Igniculus-in-Arden

Igniculus-in-Arden, 30. September 2014

Der unsichtbare und von seinen vorigen Anstrengungen etwas erschöpfte Semper Secundus kann nichts weiter tun, außer dem seltsamen, dämonischen Hund mit den rotglühenden Augen hinterherzusehen, wie dieser im umverbrannten Teil des Waldes verschwindet.

Als der Magus wieder bei seinen Gefährten angekommen ist, die sich inzwischen in sichere Entfernung vom Feuer gebracht haben (vor allem Knut*), erzählt er natürlich von seinen Erlebnissen, und das Spekulieren beginnt. War der “Dämonenhund” womöglich der ortsansässige Magier, der auf diese Weise den vom Aschenkerl gelegten Flammen entkommen ist? Askeladd war es vermutlich nicht, zumindest stellt es sich den Igniculi so dar, denn der Aschenkerl war ja selbst nicht ins Feuer gegangen, sondern hatte sich vorher verzogen. Wenn die Vermutung also stimmt, dann war der örtliche Magus wohl irgendwie mit dämonischen Kräften im Bund – oder war die ziemlich verzerrte Version eines Bjørnær. Oder er hat den Hund nur beschworen, sich nicht selbst in ihn verwandelt? Aber auch das würde dämonistische Verbindungen nahelegen… und es würde nicht erklären, warum in dem Dreieck, in dem das Feuer gewütet hat, keine Leiche oder sonstige Überreste, die auf einen Menschen schließen lassen würden, zu finden sind. In dem gesamten Areal ist alles völlig verbrannt – bis auf eine pentagrammförmige Stelle, die völlig unversehrt und unverbrannt geblieben ist. Es könnte also sein, dass der Magus hier einen Schutzkreis gezogen hat – oder bereits vorbereitet hatte -, in dem er überleben konnte, bis er sich in die Hundeform verwandelt hatte. So oder ähnlich jedenfalls schlussfolgern die Igniculi.

Dass der Mann kein sonderlich netter Mensch war (oder ist), das wusste die Gruppe ja schon anhand der Tatsache, dass er Esmeralda entführen wollte. Nun jedoch kommen eventuelle dämonistische Tendenzen dazu. Und obwohl sie in dem Feuerdreieck keine Leiche gefunden haben, liegt etwas außerhalb, dort, wohin das Feuer auf normale, nicht-magische Feuer übergegriffen hatte, die angekohlte Leiche eines von Askeladds Kriegern. Weitere Schlussfolgerung der Gruppe: Der Mann könnte von dem Dämonenhund umgebracht worden sein. Oder ist eben einfach so verbrannt, weil er nicht rechtzeitig wegkam, aber das glaubt irgendwie niemand so recht. (Irgendjemand nimmt auch die angesengte, aber ansonsten unversehrte Fibel vom Umhang des Nordmannes mit, meine ich.)

Obwohl Evelyn sich dafür ausspricht, so schnell wie möglich nach Warwick zurückzukehren, um die Hochzeit nicht zu verpassen, plädiert Cedric dafür, sich noch ein klein wenig länger im Dorf aufzuhalten und versuchen, noch ein wenig mehr über den walisischen Magus herauszufinden. Und außerdem kann man ja im Dorf vielleicht noch ein wenig bei den Aufräumarbeiten helfen.

Gesagt, getan: Als im Dorf wieder einigermaßen Ruhe eingekehrt ist, hören die Consortes sich bei den Anwohnern um. Vielleicht handelt es sich bei dem Gehörten größtenteils um Übertreibungen und Gerüchte, aber der Mann war den Dorfbewohnern jedenfalls zutiefst verdächtig und unsympathisch. Na gut, er war ein Hermetiker, die haben ja nun mal diese unheimliche Aura. Aber trotzdem schält sich ein Bild heraus von einem nicht nur unheimlichen, sondern auch sehr unfreundlichen Menschen, der sich vor etwa sechs (?) Jahren in der Kate außerhalb des Dorfes niedergelassen habe. Und seither seien immer mal wieder Leute verschwunden oder tot aufgefunden worden, die in jener Ecke des Waldes zu tun hatten, die Anzahl der Fehlgeburten habe zugenommen, und so weiter, und so weiter.

Im Gespräch kommt heraus, dass der damalige Ortsvorsteher mehr mit dem Mann tun gehabt habe, aber schon nicht mehr am Leben sei. Seine Witwe allerdings lebt noch hier, also geht Cedric sich mit der ihr unterhalten. Die ältere Dame erzählt, dass ihr Mann selig damals mit dem Neuankömmling habe sprechen wollen, nachdem der sich einfach so, ohne irgendwen um Erlaubnis zu fragen, in der Hütte eingenistet hatte, und ihn eigentlich hatte auffordern wollen, die Gegend wieder zu verlassen. Nach dem Besuch jedoch sei ihr Mann mit veränderter Einstellung zurückgekommen und habe erklärt, der Einsiedler – ein Caledonier namens Malcolm (oder Duncan? Ich weiß es gar nicht mehr, muss bei Slobo nochmal nachfragen) – dürfe bleiben. Wie es zu seiner Meinungsänderung kam, sagte er nicht, habe generell nicht mehr über den Besuch sprechen wollen, und kurze Zeit darauf sei er gestorben. Mit dem Dorfpriester habe er aber lange darüber geredet – nur sei der Dorfpriester inzwischen auch schon nicht mehr am Leben, wie schade, so ein junger Bursche sei das noch gewesen.

