan nach dem Tod seines Meisters an einen Bonisagus übergeben worden, und der mache ihm das Leben wohl ziemlich zur Hölle. Vor allem habe dieser Bonisagus, schreibt er in einem der späteren Briefe, ihm seine Magie gänzlich entzogen, Jan gewissermaßen leergesaugt, so dass er nun über keinerlei magische Fähigkeiten mehr verfüge. Galena jedoch habe ihm Hoffnung gemacht, es gebe da jemanden, der auf andere Weise zaubere. Diesen Jemand wolle Jan nun aufsuchen in der Hoffnung, seine Magie doch wieder zu erlangen.

Das erklärt die magischen Fähigkeiten des Terr-oristen und die seltsame (und inzwischen schon wieder verschwundene) gräuliche Färbung seiner Haut (sein Sigel) ebenso wie seinen Hass auf den hermetischen Orden und die Tatsache, dass er das Zeichen des Hauses Merinita als eines der gewählten Symbole in seine Nägel gebrannt hat. Warum er seinen Hass ausgerechnet an Feen auslassen wollte, das wissen die Magier noch nicht, aber vielleicht war das auch einfach nur eine relativ leichte Möglichkeit, Aufruhr gegen den Orden zu stiften.

Dass die mysteriöse Galena ex Diedne hingegen im Zusammenhang mit der Sache steht, ist überraschend und ziemlich beunruhigend. Vor allem, da die Sodales schwer vermuten, dass es sich bei diesem “anders Zaubernden” um niemand anderen handeln könnte als um Runenmagier Askeladd höchstpersönlich.

Die Briefe werden wohl verwahrt und die Informationen daraus bis auf weiteres im Hinterkopf verwahrt. Denn hier in den Nordlanden – und vor allem im Feenreich – wird sich wohl nur recht wenig damit anfangen lassen, aber sobald die Igniculi wieder zuhause sind, planen sie, natürlich Nachforschungen darüber anzustellen. Informationen über zwei Magier, die getötet wurden und von denen ein Lehrling an einen Bonisagus weitergegeben wurde, der daraufhin seine Fähigkeiten entzogen bekam, sollten sich ja wohl herausfinden lassen.

Zunächst aber wird Bjørn der Troll informiert, dass der Mörder gestellt ist und dass damit wohl hoffentlich die Sache erledigt sei. Da sich jedoch nicht garantieren lässt, dass Jan Oleson nicht eventuell auch im Feenreich auftauchen wird, um das Werk seines Freundes, geben die Sodales auch darüber noch kurz bescheid, ehe sie am nächsten Tag die unterirdische Stadt verlassen und weiter in Richtung Asgard reisen.

Die Wanderung verläuft ereignislos; von den befürchteten Eisriesen ist nichts zu sehen. Und so kommen die Reisenden schließlich an der Asbrua an, wo sie natürlich auf Heimdall stoßen, den Brückenwächter, der alles sieht und alles hört.
Heimdall hört sich das Anliegen der Igniculi höflich an, erklärt aber, er könne sie nicht nach Asgard hinein lassen. Dort werde ein Krieg vorbereitet, und kein Außenstehender dürfe, der möglichen Spionage wegen, Zeuge dieser Vorbereitungen werden. Eine Nachricht hingegen werde er gerne überbringen.

Die Sodales ziehen sich also ein Stück zurück, um darüber zu beraten, welche Nachricht sie dem Brückenwächter mitgeben wollen, und vor allem, wie diese genau formuliert sein soll.
Als sie sich mit dem fertigen Schreiben wieder der Brücke zuwenden, hat Heimdall dort Gesellschaft von einem weiteren Mann bekommen: schlank, nicht übermäßig groß gewachsen, durchaus sympathisch wirkend.
Der Mann bietet sich an, die Nachricht an Heimdalls Statt nach Asgard zu bringen, damit der Wächter seinen Posten nicht verlassen muss. Außerdem lädt er gutgelaunt die Igniculi auf einen Umtrunk in einer nahegelegenen Taverne ein.

Auf die Frage, wer er denn sei, stellt er sich freundlich als Loki vor.

Oh-hah.

So unhöflich, die Einladung abzulehnen, können die Magier natürlich nicht sein, und außerdem kann es nichts schaden, etwas über ihren Gegner und seine Ziele herauszufinden.
Loki flirtet ziemlich unverhohlen mit Ethelred der Kräuterfrau, die sich in dieser Begegnung wieder einmal von ihrer indiskretesten und in allen anderen Belangen uninteressiert-vergesslichen Seite zeigt, so sehr, dass dem Trickster-Fae irgendwann ein “Ich bin es doch, der die Leute verwirrt, kleine hübsche Lady, nicht Ihr!” entfährt.

Im Gespräch erfahren die Igniculi einige interessante Dinge, wenngleich natürlich in Fragen und Andeutungen verbrämt, nicht in explizite Aussagen.
So könnte man aus Lokis Worten herauslesen, dass Fenrirs Kette gar nicht geöffnet wurde, um ein Stück davon an Herne abzugeben, sondern dass vielleicht von Anfang an gar nicht die ganze Kette zur Bindung Fenrirs verwendet wurde und ein Stück davon übrig war, um es verschenken zu können.

Außerdem vertritt Loki die Ansicht, der Krieg sei dringend nötig, auch und gerade, wenn er auf dem Territorium der Menschen abgehalten wird. Denn die Menschen verlieren wegen der Missionierung durch die christliche Kirche immer mehr den Glauben an die Feenwelt, sagt er, und die Feen somit immer mehr von ihrer Macht und ihrem Einfluss. Und ein Krieg werde ihnen deutlich ins Gedächtnis rufen, dass die Feen und die Asen sehr wohl existierten und den Glauben der Menschen somit entsprechend wieder stärken.

Ethelred versteht den Zusammenhang zwischen Krieg und Glauben nicht so recht, woraufhin Constantia ihr das sehr schön an einem Beispiel erklärt:
“Stell dir vor, du hättest noch nie einen Hund gesehen, nur davon gehört. Und nun kämen Leute, die dir in felsenfester Überzeugung erklären, es gebe keine Hunde. Sie sind so überzeugt davon, dass du bald selbst nicht mehr weißt, ob du glauben sollst, dass Hunde existieren. Wenn dann ein Hund kommt und dich ins Bein beißt – dann glaubst du aber wohl doch wieder an sie, oder!?”

Die Sitzung endet in der Taverne – und vor der Entscheidung der Igniculi, was sie denn nun in Sachen Krieg tun wollen. Denn einerseits hat Loki ja irgendwie recht mit dem, was er zum Thema Glauben verlieren so sagt… aber andererseits ist Loki ja nun bekannt dafür, dass er ein begnadeter Überredungskünstler ist – und es muss doch noch irgendeine andere Lösung geben als einen offenen Krieg…

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Igniculus-in-Arden, 22. Oktober 2013

Bis zum Markt sind glücklicherweise noch ein paar Tage hin, die Igniculi haben also etwas Zeit. Gemeinsam wird hin- und herüberlegt, wie man die Nägel am besten unschädlich machen dann. Denn dass etwas geschehen muss, ist klar.

Ein erster Vorschlag ist es, mit Guris Formelspruch „Supple Iron, Rigid Rope“ die Nägel weich zu machen, nur würde das dummerweise nichts an ihrem Gewicht und ihrer grundsätzlichen Zerstörungskraft ändern, denn aus 100 Metern Fallhöhe würden auch weiche Nägel dieser Dichte und Schwere bösen Schaden anrichten.

Also anders. Die Principa verfügt noch über einen weiteren Formelspruch, „Trap oft he Entwining Vines“, der eigentlich dafür gedacht ist, Gegner einzufangen. Aber der Zauber lässt sich glücklicherweise auch für andere Dinge gewinnbringend anwenden. Statt aus dem Boden müssen die Ranken nur aus der Höhlenwand wachsen, und der Zauber muss nur oft genug und hartnäckig genug gewirkt werden, damit diese Ranken einen festen und begehbaren (wenn auch mit Lücken gefüllten und somit durchlässigen) Untergrund ergeben. Dass die Ranken aus Erde wachsen müssen und nicht aus Stein, stellt bei all den Erdfeen hier auch kein größeres Problem dar. Bjørn der Troll kann der Gruppe jemanden nennen, der eine ausreichend tiefe Schicht der Felswand in feste Erde verwandelt. Außerdem weist Bjørn den Magi noch den Weg zu einem zwergischen Schmied, der ihnen einen leicht gewölbten und für Trolle gemachten, somit ziemlich großen, leicht gewölbten Rundschild überlässt.

Derart bewaffnet, fliegt Wolfram in Gestalt eines Riesenraben die schwerelos gemachte Gudrid in die Höhe, wo diese in mühevoller Kleinarbeit etwa eine Mannslänge unter der Höhlendecke mit ihrem Formelspruch einen Rankenteppich webt. Weil es ein Formelspruch ist, den sie im Schlaf beherrscht, und ein sehr einfacher noch dazu, kostet es die Merinita zwar einiges an Zeit, aber keine Erschöpfung, bis der improvisierte Untergrund sich von Wand zu Wand quer über die gesamte Fläche zieht und so fest ist, wie Guri das haben will.

Und nun beweist sich: Die Tatsache, dass Gudrids Perdo-Magie nicht permanent ist, sondern immer nur einige wenige Minuten anhält und dann ungeschehen gemacht wird, ist nicht unbedingt immer ein Nachteil. Denn so ist es nun gar kein Problem, auf einen begrenzten Bereich der Höhlendecke ein Perdo Terram zu wirken, so dass die Nägel heraus- und in den darunterliegenden Schild fallen, woraufhin kurze Zeit später die Höhlendecke wieder erscheint. Dann wird der Schild unter den nächsten Deckenabschnitt geschoben und die Prozedur wiederholt. Die im Schild gesammelten Nägel wiederum werden von Wolfram nach unten gebracht, weil der Schild sich ja sonst irgendwann füllen bzw. so schwer werden würde, dass der Rankenteppich ihn vielleicht nicht mehr halten könnte.

Das einzige Problem ist die Feinabstimmung des Zaubers, denn bislang musste Gudrid sich um eventuelle Finesse nie sonderlich kümmern. So kommt es, dass sie anfangs die zu bezaubernde Fläche nicht so ganz genau abzirkelt und diese teilweise größer ist als der Schild, der die herausfallenden Nägel auffangen soll. Und das wiederum heißt, dass die Nägel durch die Lücken in den Ranken und in all ihrer unnatürlichen Schwere zu Boden fallen.

Aus genau diesem Grund haben die Igniculi mit ihrer Aktion bis „nachts“ gewartet, wenn auf dem Marktplatz möglichst wenig Betrieb herrscht. Aber ganz feenleer ist der Platz zu keiner Zeit, und so sperren die drei unten gebliebenen Sodales den Bereich unter den „Bauarbeiten“ eben jeweils großzügig ab, so dass die Einschläge der Nägel wenigstens nur Sachschaden anrichten, aber niemand verletzt wird.

Dummerweise bleiben die Aktivitäten der Igniculi, auffällig, wie diese mit den Absperrungen, dumpfen Einschlägen und aufgwirbeltem Staub nun einmal sind, nicht unbemerkt. Nach einer Weile hat sich eine kleine Traube an Schaulustigen angesammelt, die neugierig nach oben schaut, was denn da passiert. Und zu den Gaffern stößt auch ein menschlich aussehender Mann mit blondem Haar und Bart, gekleidet in relativ leichte Rüstung, mit seltsam grauer Haut und einem Rosenkranz in der Hand – der Terr-orist. Sein Gesicht verzerrt sich vor Wut, als er erkennt, was dort oben vor sich geht , doch da Gudrid und Wolfram fürs Erste außerhalb seiner Reichweite sind, widmet er sich dem Teil der Gruppe, an den er herankommt, also den Sodales am Boden.

Vor lauter Wut verhaspelt er sich bei seinem Spruch und stolpert über die Erde, die er eigentlich mit seinem Zauber entfesseln wollte, stürzt sogar zu Boden. Diese kurze Handlungsunfähigkeit nutzt Constantia ex Flambeau, um den Mann in einem Flammengefängnis einzuschließen, ehe Knut sich auf ihn stürzen kann, wie der menschliche Baum das eigentlich vorhatte.

Natürlich rumort es in der umstehenden Menge, was denn da los sei – und natürlich verplappert sich einer der wacheschiebenden Grogs. „Das ist der Kerl, der die ganzen Leute umgebracht hat!“ Woraufhin ein wütender Mob sich auf den Mörder stürzt und sich von den Versuchen der Grogs, sie davon abzuhalten und die Höhle zu leeren, in keinster Weise aufhalten lässt.

Der Terrorist entzieht sich diesen Angriffen, indem er einen mächtigen Rego Terram-Zauber wirkt, der den Boden unter ihm in einer Erdsäule nach oben sausen lässt. Knut kann ihn also nicht mehr erreichen, aber Constantia wirkt einen Funkenschwarm, der aus dem ihn umgebenden Flammengefängnis heraustritt und ihn zwar nicht großartig verletzt, aber immerhin ablenkt und behindert.

Während der größtenteils aus Trollen bestehende Mob damit beginnt, an der Erdsäule hochzuklettern, jagt Wolfram im Sturzflug gen Boden, auf seinen Gegner zu, und Gudrid lässt einen der bereits aus der Decke gezogenen Nägel auf den Mörder fallen. Mit leichtem Einsatz von Rego Terram gelingt es ihr, dessen Flugbahn so zu lenken, dass das Geschoss sein Ziel auch wirklich trifft. Der Mörder indessen schießt, ebenfalls per Rego Terram, auch einen Nagel ab, und zwar auf Constantia, der er ebenfalls eine Wunde verpasst.

Die vereinten Kräfte der Igniculi machen dem Terroristen immer mehr zu schaffen, und schließlich sind auch einige der wütenden Trolle oben auf der Säule angekommen und beginnen, den Mann zu Tode zu prügeln, da das Flammengefängnis inzwischen wieder erloschen ist. Da fällt Constantia etwas auf: Je schwächer der Kerl wird, umso zufriedener und triumphierender das Lächeln auf seinen Lippen. Und tatsächlich: Principa Gudrid, auf ihrem Rankenteppich direkt unter der Höhlendecke, bemerkt, dass die Nägel im Stein zu zittern beginnen und sich erste Risse im Fels auftun. Auch Constantia erkennt, dass etwas nicht stimmt, und wiederholt den Aufruf zur Räumung und die dringende Aufforderung, den Mann am Leben zu lassen, nochmals mit lauter Stimme.

Leider ist die Stimme der Flambeau nicht sonderlich laut, oder der Mob zu wütend, um wirklich einen Eindruck zu hinterlassen.
Wolfram ex Bjørnær fliegt indessen hinauf, um Gudrid aus der Gefahrenzone zu fliegen, und die Merinita brüllt aus der Luft auch noch einmal aus Leibeskräften „RAUS HIER! HIER STÜRZT GLEICH ALLES EIN!“

Entweder es ist der Kommandoton oder der Anblick der von einem Riesenraben getragenen Huldra, aber Guris Ruf erzielt eine bessere Wirkung als Constantias zuvor. Von einem kleinen, sturen Restmob abgesehen, eilen die meisten Feen nun wirklich davon. Constantia hat auch inzwischen ein zweites Flammengefängnis um den Mann herum gewirkt, damit die Lynchwütigen nicht mehr an ihr Opfer herankommen können – aber nicht einmal das hilft. Mit voller Absicht tritt der Terrorist in die Flammen und lässt sich verbrennen; grinst dabei in Constantias Richtung und zischt: „So oder so: Ich gewinne.“

Die Flammen und die Fäuste des Mobs tun das Ihre, und der Mann bricht zusammen. In diesem Moment stürzen tatsächlich die restlichen Nägel aus der Decke zu Boden, doch glücklicherweise war es Guri vorher gelungen, den größten Teil von ihnen zu entfernen, und findet nur etwa ein Zehntel der für den Anschlag geplanten Menge ihr Ziel.