Ihr Mann habe auch keine Aufzeichnungen oder ähnliches hinterlassen, die sich die Igniculi einmal ansehen könnten, und auf die Idee zu versuchen herauszubekommen, ob der junge Dorfpriester vielleicht ein Tagebuch geführt hat oder so etwas, kommt in dem Moment niemand aus der Gruppe. (Oder hatten wir das sogar versucht, blieben aber erfolglos? Jaja, da geht es hin, das Gedächtnis.)

Jedenfalls ist hier in Wales erst einmal nichts weiter über diesen Malcolm (oder Duncan) herauszufinden, aber vielleicht kann man ja beim caledonischen (oder englischen) Tribunal etwas über einen nach Wales ausgewanderten schottischen und offensichtlich bundlosen Magus dieses Namens in Erfahrung bringen. Jedenfalls sollten die Magier zuhause in Arden sobald wie möglich mit einbezogen werden, weil die Consortes selbst ja wohl kaum Nachforschungen in dieser Richtung werden anstellen können. Außerdem sollten die Magi wissen, dass der Waliser Schotte vielleicht noch am Leben ist und dass Askeladd ihn offensichtlich ganz spezifisch zum Ziel auserkoren hatte und nicht einfach nur zufällig dort vorbeikam.

Aber zunächst geht es zurück nach Warwick, bzw. zu der verborgenen Regio in der Nähe der Stadt, wo Darek und seine Leute leben.
Cedric-der-Ältere, der Torwächter, ist wenig begeistert davon, die Gruppe zu sehen, lässt sie aber nach ein wenig freundlichem Geplänkel durch seinen jüngeren Namensvetter brummelnd durch seine Hütte in den Tunnel, der zu der Regio führt.

Bei ihrer Ankunft in dem Regio-Dorf werden die Igniculi Zeuge einer Szene zwischen Dareks Tochter Amorena und einem jungen Mann, den das temperamentvolle Mädchen gerade lautstark beschimpft und zum Verschwinden auffordert. Caleb, der Dieb aus Warwick und Amorenas guter Freund, ist auch gerade anwesend. Der Fremde ist offensichtlich Amorenas Verlobter, und die beiden befinden sich in der Zeit zum Kennenlernen, die der Häuptling seiner Tochter nach deren Flucht zugestanden hatte. So gut scheint dieses Kennenlernen allerdings nicht zu funktionieren, denn Amorena ist anscheinend wirklich ständig streitlustig zu ihrem Versprochenen. Darek selbst sogar erwähnt seinen Gästen gegenüber, dass, wenn er es nicht besser wüsste, er ja beinahe denken würde, die beiden passten nicht zusammen, aber… nein. Das kann gar nicht sein. Seine eigene Frau war auch so temperamentvoll, und der eine oder andere Streit gehöre einfach dazu.

Semper Secundus versucht noch, seine beiden Gefährten dazu zu bringen, sich aus der Beziehungskiste zwischen Amorena und dem Häuptlingssohn des anderen Dorfes herauszuhalten, aber Evelyn Streona ist nun mal jemand, der sich in alles einmischen muss, und Cedric of Aymerstone hat eine Schwäche für Damen in Nöten, deswegen machen die beiden Amorenas Wohlergehen natürlich zu ihrer Angelegenheit, auch wenn Semper darüber verzweifelt die Augen verdreht.

Evelyn geht also mit Amorena reden und erfährt, dass diese ihren Verlobten einfach nur todlangweilig findet. Sie versuche immer wieder, ihn in einen Streit zu ziehen, weil sie gerne einmal eine eigene Meinung von ihm hören würde, aber alles glitte immer nur an ihm ab, und er sei so grau und uninteressant. Und seit ihrem Fluchtversuch lasse ihr Vater sie gar nicht mehr aus dem Dorf weg, was alles nur noch langweiliger und trister mache.

Na gut, mit dem jungen Mann kann man ja mal reden, ob er wirklich so langweilig ist, oder ob er vielleicht nur so tut, weil er denkt, es sei das Richtige. Darek gegenüber hatten die Igniculi offen ihre Suche nach einem Hochzeitsgeschenk als Grund für ihren Besuch angegeben, und es hatte sich recht schnell herausgestellt, dass es in Dareks Dorf keine passenden Kunstgegenstände gibt. Nur einige gut gearbeitete Gladii, aber ob ein Schwert das geeignete Geschenk für den eher als weich empfundenen Ritterssohn wäre? In dem anderen Dorf in der Regio jedoch, also dem Dorf, wo Amorenas Verlobter herkommt, gebe es einen guten Goldschmied, vielleicht finde sich ja unter dessen Arbeiten etwas Passendes.

Eine gute Idee, denn am nächsten Morgen will der junge Mann ohnehin wieder nach Hause aufbrechen, dann können die Igniculi sich ihm gleich anschließen. Und unterwegs ergibt sich dann vielleicht auch die Gelegenheit, mal die Beziehung zu Amorena zur Sprache zu bringen.

*PS: Apropos Knut. Wir hatten alle in den letzten Tagen den Film “Guardians of the Galaxy” gesehen, und natürlich ergaben sich während der Sitzung etliche Gelegenheiten für “Ich bin Knut!”-Sprüche.

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Timberwere

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