Weil der Großteil der Bewohner inzwischen den Platz verlassen hat, beschränken sich die Todesfälle auf die sturen Angehörigen des Mobs, die partout den Schauplatz nicht verlassen wollten, aber der Sachschaden ist beträchtlich. Dennoch gab es deutlich weniger Verluste, als wenn der Terrorist seinen Plan ungestört durchgezogen hätte.

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Igniculus-in-Arden, 01. Oktober 2013

Der zweite Tatort, also dort, wo der Zwerg getötet wurde, ist eine dunkle, unbelebte Gasse: nicht gebaut oder behauen, sondern ein natürlicher Durchgang im Felsen, der sich – ohnehin schon nicht sonderlich breit – an einer Stelle derart verengt, dass nur eine Person hindurchpasst und auch diese sich gegebenenfalls je nach Körperbau (Knut der Baum, unsere Grogs oder ein kräftiger Zwerg zum Beispiel) durchaus hindurchquetschen muss. An genau dieser engsten Stelle ist getrocknetes Blut auf dem Boden zu sehen, eine ganze Lache davon.

Theorie: Der Mörder hat gewartet, bis sein Opfer hier entlang kam und sich durch den Engpass drückte. Entweder das hat den Zwerg bereits so in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt, dass er den tödlichen Nägeln hilflos ausgesetzt war, oder der Mörder hat per Rego Terram die Wände noch ein wenig enger zusammengeführt und den Zwerg damit ganz und gar bewegungsunfähig gemacht wurde. Zuzutrauen wäre es ihm, auch wenn ein von Gudrid ausgeführtes Intellego Terram keinen Hinweis darauf gibt. Aber falls der Mann die Veränderungen hinterher wieder rückgängig gemacht hat, dann merkt man davon auch nichts mehr.

Was Guri mit ihrem Intellego Terram allerdings findet, sind weitere Hohlräume in der Felswand, wo der Kerl offensichtlich wieder das Erz aus dem Gestein geholt hat, um seine unnatürlich dichten Nägel daraus zu wirken. Er muss seine Opfer also gekannt oder zumindest eine Weile lang beobachtet haben, denn er wusste, dass der Zwerg hier entlang kommen würde, und er kannte die Trollfamilie gut genug, um zu wissen, womit er den besorgten Vater packen konnte.

Die Igniculi sehen sich hier noch ein wenig weiter um, finden aber nichts mehr groß von Belang. Also weiter zum dritten Schauplatz.
Dieser war, anders als die beiden späteren, kein abgelegener Ort. Stattdessen wurde das Opfer, ein Schuster, in seiner Werkstatt getötet, und zwar war der Nisse, als er gefunden wurde, förmlich an die Wand genagelt worden, mit einem Nagel durch das Herz und einem weiteren durch die Stirn. Zeugenaussagen zufolge ertönte ein Schrei aus der Werkstatt, doch als die Nachbarn den Ort erreichten, war der Nisse bereits tot, aber der Mörder schon nicht mehr zu sehen. Er muss also über einen anderen Weg als den Vordereingang verschwunden sein.

Und tatsächlich fällt auf, dass ein steinernes Relief an der Rückwand der Schusterwerkstatt irgendwie verzerrt aussieht, als sei es auseinander- und wieder zusammengeschoben worden. Da hat der Kerl sich offensichtlich per Rego Terram (natürlich!) einen Fluchtweg geschaffen.

Gudrid öffnet also die Wand noch ebenfalls, und die Igniculi entdecken dahinter einen Gang, dem sie natürlich folgen. Der Tunnel schlängelt sich eine Weile durch den Fels und kommt dann ein Stück außerhalb der Stadt zum Vorschein, auf einem Plateau, das sich in Richtung Stadt absenkt, so dass man von hier aus ohne größere Kraxeleien in die Stadt zurückkehren kann, auch wenn kein echter Weg von dem Plateau hinunterführt und hier allem Anschein nach schon eine Weile niemand mehr war – vermutlich war der letzte Besucher an diesem Ort der Mörder, als er selbst hier entlang flüchtete.

Die Igniculi folgen diesem Nicht-Weg hinunter in die Stadt und sind irgendwo auf halbem Weg, als einer der Grogs plötzlich in den Boden einbricht und sich mit zu den Seiten ausgestreckten Armen gerade noch so halten kann, ohne in das durch sein Gewicht unter ihm entstandene Loch zu fallen.
Es stellt sich heraus, dass an dieser Stelle der Felsboden porös ist, durchlöchert, und zwar ziemlich genau kreis- bzw. zylinderförmig, etwa einen Meter im Durchmesser und zwei bis drei Meter in den Boden hinein. Nähere Untersuchungen fördern zutage, dass tatsächlich auch hier das Metall aus dem Untergrund gelöst wurde: genug Rohstoff für ca. 30-40 dieser unnatürlich schweren Nägel.

Hier erweisen sich die Nachwirkungen von Constantias Zauberpatzer als segensreich, denn auf diese Weise können die Magier recht einfach herausfinden, ob es auch noch andere solche Stellen gibt und wo diese sich befinden. Constantia muss einfach nur die Stellen ausdeuten, wo der Boden für sie Löcher zu haben scheint, und die übrigen Igniculi müssen dann nur nachsehen, ob dort wirklich Löcher sind, oder ob die Flambeau einfach nur das dortige Metall nicht sehen kann. Insgesamt finden sich ca. 20 solcher „Bohrungen“, was bedeutet, der Mörder hat sich, je nach Ausbeute der Adern, irgendwas zwischen 500 und 1000 Nägel beschafft.

Rego Terram ist böse, stellen die Igniculi fest – als ob sie das nicht schon gewusst hätten. Und dass der Kerl richtig, richtig gut darin ist, das wird spätestens ersichtlich, als Principa Gudrid beschließt, dasselbe jetzt auch einmal probieren zu wollen. Immerhin ist die Halb-Huldra die Terram-Spezialistin des Bundes. Sie kniet sich also an einer noch gefüllten Ader nieder und konzentriert sich, wirkt ihr Rego Terram, doch als sie sich nach immenser Anstrengung kurze Zeit später wieder aufrichtet, hat sie nur ein wenig metallisch glänzenden Eisenstaub an den Fingern. Der Mörder muss entweder einen Formelspruch dafür beherrschen oder ein jahrhundertealter, voll ausgebildeter Altmagier sein. Oder beides. Egal, wie, es ist übel. Und was zum Nether hat er mit 800 dieser Nägel vor? Nichts Gutes, soviel steht ebenfalls schon mal fest. Das ist genug für einen ausgewachsenen Massen-Anschlag.

Die Gefährten beschließen, die schlechten Nachrichten nicht für sich zu behalten, sondern sie mit Bjørn, dem alten Troll mit der Obsidianhaut, zu teilen. Als die Gruppe bei dem Haus des Trolls ankommt, ist die kleine Ingelor gerade dabei, ihm wie ein Wasserfall etwas zu erzählen und die Stimmung des Alten entsprechend brummig. Immerhin können die Igniculi ihn in sofern beruhigen, dass sie nicht noch ein Waisenkind angeschleppt haben, aber der Rest der Nachrichten ist beunruhigend genug.

Am nächsten Sonntag – oder besser dem, was in der mundanen Welt ein Sonntag wäre, hier nennen sie es Zwergtag – findet auf dem Marktplatz der Stadt ein großer Markt statt, und zwar ein besonderer, denn ein Trollfürst – ein ausgewachsener Fünfmetertroll, sagt Bjørn, aus Granit sei er – wird die Stadt mit seinem Besuch beehren. Womit die Gruppe einen möglichen Ort für den Anschlag gefunden hat und sich dementsprechend als nächstes auf dem Marktplatz umsehen geht.

Wenn der Mörder hier einen Anschlag plant, wie will er die Nägel in seine Opfer bringen? Als Splitterfallen? Wo könnte er solche Fallen verstecken? Wie könnten sie aussehen? Und wie nah müsste er selbst sein, um die Fallen im richtigen Moment auszulösen? Groß verkleiden müsste er sich nicht – so gut wie alle Zwerge laufen ja ohnehin in voller Rüstung herum, und einige menschengroße Gestalten sicherlich auch, also muss der Mann sich einfach nur in eine Rüstung kleiden, um in der Menge nicht aufzufallen.

Wolfram ist derjenige, der auf die entscheidende Idee kommt. In Rabengestalt fliegt er unter die Decke und untersucht diese – und tatsächlich: In den gesamten Bereich über dem Marktplatz sind hunderte dieser Nägel eingelassen, mit den Köpfen und mit nach unten zeigenden Spitzen in den Stein versenkt. So mächtig, wie der Kerl in Rego Terram ist, muss er am Sonntag die Nägel einfach nur „loslassen“, um den ganzen Marktplatz in den Schauplatz eines Massakers zu verwandeln…

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Igniculus-in-Arden, 10. September 2013

Ein alter Troll namens Bjørn, einer der respektiertesten Ältesten in der Nachbarschaft, soll die Nägel bei sich haben, sagt der Gastwirt, beschreibt den Igniculi auch bereitwillig, wo der Troll wohnt. Der Alte sitzt vor seinem Haus auf einer Steinbank – und er ist wirklich hochbetagt, kann man erkennen, seine Haut mit dem Alter bereits zu Stein geworden und seine Bewegungen ebenso wie seine Sprache sehr langsam und bedächtig. Außerdem ist er von der Größe eines ausgewachsenen Fünfmetertrolls bereits wieder auf eine Höhe von eineinhalb Metern geschrumpft, und das will nun wahrlich etwas heißen.

Nach anfänglichem Gegrummel bittet der Alte die Sodales herein und beantwortet ihre Fragen sogar recht bereitwillig – immerhin hat auch er ein großes Interesse daran, dass der Mörder baldmöglich gefasst wird, und wenn die Gruppe in der Richtung nachforschen will, um so besser. Er war selbst nie dabei, wenn die Opfer gefunden wurden; die Leute haben ihm nur die Nägel gebracht, weil sie dachten, die seien bei ihm am besten aufgehoben. Bjørn zeigt den Magi die Mordwaffen: Sie stecken sicher verpackt in einer mit Sand gefüllten Holzkiste. Es sind insgesamt 12 Nägel, und nicht alle Köpfe zeigen dasselbe Zeichen. In zwei ist das Symbol des Hauses Tremere eingepresst, in vier das Zeichen der Ex Misc., und in sechs eben der Baum-im-Kreis des Hauses Merinita. Mit den zwei Tremere-Nägeln wurde der Nisse getötet, mit den vier Ex Misc-Nägeln der Zwerg und mit den sechs Merinita-Nägeln der Troll, eben je nach der Körpergröße des jeweiligen Opfers.

Die Sodales erbitten sich von dem alten Troll die Erlaubnis, die Mordwerkzeuge genauer zu begutachten und anfassen zu dürfen („Na wenn ihr unbedingt wollt…“), woraufhin Constantia versucht, einen der Nägel mit Intellego Vim auf magische Einflüsse zu untersuchen. Dazu muss sie den zu überprüfenden Gegenstand ja berühren – bzw. muss nicht, aber es macht den Zauber um einiges leichter – und erhält bei dieser Berührung einen heftigen Schlag wie von einer elektrischen Entladung. Vielleicht liegt es daran, dass der Spruch nicht nur nicht klappt, sondern geradezu episch misslingt. Mit einem Mal ist für die Flambeau jegliches Metall verschwunden, als würde es gar nicht existieren.
Also begutachtet als nächstes Terram-Spezialistin Gudrid die Nägel. Ihr Intellego Terram kann zwar keine magischen Eigenschaften oder Einflüsse aufzeigen, aber bereits beim Herausnehmen aus der Kiste stellt die Halb-Huldra nach dem ebenfalls erhaltenen Stromschlag fest, dass die Nägel sehr, sehr, sehr viel schwerer sind, als normale Zimmermannsnägel das sein dürften. Hier muss also Magie im Spiel gewesen sein! Ein weiterer Hinweis darauf ist die Tatsache, dass es sich hier um Eisen in seiner reinsten Form handelt, das nicht die geringsten Spuren von Kohlenstoff oder sonstigen Legierungen aufweist. Dennoch ist das Metall geschmeidig und glatt, keinesfalls so spröde, wie unlegiertes Gusseisen dies eigentlich sein müsste. Auch sind die Hauszeichen nicht etwa in die Nägelköpfe eingraviert oder geritzt worden, sondern tief und exakt hineingepresst. Überdies sind alle Nägel alle wirklich ganz exakt gleich, unterscheiden sich überhaupt nicht voneinander, wie in normaler Handarbeit gefertigte Ware dies normalerweise wenigstens ein bisschen täte.

Mehr ist aus den Gegenständen im Moment nicht herauszufinden, deswegen lassen die Igniculi sich von Bjørn die drei Orte beschreiben, an denen die Opfer jeweils gefunden wurden.
Der jüngste Mordfall war der an dem Troll, deswegen besuchen die Magier diesen Tatort zuerst. Vielleicht lassen sich dort ja noch Spuren finden. Die Stelle liegt in einem etwas heruntergekommenen Teil der Stadt, und so verwandelt Bjørnær Wolfram sich in seine Wolfsgestalt, und zwar in die große Version davon. Erstens kann er mit seiner Wolfsnase eventuell noch vorhandene Spuren besser erschnuppern denn als Mensch, und zweitens ist er in dieser Form besser für möglichen Ärger gewappnet.

Auf ihrem Weg durch die unterirdischen Straßen stellen die Igniculi fest, dass Wolframs Gegenwart in dieser Gestalt alles andere als unbemerkt bleibt. Immer wieder fliegen der Gruppe Blicke zu und werden Köpfe zusammengesteckt. Schließlich tritt ein jüngerer Zwerg offen auf die Gruppe zu, grüßt höflich und bittet – mit deutlichem Blick auf den Wolf – seine Hilfe an. Was er dafür verlange, wollen die Sodales natürlich wissen. Oh nichts, gar nichts, ist die Antwort, aber – wieder ein Blick zu Wolfram – wenn die Gruppe ein gutes Wort für ihn einlegen könnte… Die Stimme und die Gestik des Zwergs sind so voller zwinkernder Anspielung, dass die Sodales ihn nicht über seinen Irrtum aufklären. Statt dessen erklärt Guri, sehr darum bemüht, ihre Antwort so zu formulieren, dass sie dabei keine Lüge spricht, wenn der Zwerg ihnen seinen Namen mitteile, dann könnten sie sicherlich in Gesprächen mit allen möglichen Leuten einfließen lassen, welchen Beitrag er bei der Aufklärung des Falles geleistet habe…

Diese Versicherung scheint den Zwerg zufriedenzustellen, denn er stellt sich als Holger vor, führt die Igniculi zum Tatort und erzählt ihnen dabei eifrig alles, was er über die Mordfälle, oder besser den Mord an dem Troll, so weiß. Der Mörder habe sich die kleine Tochter des Opfers geschnappt und in einen Käfig unter einem einsturzgefährdeten Dach gesperrt. Als der Vater dann gekommen sei, um das Mädchen zu retten, sei das Dach tatsächlich, wohl wie beabsichtigt, zusammengebrochen, und der Troll habe all seine Kräfte und beide Hände aufbieten müssen, um den schweren Felsen nach oben zu stemmen und zu verhindern, dass seine Tochter zermalmt wurde. Deswegen habe er sich auch nicht wehren können, als der Mörder ihn dann mit dem Eisen traktierte. Als man ihn fand, sei er gerade noch so am Leben gewesen, weil er wohl mit seiner letzten Kraft ausgeharrt hatte, bis die Helfer sein Kind befreit hatten, doch dann sei er zusammengebrochen und nicht mehr zu retten gewesen. Etwas über seinen Mörder habe er vorher leider auch nicht mehr sagen können.

„Und? Und? Und? War das jetzt hilfreich?” will der Zwerg daraufhin wissen – abermals mit einem deutlichen Seitenblick auf den Wolf. Und abermals erklärt die Principa, dass sie den Namen „Holger“ sicherlich erwähnen könnten, wenn sie irgendwann in die Verlegenheit kämen, von diesem Fall und ihren Nachforschungen zu berichten. Was sie insgeheim und für sich auch zu tun beschließt, um nicht gelogen zu haben – auch wenn die Leute, an die Gudrid bei diesen Worten denkt, definitiv nicht diejenigen sind, die Holger bei seinem eifrigen Nachhaken im Sinn hat.

Der Zwerg zieht sich mit mehreren Verbeugungen und der Bemerkung zurück, falls man ihn brauche, jeder hier im Viertel kenne Holger, und er stehe selbstverständlich jederzeit sehr gerne wieder zur Verfügung. Als er verschwunden ist, machen die Sodales sich an die Untersuchung des Tatorts. Es handelt sich um ein altes, offenbar unbewohntes Haus mit einem langen, von Säulen gestützten Vordach. Eben jenes Vordach war es, unter dem der Mörder den Käfig aufstellte und dann die Säulen zum Einsturz brachte, als das Opfer daruntertrat.

Hier sind wieder Nachforschungen angesagt. Die Säulen sehen so aus, als hätten sie ohne äußere Einwirkung noch lange ausgehalten, die Bruchkanten unnatürlich glatt und bei beiden Säulen an derselben Stelle befindlich, stellt Constantia fest. Wolfram erschnuppert die Spur von Eisen, die vom Tatort an dem Haus vorbei ein Stück weiter zur Höhlenwand führt, wo der Fels ein wenig seltsam aussieht, als sei ein Stück herausgebrochen und wieder eingesetzt worden. An dieser Stelle versucht Gudrid, mit „Tracks of Faerie Glow“ eventuelle Spuren auf dem Boden sichtbar zu machen, aber es sind keine zu sehen. Statt dessen deutet das magische Leuchten, bzw. Gudrids dank des Spruches geschärftes Verständnis dafür, wo eine Spur entlang führt, in den Berg hinein, wo sie mit Intellego Terram erspüren kann, dass sich dort einfach ein Hohlraum befindet, über einen Meter lang, aber nur ziemlich schmal und überhaupt nicht regelmäßig, sondern nach hinten hin verzweigt.

Eine Erzader vielleicht? Oder besser, ein Hohlraum, wo früher einmal eine Erzader war? Genau das, stellt die Huldra fest, denn an das Ende des Hohlraumes schließt nahtlos tatsächlich eine Erzader an. Da hat der Mörder offensichtlich mit Rego Terram das benötigte Eisen aus dem Berg geholt, die Felswand dann wieder verschlossen und das Erz dann ebenfalls per Magie zu den unnatürlich schweren Nägeln verdichtet, wobei er währenddessen oder danach noch das Hauszeichen in sie prägte. Dann muss er gewartet haben, bis der besorgte Vater herbeikam, ehe er, ebenfalls per Rego Terram, die Säulen einstürzen ließ.
Und keine dieser Aufgaben kann sonderlich einfach gewesen sein. Der Kerl ist gut in Rego Terram. Richtig gut. [Was dem Begriff „Terr-orist“ eine ganz neue Bedeutung verlieh und für große ooc-Erheiterung am Tisch sorgte.]

Der nächste Schritt ist es, das kleine Trollmädchen zu befragen, das den Anschlag ja überlebt hat. Die Kleine treibt sich seither auf der Straße herum, erfahren die Igniculi (bzw. haben sie schon vorher im Gespräch mit Holger erfahren), weil sie keine näheren Angehörigen hat. Ein einsames Trollkind, das seit dem Erlebten etwas „seltsam im Kopf ist“ und nur teilnahmslos herumsitzt, ist relativ schnell gefunden, und so bemühen die drei Frauen (Wolfram ist ja noch in Tiergestalt, und Knut-der-Baum bleibt wegen seiner imposanten Statur [bzw. eigentlich, weil der Spieler an dem Abend nicht dabei war] im Hintergrund bei den Bewaffneten zurück) sich um dessen Aufmerksamkeit.

Zuerst reagiert das Mädchen – Ingelor heißt sie, hatte Holger erzählt – überhaupt nicht auf Ansprache, aber als Constantia sie sanft an der Schulter berührt, sieht sie doch auf. Und schreckt mit einem Aufschrei zurück, stürzt von dem Mäuerchen, auf dem sie saß und krabbelt verzweifelt nach hinten, tastet dabei hektisch nach einem Stein zur Verteidigung. „Das Zeichen! Der böse Mann! Der böse Mann will mich umbringen!“ stammelt sie dabei und zeigt nach hinten in Richtung von Knut und den Grogs. Also werden zu deren Missfallen die Männer von den drei Igniculae erst einmal außer Sicht geschickt, und als Ingelor sich ein wenig beruhigt hat, kann sie auch erklären, was sie so geschockt hat.

„Das Zeichen“, das die kleine Trollin meinte, war das Kreuz, das einer der Grogs seines christlichen Glaubens wegen an einer Kette um den Hals trägt, und genau dieses Zeichen, erzählt die Kleine, habe auch der böse Mann getragen. Allerdings etwas anders: nicht um den Hals, und die Kette, an der es hing, habe aus lauter Holzperlen bestanden, und mit denen habe er ständig herumgespielt, sie zwischen den Fingern hin und her wandern lassen. Die übrigen Geschehnisse bestätigt Ingelor so, wie der Zwerg diese bereits grob beschrieben hatte, fügt aber noch einige weitere Details hinzu.

So habe der böse Mann sie überhaupt fangen können, obwohl ihr Vater ihr immer eingeschärft habe, keinesfalls von der Straße wegzugehen, weil ein Stein so seltsam über die Straße gerollt sei, und sie neugierig wurde und sehen wollte, warum und wohin dieser Stein so komisch kullerte. (Aha. Mehr Rego Terram.) Dann habe er sie geschnappt und in den Käfig gesteckt, der dort schon stand, und dann sei er auf die Straße getreten und habe irgendwas gemacht, und ihr Vater sei bald gekommen. Aber der böse Mann sei gar nicht so lange weggewesen, wie es gebraucht hätte, um nachhause zu laufen und ihren Vater zu holen. (Imaginem- oder Mentem-Magie, um den Trollmann herbeizurufen, vielleicht?) Jedenfalls sei ihr Vater dann gekommen, und das Dach sei eingestürzt, und ihr Vater habe das Dach hochgehalten, und der böse Mann hätte nur dagestanden und ihren Vater gar nicht berührt, aber plötzlich habe der laut geschrien. Der böse Mann muss die Nägel wohl auf ihren Vater geworfen haben oder so, meint sie. (Die beiden Magae interpretieren das Gehörte natürlich als weiteres Rego Terram, aber damit müssen sie das kleine Mädchen nicht verwirren.)

Beschreiben kann Ingelor den Angreifer nicht. Ein Mann sei es gewesen, ein Mensch, mit hellem Haar und auch mit Haar im Gesicht. Geredet habe er nicht mit ihr, nur kurz „rein da“ gezischt, als er sie in den Käfig stieß. Die Worte klangen nicht sehr akzentbehaftet, mehr wie Gudrids Aussprache denn wie Constantias. Als die Frauen dem Kind dann versichern, sie würden alles dafür tun, damit der böse Mann gefangen werde und Ingelor in Sicherheit wäre, sieht die Kleine sie – und vor allem den übergroßen Wolf – neugierig an. „Kennt ihr Loki?“ fragt sie dann. „Wir kennen seine Tochter“, antwortet Guri nach kurzem Überlegen, wie sie am besten bei der Wahrheit bleiben kann. Welche Tochter, will das Mädchen wissen. Tora, erwidert die Principa, und ob Ingelor Tora kenne. „Jeder kennt doch Tora!“ erklärt die kleine Trollin, was den Igniculi weiteres Material zum Nachdenken liefert. Denn eigentlich liegt dieser Ort hier näher an Utgard denn an Asgard, warum also sollte Tora sich so häufig hier aufhalten? Andererseits ist sie die Tochter eines Asen und somit vermutlich ziemlich bekannt hierzulande, egal, ob sie oft durchreist oder nicht.

Jedenfalls können sie das Kind nicht einfach auf der Straße lassen, befinden die Igniculae. Erstens ist es nicht sicher für die Kleine, und zweitens erregt die Situation auch einfach das Mitleid der Frauen. Vielleicht findet sich ja eine nette Adoptivfamilie für Ingelor, ein Trollpaar, das sich über ein Kind freuen und es liebhaben würde. Oder Bjørn, schlägt Constantia vor. Das ist immerhin ein Troll, den sie schon kennen, den müssen sie nicht lange suchen, und er hat bestimmt bessere Kontakte und mehr Ideen, wo Ingelor auf Dauer leben kann, wenn nicht bei ihm selbst.
Der alte Troll ist natürlich alles andere begeistert von dem Gedanken, als die Gruppe wieder bei ihm auftaucht, schlägt vor, dass sie es doch selbst behalten sollen, wenn ihnen so viel an dem Mädchen liegt, aber schließlich und endlich willigt er doch ein – und lässt, mit einem Gebrumm von wegen „hätte gar nicht mit denen reden sollen“, sogar die Ermahnung über sich ergehen, dass das arme Kind nach dem Erlebten viel Liebe brauche. [Und ooc drängten sich Vergleiche mit Heidi und dem Alm-Öhi auf…]

Als die Igniculi dann Bjørns Haus verlassen, hören sie noch, wie Ingelor dem alten Troll aufgeregt erzählt: „Und der eine von ihnen ist Lokis Sohn! Fenris‘ Bruder! Da bin ich gaaaanz sicher!“ Oh-hah. Das war also das Gerücht, was die Igniculi mit ihren sorgfältig formulierten Wahrheiten nicht zerstreut haben. Und natürlich, jetzt, wo sie so darüber nachdenken, liegt die Schlussfolgerung natürlich nah.

Aber ob und inwieweit die Sodales sich mit ihrer unausgesprochenen „Zustimmung“ in noch größere Schwierigkeiten geritten haben, das wird die Zeit zeigen. Jetzt sind erst einmal weitere Schlussfolgerungen in bezug auf den Mörder angebracht.
Der ist offensichtlich ein Christ, und zwar ein fanatischer Christ, wie es scheint, der offenbar gezielt gegen Feen als „unnatürliches Hexenwerk“ oder etwas in der Art vorgehen will, sie vielleicht sogar ganz ausmerzen will, während er mit den Zeichen der hermetischen Häuser vermutlich den Verdacht auf die “Hexen und Zauberwirker” lenken will, die man ja laut strenger Auslegung des biblischen Textes nicht am Leben lassen soll. Nur dass es ihm anscheinend nichts ausmacht, seine Ziele mit der seinem Glauben so verpönten Magie zu erreichen.
Und eine weitere Kleinigkeit scheint die Theorie von dem fanatischen Christen noch zu unterstützen: Die Morde fanden ja alle im Abstand von einer Woche statt. Und bei ein wenig Nachrechnen bzw. Nachfragen ist schnell herausgefunden, dass dies jeweils an einem Sonntag geschah, oder dem, was in der Menschenwelt ein Sonntag gewesen wäre.
Also ist die nächste und vordringlichste Aufgabe jetzt wohl, die anderen beiden Tatorte aufzusuchen, um dort vielleicht noch weitere Hinweise auf den Mörder zu finden.

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Igniculus-in-Arden, 03. September 2013

Nachdem Wolfram einen seiner Rabenbekannten in Richtung Hernes Herbstlager losgeschickt hat, beschließen die Sodales, nicht auf die Rückkehr des Vogels zu warten, sondern gleich selbst in Richtung Nordland aufzubrechen. Die Frage ist nur: auf mundanem Wege oder über die Feenreiche? Ihr Instinkt lässt die Halbfee Gudrid zuerst zur Option mit den Feenreichen tendieren, weil die Reise dort vermutlich um einiges schneller gehen dürfte – aber andererseits, wenn die Zeit dort nicht normal verläuft, dann kann es natürlich wiederum auch sein, dass alles viel länger dauert. Überdies müssten die Igniculi dort jederzeit mit ungewöhnlichen Bedingungen oder Verzögerungen durch die Einheimischen rechnen – was in der mundanen Welt zwar auch der Fall sein könnte, aber das Potential für Seltsamkeit ist außerhalb der Feendomänen doch deutlich geringer. Den Ausschlag gibt letzten Endes die Tatsache, dass zwei Mitglieder des wie erwartet auf die Reise gehenden Teams Waldbrandrodung – Wolfram und Constantia – über keinerlei Kenntnisse in der nordischen Sprache verfügen und die längere Route in der normalen Welt den beiden Nordländern die Möglichkeit gibt, ihnen unterwegs wenigstens die Grundlagen im Norse zu vermitteln.

Von einer schottischen Hafenstadt aus ein Schiff zu nehmen, wäre zwar schneller und die auf See zurückzulegende Strecke kürzer, aber dort oben hat sich irgendwo Askeladd niedergelassen, und dem und seinen Leuten wollen die Sodales auf gar keinen Fall in die Arme laufen. Außerdem gibt es in London den größeren Hafen und somit die größere Wahrscheinlichkeit einer Schiffspassage, und überdies kann man so noch dem dortigen Bund einen Höflichkeitsbesuch abstatten.

Die Reise in den Süden verläuft bis auf erste Sprachübungen völlig ereignislos; auch keine Nachricht von oder über Ravenna erreicht den Bjørnær. In London dann stehen die Igniculi beim Collegium Londinium vor beinahe verschlossenen Türen, denn die dortigen Magi sind alle unterwegs. Ein alter Sodalis, der die Reisenden empfängt, scheint als beinahe Einziger im Bund zurückgeblieben zu sein. Immerhin kann er der Gruppe – sichtlich erleichtert, dass es sich bei deren Bitte um Hilfe um nichts Schlimmeres handelt als eine reine Auskunft – einen Schiffskapitän nennen, der gerade in London ankert und mit den Magiern des Collegium Londinium schon häufiger zu tun hatte, auch über die Existenz von Magie im Bilde ist. Allerdings, warnt der Londoner, sei dieser Thorghel mit Vorsicht zu genießen. Ein Nordmann sei er und ein Schwerenöter, und sein Schiff sei so ein nordisches Drachending, Komfort dürfe man also nicht erwarten.

Von diesen Warnungen lassen die Igniculi sich allerdings nicht abschrecken, und nach einer launigen Unterhaltung, in deren Verlauf Guri dem brummigen Kapitän auch nur ein oder zwei Mal klar machen musste, dass die Reize der Damen nicht Teil der Verhandlungsmasse über den Preis der Schiffspassage sein würden, finden die Magi sich als zahlende Gäste an Bord des Drachenschiffes wieder. In den Verhandlungen mit Kapitän Thorghel hat die Halb-Huldra [zu großer ooc-Erheiterung am Tisch] wohlweislich darauf verzichtet, ihre Beziehung zu Herne auf den Tisch zu werfen, was die vorlaute Ethelred – natürlich – zu einem Spruch in Richtung „Aber Ihr seid doch gar nicht mehr verlobt, Principa!“ veranlasst.

[Ethelreds Spieler war an dem Abend gar nicht da, aber einem von den anderen fiel das lose Mundwerk der Kräuterfrau ein, und so wurde ihr diese Spitze einvernehmlich in den Mund gelegt, nachdem der ooc-Kommentar: „Und nein, Guri sagt jetzt definitiv nicht: ‘Ich bin eine verlobte Frau, Kapitän!!’“ gefallen war.]

Nachdem die Grenzen erst einmal gesteckt sind und man sich darauf geeinigt hat, dass der Besatzung allein jegliche Beute zusteht, sollte man von Piraten überfallen werden, mit Ausnahme von eventuellen Schriftrollen oder Büchern oder solchen Dingen, mit denen die Seeleute ohnehin nicht viel anfangen könnten, vergeht die eigentliche Seereise dann zum großen Bedauern des Kapitäns größtenteils ereignislos, oder wenigstens völlig piraten- und überfallfrei. Nordlandtanne Knut verträgt es gar nicht gut, keinen festen Boden unter den Wurzeln zu haben, und so hängt der menschengestaltige Baum den größten Teil der Überfahrt mit grünem Gesicht über der Reling, und der Sprachunterricht bleibt Gudrid (und zum Teil Ethelred, die das Norse auch ein wenig beherrscht) überlassen.

Man könnte die Ansiedlungen von Oslo oder Trondheim anlaufen und dort die Überlandreise und die Suche nach einem Übergang in die Feenwelt beginnen. Aber es gibt einen Ort direkt an der Küste, etwa 200 Meilen nördlich von Trondheim, der so einmalig und auffällig ist, dass auch die von noch weiter nördlich stammende Gudrid davon gehört hat. Dieser Ort ist der Torghatten, ein Berg mit einem zwanzigmannshohen Loch in der Mitte, wo einst die Maid Lekamøya vor Prinz Hestmannen, dem unbändigen Sohn des Trollkönigs Vågekallen, floh. Als er sah, dass er sie nicht würde einholen können, schoss Hestmannen einen Pfeil auf die Jungfrau ab. Doch ein gerade ebenfalls vorbeikommender Reiter, der Riesenkönig der Sømnaberge, warf seinen Hut in den Weg, und so verfehlte der Pfeil sein Ziel. Der Hut blieb durchschossen liegen und wurde, als die Sonne aufging, zu Stein.

An diesem Berg also gehen die Sodales von Bord und machen sich an den Aufstieg. Zum Glück ist nicht allzu viel Kletterei vonnöten, und so kommen alle mehr oder weniger bei Atem oben an. In seiner Länge misst das Loch in der Felswand etwas weniger als eine Achtelmeile, müsste sich also, wenn man den unebenen, aus Felsbrocken der unterschiedlichsten Größe bestehenden Boden in Betracht zieht, auch vom erschöpftesten Wanderer in vielleicht zehn bis fünfzehn Minuten durchqueren lassen. Doch der Weg nimmt und nimmt kein Ende. Selbst als die Sodales bereits eine halbe Stunde lang über den steinigen Untergrund geklettert sind, erscheint das andere Ende des Loches noch immer genausoweit weg wie am Anfang. Aber dass es hier einen Übergang in die Feenwelt gibt, das war ja von vorneherein klar; um das zu wissen, hätte es nicht einmal das leicht flirrende Licht am anderen Ende des Loches und die dort etwas seltsam erscheinenden Farben gebraucht. Und dass Feenwege gerne einmal deutlich länger sind, als sie eigentlich aussehen, das wissen die Feenkundigen unter den Magi recht genau. Überraschend ist die Länge des Weges also nicht wirklich, nur erschöpfend.

Nach einer Wanderung von vielleicht zwei Stunden sehen die Igniculi eine Abzweigung in der linken Felswand, einen Gang, der tiefer in den Berg hineinzuführen scheint. Diesen Weg schlägt die Gruppe ein und landet nach einer weiteren Wanderung – die allerdings leichter fällt als die vorige Kletterei, weil sie hier durch einen bearbeiteten Tunnel mit ebenem Boden führt statt über Felsbrocken und Geröll – in einer riesigen Kaverne, die eine ganze, in den Fels gehauene Stadt beherbergt. Von Laternen und Fackeln hell beleuchtet und durchaus belebt, wohnen hier die unterirdischen Feenwesen: vor allem Zwerge, aber auch Trolle und Nisser, also Kobolde, und andere. Da alles friedlich scheint und sogar einige Menschen zu sehen sind, begibt die Gruppe sich neugierig in die Stadt hinein und kommt auf ihrer Suche nach einer Taverne an mehreren Zwergenschmieden und anderen kleinen Handwerksbetrieben und Läden vorbei, und natürlich auch an Wohnhäusern.

Das Gasthaus, das die Sodales schließlich ausfindig machen, wird außen durch ein einfaches Schild gekennzeichnet und innen von einem Zwerg geführt. Auch hier sind einige Menschen zu Gast, so dass die Magi nicht weiter auffallen. Der Gastwirt ist fasziniert von der Auskunft, dass die Gruppe sich auf einer Queste befindet (Questen sind bei Feen beinahe heilig, wissen Knut und Guri), vor allem von der Tatsache, dass diese Queste die Neuankömmlinge bis nach Asgard führen soll. Aber der Wirt warnt auch, es seien finstere Zeiten, sehr finstere Zeiten: Man höre, Odin rüste zum Krieg. Und man höre, die Eisriesen hätten sich bereits jetzt, vergleichsweise früh im Jahr, gerührt. Und wenn sie sich jetzt schon rührten, dann würden sie sich vermutlich auch bald auf den Weg machen, und wenn dem so wäre, dann könnte es durchaus passieren, dass die Reisenden an der Brücke zu Asgard oder bereits vorher, auf dem Weg dorthin, auf sie stießen. Also sei mehr als nur Vorsicht angebracht.

Die Igniculi stimmen sehr ernsthaft zu, dass es wahrlich finstere Zeiten seien, und dass sie sich sehr wohl in Acht nehmen würden. Dann erzählt der Wirt weiter, und das, was er da erzählt, ist viel beunruhigender und kurzfristig drängender als eventuelle Eisriesen, auf die die Sodales treffen könnten, wenn sie denn mal an der Asbrua angekommen sind. Denn in der Stadt geht ein Verrückter um, sagt der Gastwirt: ein Verrückter, der Leute umbringe, und zwar endgültig, so dass sie nicht mehr wiederkommen können! Mit – Schock! – Eisen! Genauer gesagt, mit Nägeln. Die bisherigen drei Opfer verband nach außen hin nichts, erfahren die Magi. Ein zwergischer Schmied, ein Nisse und ein Troll seien es gewesen.

Was die Igniculi allerdings am allermeisten daran bestürzt, und was sie dazu bringt, sich schnellstmöglich der Sache anzunehmen, ist dies: Die besagten Nägel hätten einen alle einen besonders breiten Kopf gehabt, und auf diesen Köpfen sei in allen Fällen ein Symbol eingraviert gewesen: ein belaubter Baum in einem Kreis. Vor allem Gudrid ist geschockt, denn wie alle Magier erkennt sie die Beschreibung sofort. Es ist das Zeichen des Hauses Merinita…

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Igniculus-in-Arden, 23. Juli 2013

Eine kurze Sitzung, gestern. Die Sommerwärme hat uns das Gehirn weggebrannt und wirklich konstruktives Spiel relativ effizient unterbunden. Also gab es nur die Bundsitzung, bei der die drei mitgereisten Magier den Daheimgebliebenen die Sachlage darlegen und gemeinsam geplant wird, was am besten als nächstes zu tun sei.

Man einigt sich darauf, dass der Krieg zwischen den Nordland- und den Südlandfeen das momentan dringlichste Problem sei und Askeladd sowie die Diedne erst einmal hintenangestellt werden müssen. Was den Konflikt der Feen angeht, gibt es zwei Möglichkeiten, stellen die Igniculi fest: Entweder Herne beschließt, die Kette nicht zurückzusenden, dann kommt es zum Krieg. Oder Herne sendet die Kette als Friedensangebot an Odin zurück. Dann ist entweder der Krieg (zumindest vorläufig) abgewendet, und Loki wird mit ziemlicher Sicherheit eine andere Intrige aushecken, oder aber Odin lässt sich davon nicht umstimmen, und es kommt trotzdem zum Krieg. Aber dann hat Herne wenigstens die Kette nicht mehr, was ja vielleicht auch nicht das Schlechteste sein muss.

Man müsste vor allem wissen, wie Herne reagiert, ob er die Kette zurückschickt oder nicht. Zu diesem Zweck wird Wolfram beauftragt, Kontakt mit Ravenna von den Südlandfeen aufzunehmen, damit die Rabenfrau entsprechende Nachricht senden möge.
Aber das ist den Igniculi nicht genug: Im Krieg aktiv mitkämpfen, falls es denn zum Krieg kommt, können sie zwar nicht, weil sich eine von beiden Feen-Fraktionen garantiert „belästigt“ fühlen würde, und „Feen belästigen“ ist Magiern ja laut Code des Hermes strikt verboten.
Was die Igniculi allerdings tun können, ist selbst auf Friedensmission nach Norden zu ziehen und zu versuchen, mit Odin zu sprechen. Da keine Südlandfee dabei wäre, könnte die Gruppe als neutrale Vermittler betrachtet werden, wobei die Gegenwart der Nordländer Knut und Gudrid den Sodales sogar einen leichten Vorteil verschaffen könnte, und sei es nur, weil die beiden sich mit Land, Leuten und Gepflogenheiten der Feen auskennen. Ob es der Huldra allerdings so einfach gelingen wird, als „normale“ Fee – bzw. sogar nur als Halbfee – eine Audienz bei deren oberstem Lord zu erlangen, das bleibt abzuwarten. Aber versuchen wollen die Igniculi es wenigstens.

Dass die Principa und Knut mit auf die Reise gehen werden, ist also klar. Naturbursche Wolfram bietet sich ebenfalls an – außerdem wäre ein christlicher Priester bei einer Mission in den heidnischen Norden und vor allem zu Feen vermutlich nicht ganz so geeignet. Sehr geeignet hingegen wäre Evelyn Streona, aber die junge Adlige laboriert noch an den Folgen ihrer schweren Verwundung aus dem Kampf gegen Sir Trevan, so dass sie sich noch nicht in der Lage fühlt, auf eine längere Reise zu gehen. Also wird es wohl doch wieder auf das Team Wald und das Team Brandrodung hinauslaufen, da vermutlich Ethelred sich eher der Reise anschließen wird als Semper Secundus und da Crispinus Comis sich ohnehin schon den ganzen Sommer lang zum Forschen in seinem Labor eingeschlossen hat (a.k.a. sein Spieler sich eine Auszeit nimmt).

Rosa Nocturnas Spieler verkündet ooc, dass es ihm ganz recht sei, wenn Semper Secundus statt Ethelreds mitzöge, dann habe die Tytala als einzige aktive Maga im Bund die Führung inne und sei endlich mal Chef! Was uns zu Überlegungen bringt, dass dann im Bund eigentlich mal so richtig alles schiefgehen müsste, damit sie mal sehe, wie schwer so ein Führungsamt doch eigentlich ist.

Außerdem redet Gudrid noch mit Saika. Die Halb-Huldra spielt der Falkenfee gegenüber mit offenen Karten, erzählt ihr, dass die Verlobung gelöst ist und dass Gauwron kein Verräter war, sondern sich nur zum Schein auf Toras Seite geschlagen hat. Außerdem eröffnet Guri der anderen, dass Herne sie als Gudrids Leibwächterin abgestellt habe. Erstere Neuigkeit quittiert die Fae mit einer etwas seltsamen Reaktion: Zuerst zieht tatsächlich ein Ausdruck der Freude über ihr Gesicht, aber dann verschließt sich ihre Miene wieder. Anscheinend ist sie irgendwie zwiegespalten ob der Nachricht. Auf Gauwron ist Saika trotz der Information weiterhin nicht gut zu sprechen, sondern erklärt, er drehe sein Fähnchen immer nach dem Wind, tue nur das, was gut für Gauwron sei, und finde immer einen Weg, andere für seine Zwecke einzuspannen. Man könne diesem Wolf einfach nicht trauen.
Die Sache mit der Leibwächterin nimmt Saika gelassen hin, auch die Tatsache, dass sie wegen ihrer noch immer schweren Verletzung die Gruppe nicht wird nach Norden begleiten können. Deswegen, und natürlich, weil dann eine Südlandfee dabei wäre, was die Aufgabe vermutlich deutlich erschweren könnte.

Ansonsten wird mit diesen Planungen die Sommer-Season beendet und die entsprechende Erfahrung verteilt. Wolfram hat sich über den Sommer einen weiteren Formwandlerspruch angeeignet und kann sich von nun an auch in einen Fisch verwandeln, während Constantia ex Flambeau und Principa Gudrid aus der Bundbibliothek lernen. Eigentlich ist Buchwissen der Huldra ja ziemlich suspekt, aber sie hat ja nun einmal das Ziel, irgendwann diesen Schlüsselfindespruch zu erforschen, und dazu muss sie erst einmal die Grundlage legen. Wenn alles so klappt, wie es soll, kann sie in den nächsten beiden Seasons ihr Terram-Wissen auf das durch das Buch mögliche Maximum erhöhen, in drei weiteren Seasons ihre Magische Theorie erweitern (davor graut es der naturverbundenen Halbfee bereits), und dann kann sie sich daran machen, einen vergleichbaren und bereits existierenden Spruch dritter Ordnung zu lernen, was ihr dann noch einige Seasons später das Erforschen des eigentlichen Ziels erleichtern dürfte. Was auch eine sehr lange Zeit ist und ihr das Lernen dessen, was sie eigentlich lieber lernen würde, solange versperren wird, aber es ist immerhin besser als die 25 Seasons, die das Forschen jetzt erfordern würde, wenn sie im derzeitigen Zustand und ohne weitere Vorbereitung daran ginge. Und dass das Ganze ein Langfrist-Ziel werden würde, war ja ohnehin klar. Nur nicht, dass sie sich dem so komplett und ausschließlich würde widmen müssen. Seufz. Aber was tut eine Principa nicht alles für das Wohl ihres Bundes.

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